Schlaganfall-Hirnblutung: Rehabilitation – Schritte zurück ins Leben

Eine Hirnblutung ist ein einschneidendes Ereignis, das das Leben der Betroffenen von einem Moment auf den anderen verändern kann. Plötzlich sind alltägliche Fähigkeiten wie Bewegung, Sprache oder Konzentration beeinträchtigt. Die Rehabilitation nach einer Hirnblutung ist ein entscheidender Prozess, um die Lebensqualität langfristig zu verbessern. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Rehabilitation nach einer Hirnblutung, von der Frührehabilitation bis hin zu langfristigen Strategien für ein selbstständiges Leben.

Was ist eine Hirnblutung?

Der Begriff "Hirnblutung" ist die umgangssprachliche Bezeichnung für Blutungen im Inneren des Schädels (intrakraniell), im Bereich des Gehirns (intrazerebral) sowie im Bereich der Hirnhäute (extrazerebral). In der Regel spricht man von einer Hirnblutung bei intrazerebralen Blutungen im Gehirn. Jährlich erleiden in Deutschland etwa 10-12 von 100.000 Einwohnern eine intrazerebrale Blutung.

Subarachnoidalblutung, Epidural- und Subduralhämatom sind als intrakraniell-extrazerebrale Blutungsformen von den intrazerebralen Blutungen abzugrenzen.

Beim ischämischen Schlaganfall, der ähnliche Symptome verursacht wie die intrazerebrale Blutung, kommt es durch eine ischämische Schädigung (Mangel an Sauerstoffversorgung) zur Zerstörung von Hirngewebe. Bei der intrazerebralen Blutung („blutiger Schlaganfall“) wird das Hirngewebe durch Einblutung geschädigt. 10-17% der Schlaganfälle werden durch intrazerebrale Blutungen verursacht.

Da sich das Gehirn innerhalb des Schädelknochens befindet kann es sich bei Volumenzunahme nicht weiter ausdehnen. Bei Blutungen innerhalb des Gehirns steigen das Volumen und damit der Druck auf das Gehirngewebe. Der erhöhte Druck auf die Nervenzellen des Gehirns schädigt und zerstört diese.

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Ursachen und Risikofaktoren

Durch jahrelang hohen Blutdruck, Übergewicht, Fettstoffwechselstörung und Tabakkonsum kommt es langfristig zu bestimmten Gefäßveränderungen (Atherosklerose). An den veränderten Stellen können sich sowohl Gefäßwandaussackungen (Aneurysmata) als auch Thromben bilden, was eine entscheidende Rolle in der Pathophysiologie von den Schlaganfällen und anderen kardiovaskulären Erkrankungen spielt. Weitere Ursachen eines Schlaganfalls sind Tumore, Gerinnungsstörungen oder Amyloidangiopathie (krankhafte Eiweißablagerungen in den Gehirngefäßen). Hämorrhagische (blutige) Schlaganfälle treten auch im Rahmen schwerer Schädel-Hirn-Traumata auf. Immer mehr, vor allem ältere, Patienten nehmen inzwischen gerinnungshemmende Medikamente ein, welche eine wichtige Rolle bei der Entwicklung einer Hirnblutung spielen können, deswegen müssen diese erst nach strenger Überprüfung der Indikation und sorgfältiger Risiko-Nutzen Abwägung eingesetzt werden.

Symptome und Diagnose

Intra- und Extrazerebrale Blutungen haben oft ähnliche Symptome. Das heißt die Betroffenen zeigen plötzlich sprachliche und motorische Einschränkungen, oft einseitig betont, und können darüber hinaus Bewusstseinseintrübungen bis hin zum Koma aufweisen. Der Großteil der Patienten beklagt zusätzlich Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerz.

Da sich die Symptome der intrazerebralen Blutung nicht von denen eines ischämischen Schlaganfalls unterscheiden lassen und die Therapien jedoch gegensätzlich sind, ist für die exakte und vor allem zeitnahe Diagnose die Durchführung eines bildgebenden Verfahrens (CT oder MRT) entscheidend. In der Regel wird, aufgrund des schnellen Ergebnisses, eine Computertomographie (CT) durchgeführt.

