Polyneuropathie, eine Erkrankung, die mehrere Nervenfasern außerhalb von Gehirn und Rückenmark betrifft, kann sich durch Kribbeln, Taubheit oder Schmerzen in Händen und Füßen äußern. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von Diabetes mellitus und Alkoholmissbrauch bis hin zu genetischer Veranlagung, Mangelernährung und Medikamenteneinnahme. Die Behandlung zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und die Nervenfunktion zu unterstützen. In diesem Zusammenhang werden häufig auch Schüssler-Salze als alternative oder ergänzende Therapieoption in Betracht gezogen.
Was sind Schüssler-Salze?
Die Therapie mit Schüssler-Salzen geht auf den Arzt Dr. Wilhelm Heinrich Schüßler zurück, der im 19. Jahrhundert eine alternative Heilmethode entwickelte. Seine Theorie besagt, dass Krankheiten durch ein Ungleichgewicht im Mineralstoffhaushalt der Zellen entstehen. Schüssler identifizierte zwölf Mineralsalze, die er als "Funktionsmittel" bezeichnete und in potenzierter Form zur Behandlung verschiedener Beschwerden einsetzte.
Schüssler-Salze bei Polyneuropathie: Welche sind geeignet?
Bei Polyneuropathie können verschiedene Schüssler-Salze in Betracht gezogen werden, um die Nervenfunktion zu unterstützen und die Symptome zu lindern. Einige der häufiger verwendeten Salze sind:
- Nr. 5 Kalium phosphoricum: Dieses Salz wird oft bei Nervenschmerzen, Erschöpfung und Schwäche eingesetzt. Es soll das Nervensystem stärken und die Reizleitung verbessern.
- Nr. 7 Magnesium phosphoricum: Bekannt als "das Salz der Muskeln und Nerven", kann Magnesium phosphoricum bei Muskelkrämpfen, Verspannungen und Nervosität helfen. Es wirkt entspannend und beruhigend auf das Nervensystem. Die Einnahme als "Heiße 7" (in heißem Wasser aufgelöst) kann die Wirkung verstärken.
- Nr. 8 Natrium chloratum: Dieses Salz reguliert den Flüssigkeitshaushalt im Körper und kann bei Wassereinlagerungen hilfreich sein.
- Nr. 9 Natrium phosphoricum: Dieses Salz wird zur Unterstützung des Stoffwechsels und zur Regulierung des Säure-Basen-Haushaltes eingesetzt.
- Nr. 10 Natrium sulfuricum: Natrium sulfuricum unterstützt die Entgiftung des Körpers und kann bei Leber- und Verdauungsbeschwerden hilfreich sein. Ein Mangel an diesem Salz kann zu einer Ansammlung von Schadstoffen im Körper führen, was die Nervenfunktion beeinträchtigen kann.
- Nr. 19 Cuprum arsenicosum: Dieses Salz wird bei Nervenschmerzen, Krämpfen und Pigmentstörungen eingesetzt. Es soll den Gehirn- und Nervenstoffwechsel unterstützen und antioxidativ wirken.
- Nr. 21 Zincum chloratum: Dieses Salz kann das Nervensystem und die Muskulatur beruhigen.
Erfahrungen mit Schüssler-Salzen bei Polyneuropathie
Die Erfahrungen mit Schüssler-Salzen bei Polyneuropathie sind vielfältig. Einige Anwender berichten von einer Linderung der Symptome wie Schmerzen, Kribbeln und Taubheit. Andere wiederum verspüren keine oder nur eine geringe Verbesserung. Es ist wichtig zu beachten, dass die Wirkung von Schüssler-Salzen individuell unterschiedlich sein kann und von verschiedenen Faktoren abhängt, wie z.B. der Ursache und dem Schweregrad der Polyneuropathie, der gewählten Salze und der Dosierung.
Einige Erfahrungsberichte deuten darauf hin, dass Schüssler-Salze in Kombination mit anderen Therapien wie Physiotherapie, Ergotherapie und einer gesunden Lebensweise positive Effekte erzielen können. So wird beispielsweise berichtet, dass die Einnahme von Schüssler-Salzen in Verbindung mit Fußmassagen und einer Ernährungsumstellung zu einer Verbesserung der Symptome geführt hat.
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Anwendung von Schüssler-Salzen bei Polyneuropathie
Die Anwendung von Schüssler-Salzen bei Polyneuropathie erfolgt in der Regel in Form von Tabletten, die im Mund zergehen gelassen werden. Die empfohlene Dosierung variiert je nach Salz und individuellem Bedarf. Es ist ratsam, sich von einem Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker beraten zu lassen, um die geeigneten Salze und die richtige Dosierung zu ermitteln.
Einige allgemeine Empfehlungen zur Anwendung von Schüssler-Salzen bei Polyneuropathie sind:
- Nr. 10 Natrium sulfuricum: Morgens nüchtern als "Heiße 10" anwenden. Je nach Bedarf können auch zwei Gaben pro Tag eingenommen werden.
- Nr. 9 Natrium phosphoricum: Abends als "Heiße 9" anwenden. Bei Bedarf können auch hier zwei Gaben eingenommen werden.
- Ergänzende Salze: Je nach individueller Symptomatik können weitere Salze wie Nr. 4, 5, 8 und 19 ergänzend eingenommen werden.
Die Einnahme von Schüssler-Salzen sollte über einen längeren Zeitraum erfolgen, um eine nachhaltige Wirkung zu erzielen. Eine Einnahmedauer von vier bis sechs Monaten kann notwendig sein.
Weitere unterstützende Maßnahmen bei Polyneuropathie
Neben der Einnahme von Schüssler-Salzen gibt es weitere Maßnahmen, die bei Polyneuropathie unterstützend wirken können:
- Gute Blutzuckereinstellung bei Diabetes: Eine optimale Blutzuckereinstellung ist entscheidend, um die Nervenschädigung zu verlangsamen oder zu stoppen.
- Alkoholverzicht: Alkohol kann die Nerven schädigen und die Symptome der Polyneuropathie verschlimmern.
- Gewichtsreduktion: Übergewicht kann die Nerven zusätzlich belasten. Eine Gewichtsreduktion kann die Symptome lindern.
- Bewegung: Regelmäßige Bewegung fördert die Durchblutung und kann die Nervenfunktion verbessern.
- Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten ist wichtig für die Nervengesundheit.
- Vitamin B1: Ein Mangel an Vitamin B1 kann Nervenschädigungen verursachen oder verstärken. Eine Supplementierung kann sinnvoll sein.
- Alpha-Liponsäure: Alpha-Liponsäure kann die Nervenfunktion verbessern und Schmerzen lindern.
- Physiotherapie und Ergotherapie: Diese Therapien können helfen, die Muskelkraft zu erhalten und die Beweglichkeit zu verbessern.
- Psychotherapie: Bei chronischen Schmerzen kann eine Psychotherapie helfen, mit den Schmerzen umzugehen und die Lebensqualität zu verbessern.
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