Myelinisierungsprozess der Schwann-Zellen

Die Myelinisierung ist ein fundamentaler Prozess in der Entwicklung des Nervensystems, der für die effiziente Signalübertragung unerlässlich ist. Dabei umhüllen spezielle Zellen, die Schwann-Zellen im peripheren Nervensystem (PNS) und die Oligodendrozyten im zentralen Nervensystem (ZNS), die Axone der Nervenzellen mit Myelin. Diese fettreiche Substanz bildet eine isolierende Schicht, die die Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit der Nervenimpulse erheblich steigert.

Was ist Myelinisierung?

Die Myelinisierung ist der biologische Prozess, bei dem Nervenfasern mit Myelin umhüllt werden. Myelin ist eine fettige Substanz, die wie eine Isolierung wirkt und die elektrische Signalweiterleitung verbessert. Dieser Prozess ist vergleichbar mit der Isolation eines Stromkabels, die dafür sorgt, dass der Strom effizient und ohne Verlust übertragen wird.

Definition der Myelinisierung

Die Myelinisierung ist ein zentraler Prozess in der biologischen Entwicklung des Nervensystems. Es handelt sich um die Bildung einer Isolationsschicht aus Myelin um die Axone der Nervenzellen, was entscheidend für die effiziente Übertragung von Nervenimpulsen ist.

Warum ist Myelinisierung wichtig?

Die Bedeutung der Myelinisierung kann kaum überschätzt werden. Myelin wirkt wie eine Isolationsschicht bei elektrischen Kabeln, wodurch neuronale Signale schneller und effizienter übertragen werden können. Ohne diese Isolierung wären die Kommunikationsfähigkeiten des Gehirns stark eingeschränkt.

Einige der Hauptvorteile der Myelinisierung umfassen:

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  • Erhöhte Geschwindigkeit der Signalübertragung mit bis zu 120 m/s.
  • Verbesserte Energieeffizienz im Nervensystem.
  • Förderung der Erholung und Reparatur von Nervenschäden.
  • Verbessert die Geschwindigkeit der Informationsübertragung im Nervensystem.
  • Schützt die Nervenfasern vor physischen Schäden.
  • Unterstützt die Synchronisation von Nervensignalen.

Neuroanatomische Aspekte der Myelinisierung

In der Neuroanatomie wird die Myelinscheide von spezialisierten Zellen gebildet: im zentralen Nervensystem (ZNS) von Oligodendrozyten und im peripheren Nervensystem (PNS) von Schwann-Zellen. Diese Zellen wickeln sich spiralförmig um das Axon und bilden so eine mehrschichtige Schutzschicht.

Die Rolle von Oligodendrozyten und Schwann-Zellen

Die Myelinschicht wird durch bestimmte Gliazellen gebildet, die Teil des Nervensystems sind. Im zentralen Nervensystem sind dies die Oligodendrozyten, wohingegen im peripheren Nervensystem die Schwann-Zellen aktiv sind. Sie umhüllen die Axone mehrfach, wodurch die elektrische Isolation optimiert wird.

  • Oligodendrozyten: Bilden Myelin im Zentralnervensystem und können mehrere Axone gleichzeitig umhüllen.
  • Schwann-Zellen: Verantwortlich für die Myelinschicht im peripheren Nervensystem und umhüllen jeweils ein Axon.

Die Funktion dieser Zellen im Überblick:

ZelltypStandortFunktion
OligodendrozytenZNSBildung der Myelinschicht um mehrere Axone
Schwann-ZellenPNSBildung der Myelinschicht um ein einzelnes Axon

Der Prozess der Myelinbildung

Die Entwicklung der Myelinschicht ist kein einmaliger, kurz andauernder Vorgang, sondern ein Prozess, der bereits im Fötus beginnt und bis ins Erwachsenenalter hinein fortgesetzt wird. Auch die Komplexität dieses Prozesses, bei dem kleine Mengen von Proteinen, Lipiden und Cholesterolen präzise angeordnet werden, zeigt, wie hochentwickelt das Nervensystem des Menschen ist.