Akuttherapie und Überlebenschancen

Intrazerebrale Blutungen stellen lebensbedrohliche Notfallsituationen dar, in denen schnell gehandelt werden muss. Da es im Rahmen der Blutung durch steigenden Druck mit jeder Minute zur weiteren Schädigung des Gehirns kommt, ist schnelles Handeln mit schnellstmöglichem Transport der Betroffenen in die Klinik essentiell.

Zur Entlastung des Drucks auf das Gehirn durch die Blutung und zum Stoppen der Blutung können neurochirurgische Eingriffe nötig werden.

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Die Akuttherapie besteht je nach Einzelfall aus nichtoperativen sowie neurochirurgischen Therapieschemata. Nichtoperativ ist vor allem die exakte Kontrolle des Blutdrucks entscheidend. Operative, neurochirurgische Eingriffe zur Entlastung des Hirndrucks sind vor allem bei Einschränkungen des Bewusstseins oder bei Zunahme des Blutungsausmaßes notwendig. Nach intrazerebralen Blutungen ist durch die Hirnschädigung das Risiko für epileptische Anfälle erhöht. Eine der wesentlichen Komplikationen nach Hirnblutung ist die Nachblutung, die bei fast 40% der Betroffenen in den ersten 24 Stunden nach dem Akutereignis auftritt.

Die Überlebensrate bei intrazerebraler Blutung hängt vor allem von der Größe und Lokalisation der Blutung ab. So versterben bei einem Blutungsvolumen von mehr als 60 ml Blut bei tief gelegenen Blutungen etwa 93% der Patienten, bei einer Blutung mit unter 30 ml Blut in vergleichbarer Lage versterben nur noch 23%. Insgesamt zeigt sich in Studien, dass innerhalb des ersten Monats nach der Hirnblutung 35-52% der Patienten versterben und lediglich 20% der Patienten benötigen 6 Monate nach dem Blutungsereignis keine Unterstützung mehr. Der Großteil der Betroffenen weist im Verlauf Spätschäden, wie motorische, sprachliche oder kognitive Einschränkungen auf.

Phasen der Rehabilitation nach Hirnblutung

Die neurologische Reha nach einer Hirnblutung folgt einem strukturierten Ablauf, der sich in mehrere Phasen gliedert:

  1. Akutphase: Direkt nach der Hirnblutung ist diese Phase entscheidend. In dieser Zeit wird im Krankenhaus die medizinische Versorgung sichergestellt.
  2. Früh-Reha (Phase B): Hier geht es darum, erste grundlegende Funktionen wiederherzustellen. Hier beginnt bereits die Zusammenarbeit von Therapeuten verschiedener Fachrichtungen wie Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie. Ziel ist es, grundlegende Fähigkeiten wie Atmen, Essen, Sprechen und erste Bewegungen wieder möglich zu machen. Bei Aufnahme in die Frührehabilitation werden viele der Patient:innen noch maschinell beatmet. Das erste Therapieziel besteht häufig in der Entwöhnung vom Beatmungsgerät. Trachealkanülen werden oftmals als Beatmungszugang bei langfristiger Beatmung angelegt. Auch nach einer erfolgreichen Entwöhnung vom Beatmungsgerät können die Ärzt:innen einliegende Trachealkanülen nur in den seltensten Fällen sofort entfernen, denn die Kanülen schützen vor dem sogenannten Einatmungssog (Aspirationen), der zu einer Lungenentzündung führen kann. Schluckstörungen sind eine sehr häufige Folge von Hirnblutungen. Sie führen nicht selten durch Verschlucken zu schweren Lungenentzündungen. Deshalb widmen die behandelnden Teams diesem Problem besondere Aufmerksamkeit. Für die Diagnostik stehen radiologische und endoskopische Verfahren zur Bewertung des Schluckens zur Verfügung.
  3. Weiterführende neurologische Rehabilitation (Phase C): In dieser Phase arbeiten Patienten intensiver an Beweglichkeit, Sprache und geistigen Fähigkeiten. Diese Phase erfordert bereits die aktive Mitarbeit des Patienten, denn sein Gehirn beginnt jetzt, durch gezielte Therapien neue Verknüpfungen zu bilden und verlorengegangene Fähigkeiten neu zu lernen.
  4. Phase D: Diese Phase schließt die stationäre neurologische Rehabilitation ab. Die sogenannte Anschlussheilbehandlung hilft, die bereits erzielten Fortschritte zu sichern und auszubauen, sodass man langfristig seine Selbstständigkeit wiedererlangen kann. Ziel dieser Phase ist es, Patienten möglichst umfassend auf die Rückkehr in den Alltag vorzubereiten.
  5. Phase E: Hier richten sich die Rehabilitationsziele nach den Maßgaben der Deutschen Rentenversicherung. Ziele sind die Minderung bestehender Behinderungen und Fehlhaltungen. Sie schafft einen möglichen Übergang von der medizinischen Rehabilitation zurück in die Erwerbsfähigkeit.
  6. Phase F: Patientinnen und Patienten, die trotz intensiver Behandlung und Rehabilitation einen andauernden und hohen Pflegebedarf haben (zum Beispiel schweres Schädelhirntrauma, Komapatienten) fallen in die Phase F.

