Schmerzen nach Meningeom OP: Ursachen und Behandlung

Ein Meningeom ist ein meist gutartiger Tumor, der von den Hirnhäuten ausgeht. Obwohl die operative Entfernung oft erfolgreich ist, können danach Schmerzen auftreten. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen dieser Schmerzen und die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten.

Was ist ein Meningeom?

Meningeome sind Tumoren, die von den Meningen ausgehen, den Häuten, die Gehirn und Rückenmark umgeben. Mit etwa 25 Prozent sind sie eine der häufigsten Neubildungen im zentralen Nervensystem. Betroffen sind meist Erwachsene im fünften Lebensjahrzehnt, wobei Frauen doppelt so häufig erkranken wie Männer. In über 90 Prozent der Fälle wächst ein Meningeom im Schädel (intrakraniell), meist an der Hirnhaut, die beide Hirnhälften voneinander trennt. Seltener bildet es sich in der Keilbeinhöhle oder an der Hirnhaut des Rückenmarks im Wirbelsäulenkanal.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) teilt Meningeome in drei Grade ein:

  • WHO-Grad 1: Gutartiges Meningeom, das über 85 Prozent aller Meningeome ausmacht.
  • WHO-Grad 2: Atypisches Meningeom, das schneller wächst und häufiger wiederkehrt.
  • WHO-Grad 3: Anaplastisches Meningeom, eine seltene, bösartige Form, die streuen kann.

Ursachen für Schmerzen nach einer Meningeom-OP

Auch nach einer erfolgreichen Meningeom-Operation können verschiedene Arten von Schmerzen auftreten. Diese können unterschiedliche Ursachen haben:

  • Narbenschmerzen: Narbenschmerzen oder Spannungsgefühle im Bereich der Operationsnarbe sind häufig. Die Ursachen hierfür sind nicht vollständig geklärt. Es wird vermutet, dass Verklebungen des Gewebes, Irritationen von Nervenenden oder auch psychische Faktoren eine Rolle spielen können.
  • Kopfschmerzen: Kopfschmerzen sind eine weitere häufige Beschwerde nach einer Meningeom-Operation. Sie können verschiedene Ursachen haben, wie z.B. Veränderungen des Hirndrucks, Reizung der Hirnhäute oder muskuläre Verspannungen im Nackenbereich.
  • Neuropathische Schmerzen: In einigen Fällen können Nervenschmerzen (neuropathische Schmerzen) auftreten, wenn Nerven während der Operation geschädigt wurden. Diese Schmerzen werden oft als brennend, stechend oder elektrisierend beschrieben.
  • Schmerzen durch Liquorleck: Ein Liquorleck, also das Austreten von Hirnwasser, kann ebenfalls zu Kopfschmerzen führen.
  • Muskelverspannungen: Durch die Operation und die anschließende Schonhaltung können sich Muskelverspannungen im Nacken- und Schulterbereich entwickeln, die zu Kopfschmerzen und Nackenschmerzen führen können.
  • Wetterfühligkeit: Einige Patienten berichten über eine erhöhte Wetterfühligkeit nach einer Hirntumoroperation, die sich in verstärkten Schmerzen äußern kann.
  • Psychische Faktoren: Auch psychische Faktoren wie Stress, Angst oder Depressionen können eine Rolle bei der Entstehung oder Verstärkung von Schmerzen spielen.
  • Restgewebe: Auch wenn der Tumor vermeintlich vollständig entfernt wurde, kann es sein, dass mikroskopisch kleine Reste verblieben sind, die später wieder zu Beschwerden führen.