Unterschiedliche Nervenzellen durchlaufen die Myelinisierung in spezifischen Entwicklungsphasen, wobei die Erfahrung aus der Umwelt wesentliche Faktoren für die Modifikation der Myelinschicht liefert.

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Interessanterweise beginnt die Myelinisierung in menschlichen Föten schon im dritten Trimester und setzt sich bis ins junge Erwachsenenalter fort. Das bedeutet, dass das Nervensystem während eines Großteils der Entwicklungszeit beschäftigt ist, Myelin zu produzieren und die Leistung der Nervensysteme zu optimieren. Dysfunktionen in diesem Prozess können zu neurologischen Erkrankungen wie Multipler Sklerose führen.

Myelinbildung im Nervensystem

Die Myelinbildung im Nervensystem spielt eine entscheidende Rolle für die Funktionsfähigkeit der Nervenverbindungen. Diese Prozesse sind von zentraler Bedeutung für die Effizienz der Signalübertragung zwischen Neuronen.

Axon Myelinisierung

Die Axon Myelinisierung ist ein spezifischer Prozess innerhalb der Myelinisierung, bei dem Myelin um die Axone der Neuronen gebildet wird. Diese Schicht verbessert die Geschwindigkeit der Nervensignale erheblich.

  • Erstellung durch oligodendrozytäre Gliazellen im Gehirn.
  • Wesentlich für die Effizienz des zentralen Nervensystems.
  • Erhöht die Übertragungsgeschwindigkeit um ein Vielfaches.

Ein Beispiel für die Wichtigkeit der Axon Myelinisierung kann bei der Entwicklung des Gehirns von Kindern beobachtet werden, wo die schnelle Myelinisierung entscheidend für die kognitiven Fähigkeiten ist.

Es ist faszinierend, dass die Axon Myelinisierung keine gleichmäßige Verteilung im Gehirn hat. Interessanterweise beginnt sie zuerst in den sensorischen und motorischen Regionen und findet zum Teil bis zu einem Alter von 25 Jahren in den präfrontalen Regionen statt. Diese Entwicklungsunterschiede haben einen signifikanten Einfluss auf die kognitive Entwicklung und die Fähigkeit komplexerer Denkleistungen.

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Die exakte Steuerung dieses Vorgangs wird durch eine Vielzahl von genetischen und umweltbedingten Faktoren bestimmt, die heutzutage immer mehr in der Forschung untersucht werden.

Myelinisierung im Gehirn

Die Myelinisierung im Gehirn ist ein essenzieller Prozess und sorgt für die optimale Funktion des Nervensystems. Durch diesen Prozess kann das Gehirn Informationen schnell und effizient verarbeiten.

Die Rolle der Schwann-Zellen bei der Myelinisierung

Schwann-Zellen spielen eine entscheidende Rolle bei der Myelinisierung im peripheren Nervensystem. Sie umhüllen die Axone einzeln und sind auch an der Regeneration von Nervenfasern beteiligt.

Fettsäuresynthese in Schwann-Zellen

ETH-Forscherinnen haben gezeigt, dass Schwann-Zellen im peripheren Nervensystem Fettsäuren zu einem grossen Teil selbst herstellen, um Nervenfasern elektrisch zu isolieren. Entscheidend daran beteiligt ist ein Enzym namens Fettsäure-Synthase (FASN). Diese Isolation, das Myelin, besteht aus vielen Lagen von Zellmembranen. Im Querschnitt gleicht ein auf diese Weise isoliertes Axon den Jahrringen eines Baums. In regelmässigen Abständen sind diese Myelinscheiden eingeschnürt.

Verantwortlich für den Aufbau der Isolation von Axonen sind die sie umgebenden Schwann-Zellen. Sie verbrauchen in kürzester Zeit, meist in den Monaten nach der Geburt, grosse Mengen an verschiedenen Fettmolekülen (Lipide), um Axone mit Myelin zu ummanteln. Wie sie den grossen Lipidbedarf decken, war bislang unbekannt.

