Schulter-OP und Taubheitsgefühl in den Fingern: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Das Gefühl kribbelnder oder tauber Finger kann mehr als nur ein vorübergehender, nerviger Zustand sein. Es ist ein Symptom, das oft verkannt wird und in manchen Fällen ernstere Ursachen haben kann. Insbesondere wenn es sich um ein wiederkehrendes oder anhaltendes Phänomen handelt, sollte es nicht als bloße Bagatelle abgetan werden. Schulterschmerzen sind weit verbreitet und häufig mit Bewegungseinschränkungen und einer beeinträchtigten Lebensqualität verbunden. Eine weniger bekannte, aber durchaus verbreitete Nebenwirkung von Schulterschmerzen ist das Kribbeln in den Fingern. Die Antwort liegt in der komplexen Anatomie und Funktionsweise unserer Schulter. Die Schulter ist ein hochflexibles Gelenk, das durch eine Vielzahl von Muskeln, Sehnen und Bändern gesteuert wird. Ja, Schulterschmerzen können tatsächlich bis in die Finger ausstrahlen. Die Nerven, die durch die Schulter verlaufen, sind mit den Nervenenden in den Fingern verbunden. Aber nicht nur die Schulter kann für das Kribbeln in den Fingern verantwortlich sein. Die Halswirbelsäule spielt auch eine entscheidende Rolle. Die Halswirbelsäule besteht aus sieben kleinen Wirbelkörpern, die das Rückenmark umgeben und schützen. Ja, Verspannungen, insbesondere im Nacken- und Schulterbereich, können Kribbeln in den Händen und Fingern auslösen.

Mögliche Ursachen für Taubheitsgefühl in den Fingern nach einer Schulter-OP

Gefühlsstörungen in den Fingern nach einer Schulter-OP sind relativ normal und verschwinden normalerweise auch wieder nach einiger Zeit. Nerven und Gewebe im OP-Bereich reagieren eben gereizt nach so einem Eingriff. Schulter-OPs sind (je nachdem, was operiert wurde) meistens komplexe und schwierige OPs, da kann sowas noch häufiger auftreten. Es wurde mir als mögliche Komplikationen bei der OP Aufklärung genannt.

Allerdings gibt es verschiedene Ursachen für Taubheitsgefühle in den Fingern nach einer Schulteroperation. Einige davon sind:

  • Nervenreizung oder -beschädigung: Während der Operation kann es zu einer Reizung oder Beschädigung von Nerven kommen, die für die Sensibilität der Finger verantwortlich sind. Ein Patient berichtete, dass ein Anfänger während seiner Schulter-OP den Nerven so sehr gereizt bzw. beschädigt hatte, dass es 6 Monate dauerte, bis das Gefühl langsam wieder zurückkam. Auch nach 6 Jahren treten in bestimmten Situationen immer noch Schmerzen in den Fingern auf, und im Winter werden die Finger sehr schnell ganz weiß und fangen an, schmerzhaft zu kribbeln, was auf eine schlechte Durchblutung aufgrund des Nervenschadens zurückzuführen ist.

  • Karpaltunnelsyndrom (KTS): Das Karpaltunnelsyndrom entsteht durch eine Einengung des Mittelarmnerven (Nervus medianus) und löst Handschmerzen und ein Taubheitsgefühl im Bereich von Daumen, Zeige- und Mittelfingern aus. In schweren Fällen kommt es bei den Betroffenen zu Lähmungserscheinungen der Hand und die Greifkraft lässt deutlich nach. Die Hand schläft tagsüber ein und nachts wird der Schlaf durch ein unangenehmes, pelziges Gefühl gestört.

