Schüßler-Salz Nr. 14: Kalium bromatum – Wirkung, Anwendung und Anwendungsgebiete

Einführung

Schüßler-Salze sind eine alternativmedizinische Behandlungsmethode, die auf den Erkenntnissen des Arztes Wilhelm Heinrich Schüßler basiert. Er ging davon aus, dass viele Krankheiten auf einem Ungleichgewicht des Mineralstoffhaushaltes der Körperzellen beruhen. Die von ihm entwickelten Schüßler-Salze sollen diesen Haushalt regulieren und so die Selbstheilungskräfte des Körpers aktivieren. Eines dieser Salze ist Kalium bromatum, das Schüßler-Salz Nr. 14. Dieser Artikel beleuchtet die Wirkungsweise, Anwendungsgebiete und Besonderheiten von Kalium bromatum.

Was ist Kalium bromatum?

Kalium bromatum, auch bekannt als Kaliumbromid, ist ein Salz, das in der Biochemie nach Dr. Schüßler zur Beruhigung der Nerven und im Zusammenhang mit Schilddrüsenproblemen eingesetzt wird. Nach der Schüßler-Theorie wirkt Kalium bromatum als Betriebsstoff der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) und der Schilddrüse. Es beeinflusst die Funktion von Nerven sowie von endokrinen (hormonellen) und lymphatischen Drüsen.

Die Rolle in der Schüßler-Lehre

In der Schüßler-Lehre wird Kalium bromatum als Ergänzungssalz betrachtet, das in bestimmten Fällen unterstützend zu den zwölf Basissalzen eingesetzt werden kann. Es soll sensible Nerven beruhigen, die Tätigkeit von Drüsen regulieren, insbesondere die der Schleimhäute, und den Magnesiumspiegel erhöhen. Kaliumbromid wird im Körper in endokrinen Drüsen gespeichert, die Hormone produzieren.

Wirkung von Kalium bromatum

Die Anwendung der Mineralstoffe nach Dr. Schüßler versteht sich als Regulationstherapie. Sie ist geeignet zur Gesundheitspflege und Vorbeugung von Krankheiten bzw. zur Begleitung oder Unterstützung einer ärztlichen Therapie, ganz im Sinne einer komplementärmedizinischen Anwendung. Dr. Schüßler unterscheidet zwischen Betriebsstoffen (Funktionsmittel in den Zellen) und Baustoffen, die für den Aufbau des Körpers nötig sind. Kalium bromatum hat laut der Schüßler-Theorie folgende Wirkungen:

  • Beruhigend: Es dämpft die erhöhte Sensibilität der Nerven und wirkt entspannend.
  • Regulierend: Es reguliert die Hormonausschüttung und die Funktion der Lymphdrüsen.
  • Entkrampfend: Es wirkt entkrampfend, was besonders bei Menstruationsbeschwerden von Bedeutung sein kann.
  • Schleimhautwirksam: Es wirkt auf die Schleimhäute und kann bei Entzündungen im Magen-Darm-Trakt helfen.
  • Schilddrüsenbezug: Es hat einen starken Bezug zur Schilddrüse und kann bei Symptomen der Überfunktion unterstützend wirken.

Kalium bromatum als Steigerung von Magnesium phosphoricum

Für Liebhaber von Schüßler Salz Nr. 7, Magnesium phosphoricum, vielen durch die Einnahme als „heiße Sieben“ bekannt, gilt: Wenn die Einnahme der Nr. 7 bei den typischen Symptomen nicht mehr hilft, versuchen Sie Kalium bromatum. Die Nr. 14 wird allerdings nicht in heißem Wasser aufgelöst, sondern gelutscht.