Die Forscherinnen fanden, dass dieses Enzym unerlässlich ist für die richtige Lipid-Zusammensetzung in den Isolationsschichten und das gesunde Wachstum des Myelins. Die Zellen benötigen es zudem, um die Myelinisierung zu starten. Sobald dieses Enzym fehlt, können die Zellen keine für die Myelinschichten unverzichtbaren Lipide mehr erzeugen.

Schwann-Zellen und Nervenregeneration

Nach einer Verletzung des peripheren Nervensystems können sich geschädigte Nervenzellen regenerieren. Eine wichtige Rolle spielen hierbei die Axone der Nervenzellen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben Einzelheiten dieses Reparaturprozesses erforscht und gezeigt, wie dieser Mechanismus auch bei Zellen des Zentralnervensystems aktiviert werden könnte.

Für den Reparaturprozess von Axonen sind myelinbildende Zellen von zentraler Bedeutung. Myelin umhüllt die Axone. Dies dient einerseits als Schutzschicht und ermöglicht andererseits eine schnelle und effiziente Signalübertragung.

Werden im peripheren Nervensystem Axone verletzt, dann lösen die Schwann-Zellen schnell den Abbau des abgeschnittenen Axonendes in kleine Fragmente aus, die anschließend von Schwann-Zellen selbst oder später von Makrophagen verdaut werden können. Diese Beseitigung von Axon-Trümmern ist einer der ersten Schlüsselschritte des Reparaturprozesses.

Dazu bilden die Schwann-Zellen kleine Sphären des Proteins Aktin, die dann Druck auf den abgeschnittenen Axon-Arm ausüben und ihn dadurch weiter zerkleinern. Besonders interessant ist, dass das abgetrennte Axon ein Signal an die Schwann-Zellen sendet, damit diese den Prozess starten - eine beeindruckende, exakt abgestimmte Kooperation der beiden Zelltypen.

Schwann-Zellen und EP400

Forscherinnen und Forschern ist es gelungen, einen komplexen Zusammenhang innerhalb der Schwann-Zellen aufzuzeigen, der eine wichtige Rolle für die korrekte Zellreifung spielt.

Ähnlich der Isolierung bei einem Stromkabel umhüllen sie im peripheren Nervensystem die Nervenfasern, die Nervenzellen mit Muskelzellen und Umgebung verbinden und Impulse übertragen. Ist diese Myelinscheide genannte Hülle defekt, wird der Informationsaustausch langsamer, falsch oder findet gar nicht mehr statt. Auch können die Nervenfasern mit den dazugehörigen Nervenzellen ganz absterben, da die Schwann-Zellen sie zugleich auch mit Nährstoffen versorgen.

Im Mittelpunkt steht ein Eiweiß mit dem Namen „EP400“, dessen Vorkommen in Schwann-Zellen das Team erst kürzlich selbst entdeckt hat. Das Eiweiß sorgt in den Schwann-Zellen zusammen mit anderen Eiweißen dafür, dass die DNA richtig verpackt und mit Lesezeichen versehen wird. Das Verpacken ist immens wichtig, um die Erbinformationen möglichst kompakt im Zellkern unterzubringen. Die Lesezeichen erlauben das Auffinden und Ablesen der benötigten Informationen.

In ihren Versuchen entfernten die Wissenschaftler das Eiweiß aus Schwann-Zellen. Daraufhin schaltete sich das Programm zur Zellentstehung nicht mehr korrekt ab und überlagerte das eigentlich folgende Reifungsprogramm, so dass einige nicht mehr gebrauchte Proteine unvermindert weitergebildet, andere benötigte Proteine aber nicht in ausreichendem Maß hergestellt wurden. Dies führte dazu, dass die Myelinscheiden der Schwann-Zellen nur mit Defekten ausreiften - sie waren zu dünn und kurz, entsprechend fehlerhaft die gesamte Schutzhülle der Nervenfasern.

Myelinscheiden und ihre Funktion

Myelinscheiden sind um Nervenzellen gewickelte Strukturen. Die Myelinscheide ist eine lipidreiche Struktur, die die Nervenzellen (Neurone) von Wirbeltieren umwickelt. Genauer gesagt umhüllt sie die Axone.

