Schwedenkräuter: Anwendung und Wirkung auf die Nerven

Die Anwendung von Schwedenkräutern ist ein traditionelles Heilmittel, das auf einer Mischung verschiedener Kräuter basiert und seit Jahrhunderten zur Unterstützung der Gesundheit eingesetzt wird. Besonders im Fokus steht dabei die Wirkung auf die Nerven, aber auch andere Anwendungsgebiete sind von Bedeutung.

Was sind Schwedenkräuter?

Schwedenkräuter, auch bekannt als Schwedenbitter, sind eine Kräutermischung, deren Rezeptur auf den schwedischen Arzt Dr. Samst zurückgeht, der im 18. Jahrhundert lebte. Es gibt verschiedene Rezepturen, darunter den "kleinen" und den "großen" Schwedenbitter, die sich in der Anzahl und Zusammensetzung der verwendeten Kräuter unterscheiden. Maria Treben, eine bekannte Kräuterexpertin des 20. Jahrhunderts, trug maßgeblich zurPopularität und Verbreitung des Wissens über Schwedenkräuter bei.

Die Geschichte der Schwedenkräuter

Die Ursprünge der Schwedenkräuter lassen sich bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen. Der schwedische Arzt Dr. Samst soll die Rezeptur entdeckt haben, und es wird vermutet, dass der Kräutertrunk dazu beigetragen hat, dass seine Familie ein hohes Alter bei guter Gesundheit erreichte. Auch Paracelsus soll im 16. Jahrhundert eine ähnliche Arznei hergestellt haben. Erst im 18. Jahrhundert wurde die Rezeptur durch Dr. Samst wiederentdeckt und erneut hergestellt.

Inhaltsstoffe der Schwedenkräuter

Die Zusammensetzung der Schwedenkräuter variiert je nach Rezeptur. Zu den typischen Inhaltsstoffen gehören:

  • Angelikawurzel
  • Wermutkraut
  • Kalmuswurzel
  • Myrrhe
  • Sennesblätter
  • Theriak
  • Zitwerwurzel
  • Kampfer

Je nach Rezeptur können weitere Kräuter wie Tonerde, Muskat, Enzianwurzel, Eberwurzel, Muskatblüte, Tormentill Wurzel, Rhabarberwurzel, Kieselerde und Safran enthalten sein.

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Die Bedeutung der Qualität

Die Qualität der verwendeten Kräuter ist entscheidend für die Wirksamkeit der Schwedenkräuter. Es ist wichtig, auf hochwertige Kräuter und einen angemessenen Alkoholgehalt zu achten, um die bestmöglichen Wirkungen zu erzielen.

Anwendung von Schwedenkräutern

Schwedenkräuter können sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet werden. Die Anwendungsgebiete sind vielfältig und reichen von der Unterstützung des Magen-Darm-Trakts bis zur Linderung von Hautproblemen.

Innerliche Anwendung

Bei der innerlichen Anwendung werden Schwedenkräuter in der Regel verdünnt eingenommen. Maria Treben empfiehlt, die angegebene Menge Schwedenbitter verdünnt in Tee, Saft oder Wasser (100 - 200 ml) einzunehmen, idealerweise etwa 15 Minuten vor den Mahlzeiten oder vor und nach den Mahlzeiten. Die Trinktemperatur kann dabei an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden:

  • Kalte Flüssigkeit kann den Stoffwechsel stärken.
  • Lauwarme Flüssigkeit kann bei Halsschmerzen, Hustenreiz, Magenproblemen und Verstopfung wohltuend sein.
  • Warme Flüssigkeit kann bei Bauch- und Unterleibskrämpfen, Unwohlsein und Erkältungen helfen.

Äußerliche Anwendung

Für die äußerliche Anwendung gibt es verschiedene Möglichkeiten, darunter Einreibungen, Umschläge und das Betupfen von Hautirritationen.

Schwedenkräuter-Umschläge

Schwedenkräuter-Umschläge sind eine beliebte Methode zur äußerlichen Anwendung. Dabei wird die betroffene Stelle zunächst mit einem Ringelblumen-Balsam oder einer fetthaltigen Salbe eingecremt, um die Haut vor dem Austrocknen zu schützen. Anschließend wird ein mit Schwedenbitter getränktes Wattestück oder Vliestuch auf die Stelle aufgelegt und mit Haushaltsfolie oder Wachspapier abgedeckt. Ein Handtuch darüber sorgt für zusätzlichen Schutz.

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Die Dauer des Umschlags sollte individuell angepasst werden. Es wird empfohlen, den Umschlag so lange zu belassen, wie es sich gut anfühlt, jedoch nicht über Nacht, um Hautreizungen zu vermeiden. Bei Umschlägen mit alkoholfreiem Schwedenbitter kann auf die Balsam/Salbenunterlage verzichtet werden.

Weitere äußerliche Anwendungen

Schwedenkräuter können auch zum Betupfen von Warzen, Hühneraugen, alten und frischen Narben, Altersflecken und Hautirritationen eingesetzt werden.

Schwedenkräuter Gel

Eine weitere Möglichkeit der äußerlichen Anwendung ist die Verwendung von Schwedenkräuter-Gel. Dieses Gel enthält einen Auszug der Kräuter des Schwedenbitters und wird lokal auf die zu pflegende Hautpartie aufgetragen. Die pflanzlichen Inhaltsstoffe entfalten anschließend ihre Kraft, die man selbst schnell spüren kann.

