Knie-, Beinschmerzen, Nervenschmerzen, Schwindel und geschwollene Lymphknoten: Ursachen und Zusammenhänge

Knie- und Beinschmerzen, begleitet von Nervenschmerzen, Schwindel und geschwollenen Lymphknoten, können auf eine Vielzahl von zugrunde liegenden Erkrankungen hinweisen. Die Symptome können einzeln oder in Kombination auftreten und die Diagnose erschweren. Es ist wichtig, die möglichen Ursachen zu kennen, um eine frühzeitige Diagnose und Behandlung zu ermöglichen.

Borreliose als mögliche Ursache

Eine der möglichen Ursachen für Knie- und Beinschmerzen in Verbindung mit Nervenschmerzen und weiteren Symptomen ist die Borreliose, auch bekannt als Lyme-Krankheit. Borreliose ist eine durch Zecken übertragene bakterielle Infektion, die verschiedene Organe und Gewebe im Körper befallen kann.

Symptome der Borreliose

Die Symptome der Borreliose können je nach Stadium der Erkrankung variieren. Im Frühstadium tritt häufig eine Wanderröte (Erythema migrans) auf, eine typische Hautrötung, die sich kreisförmig um die Einstichstelle ausbreitet. Diese Wanderröte kann von grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen begleitet sein.

Im weiteren Verlauf der Borreliose können neurologische Symptome wie Nervenschmerzen, Kribbeln, Taubheitsgefühle und Lähmungen auftreten. Auch Gelenkentzündungen, insbesondere im Kniegelenk (Lyme-Arthritis), sind häufig. In seltenen Fällen kann es zu Herzproblemen (Lyme-Karditis) kommen.

Diagnose und Behandlung der Borreliose

Die Diagnose der Borreliose basiert auf den klinischen Symptomen und dem Nachweis von Borrelien-Antikörpern im Blut. Die Behandlung erfolgt in der Regel mit Antibiotika wie Doxycyclin oder Amoxicillin über einen Zeitraum von zwei bis vier Wochen. Eine frühzeitige Behandlung kann schwerwiegende Spätfolgen verhindern.

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Morbus Bechterew als weitere mögliche Ursache

Eine weitere mögliche Ursache für Knie- und Beinschmerzen in Verbindung mit Nervenschmerzen und anderen Symptomen ist der Morbus Bechterew, eine chronisch-entzündliche rheumatische Erkrankung, die vor allem die Wirbelsäule und deren Verbindungen zum Becken betrifft.

Symptome des Morbus Bechterew

Die Symptome des Morbus Bechterew beginnen meist schleichend mit unspezifischen Schmerzen im Beckenbereich (Iliosakralgelenke), die bis ins Gesäß oder zu den Oberschenkeln ausstrahlen können. Im weiteren Verlauf kann es zu einer Versteifung der Wirbelsäule kommen. Auch Gelenke außerhalb der Wirbelsäule, wie Knie und Hüften, können betroffen sein.

Diagnose und Behandlung des Morbus Bechterew

Die Diagnose des Morbus Bechterew basiert auf den klinischen Symptomen, der Anamnese und bildgebenden Verfahren wie MRT, um entzündliche Veränderungen in den Kreuz-Darmbein-Gelenken zu erkennen. Die Behandlung zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und das Fortschreiten der Erkrankung zu bremsen. Eine Heilung ist bislang nicht möglich.

Lymphödeme als mögliche Ursache für geschwollene Lymphknoten und Beinschmerzen

Geschwollene Lymphknoten in Verbindung mit Beinschmerzen können auf ein Lymphödem hinweisen, eine chronische Erkrankung, bei der sich Lymphflüssigkeit im Gewebe staut. Lymphödeme können angeboren sein (primär) oder durch Schädigung der Lymphbahnen oder Lymphknoten entstehen (sekundär), beispielsweise nach Operationen oder Krebserkrankungen.

Symptome von Lymphödemen

Typische Symptome von Lymphödemen sind Schwellungen, Spannungsgefühl, Schweregefühl in den Gliedmaßen, Schmerzen und eingeschränkte Beweglichkeit. Die Haut kann sich verändern und es können Lymphzysten entstehen.

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Diagnose und Behandlung von Lymphödemen

Die Diagnose von Lymphödemen basiert auf den klinischen Symptomen und der körperlichen Untersuchung. Die Behandlung erfolgt in der Regel mit Komplexer Physikalischer Entstauungstherapie (KPE), die manuelle Lymphdrainage, Kompressionstherapie, Bewegungstherapie und Hautpflege umfasst.

Vaskulitis als Ursache für Nervenschmerzen und andere Symptome

Nervenschmerzen in Verbindung mit anderen Symptomen wie Hautveränderungen, Schwindel und geschwollenen Lymphknoten können auf eine Vaskulitis hindeuten, eine Entzündung der Blutgefäße. Vaskulitis kann verschiedene Organe und Gewebe im Körper betreffen und zu Durchblutungsstörungen und Schädigungen führen.

Symptome der Vaskulitis

Die Symptome der Vaskulitis sind vielfältig und hängen davon ab, welche Blutgefäße betroffen sind. Mögliche Symptome sind Hautausschläge, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Nervenschmerzen, Fieber, Gewichtsverlust, Müdigkeit und Organbeteiligung.

Diagnose und Behandlung der Vaskulitis

Die Diagnose der Vaskulitis basiert auf den klinischen Symptomen, der Anamnese, Blutuntersuchungen und einer Gewebeprobe (Biopsie). Die Behandlung erfolgt in der Regel mit Immunsuppressiva und Kortikosteroiden, um die Entzündung zu unterdrücken.

Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) als mögliche Ursache für geschwollene Lymphknoten

Vergrößerte Lymphknoten, insbesondere im Kopf-, Hals- und Nackenbereich, an Armen und Beinen, in der Achselhöhle oder in der Leiste, können ein Anzeichen für ein Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) sein, eine Krebserkrankung des Lymphsystems.

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Symptome des NHL

Die Symptome des NHL können je nach Art und Ausbreitung des Lymphoms variieren. Neben vergrößerten Lymphknoten können allgemeine Symptome wie Fieber, Gewichtsverlust, Nachtschweiß und Müdigkeit auftreten. Bei Befall von Organen können spezifische Symptome auftreten, z. B. Bauchschmerzen bei Befall des Bauchraums oder Atembeschwerden bei Befall des Brustraums.

Diagnose und Behandlung des NHL

Die Diagnose des NHL basiert auf einer Lymphknotenbiopsie und weiteren Untersuchungen wie Blutbild, Knochenmarkpunktion und bildgebenden Verfahren. Die Behandlung hängt von der Art und dem Stadium des Lymphoms ab und kann Chemotherapie, Strahlentherapie, Immuntherapie oder eine Kombination dieser Verfahren umfassen.

Weitere mögliche Ursachen

Neben den genannten Erkrankungen können auch andere Ursachen für Knie- und Beinschmerzen in Verbindung mit Nervenschmerzen, Schwindel und geschwollenen Lymphknoten in Frage kommen. Dazu gehören:

  • Arthrose: Verschleiß der Gelenke, insbesondere des Kniegelenks
  • Bandscheibenvorfall: Schädigung der Bandscheiben in der Wirbelsäule
  • Ischias: Reizung oder Kompression des Ischiasnervs
  • Multiple Sklerose (MS): Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems
  • Diabetes mellitus: Stoffwechselerkrankung mit erhöhten Blutzuckerwerten
  • Infektionen: Virale oder bakterielle Infektionen

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