Aufbau der Myelinscheide

Die Axone einer Nervenzelle werden von speziellen Gliazellen mit einer Gliascheide umhüllt. Mehrere Lagen dieser Gliascheiden bilden die Myelinscheide. Die Gliascheiden im zentralen Nervensystem (ZNS) bilden die Oligodendrozyten und im peripheren Nervensystem (PNS) tuen dies die Schwann-Zellen. Oligodendrozyten bilden mit ihren Fortsätzen mehrere Myelinscheiden an unterschiedlichen Axonen im ZNS.

Zwischen zwei benachbarten Myelinscheiden befindet sich ein kleiner nicht myelinisierter Bereich, den man Ranvierscher Schnürring nennt. Myelin ist die Substanz, aus der die Myelinscheiden bestehen.

Funktion der Myelinscheide

Die Funktion der Myelinscheide besteht darin, die Geschwindigkeit und Effizienz der elektrischen Signalübertragung entlang der Axone von Nervenzellen zu erhöhen. Sie ermöglicht dies durch die Isolierung der Axone und die Förderung der saltatorischen Erregungsleitung, bei der die elektrischen Impulse von einem Ranvier-Schnürring zum nächsten springen, wodurch die Leitgeschwindigkeit deutlich gesteigert wird.

Sowohl die Dicke der Nervenfaser, als auch ihr Grad der Myelinisierung wirken sich auf die Leitungsgeschwindigkeit aus. Zwischen den Scheiden sitzen die Ranvierschen Schnürringe, an denen sich Aktionspotenziale ausbilden können, im Gegensatz zu den myelinisierten und damit isolierten Stellen des Axons. Dadurch verbreitet sich die Erregung sprunghaft (saltatorisch) und nicht wie bei unmyelinisierten Neuronen kontinuierlich. Saltatorische Erregungsleitungen sind wesentlich schneller und effektiver als kontinuierliche und daher bei Nervenzellen zu finden, die Skelettmuskulatur innervieren.

Myelinisierung und saltatorische Erregungsleitung

Durch die Myelinisierung werden die Erregungen in den Nervenzellen ohne große Verluste und mit hoher Geschwindigkeit übertragen. Myelinisierung ermöglicht eine saltatorische Erregungsleitung. Die Erregungsleitung ist die Weiterleitung von elektrischen Signalen zwischen Neuronen oder Neuronen und Muskeln.

Neuregulin-1 und Myelinisierung

Im Nervensystem von Vertebraten ist die Umhüllung der Nervenfasern durch so genannte "Myelinscheiden" essentiell für die schnelle und akkurate Fortleitung von Nervenimpulsen. Die Dicke dieser Myelin-Schichten ist im gesunden Organismus stets proportional zur Stärke der Nervenfaser.

Ein Wissenschaftlerteam hat bei Mäusen entdeckt, dass diese Proportionalität über den so genannten axonalen Neuregulin-1-Faktor (Nrg1) reguliert wird. Je nachdem, wie viel von diesem Signal auf der Oberfläche von Nervenzellen exprimiert wird, desto stärker oder schwächer wachsen die Schwannschen Zellen, die die Myelin-Schutzschicht um die Nervenfasern bilden.

Die Forscher stellten fest, dass es die Menge des Neuregulin-1-Faktors ist, die den Schwannzellen auf biochemischem Weg sagt, welchen Durchmesser das zu umwickelnde Axon hat. Verringert man nun in einer Mausmutante das axonale Neuregulin-1-Signal experimentell auf die Hälfte, so erhalten die Myelin-bildenden Schwanzellen falsche Informationen über den Durchmesser des Axons. Tatsächlich bilden sie in den Experimenten dann weniger Myelin, eben nur für ein kleinkalibrigeres Axon.

Umgekehrt beobachteten die Wissenschaftler genau das Gegenteil in transgenen Mäusen, die sie durch Überexpression dieses Gens dazu gebracht hatten, eine überhöhte Menge des axonalen Neuregulin-1-Signals in ihren Neuronen zu produzieren. Diese Fehlinformation führte zu einem übermäßigen Wachstum der Schwannzellen und einer pathologisch überhöhten Myelinbildung.