Im Verlauf der Rehabilitation kann es bei zunehmender Selbstständigkeit zu einem Wechsel in die nächste Phase kommen. Auch bei schnellen Fortschritten im Bereich der Selbstständigkeit können Patientinnen und Patienten eine Phase überspringen.

Dauer der Rehabilitation

Die Dauer einer neurologischen Reha hängt stark vom Ausmaß der Hirnblutung, dem individuellen Gesundheitszustand und den Therapiefortschritten ab. Grundsätzlich sollte man jedoch von einer Reha-Dauer zwischen drei Wochen und mehreren Monaten ausgehen. Je nach Fortschritt und Bedarf ist auch eine Verlängerung der neurologischen Reha möglich. Insbesondere, wenn es darum geht, komplexe Fähigkeiten wie Feinmotorik, Sprache oder auch Gedächtnisleistungen zu verbessern, ist eine längere Begleitung durch therapeutische Maßnahmen oft sinnvoll. Dabei ist wichtig zu wissen, dass Verlängerungen der neurologischen Reha individuell geprüft und von Krankenkassen bzw.

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Therapieansätze in der neurologischen Reha

Die neurologische Reha nach einer Hirnblutung umfasst verschiedene therapeutische Ansätze, die individuell auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt werden. Hier spielen insbesondere Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und neuropsychologische Therapien eine zentrale Rolle.

Physiotherapie

Die Physiotherapie zählt zu den tragenden Säulen jeder neurologischen Reha. Besonders nach einer Hirnblutung oder einem subduralen Hämatom ist eine intensive physiotherapeutische Behandlung unverzichtbar, um Beweglichkeit und motorische Funktionen zu fördern. In der Physiotherapie lernt man, Muskeln gezielt anzusteuern, Gleichgewicht und Koordination zu verbessern und Bewegungsabläufe neu zu erlernen. Das hilft dabei, den Alltag möglichst selbstständig zu bewältigen. Mit moderner Technik wie dem Lokomat® (für das Gehen) oder dem Armeo® (für Arm- und Handbewegungen) können Bewegungen effektiv geübt werden. Durch die Behandlung mit Botulinumtoxin lassen sich Muskelverkrampfungen lockern und Beschwerden wie Schmerzen oder erhöhter Speichelfluss reduzieren.

Ergotherapie

Die Ergotherapie verfolgt das Ziel, die Alltagskompetenzen Schritt für Schritt wiederherzustellen. In gezielten Übungen lernt man, verlorengegangene Fertigkeiten wie Schreiben, Anziehen, Kochen oder die Nutzung von Hilfsmitteln neu zu trainieren. Die Ergotherapie ist gerade nach Hirnverletzungen wie einer Hirnblutung oder einem Schädel-Hirn-Trauma entscheidend, um langfristig die Unabhängigkeit zu sichern. Die Ergotherapie unterstützt Patient:innen dabei, ihre Selbstständigkeit bei alltäglichen Aktivitäten wiederzuerlangen. Dazu gehören das Ankleiden, Essen und die persönliche Hygiene.

Logopädie

Logopädische Therapien sind essenziell, wenn Sprach-, Schluck- oder Sprechstörungen auftreten. Nach einer Hirnblutung, etwa durch ein Aneurysma oder nach einer Operation am Kopf, kommt es oft zu Einschränkungen dieser grundlegenden Fähigkeiten. Logopäden unterstützen einen dabei, Sprechen und Verstehen neu zu erlernen oder die Stimme wieder gezielt einzusetzen.