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Anwendungsgebiete von Kalium bromatum

Die Anwendungsgebiete von Kalium bromatum sind vielfältig. Sie ergeben sich aus den beschriebenen Funktionen der Mineralstoffe. Folgende Beschwerden und Krankheiten sind nach Schüßler bei einem Kalium-bromatum-Mangel denkbar:

Psychische Beschwerden

  • Stimmungsschwankungen
  • Seelische Erschöpfung nach psychischen Extremsituationen
  • Innere Unruhe, Nervosität, Ruhelosigkeit
  • Schlafstörungen, Einschlafstörungen
  • Angstzustände, Panikattacken
  • Depressionen, Antriebslosigkeit, Melancholie
  • Gereiztheit
  • Arbeits- und Beschäftigungssucht

Körperliche Beschwerden

  • Schilddrüsenüberfunktion mit Symptomen wie Ruhelosigkeit, Nervosität, Zittern und Engegefühl im Hals
  • Krampfartige Menstruationsbeschwerden, die mit nervöser Unruhe einhergehen
  • Akute Schleimhautreizungen, z.B. im Magen-Darm-Trakt, durch Stress provoziertes Asthma, Räusperzwang
  • Hautprobleme wie Akne, Juckreiz, Ekzeme, trockene Haut
  • Zähneknirschen
  • Nervenschwäche
  • Kopfschmerz mit Druckgefühl infolge geistiger Überanstrengung, Migräne, nervöse Seh- und Hörstörungen, Gedächtnisschwäche
  • Asthma, Atemnot, Bronchitis, Keuchhusten
  • Störungen von Menstruation und Zyklus, Schwangerschaftserbrechen
  • Nächtliches Bettnässen, Blasenschwäche bei älteren Menschen
  • Schluckauf

Kalium bromatum in der Frauenheilkunde und Kinderheilkunde

In der Frauenheilkunde wird Kalium bromatum bei krampfartigen Menstruationsbeschwerden, die mit nervöser Unruhe einhergehen, eingesetzt. In der Kinderheilkunde hat es sich als Einschlafmittel bei Kindern bewährt, die schwer zur Ruhe kommen und schnell reizüberflutet sind.

Auch Erregungszustände im Bereich der Libido sind ein Einsatzgebiet von Kalium bromatum, wobei Frauen an einer verstärkten, als unangenehm empfundenen Libido leiden und Männer eher an einer verringerten.

Einsatzgebiete als Salbe

Einsatzgebiete als Salbe sind sämtliche Hauterscheinungen, die mit Juckreiz und quälender Unruhe einhergehen und Akne, in Verbindung mit der Nr. 9 und 11.

Wichtiger Hinweis

Grundsätzlich können einzelne Symptome Ursache für eine schwerwiegende Erkrankung sein. Eine Rücksprache mit dem Hausarzt ist bei anhaltenden Beschwerden unbedingt erforderlich. Insbesondere Schilddrüsenerkrankungen müssen schulmedizinisch abgeklärt werden.

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Anwendungshinweise

Die Anwendung von Kalium bromatum richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen und Beschwerden. Die Mineralstoffe sind so verdünnt, dass sie auf direktem Weg über die Mundschleimhaut in Gewebe und Blut aufgenommen werden. Schüssler Salze sind homöopathisch zubereitete, potenzierte Arzneimittel hoher Qualität, die dem Körper wegen eines Mangels an Betriebsstoffen (Funktionsmitteln) in den Zellen zugeführt werden.

Darreichungsformen

Pflüger bietet die Schüßler-Salze in unterschiedlichen Packungsgrößen und in fünf Darreichungsformen an: Tabletten, Pulver, Tropfen, Globuli und Cremes. Das ermöglicht ein hohes Maß an Individualität und macht es leicht, etwaige Unverträglichkeiten zu umgehen.

  • Tabletten: Die Tabletten sind glutenfrei, einfach einzunehmen und perfekt für unterwegs. Es ist ideal für Salz-Mischungen und löst sich in Wasser klar und rückstandslos auf.
  • Tropfen: Die Tropfen sind glutenfrei und geeignet bei Lactoseintoleranz. Die Tropfen Nr. 4, 5, 6, 8, 9, 10, 12 und 27 sind vegan.
  • Globuli: Die Globuli sind gluten- und alkoholfrei und geeignet bei Lactoseintoleranz. Sie eignen sich besonders zur altersgerechten Einnahme bei Kindern.
  • Cremes: Cremes für die äußere Anwendung sind eine sinnvolle Ergänzung der Anwendung von innen. Die Mineralstoffmoleküle der biochemischen Cremes werden direkt über die Haut aufgenommen und wirken somit an Ort und Stelle.

Dosierung

Die Anwendung und Dosierung von Schüßler-Salz Nr. 14 unterscheidet sich nicht wesentlich von den anderen Schüßler-Salzen.

