Schleimbeutelentzündung der Hüfte: Radiofrequenzablation als Behandlungsoption

Die Hüfte ist ein komplexes Gelenk, das eine entscheidende Rolle für unsere Mobilität und Lebensqualität spielt. Schmerzen und Bewegungseinschränkungen in der Hüfte können vielfältige Ursachen haben. Eine häufige Ursache ist die Coxarthrose, der Verschleiß des Hüftgelenks. Aber auch andere Erkrankungen wie Schleimbeutelentzündungen (Bursitis) können Hüftschmerzen verursachen. Dieser Artikel beleuchtet die Schleimbeutelentzündung der Hüfte und stellt die Radiofrequenzablation als eine mögliche Behandlungsoption vor.

Ursachen von Hüftschmerzen

Hüftschmerzen können verschiedene Ursachen haben, darunter:

  • Coxarthrose: Der Verschleiß des Hüftgelenks, auch Coxarthrose genannt, ist eine der häufigsten Ursachen für Hüftschmerzen. Dabei kommt es zum Abbau der Knorpelsubstanz der Hüftgelenkflächen. Aufgrund der hohen mechanischen Belastung ist das Hüftgelenk besonders anfällig für Abnutzungserscheinungen. Die Coxarthrose betrifft Männer und Frauen gleichermaßen und in gleicher Häufigkeit. Die Erkrankung verläuft meist schubweise, wobei sich Phasen aktiver Entzündung mit beschwerdefreien Phasen abwechseln. Die zunehmende Gelenkzerstörung führt zu Schmerzen, allmählicher Einsteifung, Funktionsbehinderung und einem erheblichen Verlust an Lebensqualität.
  • Knochennekrose: Wenn die Blutversorgung des Knochens nicht ausreichend ist, kann Knochengewebe absterben (Knochennekrose), was ebenfalls zu Hüftschmerzen führen kann. Meist bei älteren Patienten mit begleitender Osteoporose.
  • Rückenprobleme: Viele Rücken- und Wirbelsäulenprobleme können Symptome im Bereich des Gesäßes und der Hüfte verursachen.
  • Muskelverspannungen: Die Stämme der Muskeln um die Hüfte und das Becken können Schmerzen und Krämpfe verursachen.
  • Schleimbeutelentzündung (Bursitis): Schleimbeutel sind kleine, flüssigkeitsgefüllte Säckchen, die als Polster zwischen Knochen und Weichteilen dienen. Eine Entzündung dieser Schleimbeutel (Bursitis) kann Schmerzen verursachen.

Schleimbeutelentzündung der Hüfte

Eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis) der Hüfte ist eine Entzündung eines oder mehrerer Schleimbeutel in der Hüftregion. Die häufigste Form ist die Bursitis trochanterica, bei der der Schleimbeutel am Trochanter major (großer Rollhügel) des Oberschenkelknochens betroffen ist.

Symptome:

  • Schmerzen an der Außenseite der Hüfte
  • Schmerzen, die bis ins Gesäß oder den Oberschenkel ausstrahlen können
  • Schmerzen, die sich bei Belastung oder Druck auf die Hüfte verstärken
  • Schmerzen, die nachts beim Liegen auf der betroffenen Seite auftreten können

Diagnose:

Die Diagnose einer Schleimbeutelentzündung der Hüfte wird in der Regel anhand der Anamnese (Krankengeschichte) und der körperlichen Untersuchung gestellt. Bildgebende Verfahren wie Röntgen oder MRT können eingesetzt werden, um andere Ursachen für die Hüftschmerzen auszuschließen.

Behandlung:

Die Behandlung einer Schleimbeutelentzündung der Hüfte zielt darauf ab, die Entzündung zu reduzieren und die Schmerzen zu lindern. Zu den gängigen Behandlungsmethoden gehören:

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  • Konservative Behandlung:
    • Schmerzmittel: Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac können zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung eingesetzt werden.
    • Physiotherapie: Gezielte Übungen können helfen, die Muskeln um die Hüfte zu stärken und die Beweglichkeit zu verbessern.
    • Injektionen: Kortikosteroide können in den entzündeten Schleimbeutel gespritzt werden, um die Entzündung zu reduzieren und die Schmerzen zu lindern.
  • Radiofrequenzablation (RFA): Bei chronischen Schmerzen, die auf konservative Behandlungen nicht ansprechen, kann eine Radiofrequenzablation in Betracht gezogen werden.

