Schwere Sklerose der Aorten- und Mitralklappe: Definition, Ursachen, Diagnose und Behandlung

Einführung

Sklerose, im medizinischen Kontext, bezieht sich auf die Verhärtung oder Verdichtung von Gewebe. Im Zusammenhang mit dem Herzen bedeutet dies häufig die Ablagerung von Kalk an einer Herzklappe oder in einem Blutgefäß des Herzens. Diese Verkalkung kann im Rahmen des normalen Alterungsprozesses auftreten. Sie führt dazu, dass sich die betroffene Herzklappe oder das betroffene Blutgefäß verhärtet, was den Blutfluss behindern kann. Dieser Artikel befasst sich mit der schweren Sklerose der Aorten- und Mitralklappe, ihren Ursachen, Diagnosemethoden und Behandlungsansätzen.

Was bedeutet Sklerose der Herzklappen?

Sklerose bedeutet allgemein die Verhärtung oder Verdichtung von Gewebe. Am Herzen bezieht sich der Begriff meist auf Kalkablagerungen an einer Herzklappe oder in einem Blutgefäß des Herzens. Diese Ablagerungen können im Rahmen der normalen Alterung auftreten und dazu führen, dass sich die betroffene Herzklappe oder das Blutgefäß verhärten, wodurch der Blutstrom behindert wird. Die Herzklappen fungieren als Ventile zwischen den verschiedenen Bereichen des Herzens und sorgen dafür, dass das Blut nicht in die falsche Richtung fließt.

Ursachen der Herzklappensklerose

Die Ursachen für eine Herzklappensklerose können vielfältig sein:

  • Alterungsprozess: Mit zunehmendem Alter können sich Kalkablagerungen an den Herzklappen bilden, was zu einer Verhärtung führt.
  • Rheumatisches Fieber: In der Vergangenheit war rheumatisches Fieber eine häufige Ursache für sekundäre Mitralklappeninsuffizienz.
  • Koronare Herzkrankheit (KHK): Die KHK kann zu Wandbewegungsstörungen des linken Ventrikels führen, was wiederum eine Mitralklappeninsuffizienz verursachen kann.
  • Mitralklappenprolaps: Ein Mitralklappenprolaps kann dazu führen, dass sich die Klappensegel nicht mehr richtig schließen.
  • Kardiomyopathien: Verschiedene Kardiomyopathien können die Funktion der Herzklappen beeinträchtigen.
  • Kongenitale Ursachen: Angeborene Klappenstrukturschädigungen oder Anlagefehler der Herzklappe können einen unvollständigen Klappenschluss bedingen.
  • Bindegewebserkrankungen: Insbesondere im Rahmen von Bindegewebserkrankungen wie dem Marfan-Syndrom oder dem Ehlers-Danlos-Syndrom können Herzklappenfehler auftreten.
  • Infektiöse Ursachen: Eine infektiöse Endokarditis kann die Herzklappen schädigen.
  • Traumatische Ursachen: Verletzungen, insbesondere nach Sehnenfadenruptur oder Ruptur des Klappenhalteapparats, können eine Mitralklappeninsuffizienz verursachen.
  • Iatrogene Ursachen: Mitralklappensprengung nach Ballonvalvuloplastie bei Mitralklappenstenose kann eine Insuffizienz verursachen.

Die Mitralklappe und ihre Funktion

Die Mitralklappe ist eine der vier Herzklappen und befindet sich zwischen der linken Vor- und Hauptkammer des Herzens. Sie besteht aus zwei Klappensegeln, die in einem Ring aus Bindegewebe zwischen Vorhof und Herzkammer (Klappenanulus) verankert sind. Sehnenfäden und kleine Muskeln (Papillarmuskeln) verbinden die Klappe zusätzlich mit der linken Herzkammer.

Die Mitralklappe arbeitet wie ein Ventil und hat die Aufgabe, den Blutfluss aus der Lunge durch den linken Vorhof in die linke Herzkammer zu ermöglichen, wenn sich das Herz füllt. Gleichzeitig muss sie verhindern, dass das Blut wieder in den Vorhof und die Lunge zurückfließt, wenn die Herzkammer das Blut in den Kreislauf auswirft.

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Mitralklappeninsuffizienz

Wenn die Mitralklappe nicht mehr vollständig schließt, spricht man von einer Mitralklappeninsuffizienz. Je nach Schweregrad fließt eine geringe oder größere Menge des mit Sauerstoff angereicherten Bluts zurück in den Vorhof. Dies kann zu einer Rückstauung des Blutes in die Lunge führen, was die Lunge belastet. Außerdem fehlt das Blut an anderer Stelle - nämlich bei den Organen, zu denen es eigentlich hätte fließen müssen. Um das fehlende Blut auszugleichen, muss das Herz schwerer arbeiten, wodurch es sich vergrößert. Diese Vergrößerung schwächt das Herz auf Dauer, was zu Herzrhythmusstörungen, einer Herzschwäche und zu Schädigungen weiterer Organe führen kann.

Formen der Mitralklappeninsuffizienz

Man unterscheidet zwischen zwei Hauptformen der Mitralklappeninsuffizienz:

  • Degenerative (primäre) Mitralklappeninsuffizienz: Hier ist die Klappe selbst krankhaft verändert, meist durch ein überschießendes Wachstum der Mitralsegel oder den Abriss von Sehnenfäden. Dadurch kann ein Mitralklappenvorfall (Mitralklappenprolaps) entstehen, bei dem sich Teile des Segels oder beide Segel während der Pumpaktion des Herzens zu weit in den linken Vorhof hineinwölben.
  • Funktionelle (sekundäre) Mitralklappeninsuffizienz: Bei dieser Form ist die Klappe selbst nicht krankhaft verändert. Meist liegt eine Herzschwäche mit verringerter Pumpleistung der linken Herzkammer vor, die sich infolge der Herzschwäche vergrößert.

Symptome der Mitralklappeninsuffizienz

Die Symptome der Mitralklappeninsuffizienz können lange Zeit unauffällig sein. Häufig wird die Erkrankung nur durch Zufall bei Routine-Untersuchungen entdeckt. Zu den möglichen Symptomen gehören:

  • Leistungsschwäche
  • Rasche Ermüdbarkeit
  • Belastungsdyspnoe (Atemnot bei Belastung)
  • Orthopnoe (Atemnot im Liegen)
  • Herzrhythmusstörungen
  • Palpitationen (Herzrasen, Herzstolpern)
  • Nächtlicher Husten
  • Hämoptyse (Bluthusten)
  • Zyanose (Blaufärbung der Haut)
  • Periphere Ödeme (Schwellungen der Beine)
  • Gestaute Venen
  • Stauungsleber

Kinder mit Mitralklappeninsuffizienz können zusätzlich Entwicklungs- und Wachstumsverzögerungen aufweisen und häufiger an obstruktiver Bronchitis und linksseitiger Pneumonie erkranken.

Eine akute Mitralklappeninsuffizienz verläuft meist fulminant mit Anzeichen einer akuten Herzinsuffizienz, Lungenödem, kardiogenem Schock und Multiorganschäden.

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