Klinische Bedeutung der Myelinscheide

Die Myelinscheide ist klinisch von großer Bedeutung, da ihre Integrität und Funktion entscheidend für die schnelle und effiziente Signalübertragung im Nervensystem sind.

Multiple Sklerose (MS)

Im Wesentlichen ist die MS durch eine fortschreitende Demyelinisierung von Axonen im zentralen Nervensystem (ZNS) gekennzeichnet. Diese Zerstörung der Myelinscheiden geschieht durch eine Autoreaktivität des eigenen Immunsystems. Das bedeutet, dass eigene T-Lymphozyten sich aus noch ungeklärten Gründen gegen die körpereigenen Myelinstrukturen richten und diese durch hervorgerufene Entzündungsreaktionen untergehen lassen. Damit ist die Leitungsgeschwindigkeit der betroffenen Neurone stark eingeschränkt. Zusätzlich ist der zelluläre Stoffwechsel gestört, was eine Degeneration der Nervenzellen zur Folge hat.

Eine weit verbreitete Annahme ist, dass sich eine solche Autoreaktivität nach einer Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV), dem Erreger des Pfeiffer-Drüsen-Fiebers, entwickelt. Ein häufiges Erstsymptom sind Sehstörungen, darunter auch das Sehen von Doppelbildern. Die Prognose sowie der Verlauf der Multiplen Sklerose ist sehr individuell und kann sich durchaus enorm unterschiedlich präsentieren. So wirkt sich ein Erkrankungsbeginn nach dem 35. Lebensjahr eher ungünstiger auf die Prognose aus.

Remyelinisierung

Ja, die Myelinscheide kann sich unter bestimmten Bedingungen wieder erholen, ein Prozess, der als Remyelinisierung bezeichnet wird. In diesem Prozess bilden spezialisierte Zellen, wie Oligodendrozyten im zentralen Nervensystem und Schwann-Zellen im peripheren Nervensystem, neues Myelin um die geschädigten Axone.

Myelin und seine Bedeutung für das Gehirn

Myelin ist eine Schutzschicht, bestehend aus Proteinen und Fetten, die um das Ende von Nervenzellen gelegt ist. Diese so genannten Axone werden durch eine Myelinschicht abgeschirmt und erlauben der Nervenzelle so, schnelle und viele elektrische Signale auszusenden.

Im Grunde kann das Gehirn so mit anderen Teilen des Körpers kommunizieren und aktiv Bewegungen leiten, aber auch den Stoffwechsel steuern.

Myelin besteht zu 70% aus Fetten und zu 30 % aus Proteinen und trägt daher auch den Namen “weiße Substanz”. Die myelinisierten Regionen im Gehirn lassen sich aufgrund ihrer weißen Farbe daher relativ deutlich erkennen.

Während der Kindheit und Jugend wächst Myelin immer weiter und unterstützt das sich entwickelnde Gehirn und Nervensystem bei seiner Funktionsweise. Das ist auch der Grund dafür, dass Babys sich noch so unkoordiniert fortbewegen und agieren.

Die noch nicht komplett ausgebildeten Myelinscheidewände sorgen für eine unzureichende Kommunikation zwischen den Nervenzellen. Was für uns niedlich aussieht, ist einfach nur ein Entwicklungsschritt des Myelins, der noch nicht vollzogen wurde.

Funktion der Myelinschicht für das Gehirn

Die wesentliche Aufgabe von Myelin besteht darin, die Reizweiterleitung im Gehirn, in Form des Aktionspotentials, zu verbessern. Dieses transportiert gewissermaßen die Informationen durch das Axon einer Nervenzelle zur nächsten Zelle.

Wie eine Studie der University of North Carolina feststellen konnte, erhöht Myelin nämlich die Schnelligkeit der elektrischen Impulse der einzelnen Nervenzellen. [1]

Wie schnell deine Nervenzellen also miteinander interagieren und so alle Lern -Denk und Erinnerungsprozesse in deinem Gehirn ablaufen, hängt von der Gesundheit des Myelins in deinem zentralen Nervensystem (ZNS) ab.

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