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    • Ursachen des KTS: Ausgelöst werden die Beschwerden beim Karpaltunnelsyndrom durch einen andauernden Druck auf den Nervus medianus. Um die Hand motorisch und sensorisch zu versorgen, muss der Mittelarmnerv den Karpaltunnel - eine anatomische Engstelle auf der Innenseite des Handgelenks - passieren. Neben dem Nerven verlaufen im Karpaltunnel die Sehnen der Fingerbeuger und des Daumenbeugers. Durch verschiedene Ursachen kann es im Karpaltunnel zu eng werden. Gerät dabei der Nerv unter Druck, resultieren Schmerzen und Missempfindungen. Im Verlauf des Lebens kann es sehr eng werden im Karpaltunnel. Das liegt z. B. daran, dass die Sehnenscheiden der dort verlaufenden Beugesehnen oder das darüber liegende Karpalband (Ligamentum carpi transversum) dicker werden. Die verdickten Strukturen drücken dann auf den darunter liegenden Mittelarmnerv (Nervus medianus). Aber auch knöcherne Fehlstellungen nach einem Bruch der Hand können dazu führen, dass es im Karpaltunnel enger und der Nerv komprimiert wird. Betroffene leiden in der Folge unter Handschmerzen, Gefühlsstörungen und sogar Lähmungen im Bereich des Daumens, Zeige- und Mittelfingers. Der Mittelarmnerv (Nervus medianus) versorgt den Daumen und verschiedene Bereiche der Hand. Wird er eingeklemmt, kommt es dort zu Schmerzen und Gefühlsstörungen. Zu Beginn der Erkrankung treten die Symptome immer nur zeitweise unter Belastung auf und verschwinden dann wieder. Betroffene verspüren oft ein Kribbeln in den Fingern, ähnlich wie bei "eingeschlafenen" Körperteilen. Je länger das Karpaltunnelsyndrom unbehandelt bleibt, desto mehr wächst die Gefahr einer dauerhaften Nervenschädigung. In späteren Krankheitsstadien nehmen die Schmerzen zu und treten auch in Ruhe auf (Ruheschmerzen). Dann kommt es zu Missempfindungen und Kraftverlust, wodurch alltägliche Tätigkeiten wie das Schließen eines Hosenknopfes oder das Drehen des Autolenkrads zur Herausforderung werden. Feinmotorische Aufgaben gestalten sich für Betroffene schwieriger und die Hand wird insgesamt ungeschickter. Das Nervenkompressionssyndrom kann in Einzelfällen sogar zu Lähmungen im Bereich der Hand und der Finger führen. In den meisten Fällen lässt sich eine direkte Ursache für das Karpaltunnelsyndrom nicht ermitteln. Einige Grunderkrankungen wie rheumatoide Arthritis oder Diabetes mellitus treten häufig gemeinsam mit dem Karpaltunnelsyndrom auf. Es wird durch eine Kompression des Medianus-Nervs verursacht, der in der Höhe der Handwurzel zusammen mit Sehen durch den Karpalkanal verläuft. „Eingeengt und geschädigt wird der Nerv durch beständige Druckbelastung durch das Umgebungsgewebe der Handwurzel und deren Band. Meist sind eine Fehlhaltung und eine gleichzeitige Überlastung des Handgelenks die Ursache für die Verengung“, erklärt Dr. Beil. Daneben können auch hormonelle Ursachen, wie in der Schwangerschaft oder den Wechseljahren, Stoffwechselerkrankungen, knöcherne Verformungen sowie rheumatische Erkrankungen das Syndrom begünstigen. Auch eine Verletzung an der Hand oder ein Handgelenksbruch können ein Karpaltunnel-Syndrom begünstigen.
    • Diagnose des KTS: Die Diagnose ist in den meisten Fällen gut zu stellen, da die Symptome oft typisch sind. Ausgeschlossen werden muss, dass die Beschwerden von einer Schädigung der Halswirbelsäule ausgehen. Eine Messung der Nervenleitgeschwindigkeit, die ein Neurologe vornehmen kann, vermag Aufschluss über das Ausmaß der Schädigung geben. Neben dem klinischen Befund bietet eine neurologische Untersuchung mit Messung der Nervenleitungsgeschwindigkeit (Elektroneurografie, ENG) dem Arzt eine objektive Diagnosemöglichkeit. Dafür klebt der Untersucher Elektroden an zwei Hautstellen des Patienten, die vom Medianusnerv versorgt werden. Nun stimuliert er den Nerv mit einem schwachen elektrischen Impuls. Bei einer Druckschädigung des Nerven zeigt sich eine verminderte Nervenleitungsgeschwindigkeit im Vergleich zur normalen Nervenfunktion.