Radiofrequenzablation (RFA) bei Schleimbeutelentzündung der Hüfte

Die Radiofrequenzablation (RFA) ist ein minimalinvasives Verfahren, bei dem Radiowellen eingesetzt werden, um Nerven zu veröden, die Schmerzsignale vom Schleimbeutel zum Gehirn leiten.

Wie funktioniert die RFA?

  1. Vorbereitung: Der Patient wird in der Regel lokal betäubt.
  2. Positionierung der Sonde: Unter Bildkontrolle (z.B. Ultraschall oder Röntgen) wird eine spezielle Sonde (Radiofrequenzsonde) in die Nähe der schmerzleitenden Nervenäste am Hüftgelenk platziert.
  3. Verödung: Durch die Sonde werden Radiowellen gesendet, die die Nervenäste erhitzen und veröden. Dadurch wird die Schmerzweiterleitung unterbrochen.
  4. Abschluss: Die Sonde wird entfernt und die Einstichstelle verbunden.

Vorteile der RFA:

  • Minimalinvasives Verfahren
  • Geringe Komplikationsrate
  • Kann Schmerzen langfristig lindern
  • Ambulante Durchführung möglich

Nachteile der RFA:

  • Nicht bei allen Patienten wirksam
  • Schmerzen können nach einiger Zeit zurückkehren
  • Mögliche Nebenwirkungen wie Schmerzen an der Einstichstelle, Taubheitsgefühl oder Nervenschäden (selten)

Weitere minimalinvasive Verfahren

Neben der Radiofrequenzablation gibt es auch andere minimalinvasive Verfahren zur Behandlung von Hüftschmerzen, wie z.B. die Injektion von Botulinumtoxin (Botox) in die Hüftmuskulatur. Diese Methode kann bei Muskelverspannungen und Schmerzen helfen.

Radiosynoviorthese als alternative Behandlungsmethode

Die Radiosynoviorthese (RSO) ist ein nuklearmedizinisches Verfahren zur Behandlung von schmerzhaften, chronisch-entzündlichen Gelenkerkrankungen, wie z.B. aktivierter Arthrose (Osteoarthritis). Dabei wird eine radioaktive Substanz in das betroffene Gelenk injiziert, um die entzündete Gelenkschleimhaut zu behandeln. Ob die Durchführung einer Radiosynoviorthese sinnvoll ist, wird durch eine spezielle nuklearmedizinische Voruntersuchung geklärt.

Ablauf der Radiosynoviorthese:

  1. Punktion: Das zu behandelnde Gelenk wird unter sterilen Bedingungen punktiert.
  2. Injektion: Die radioaktive Substanz wird ins Gelenk injiziert, oft in Verbindung mit einer geringen Kortisongabe.
  3. Ruhigstellung: Für 48 Stunden ist eine Ruhigstellung des Gelenks erforderlich.
  4. Szintigramm: Ein Verteilungsszintigramm wird angefertigt, um die Verteilung der radioaktiven Substanz im Gelenk zu dokumentieren.

Wirkung der Radiosynoviorthese:

Die Strahlung zerstört die oberflächlichen, verdickten Zellschichten der Gelenkschleimhaut, wodurch die Entzündung reduziert wird. Die Wirkung tritt in der Regel nach Wochen bis Monaten ein.

Mögliche Nebenwirkungen:

  • Strahlensynovitis (Reizzustand der Gelenkschleimhaut)
  • Infektionskomplikationen (sehr selten)
  • Strahlenschädigungen der Haut (sehr selten)
  • Thrombose (geringes Risiko bei Behandlung der unteren Extremität)

Kontraindikationen:

  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Bakterielle Gelenkentzündung
  • Örtliche Infektionen oder Hauterkrankungen im Bereich der Injektionsstelle
  • Massive Einblutung in das Gelenk
  • Geplatzte Bakerzyste in der Kniekehle

Weitere konservative Behandlungsansätze

Viele orthopädische Erkrankungen können konservativ behandelt werden. Besonders, wenn Patienten frühzeitig in Behandlung kommen, sind operative Therapien zunächst meist nicht notwendig. Bei anhaltenden Schmerzen kann sich ein Schmerzgedächtnis entwickeln, wodurch die Beschwerden chronisch werden. Eine individuelle Schmerztherapie kann helfen, dies zu verhindern.