Behandlungsmöglichkeiten bei Schmerzen nach Meningeom-OP

Die Behandlung von Schmerzen nach einer Meningeom-Operation richtet sich nach der Ursache und der Art der Schmerzen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Schmerzen zu lindern:

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  • Schmerzmittel:
    • Nicht-opioide Schmerzmittel: Ibuprofen oder Paracetamol können bei leichten bis mittelschweren Schmerzen helfen.
    • Opioide: Bei starken Schmerzen können Opioide eingesetzt werden. Diese sollten jedoch nur kurzfristig und unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden, da sie ein hohes Suchtpotential haben. Novaminsulfon Tropfen können bei Bedarf vom Hausarzt verschrieben werden.
    • Antikonvulsiva: Bei neuropathischen Schmerzen können Antikonvulsiva wie Gabapentin oder Pregabalin eingesetzt werden.
    • Trizyklische Antidepressiva: Auch trizyklische Antidepressiva wie Amitriptylin können bei neuropathischen Schmerzen helfen.
  • Physiotherapie:
    • Manuelle Therapie: Durch manuelle Therapie können Muskelverspannungen gelöst und die Beweglichkeit verbessert werden.
    • Lymphdrainage: Lymphdrainage kann helfen, Schwellungen zu reduzieren und die Narbenheilung zu fördern.
    • Narbenbehandlung: Spezielle Narbenbehandlungen können Verklebungen lösen und die Narbe geschmeidiger machen. Eine Physiotherapeutin kann die Narbe dehnen, Querverschiebungen machen und so versuchen, die Verklebungen zu lösen.
  • Osteopathie: Osteopathie kann helfen, Blockaden im Körper zu lösen und die Selbstheilungskräfte zu aktivieren.
  • Psychotherapie: Psychotherapie kann helfen, mit den Schmerzen umzugehen und Stress abzubauen.
  • Alternative Therapien:
    • Akupunktur: Akupunktur kann bei verschiedenen Arten von Schmerzen helfen.
    • Wärme- und Kälteanwendungen: Wärme- oder Kälteanwendungen können je nach Bedarf schmerzlindernd wirken. Warme Fußbäder und milde Infrarotstrahlung können ebenfalls Linderung verschaffen.
    • Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS): TENS kann helfen, die Schmerzsignale zu blockieren.
  • Invasive Therapien: In einigen Fällen können invasive Therapien wie Nervenblockaden oder Neuromodulationsverfahren erforderlich sein.
  • Radiochirurgie: Die stereotaktische Radiochirurgie ist eine weitere Option, die eine Alternative zur Operation und mehrfachen Strahlentherapie bietet. Dabei setzt der Arzt eine einzelne, hochgradige Strahlendosis sehr präzise gelenkt von außen direkt am Tumor.
  • Rehabilitation: Nach der Operation eines gutartigen Hirntumors wird in der Regel eine neurologische Reha durchgeführt. Im Vordergrund stehen Diagnose und Behandlung der durch den Hirntumor hervorgerufenen Beeinträchtigungen, also geistige Ausfälle, Beeinträchtigungen der Motorik, Störungen der Sprache oder des Gleichgewichts oder Lähmungen. Eine Reha hat den Schwerpunkt auf körperliche und psychische Stärkung nach der Krebs-OP und Chemotherapie /Strahlentherapie.

Prognose

Die Prognose nach einer Meningeom-Operation ist in der Regel gut, insbesondere wenn der Tumor vollständig entfernt werden konnte. Allerdings können Schmerzen nach der Operation die Lebensqualität beeinträchtigen. Eine frühzeitige und konsequente Behandlung der Schmerzen ist daher wichtig.

Die Lebenserwartung ist bei einem gutartigen, vollständig operativ entfernten Meningeom in der Regel nicht eingeschränkt. Bei einem Meningeom vom Typ II ist nach der Operation die Gefahr gegeben, dass der Tumor nachwächst - dann muss erneut operiert werden. Ein Grad-III-Meningeom ist potenziell gefährlich, da der Tumor metastasieren kann. Die Chancen auf Heilung sind gering.

Forschung

Wissenschaftler des Universitätsklinikums Heidelberg untersuchen in einem neuen wissenschaftlichen Verbundprojekt die Gründe für Rückfälle nach einer Meningeom-Therapie. Ziel ist es, schon vor der Operation durch Blutuntersuchungen und neue bildgebende Verfahren Rückschlüsse auf den Krankheitsverlauf zu ermöglichen und alternative Therapieverfahren zu entwickeln.

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