    • Behandlung des KTS: „Im Frühstadium kann eine Ruhigstellung des Handgelenks mit Hilfe einer Schiene ausreichend sein. Gegebenenfalls kann zusätzlich eine entzündungshemmende und schmerzstillende Behandlung durchgeführt werden“, ergänzt der Neurologe. Auch die Einnahme von Kortison kann in manchen Fällen gute Erfolge bringen. Physikalische Behandlungen mittels Kälte dämpfen Entzündungen des Nerven und wirken auf diese Weise schmerzlindernd. Auch Schienen (Orthesen), die das Handgelenk in einer neutralen Position ruhigstellen, entlasten den Nervus medianus. Spezielle orthopädische Schienen entlasten den Handnerven und können die Beschwerden lindern. Diese Maßnahme hilft vor allem bei nächtlichen Schmerzen, indem der Druck auf das Handgelenk reduziert wird. Auch physiotherapeutische Maßnahmen wie Tapen, Koordinations- und Dehnungsübungen oder das Training mit einer Faszienrolle können die Beschwerden eines beginnenden Karpaltunnelsyndroms lindern. Die Schienen bringen den meisten Patienten nach 4-6 Wochen eine deutliche Besserung ihrer Beschwerden. Sie können entweder nur nachts oder auch am Tag getragen werden. Im Anfangsstadium des Karpaltunnelsyndroms können Schienen bereits eine Ausheilung bewirken. Die Infiltration des Karpaltunnels zählt ebenfalls zu den konservativen Therapiemöglichkeiten. Dafür injiziert der Arzt ein lokal wirkendes Schmerzmittel oder Kortison in die betroffene Stelle auf der Innenseite des Handgelenks. Diese Maßnahme wirkt schmerzstillend, entzündungshemmend und abschwellend. Patienten mit einem Karpaltunnelsyndrom bringen ihr Handgelenk in eine unbewegliche Schonhaltung, um schmerzhafte Bewegungen zu vermeiden. Diese Strategie führt jedoch auf Dauer zu einer Verspannung und Verkürzung der Muskeln, was die Schmerzen noch weiter verstärkt. Für diese Kräftigungsübung benötigen sie einen kleinen, weichen Ball. Nehmen Sie den Ball in die Hand und drücken Sie ihn kräftig zusammen. Strecken Sie den betroffenen Arm nach vorne. Die Fingerspitzen zeigen zum Boden und die Handfläche nach vorne. Ziehen Sie nun mit der anderen Hand die Finger Richtung Boden und halten Sie die Dehnung für einige Sekunden. Die Übung dehnt den Flexor carpi ulnaris (Beugemuskel des Handgelenks). Führen Sie Ihre Handflächen vor der Brust zusammen (Gebetshaltung). Für die endoskopische Operation des Karpaltunnelsyndroms (Neurolyse) sind nur minimale Hautschnitte notwendig. J. Um den Nerv zu entlasten, führt der Operateur eine sogenannte Neurolyse durch. Dabei entfernt der Arzt einengende Gewebestrukturen wie übermäßig gewachsenes Bindegewebe. Der Eingriff erfolgt in der Regel unter lokaler Betäubung ambulant. Er wird entweder als offene Operation oder endoskopisch (minimalinvasiv) durchgeführt. Die Orthopäden der Gelenk-Klinik bevorzugen die endoskopische Operation, da sie für die Patienten schonender und mit einer sehr kleinen Narbe verbunden ist. Die offene Operationsmethode benötigt einen größeren Schnitt, der meist 2 bis 6 cm lang ist. Sie bietet Vorteile, wenn umfassendere Erkrankungen der Sehnenscheiden oder anderer Weichteile vorliegen. Vergleichende Studien zwischen operativen und konservativen Therapien beim Karpaltunnelsyndrom zeigen die Überlegenheit der Karpaltunneloperation (Neurolyse): Die Patienten werden durch Medianus-Neurolyse zu 99 % zuverlässig und dauerhaft von ihren Schmerzen befreit. Bei konservativer Behandlung ist die Erfolgsrate geringer und der Heilungsverlauf deutlich langwieriger. Bei vielen Patienten wird nach mehrmonatigen, konservativen Behandlungen mit unklaren Ergebnissen und leichter Symptomlinderung die Neurolyse später noch nachgeholt. Nach einer operativen Behandlung des Karpaltunnelsyndroms ist die operierte Hand nach etwa 3 Wochen wieder eingeschränkt belastbar. Nach 6 Wochen kann der Patient auch körperlich anspruchsvolle Arbeiten wieder verrichten. Ab dann ist die Hand wieder uneingeschränkt belastbar.
  • Ulnarisrinnensyndrom: Bei dem Begriff Ulnarisrinnensyndrom bzw. Sulcus-Ulnaris-Syndrom handelt es sich um einen Nervenengpass des Ulnarisnerven im Bereich des Ellenbogens. Da der Nerv direkt auf dem Knochen liegt, ist er leicht Schädigungen ausgesetzt. Häufiges Beugen und Strecken oder gewohnheitsmäßiges Aufstützen fördern ein Nervenengpass-Syndrom. Meist spüren die Patienten anfänglich ein leichtes Taubheitsgefühl am Ring- und Kleinfinger der betroffenen Hand. Das Ulinarisrinnen-Syndrom führt zu Sensibilitätsstörungen und Schmerzen an der Hand. Wird eine Behandlung ausgeschlagen, kann man die Hand im Alltag nur eingeschränkt bewegen. Die ersten Symptome bei einem Ulnarisrinnensyndrom sind Kribbeln und ein Taubheitsgefühl im kleinen Finger sowie im Ringfinger. Dieses Kribbeln und auch das Taubheitsgefühl treten häufig auch an der Handaußenkante auf. Dieses Gefühl kann dann auch über die Handaußenkante bis in den Unterarm ziehen. Schmerzen sind seltener. Im fortschreitenden Krankheitsverlauf nimmt die kleine Handmuskulatur ab und die Finger, insbesondere der 4. und 5. Finger, können nicht mehr kraftvoll gespreizt werden. Lähmungen und Muskelschwund der kleinen Handmuskel treten aber erst später auf. In ausgeprägten Krankheitsfällen bildet sich so eine Krallenhand.