Neuropsychologie

Eine Hirnblutung betrifft nicht nur körperliche Fähigkeiten, sondern oft auch das Gedächtnis, die Konzentration oder die emotionale Stabilität. Neuropsychologische Therapien setzen genau hier an: Sie helfen dabei, die kognitiven Fähigkeiten wie Gedächtnisleistung und Konzentration gezielt zu trainieren und psychische Belastungen abzubauen. Kognitive Beeinträchtigungen und Sprachstörungen sind häufige Folgen einer Hirnblutung. Emotionale und psychosoziale Unterstützung ist entscheidend für den Erfolg der Rehabilitation.

Armrehabilitation nach Hirnblutung

Armlähmungen gehören zu den häufigsten Folgen einer Hirnschädigung, wie zum Beispiel nach einem Schlaganfall. Die Armlähmung kann sehr unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Häufig beobachtet werden leichtere Lähmungen und auch sehr schwere Lähmungen. Patienten mit einer schweren Armlähmung können ihren Arm oft im Alltag gar nicht oder nur sehr eingeschränkt einsetzen. Diesen Patienten fällt es schwer, einzelne Abschnitte im Arm willentlich zu bewegen. Das gilt zum Beispiel für den Arm im Schulterbereich, im Ellenbogen, im Handgelenk oder in den Fingern. Zu dem Problem der stark beeinträchtigten willentlichen Bewegungsfähigkeit kommt oft noch eine erhöhte Muskelanspannung („Spastik“) hinzu. Betroffene mit leichten Armlähmungen können ihren Arm zwar bewegen und im Alltag einsetzen. Die Bewegungen sind dabei aber oftmals noch verlangsamt und „ungeschickt“. Vieles, was eine gesunde Person mit ihrem Arm im Alltag macht, fällt schwer.

Im Gehirn gibt es Gebiete, die für die Steuerung jeder Bewegung erforderlich sind. In der linken Hirnhälfte liegen diese für die rechte Körperseite, in der rechten Hirnhälfte für die linke Körperseite. Man nennt diese Gebiete „motorischer Kortex“ (Hirnrinde). Eine Lähmung entsteht, wenn entweder der motorische Kortex selbst geschädigt ist. Oder wenn die Nervenleitbahnen vom motorischen Kortex zum Rückenmark geschädigt sind (die sogenannten „kortikospinalen Bahnen“). Die Lähmung nach einer Hirnschädigung kann als eine Störung der Bewegungskontrolle verstanden werden. Bei schweren Lähmungen gelingt es den Betroffenen hier nicht mehr oder nur sehr begrenzt, Arm, Hand und Finger in den betroffenen Abschnitten zu bewegen. Bei leichten Lähmungen gelingt das. Aber die feine Abstimmung der Bewegungskontrolle etwa beim Hantieren von Objekten oder beim Schreiben ist noch gestört.

Ob eine Armlähmung nach einem Schlaganfall vorliegt, stellt der behandelnde Arzt in der klinisch-neurologischen Untersuchung vom. Liegt eine Lähmung vor, prüft er, wie stark sie ausgeprägt ist. Anschließend geht es darum, Therapieziele gemeinsam festzulegen, geeignete therapeutische Vorgehensweisen auszusuchen und im Verlauf die Therapieerfolge möglichst objektiv festzuhalten. Dabei können standardisierte klinische Beurteilungsmethoden nützlich sein. Diese Tests werden als „Beurteilungsskalen“ oder auch als „Assessment“-Verfahren bezeichnet. Sie basieren darauf, dass bestimmte Aspekte der Armmotorik bzw.

Therapieformen zur Armrehabilitation

In der Arm-Rehabilitation können sehr unterschiedliche therapeutische Ansätze gewählt werden. Einerseits gibt es verschiedene Therapieformen ohne technische Geräte, um in der Ergo- oder Physiotherapie den betroffenen Arm aktiv zu trainieren. Hinsichtlich der Dauer und Intensität der Therapie sollte die Rehabilitation der Armmotorik früh nach einem Schlaganfall beginnen. Insbesondere in der frühen Phase nach dem Schlaganfall wird empfohlen, dass eine zusätzliche spezifische Armrehabilitation für mindestens 30 Minuten jeden Werktag erfolgt. In der späten Krankheitsphase (zum Beispiel ein Jahr und später nach einem Schlaganfall) können spezifische Maßnahmen der Armrehabilitation empfehlenswert sein, wie zum Beispiel 90-270 Minuten pro Woche ein strukturiertes, sich wiederholendes Training.