Wirkung auf die Nerven

Obwohl Schwedenkräutern eine Vielzahl von Wirkungen zugeschrieben werden, ist die Wirkung auf die Nerven besonders hervorzuheben. Die enthaltenen Kräuter können dazu beitragen, das Nervensystem zu beruhigen und Stress abzubauen.

Inhaltsstoffe mit nervenberuhigender Wirkung

Einige der in Schwedenkräutern enthaltenen Kräuter sind bekannt für ihre nervenberuhigenden Eigenschaften. Dazu gehören beispielsweise:

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  • Angelikawurzel: Wirkt leicht antidepressiv und kann bei nervösen Beschwerden helfen.
  • Kampfer: Kann die Durchblutung fördern und die Nerven beruhigen.
  • Lavendel: Ist bekannt für seine entspannende und beruhigende Wirkung.
  • Thymian: Kann die Nerven stärken und beiStress helfen.

Anwendung bei nervösen Beschwerden

Schwedenkräuter können bei verschiedenen nervösen Beschwerden eingesetzt werden, darunter:

  • Stress
  • Nervosität
  • Schlafstörungen
  • Unruhe

Die Einnahme von verdünntem Schwedenbitter oder die äußerliche Anwendung in Form von Einreibungen oder Umschlägen kann dazu beitragen, die Nerven zu beruhigen und das Wohlbefinden zu steigern.

Weitere Anwendungsgebiete

Neben der Wirkung auf die Nerven werden Schwedenkräutern auch zahlreiche weitere positive Eigenschaften zugeschrieben. Dazu gehören:

  • Unterstützung des Magen-Darm-Trakts: Schwedenkräuter können bei Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Völlegefühl, Verstopfung und Appetitlosigkeit helfen.
  • Förderung der Durchblutung: Einige Inhaltsstoffe können die Durchblutung fördern und somit die Versorgung der Organe und Gewebe verbessern.
  • Stärkung des Immunsystems: Schwedenkräuter können das Immunsystem unterstützen und die Abwehrkräfte stärken.
  • Linderung von Hautproblemen: Äußerlich angewendet können Schwedenkräuter bei Hautirritationen, Warzen, Narben und anderen Hautproblemen helfen.
  • Unterstützung bei Muskelbeschwerden: Schwedenkräuter-Einreibungen können bei Muskelverspannungen und -schmerzen wohltuend wirken.
  • Erkältungskrankheiten: Als Inhalation bei Erkältungen, Halsschmerzen und Husten.

Schwedenkräuter im Mundraum

Schwedenkräuter können auch im Mundraum angewendet werden, um Beschwerden wie Zahnschmerzen, Zahnfleischprobleme und Verletzungen der Wangenschleimhaut zu lindern. Dazu wird ein Wattebausch mit Schwedenkräutern getränkt und auf den schmerzenden Zahn gelegt oder ein Esslöffel Schwedenbitter in ein Glas Wasser gegeben und im Mund behalten, wobei die Tinktur leicht durch die Zähne gezogen wird, um mehr Stellen im Mundraum zu erreichen.

Warnhinweise und Gegenanzeigen

Obwohl Schwedenkräuter ein natürliches Heilmittel sind, ist es wichtig, mögliche Nebenwirkungen und Gegenanzeigen zu beachten.

  • Alkoholgehalt: Schwedenbitter enthält in der Regel einen hohen Alkoholgehalt und ist daher nicht für Kinder, Schwangere, trockene Alkoholiker und Personen mit Alkoholunverträglichkeit geeignet. Es gibt auch alkoholfreie Varianten, jedoch lösen sich einige Inhaltsstoffe der Kräutermischung am besten in Alkohol.
  • Überdosierung und Unverträglichkeiten: Bei Überdosierung oder individuellen Unverträglichkeiten können Magenbeschwerden, Hautreizungen oder allergische Reaktionen auftreten.
  • Wechselwirkungen mit Medikamenten: Schwedenkräuter können Wechselwirkungen mit bestimmten Medikamenten haben. Es ist daher ratsam, vor der Anwendung einen Arzt oder Apotheker zu konsultieren.
  • Ernsthafte Erkrankungen: Schwedenkräuter sind kein Ersatz für eine ärztliche Behandlung bei ernsthaften Erkrankungen. Bei Beschwerden wie Asthma, Rheuma, Arthrose und Nierenerkrankungen sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Schwedenkräuter selbst herstellen oder kaufen?

Schwedenkräuter können sowohl selbst hergestellt als auch fertig gekauft werden.

Selbstherstellung

Wer Schwedenkräuter selbst herstellen möchte, benötigt die entsprechenden Kräuter und einen hochprozentigen Alkohol. Die Kräuter werden in einem Glasbehälter mit dem Alkohol übergossen und mindestens zwei Wochen lang an einem dunklen Ort aufbewahrt. Dabei sollte der Behälter täglich geschüttelt werden, um die Extraktion der Wirkstoffe zu unterstützen. Nach der Einwirkzeit wird die Flüssigkeit abgeseiht und in dunkle Flaschen abgefüllt.

Bei der Selbstherstellung ist jedoch Vorsicht geboten, da einige der enthaltenen Kräuter giftig sein können. Es ist wichtig, sich genau an die Angaben zu halten, um Nebenwirkungen zu vermeiden.

Fertigprodukte

Schwedenkräuter sind in Apotheken, Reformhäusern und Online-Shops erhältlich. Beim Kauf sollte auf eine hochwertige Qualität der Kräuter und einen angemessenen Alkoholgehalt geachtet werden.

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