    • Behandlung des Ulnarisrinnensyndroms: Bei den ersten Anzeichen von Taubheit und Kribbeln reicht es als Therapie eines Ulnarisrinnen-Syndroms häufig aus, die verursachenden Umstände abzustellen. Dazu zählen z.B. bei einem Schreibtischjob, die Ellenbogen nicht mehr auf dem Tisch aufzustellen. Solche Fehlhaltungen sollten korrigiert werden und bestimmte Angewohnheiten, den Ellenbogen ständig auf bestimmte Art abzustützen sollten verändert werden. Hat man die zur Erkrankung führenden verursachenden Faktoren abgestellt, sollten im Anfangsstadium konservative Behandlungenmethoden begleitend angewendet werden, wie z.B. Entlastung des Ellenbogens durch Hochlegen und Kühlung des Ellenbogeninnenbereichs. Auch kann es notwendig werden, den betroffenen Ellenbogen eine gewisse Zeit ruhig zu stellen. Dies passiert üblicherweise mittels Gipsverband oder Schiene, um die Regeneration des Ellennervs zu ermöglichen. In chronischen Fällen und im fortgeschrittenen Stadium, stehen herkömmliche und minimalinvasive chirurgische Eingriff zur Verfügung. Bei der herkömmlichen Operationsmethode wird der Ulnaris-Nerv im Bereich der Ulnarisrinne freigelegt. Störendes Gewebe wird entfernt, und so eine Druckentlastung erreicht. In einigen Fällen kann es auch notwendig werden, den Nervus ulnaris zu verlegen, um eine Verbesserung zu erzielen. Bei der Operation erfolgt die Druckentlastung des Ulnaris - Nerven durch Freilegen des Nerven. Dann werden, z. B. Nervenkompressions­syndrome Chronische Einklemmung von Nerven am EllenbogengelenkNervus Ulnaris Syndrom (Kompression des Nervus ulnaris im sulcus)Der N. Ulnaris verläuft am Ellenbogen durch eine Engstelle am unteren Oberarm, dem Sulcus Ulnaris. In diesem Bereich ist der Nerv sehr oberflächlich gelegen, was jeder schon einmal als „Musikantenknochen“ erfahren hat. Hier kann der Nerv durch Weichteile manchmal auch durch knöcherne Strukturen, chronisch eingeengt werden, was zu Gefühlsstörungen mit Kribbeln oder Taubheit der Hand und Finger führt. Diese Nerveneinengung ist die häufigste am Ellenbogen.TechnikZiel ist es, den Nerv aus seinen Einengungen zu befreien. Hierzu wird der Nerv oberhalb des Ellenbogens aufgesucht und weit nach unten verfolgt und das einengende Gewebe durchtrennt. Dies ist meist für die Entlastung (Dekompression) des Nerves ausreichend. In seltenen Fällen, wenn die Einengung sehr stark ausgeprägt ist, wird der Nerv dann nach vorne verlagert und dort in ein Bett aus subkutanem Fettgewebe verlagert.Nachbehandlung und andere NervenkompressionssyndromeNachbehandlungEs erfolgt eine Ruhigstellung des Ellenbogens in einer Schiene für 3 - 4 Wochen. Danach erfolgt vorsichtiges Mobilisieren. Arbeitsfähigkeit besteht nach 4 - 6 Wochen, je nach Schwere der Belastung des Arms. Die Rückkehr des Gefühls oder der motorischen Funktion hängt von der Dauer der präoperativen Beschwerden ab.
  • Schulter-Arm-Syndrom: Als Schulter-Arm-Syndrom bezeichnet man einen Symptomkomplex rund um das Schultergelenk. Beschwerden an der Schulter können auch ein Kribbeln in den Händen und Fingern auslösen, wenn zum Beispiel verhärtete oder ungleich trainierte Muskulatur Nerven komprimiert oder einklemmt. Es beschreibt einen ausstrahlenden Schmerz, welcher meist vom Nacken ausgeht und über die Schulter und den Ellenbogen teilweise bis zur Hand und in die Finger ausstrahlt. Die Ursache der Schmerzen kann unterschiedliche Gründe haben. Neben Verschleißerscheinungen in den Gelenken der oberen Extremität kommen meist muskuläre Verspannungen als Hauptursache der Beschwerden in Betracht. Diese können durch ungewöhnlich starke körperliche Belastungen auftreten. Viel häufiger beobachtet wird diese Erkrankung allerdings bei einseitigen und langen statischen Belastungen, wie zum Beispiel die sitzende Tätigkeit am Computer.

