Seborrhoische Dermatitis und ihre Zusammenhänge: Ursachen, Behandlung und der mögliche Einfluss von Epilepsie

Die seborrhoische Dermatitis, auch bekannt als seborrhoisches Ekzem, ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die durch fettige Schuppen in talgdrüsenreichen Regionen wie der Kopfhaut gekennzeichnet ist. Obwohl die genauen Ursachen noch nicht vollständig geklärt sind, gibt es verschiedene Faktoren, die zur Entstehung dieser Erkrankung beitragen können. Dieser Artikel beleuchtet das Krankheitsbild, mögliche Zusammenhänge mit Epilepsie, Ernährungsaspekte und Therapieansätze.

Was ist seborrhoische Dermatitis?

Das seborrhoische Ekzem ist eine der häufigsten Hauterkrankungen bei Erwachsenen und Neugeborenen. Bei Neugeborenen tritt es vor allem in den ersten drei Lebensmonaten auf und wird als seborrhoische Säuglingsdermatitis oder Kopfgneis bezeichnet. Bei Erwachsenen sind Männer häufiger betroffen als Frauen, besonders im dritten und vierten Lebensjahrzehnt.

Symptome und Erscheinungsbild

Typische Symptome des seborrhoischen Ekzems sind:

  • Fettige Schuppen: Diese treten vor allem in talgdrüsenreichen Regionen auf, wie der Kopfhaut, dem Gesicht (besonders an Nase, Augenbrauen und Stirn), der Brust und dem oberen Rücken.
  • Juckreiz und Rötung: Die betroffenen Hautstellen können stark jucken und gerötet sein, was zu einem unangenehmen Erscheinungsbild führt.

Ursachen und Risikofaktoren

Die genauen Ursachen für die Entstehung des seborrhoischen Ekzems sind noch nicht vollständig bekannt. Es handelt sich um eine multifaktorielle Erkrankung, bei der verschiedene Einflüsse zusammenwirken. Zu den möglichen Risikofaktoren gehören:

  • Genetische Veranlagung: Eine erbliche Veranlagung kann das Risiko für die Entwicklung eines seborrhoischen Ekzems erhöhen.
  • Malassezia-Hefepilze: Diese Hefepilze sind Teil der normalen Hautflora, können sich aber bei manchen Menschen übermäßig vermehren und eine Entzündungsreaktion auslösen. Sie bauen Talgfette ab, und die dabei entstehenden Stoffwechselprodukte können die Haut reizen.
  • Hormonelle Einflüsse: Männliche Geschlechtshormone können den Krankheitsprozess beeinflussen.
  • Abwehrschwäche des Immunsystems: Ein geschwächtes Immunsystem kann die Entstehung eines seborrhoischen Ekzems begünstigen.
  • Neurologische Grunderkrankungen: Es wurde beobachtet, dass seborrhoische Ekzeme gehäuft bei Menschen mit neurologischen Grunderkrankungen wie Parkinson und Epilepsie auftreten.
  • HIV-Infektionen: Auch bei HIV-Infektionen kann es häufiger zu Hautveränderungen kommen.
  • Medikamente: Einige Medikamente können die Erkrankung ebenfalls begünstigen.
  • Stress: Psychischer Stress kann die Symptome des seborrhoischen Ekzems verschlimmern.
  • Klima: Kälte und trockene Heizungsluft im Winter können den Hautzustand verschlechtern.

Seborrhoische Dermatitis und Epilepsie: Ein möglicher Zusammenhang

Es gibt Beobachtungen, dass seborrhoische Ekzeme gehäuft bei Menschen mit neurologischen Grunderkrankungen, einschließlich Epilepsie, auftreten. Der genaue Mechanismus, der diesen Zusammenhang erklärt, ist noch nicht vollständig verstanden, aber es gibt einige mögliche Erklärungen:

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  • Gemeinsame Risikofaktoren: Sowohl Epilepsie als auch seborrhoische Dermatitis können durch ähnliche Faktoren beeinflusst werden, wie z.B. ein geschwächtes Immunsystem oder hormonelle Ungleichgewichte.
  • Medikamenten-Nebenwirkungen: Einige Medikamente, die zur Behandlung von Epilepsie eingesetzt werden, können als Nebenwirkung Hautveränderungen verursachen oder bestehende Hauterkrankungen verschlimmern.
  • Neuroinflammation: Es gibt Hinweise darauf, dass sowohl bei Epilepsie als auch bei seborrhoischer Dermatitis Entzündungsprozesse im Körper eine Rolle spielen könnten. Diese Entzündungen könnten möglicherweise über verschiedene Mechanismen miteinander verbunden sein.
  • Stress: Stress kann sowohl epileptische Anfälle als auch seborrhoische Dermatitis-Schübe auslösen oder verstärken.

Es ist wichtig zu beachten, dass nicht jeder Mensch mit Epilepsie auch ein seborrhoisches Ekzem entwickelt und umgekehrt. Der Zusammenhang zwischen den beiden Erkrankungen ist komplex und bedarf weiterer Forschung.