Die verschiedenen klassischen Physiotherapieschulen (zum Beispiel Bobath oder PNF) werden nicht ausdrücklich empfohlen. Insbesondere bei leichten bis mittelschweren Lähmungen ist für die Behandlung geeigneter Patienten ein „Zirkeltraining“ denkbar. Dabei können auch passive mechanische Trainingsgeräte und virtuelle Realitäts-Anwendungen zum Einsatz kommen. Um die Arm-Handaktivitäten zu verbessern, lassen sich tägliches Eigentraining und Training mit Therapeuten kombinieren (Eigentraining mit regelmäßiger therapeutischer Begleitung, 90 Minuten pro Woche).

Zusätzlich gibt es geräteunterstützte Therapien wie die neuromuskuläre Elektrostimulation und die Robot-Therapie, aber auch die Therapie mit virtueller Realitätsanwendungen sowie die sensible Stimulation und Akupunktur.

  • Arm-Basis-Training: Hier übt man jeden Tag die Bewegungsfähigkeit wiederholt und einzeln in den verschiedenen Abschnitten von Arm, Hand und Fingern. Sie sollte bei Patienten früh nach dem Schlaganfall durchgeführt werden.
  • Arm-Fähigkeits-Training: Hier trainiert man täglich Präzision und Geschwindigkeit („Geschicklichkeit“) bei verschiedenen Armfunktions-Anforderungen an der individuellen Leistungsgrenze.
  • Bewegungsinduktionstherapie (Constraint induced movement therapy, CIMT): Diese Therapie ist eine spezielle Therapie für Schlaganfall-Betroffene mit einem „erlernten Nicht-Gebrauch“. Diese Personen haben früh nach einem Schlaganfall realisiert, dass ihr gelähmter Arm im Alltag nicht oder kaum eingesetzt werden kann. Sie haben dann gelernt, alles mit der nicht betroffenen Hand zu machen. Später hat sich der gelähmte Arm eventuell schon erholt. CIMT umfasst üblicherweise sechs Stunden Therapie pro Tag. Ergänzend stellt man über zwei Wochen die weniger betroffene Hand für die größte Zeit des Tages ruhig (90 Prozent der Wachstunden). Möglich ist auch eine abgeänderte, weniger intensive Form. Diese Behandlungsformen sind sehr zeitintensiv. Aber sie sind wirksam, um einen erlernten „Nichtgebrauch“ zu verändern und den tatsächlichen Einsatz des betroffenen Armes im Alltag zu fördern. Wenn eine solche Therapie organisatorisch möglich gemacht werden kann, ist sie sinnvoll, wenn der Patient bestimmte Voraussetzungen erfüllt. Unter anderem müssen eine zum Teil erhaltene Handfunktion und ein gelernter „Nichtgebrauch“ des Armes im Alltag vorhanden sein.
  • Spiegeltherapie: Bei der Spiegeltherapie betrachtet der Patient im Spiegel die Bewegung seiner nicht gelähmten Hand. Durch den Blick in den Spiegel sieht diese Bewegung so aus als würde sich seine gelähmte Hand ganz normal bewegen.
  • Mentales Training: Eine Verbesserung der Armfunktion ist auch durch das mentale Training denkbar.
  • Neuromuskuläre Elektrostimulation: Bei den verschiedenen Verfahren der neuromuskulären Elektrostimulation werden Nerven und Muskel am Arm elektrisch stimuliert. So erzeugt man technisch eine Bewegung, die eine betroffene Person mit schwerer Armlähmung nach Hirnschädigung noch nicht selbst ausführen könnte.
  • Arm-Therapie-Roboter: Arm-Therapie-Roboter können je nach Bauart Schulter- und Ellenbogen-Bewegungen, Unterarm- und Handgelenksbewegungen oder Fingerbewegungen mechanisch unterstützen. Die Arm-Therapie-Roboter erkennen, welchen Anteil an Bewegungen der Betroffene schon selbst ausführen kann und ergänzen den Rest der Trainingsbewegungen. Mit ihnen können Betroffene mit sehr hohen Wiederholungsraten die gezielte Bewegungsfähigkeit in den einzelnen Armabschnitten trainieren und verbessern.
  • Sensible Stimulation: Als Zusatztherapie zur Behandlung von Armlähmungen können verschiedene Formen der sensiblen Stimulation erwogen werden.