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Sport ist wichtig für die Gesundheit und kann helfen, Hüftschmerzen vorzubeugen. Eine frühzeitige Erkennung von Arthrose ermöglicht es, den Verlauf der Erkrankung durch konservative Therapien positiv zu beeinflussen.

Weitere konservative Therapieansätze:

  • Eigenbluttherapie: Wachstumsfaktoren aus dem eigenen Blut können bei Gelenkverschleiß und Verletzungen des Muskel- und Sehnenapparats wertvolle Dienste leisten.
  • Stammzelltherapie: Stammzellen aus dem Knochenmark können bei chronischen Rückenschmerzen eingesetzt werden.
  • Akupunktur: Feinste Nadeln, welche die Akupunkturpunkte des Körpers aktivieren, können Schmerzen lindern.
  • Physiotherapie: Eine wichtige Ergänzung zur orthopädischen Behandlung, die sich nach den Beschwerden des Patienten richtet.
  • Atlastherapie: Der erste Halswirbel wird vorsichtig zurück in seine ursprüngliche Position gebracht.
  • Rehabilitation: Nach einer Verletzung, Erkrankung oder Operation ist die Rehabilitation von großer Bedeutung.

Facettendenervation bei Rückenschmerzen

Bei Rückenschmerzen, die wahrscheinlich von den Facettengelenken ausgehen, kommt eine Facettendenervation infrage. Dabei werden die Nerven am Wirbelgelenk verödet, die den Schmerz an das Gehirn weiterleiten. Der Eingriff hat aber keine nachgewiesenen Vorteile gegenüber einer konservativen Behandlung, vor allem mit Physiotherapie.

Diagnose von Facettenschmerzen:

Um möglichst sicher festzustellen, ob eines oder mehrere Facettengelenke den Schmerz auslösen, ist eine sogenannte Facettenblockade nötig. Dabei wird ein kurz wirksames Betäubungsmittel an die Seitenäste der Spinalnerven gespritzt, die die Facettengelenke im betroffenen Rückenbereich versorgen.

Ablauf der Facettendenervation:

Bei einer Facettendenervation werden die Nerven verödet, die unter Verdacht stehen, den Schmerz weiterzuleiten. Dazu werden meist Radiowellen eingesetzt, die den Nerv erhitzen (Radiofrequenzdenervation, Radiofrequenzablation). Die Verödung soll die Schmerzweiterleitung für wenigstens zwölf Monate unterbrechen.

Mögliche Risiken und Nebenwirkungen:

  • Schmerzen an der Einstichstelle
  • Kleine Blutergüsse in der Haut
  • Druckempfindlichkeit, Taubheit, Kribbeln oder Jucken der umliegenden Haut
  • Eingeschränkte Beweglichkeit
  • Entzündung der verödeten Nerven
  • Schwächung von Muskeln und Bandscheiben
  • Instabilität der Wirbelsäule (selten)
  • Beinschmerzen, Schwächegefühl oder Taubheit in den Beinen (sehr selten)

Denervierung mit "gekühlter" Radiofrequenz-Therapie

Eine weitere Methode zur Behandlung von chronischen Rückenschmerzen ist die Denervierung mit einer "gekühlten" Radiofrequenz-Therapie. Dabei wird über Radiowellen Wärme erzeugt (60 °C über 150 Sekunden), die zu den Nerven strömt und dadurch die schmerzleitenden Nervenbahnen schonend unterbricht.

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Impingement Syndrom der Schulter

Ein häufiger Grund für Schmerzen an der Schulter ist das Impingement Syndrom. Hierbei kommt es zu einem Einklemmen der Supraspinatussehne und des Schleimbeutels zwischen dem Schulterdachknochen und dem Oberarmkopf.

Therapie:

Die Therapie beginnt immer konservativ mit schmerzlindernden und entzündungshemmenden Medikamenten und Krankengymnastik. Bei anhaltenden oder sehr starken Beschwerden kann eine Injektion von Kortison in den entzündeten Schleimbeutel hilfreich sein. Wenn die Schmerzen trotz konsequenter Therapie nicht vergehen, kann eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie) erfolgen, um die Schmerzen dauerhaft zu beseitigen.

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