Ernährung und seborrhoische Dermatitis

Es gibt Vermutungen, dass sich eine Ernährungsumstellung positiv auf das Hautbild bei seborrhoischer Dermatitis auswirken kann. Da sich der Hefepilz, der die Haut besiedelt und für die Schuppen und Rötungen verantwortlich ist, von Zucker ernährt, wird eine zuckerarme Ernährung und der Verzicht auf Weizenmehl empfohlen. Ein niedriger Konsum von frischem Gemüse könnte ebenfalls eine Rolle spielen.

Ernährungsempfehlungen

  • Zuckerarme Ernährung: Reduzieren Sie den Konsum von zuckerhaltigen Lebensmitteln und Getränken.
  • Verzicht auf Weizenmehl: Ersetzen Sie Weizenmehl durch alternative Mehlsorten wie Dinkel-, Roggen- oder Mandelmehl.
  • Erhöhte Zufuhr von Gemüse: Essen Sie reichlich frisches Gemüse, um den Körper mit wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen zu versorgen.
  • Vermeidung von Ernährungsstörungen: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung, um Mangelerscheinungen vorzubeugen. Ernährungsstörungen wie Marasmus und Kwashiorkor, die durch einen Mangel an Proteinen und Kalorien entstehen, können sich negativ auf die Haut auswirken.
  • Essenzielle Fettsäuren: Achten Sie auf eine ausreichende Zufuhr von essenziellen Fettsäuren wie Linolsäure und Linolensäure, die für die Hautgesundheit wichtig sind. Diese sind beispielsweise in pflanzlichen Ölen, Nüssen und Fisch enthalten.
  • Vitamine: Eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen ist essenziell für eine gesunde Haut. Ein Mangel an Vitamin A kann beispielsweise zu trockener Haut und Verhornungsstörungen führen.

Es ist ratsam, eine Ernährungsberatung in Anspruch zu nehmen, um eine individuelle Ernährungsstrategie zu entwickeln, die auf die spezifischen Bedürfnisse und Symptome abgestimmt ist.

Therapieansätze bei seborrhoischer Dermatitis

Da es sich um eine chronische Erkrankung handelt, ist das Ziel der Behandlung, die Symptome zu lindern und die Hautgesundheit zu verbessern. Es gibt verschiedene Therapieansätze, die je nach Schweregrad der Erkrankung eingesetzt werden können.

Medikamentöse Behandlung

  • Antipilzmittel: Shampoos und Cremes mit pilzhemmenden Wirkstoffen wie Ketoconazol oder Ciclopirox-Olamin reduzieren die Anzahl der Malassezia-Hefepilze auf der Haut und lindern Entzündungen.
  • Kortikosteroide: Kortikosteroidhaltige Cremes oder Lotionen können Entzündungen und Juckreiz reduzieren. Sie sollten jedoch nur kurzzeitig angewendet werden, da sie bei längerer Anwendung Nebenwirkungen verursachen können.
  • Calcineurin-Inhibitoren: Cremes mit Calcineurin-Inhibitoren wie Tacrolimus oder Pimecrolimus können ebenfalls Entzündungen reduzieren und sind eine Alternative zu Kortikosteroiden, insbesondere bei langfristiger Anwendung.

Weitere Maßnahmen

  • Hautpflege: Verwenden Sie pH-neutrale Reinigungsprodukte, um die Haut nicht unnötig zu reizen. Vermeiden Sie aggressive Seifen oder Cremes mit reizenden Inhaltsstoffen.
  • Sonneneinstrahlung: Bei vielen Betroffenen bessern sich die Symptome im Sommer durch die Sonneneinstrahlung. Achten Sie jedoch auf einen ausreichenden Sonnenschutz, um lichtbedingte Hautschäden zu vermeiden.
  • Stressmanagement: Erlernen Sie Entspannungstechniken und Strategien zur Stressbewältigung, um den Einfluss von Stress auf die Haut zu reduzieren.
  • Regelmäßiges Haarewaschen: Waschen Sie Ihre Haare regelmäßig mit einem geeigneten Shampoo, um Schuppenbildung zu reduzieren. Verwenden Sie dabei nur lauwarmes Wasser.

Therapiebegleitende Hautpflege

Medikamente können die Haut beeinflussen und verschiedene Hautveränderungen verursachen. Eine konsequente Hautpflege während und nach der Therapie ist daher wichtig. DERMASENCE bietet eine Reihe von Hautpflegeprodukten, die im Rahmen der Therapiebegleitung eingesetzt werden können:

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  • Entzündungsschutz: Die DERMASENCE Vitop forte Pflegecreme beruhigt die Haut, mindert Hautreizungen, Juckreiz und Schwellungen.
  • SOS-Hilfe bei Juckreiz: Die DERMASENCE Polaneth Lotion vermindert die Wahrnehmung von Juckreiz und spendet Feuchtigkeit.
  • Aufbau der Hautbarriere: Die DERMASENCE BarrioPro-Serie unterstützt die Wiederherstellung einer intakten Hautbarriere.
  • UV-Schutz: Die DERMASENCE Solvinea Med Sonnenschutz-Gelcreme LSF 50+ schützt die Haut vor UV-Strahlung, insbesondere bei lichtempfindlicher Haut durch Medikamente.