Die richtige Rehaklinik finden

Nach einer intrazerebralen Blutung empfiehlt sich für die Patienten die Durchführung einer neurologischen Rehabilitation, da die entsprechenden Kliniken bestmöglich für diese Patienten und ihre Anforderungen ausgestattet sind und es ratsam ist, sich an langjährig erfahrene Spezialisten zu wenden.

Stationäre vs. Ambulante Rehabilitation

Neben der stationären Rehabilitation gibt es ambulante Rehabilitationszentren. Diese haben den Vorteil, dass Patienten abends und am Wochenende Zuhause sind und im heimischen Umfeld erproben können, ob das Training mit den Therapeuten sie gut auf die Aktivitäten ihres täglichen Lebens vorbereitet. Ambulante Zentren sind seltener als Kliniken, häufig befinden sie sich in größeren Städten oder Ballungszentren. Für die ambulante Rehabilitation müssen Patienten in der Lage sein, sich selbst zu versorgen oder die Versorgung im heimischen Umfeld muss durch Angehörige und/oder einen Pflegedienst gesichert sein. Die meisten Schlaganfall-Patienten durchlaufen eine stationäre neurologische Rehabilitation. Der Ablauf einer solchen Rehabilitation ist in allen Kliniken vergleichbar. Nach einer Eingangsuntersuchung und einem Aufnahmegespräch werden Therapieziele formuliert und ein Therapieplan erstellt. Das Ziel der Rehabilitation ist, verlorengegangene Funktionen so weit wie möglich wiederherzustellen oder - wo das nicht möglich erscheint - mit dem Patienten Kompensationsstrategien einzuüben, z.B. die linke Hand als „Ersatzhand“ zu trainieren. Die Ziele sollten sich jedoch immer am Lebensalltag des Patienten orientieren, d.h. Ein weiteres Ziel der Reha ist es, Patienten bei einer notwendigen Umstellung des Lebensstils zu unterstützen, um einen wiederholten Schlaganfall zu vermeiden. Zum Ende der Rehabilitation wird das Behandlungsteam mit Ihnen bzw. Ihrem Angehörigen die weitere, ambulante Versorgung besprechen und ggfs. erste Schritte in die Wege leiten.

Kostenübernahme und Reha-Verlängerung

Ein wichtiger Punkt für viele Betroffene ist die Frage der Kostenübernahme, insbesondere in der Reha-Phase D. Grundsätzlich übernehmen Krankenkassen, Rentenversicherungsträger oder Berufsgenossenschaften die Kosten der neurologischen Reha, wenn diese medizinisch notwendig ist. Dabei kommt es auf die individuelle Situation und die ärztliche Begründung an. In manchen Fällen kann es sinnvoll oder sogar notwendig sein, eine erneute Reha zu beantragen. Beispielsweise kann es bei einem Rückfall oder einer Verschlechterung der Fähigkeiten nach einem Schlaganfall oder einer Hirnblutung nötig sein, erneut eine neurologische Reha durchzuführen. Generell besteht die Möglichkeit, eine weitere Reha-Maßnahme in Anspruch zu nehmen, wenn der behandelnde Arzt dies für medizinisch sinnvoll erachtet und entsprechend begründet. Informieren Sie sich aktiv über Ihre Möglichkeiten zur Reha-Verlängerung und klären Sie frühzeitig die Kostenübernahme.

Leben nach der Reha: Langfristige Strategien

Die neurologische Rehabilitation passiert leider nicht von allein, sie ist in der Regel harte Arbeit für den Patienten. Die körperliche Rehabilitation erfordert viel Fleiß, Willen und ständige Wiederholung, damit das Gehirn lernt. Die Therapie-Einheiten allein sind in der Regel nicht ausreichend.

Sekundärprävention

Die Sekundärprävention umfasst dabei nicht nur blutverdünnende Medikamente, sondern auch die Behandlung von Risikofaktoren (Blutdruckkontrolle, Blutzuckerkontrolle, Umstellung auf fettarmes, ausgewogenes Essen oder einen Rauchstopp).

Unterstützung im Alltag

In der Reha unterstützen Sie unsere spezialisierten Kolleginnen und Kollegen dabei, Ihr Leben nach dem Schlaganfall wieder eigenständig in die Hand nehmen zu können.

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