  • Tabletten: Im Akutfall bis zu sechsmal täglich 1 Tablette, bei chronischen Verläufen ein- bis dreimal täglich 1 Tablette. Tablette im Mund zergehen lassen. Dabei lösen sich die Mineralstoff-Moleküle langsam heraus und werden über die Mundschleimhaut aufgenommen. Alternativ können die Tabletten auch in einem Glas Wasser aufgelöst und in kleinen Schlucken getrunken werden; dabei jeden Schluck einige Minuten im Mund behalten. Schüßler-Salze nicht unmittelbar nach dem Essen einnehmen.
  • Tropfen: Im Akutfall bis zu sechsmal täglich 5 Tropfen einnehmen, bei chronischen Verläufen ein- bis dreimal täglich 5 Tropfen. Zur Verwendung einer Individualdosierung halten Sie bitte Rücksprache mit Ihrem Arzt, Apotheker oder Therapeuten. Geben Sie die Menge in ein Glas Wasser (200 ml) und trinken Sie dieses in kleinen Schlucken. Da die Mineralstoff-Moleküle über die Mundschleimhaut aufgenommen werden, sollte jeder Schluck einige Zeit im Mund behalten werden. Schüßler-Salze nicht unmittelbar vor oder nach dem Essen einnehmen.
  • Kinder: Säuglinge im 1. Lebensjahr sollten, nach Rücksprache mit einem Arzt, ein Drittel der Erwachsenendosis erhalten. Kleinkinder bis zum 6. Lebensjahr sollten die Hälfte, Kinder zwischen dem 6. Und 12. Lebensjahr zwei Drittel der Erwachsenendosis erhalten.

Potenzierung

Während die Schüßler-Salze Nr. 1, 3 und 11 oft in der Potenz D12 und die restlichen Schüßler-Salze in der Potenz D 6 empfohlen werden, werden die Ergänzungsmittel Nr. 14- Nr. 27 hauptsächlich in der Potenz D12 verabreicht. Im Allgemeinen ist die Potenzierung für das Schüßler-Salz Nr. 14 die D6. Mitunter wird aber auch D12 empfohlen.

Äußerliche Anwendung

Zur äußerlichen Anwendung eignet sich ein Brei aus Kaliumbromid oder eine Salbe. Die Schüßler-Salbe Kalium bromatum kann alle halbe oder Stunde dünn auf die betreffende Körperstelle aufgetragen werden. Bei chronischen Beschwerden zwei- bis dreimal täglich dünn auftragen oder mit einem Umschlag über Nacht kombinieren. Hierzu einfach die betreffenden Stellen mit der Kalium bromatum Salbe eincremen, ein Tuch darüber legen und mit einem Mullverband (nicht zu fest) umwickeln.

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Kombinationsmöglichkeiten

Kalium bromatum lässt sich gut mit anderen Kalium- und Calcium-Salzen und auch Magnesium kombinieren. Gute Kombinationen sind mit Calcium phosphoricum, Kalium chloratum, Kalium phosphoricum, Magnesium phosphoricum, Silicea und Calcium sulfuricum möglich.

Besonderheiten bei der Einnahme

Alle Ergänzungssalze - so auch Kalium bromatum - dürfen nicht in heißem Wasser aufgelöst und als sogenannte "Heiße 7" eingenommen werden. Die Nr. 14 wird allerdings nicht in heißem Wasser aufgelöst, sondern gelutscht.

Wann sollte man Kalium bromatum nicht einnehmen?

Gegenanzeigen und Nebenwirkungen sind keine bekannt.

Wie lange kann man Kalium bromatum anwenden?

Die Anwendung der Schüßler-Salze kann fortdauern, bis die Beschwerden vorbei sind. Bei sofort auftretenden Beschwerden kann die Besserung schon nach kurzer Zeit eintreten. Bei längerfristigen, chronischen Krankheiten und Beschwerden kann es durchaus länger dauern.

Charakterliche Ursachen für einen Mangel an Kalium bromatum

Die Schüßler-Theorie besagt, dass zwanghafte Charakterzüge einen Einfluss darauf haben, welche Mineralsalze im Körper verbraucht werden. Allerdings betonen Heilpraktikerinnen, dass ein Mangel nicht automatisch auf den Charakter schließen lässt oder dass ein eingenommenes Salz nicht einfach den Charakter verändert. Ein erfahrener Therapeut ist aber offenbar in der Lage, anhand der spezifischen Mängel Rückschlüsse auf mögliche Zwänge, Ängste oder andere Störungen zu ziehen.