Medikamentenbedingte Hautveränderungen

Viele Medikamente können Hautveränderungen verursachen, darunter Ausschlag, Blasenbildung, Juckreiz, Pickel und Ekzeme. Zu den häufigsten Auslösern zählen Antibiotika, Medikamente zur Behandlung von Tumoren, Epilepsiemittel, Schmerz- und Rheumamittel, Mittel gegen Bluthochdruck, Schilddrüsenmedikamente und das Gichtmittel Allopurinol.

Arzneimittelexantheme

Arzneimittelexantheme sind häufige Unverträglichkeitsreaktionen auf Medikamente. Es gibt verschiedene Formen, wie das makulopapulöse Exanthem, die akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP), das DRESS-Syndrom und das fixe toxische Arzneiexanthem (FTA). Die DERMASENCE Vitop forte Pflegecreme kann bei Arzneimittelexanthemen helfen, die Hautgesundheit wiederherzustellen.

Hautveränderungen in der Onkologie

In der Onkologie können Hautveränderungen direkt durch die Krebserkrankung oder durch die Medikamente und Therapien verursacht werden. Diese können sich als Hautausschlag, trockene Haut, Juckreiz, Hyperpigmentierungen, Erytheme, Nagelveränderungen, Hyperkeratosen und Rhagaden äußern. Die DERMASENCE BarrioPro-Serie eignet sich zur Therapiebegleitung bei onkologischen Behandlungen.

Phototoxische und photoallergische Reaktionen

Einige Medikamente können phototoxische oder photoallergische Reaktionen der Haut verursachen, insbesondere in Kombination mit UV-Strahlung. Die DERMASENCE Solvinea Med Sonnenschutz-Gelcreme LSF 50+ schützt vor diesen Reaktionen.

Der Einfluss von Ernährungsstörungen auf die Haut

Ernährungsstörungen können sich vielfältig auf die Haut auswirken. Anorexia nervosa (AN) und Bulimia nervosa (BN) sind psychische Störungen, die zu lebensbedrohlichen Mangelerscheinungen führen können.

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Anorexia Nervosa (AN)

Anorexia nervosa ist eine Essstörung, die darauf abzielt, das Körpergewicht durch verminderte Nahrungsaufnahme weit unter den physiologischen Wert zu senken. Typische Hautzeichen sind Xerosis cutis, diffuse Alopezie, Brüchigkeit der Nägel, akneiformes Exanthem, Gingivitis, Aphten, diffuse Hypertrichose, Akrozyanose, Hyperpigmentierung, Pruritus und follikuläre Hyperkeratosen.

Bulimia Nervosa (BN)

Bulimia nervosa ist durch wiederholte Essanfälle gefolgt von kompensatorischen Maßnahmen wie Erbrechen gekennzeichnet. Die kutanen Manifestationen entsprechen denen der AN, wobei zusätzlich eine Vergrößerung der Speicheldrüsen (Hamsterbacken) durch Hypersalivation auftreten kann.

Adipositas

Adipositas kann ebenfalls Hauterkrankungen auslösen oder bestehende Dermatosen beeinflussen. Häufige Hauterkrankungen im Zusammenhang mit Adipositas sind Acanthosis nigricans, Alopecia androgenetica bei der Frau, Analekzem, Kandidose, chronisch venöse Insuffizienz, Erysipel, Fibroma pendulans, Gynäkomastie, Hidradenitis suppurativa, Keratosis pilaris, Lipödem, Lymphödem, Necrobiosis lipoidica, Papillomatosis confluens et reticularis, Psoriasis vulgaris, Pyoderma gangraenosum, Scleroedema adultorum, Striae distensae, Tinea, Xanthome und Xanthelasmen.

Vitamine und Hautgesundheit

Vitamine sind essenzielle Nahrungsbestandteile, die für das Funktionieren nahezu aller Stoffwechselvorgänge erforderlich sind. Ein Mangel an bestimmten Vitaminen kann zu Hautveränderungen führen.

Vitamin A

Vitamin A ist wichtig für die Reproduktion, Embryogenese, Morphogenese, das Knochenwachstum und die Immunfunktion. Ein Mangel kann zu trockener Haut, Verhornungsstörungen und einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen führen.

Vitamin D

Vitamin D spielt eine wichtige Rolle bei der Kalziumhomöostase und der Immunmodulation. Ein Mangel kann zu Knochenerkrankungen und einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen führen.

Vitamin E

Vitamin E ist ein wichtiges Antioxidans, das die Haut vor Schäden durch freie Radikale schützt. Ein Mangel kann zu trockener Haut und einer erhöhten Anfälligkeit für Entzündungen führen.

Vitamin C

Vitamin C ist essenziell für die Kollagensynthese und die Immunfunktion. Ein Mangel kann zu Hautblutungen, einer schlechten Wundheilung und einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen führen.

B-Vitamine

B-Vitamine sind wichtig für den Energiestoffwechsel und die Nervenfunktion. Ein Mangel kann zu Hautausschlägen, Entzündungen und neurologischen Symptomen führen.

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