    • Behandlung des Schulter-Arm-Syndroms: Im Vordergrund der Therapie steht die Schmerzlinderung durch Lockerung der Muskulatur. Hier hilft die Wärmetherapie, das Kinesiotaping und die manuelle Medizin (Chirotherapie). Bei starken Schmerzen können kurzfristig auch Schmerzmedikamente eingenommen werden. Im schmerzgelinderten Intervall stabilisiert sich die Genesung idealerweise durch die Verbesserung der Körperhaltung und der Kraftausdauer. Krankengymnastische Übungen und regelmäßige sportliche Aktivität (Yoga, Pilates, Schwimmen, Nordic Walking, Qigong, uvm.) werden empfohlen. Hierbei gilt die Regel, den Sport zu betreiben, welcher Spaß macht und welcher von den Beschwerden her möglich ist.
  • Regionale Anästhesie: Nach der erfolgten Operation wurde der Arm in einer Armbandage ruhiggestellt. Das Taubheitsgefühl im Arm kommt von der regionalen Anästhesie und hält bis zum Folgetag an.

  • Bandscheibenvorfall im Bereich der Halswirbelsäule: Kommt es gleichzeitig zu Taubheitsgefühlen oder gar zu einer Schwäche des Armes muss differentialdiagnostisch auch an einen Bandscheibenvorfall im Bereich der Halswirbelsäule mit Druck auf den Nerven (Radikulär-Syndrom) gedacht werden. In schweren Fällen mit sehr starken Schmerzen und neurologischen Ausfällender oberen Extremität besteht die Möglichkeit einer OP mit Freilegung des eingeklemmten Nervs (Foraminotomie) oder des Ersatzes der betroffenen Bandscheibe (Implantation einer Bandscheibenprothese).

Diagnose und Behandlung

Es ist wichtig, die Ursache für das Taubheitsgefühl in den Fingern nach einer Schulter-OP von einem Arzt abklären zu lassen. Die Diagnose kann durch eine körperliche Untersuchung, neurologische Tests und bildgebende Verfahren gestellt werden.

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Die Behandlung richtet sich nach der Ursache des Taubheitsgefühls. Mögliche Behandlungen sind:

  • Konservative Therapie: Ruhigstellung, Schmerzmittel, entzündungshemmende Medikamente, Physiotherapie, Ergotherapie.
  • Operation: In manchen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um den Nerv zu entlasten oder zu reparieren.

Vorbeugung

Einige Maßnahmen können helfen, Taubheitsgefühle in den Fingern nach einer Schulter-OP vorzubeugen:

  • Sorgfältige Operationsplanung und -durchführung: Der Chirurg sollte darauf achten, Nerven während der Operation nicht zu verletzen.
  • Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung: Menschen, die viel am Computer arbeiten, sollten auf eine ergonomische Tastatur und Maus achten.
  • Regelmäßige Pausen und Bewegung: Sportler mit einseitigen Bewegungsabläufen sollten regelmäßige Pausen einlegen und chronische Fehlbelastungen beheben.
  • Vermeidung von Fehlhaltungen: Fehlhaltungen sollten korrigiert und bestimmte Angewohnheiten, den Ellenbogen ständig auf bestimmte Art abzustützen, sollten verändert werden.

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