Demnach kann bei einem Kalium-bromatum-Mangel bei empfindlichen, leicht erregbaren Menschen eine Beschäftigungsneurose vorliegen. Angst, innere Unruhe, Ruhelosigkeit, Nervosität, aber auch Teilnahmslosigkeit und Schlafprobleme sollen den Kaliumbromid-Speicher angreifen.

Meist entsteht die innere Unruhe und Gereiztheit dadurch, dass die Betroffenen sich selbst unter Druck setzen und Dinge nicht unerledigt lassen können. Hier kann der gezielte Einsatz von Kalium bromatum das Arbeiten an den problematischen Charakterzügen offenbar erleichtern, indem es innere Blockaden löst oder einen möglichen Mangel beziehungsweise ein Ungleichgewicht in der biochemischen Verteilung behebt.

Auf der psychischen Ebene profitieren zwei extreme Strukturen von der Einnahme der Nr. 14: rastlose, manische Persönlichkeiten ebenso wie antriebslose und chronisch ermüdete Menschen mit Hang zur Melancholie. Bezeichnend ist eine große innere Unruhe, die von außen nicht so wahrgenommen wird. Der Alltag kann bewältigt werden, obwohl diffuse Ängste, kleine Panikattacken in Wellen und ohne Vorwarnung auftreten? Schlafstörungen, Arbeits- und Beschäftigungssucht zehren an den Kräften und laugen aus? Die Einnahme von Kalium bromatum kann Betroffenen helfen, den Druck, unter den sie sich setzen, zu erkennen und Dinge auch einmal unerledigt lassen. Oft sind es alte Muster von Schuld und Versagen, die aufgelöst werden wollen. Fehler können passieren und sind kein Grund zur Selbstzerfleischung und Auflösung.

Antlitzdiagnostische Zeichen

Antlitzdiagnostisch finden sich hervorstehende Augen, große Pupillen, aber auch herabhängende Augenlider und ein müder, erschöpfter Blick. Nach Ansicht von Dr. Schüßler ist ein Kalium-bromatum-Defizit auch äußerlich zu erkennen. Mögliche Anzeichen für einen Mangel an Schüßler-Salz Nr. 14 sollen demnach sein:

  • spröde, trockene Haut
  • Akne
  • betonte Augäpfel
  • deutlicher unterer Rand der Iris

Ein Mangel an Kalium bromatum ist auch im Gesicht erkennbar: Zeichen eines möglichen Mangels an Kalium bromatum sind spröde, trockene Haut im Gesicht und Körper, Akne, hervorstehende Augen, tief hängende Augenränder (Müdigkeit). Weitere mögliche Anzeichen: Gedächtnisschwäche, Sprechstörungen.

Weitere wichtige Informationen

Einschränkung des Kochsalzkonsums

Bei erhöhtem Salzgebrauch scheidet der Körper vermehrt Brom aus. Um die Wirkung von Kalium bromatum nicht zu mindern, ist der Genuss von Kochsalz daher einzuschränken. Wir raten, die Verwendung von möglichst wenig Kochsalz beim Kochen, da der Genuss von Kochsalz die Wirkung des Schüßler-Salzes Kalium bromatum reduziert.

Kalium bromatum zur Rauchentwöhnung

Einige Heilpraktiker setzen Kalium bromatum auch zur Rauchentwöhnung ein. Auch verwenden manche Therapeuten Kalium bromatum zur Rauchentwöhnung. Außerdem soll es den gesunden Schlaf bei nervlicher Anspannung fördern.

Wissenschaftliche Bewertung

Das Konzept der Schüßler-Salze und ihre spezifische Wirksamkeit sind in der Wissenschaft umstritten und durch Studien nicht eindeutig belegt. Die hier getroffenen Aussagen über Eigenschaften und Wirkungsweise der Schüßler-Salze beruhen ausschließlich auf den Erkenntnissen der zur Homöopathie gehörenden Biochemie nach Dr. Schüßler.

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