Einleitung
Der menschliche Körper ist ein komplexes System, in dem Hormone eine entscheidende Rolle spielen. Hormone beeinflussen viele Aspekte des Körpers, von der Pubertät bis zu den Wechseljahren. Weniger bekannt ist jedoch der Einfluss von Hormonen auf den Sehnerv und die Augengesundheit. Dieser Artikel beleuchtet den Zusammenhang zwischen Hormonen und Sehnerv, die Auswirkungen hormoneller Veränderungen auf die Augen und die möglichen Behandlungs- und Präventionsmaßnahmen.
Das Hormonsystem: Eine Übersicht
Der weibliche Körper durchläuft in seinen verschiedenen Lebensphasen - Pubertät, fruchtbare Jahre, Wechseljahre und Alter - Veränderungen, die maßgeblich von Hormonen beeinflusst werden. Der Hypothalamus im Gehirn fungiert als zentrale Koordinationsstelle des Hormonsystems und sendet über regulatorische Hormone Signale an die Hypophyse. Die Hypophyse wiederum bildet topische Hormone, die über das Blut zu den Zielorganen wie Nebennierenrinde, Schilddrüse, Eierstöcke, Leber und Milchdrüsen gelangen. Dort regen sie die Freisetzung spezifischer Hormone an.
Die Rolle der Geschlechtshormone
Die Geschlechtshormone, insbesondere Östrogene, Gelbkörperhormon und Testosteron, spielen eine besondere Rolle im Leben einer Frau. Östrogene steuern die Geschlechtsentwicklung in der Pubertät. Eine zu frühe Ausschüttung führt zu vorzeitiger Pubertät, während eine zu niedrige Konzentration eine verzögerte Pubertät verursacht. Die Geschlechtsentwicklung, die Reifung vom Mädchen zur geschlechtsreifen Frau, wird von Hormonen gesteuert, die im Hypothalamus, in der Hypophyse und in den Eierstöcken produziert werden (Hypothalamus-Hypophysen-Eierstock-Achse).
Vorzeitige und verzögerte Pubertät
Bei einer vorzeitigen Pubertät (Pubertas praecox vera) treten Pubertätsmerkmale wie Brustentwicklung (Thelarche), Schamhaarentwicklung (Pubarche) und die erste Regel (Menarche) vor dem 8. Geburtstag auf. In den meisten Fällen (75 %) bleibt die Ursache unklar, aber Eierstocktumoren, Hypothalamus- und Hypophysentumoren sowie eine schwere Schilddrüsenunterfunktion können ebenfalls eine Rolle spielen. Im Gegensatz dazu verzögert sich der Beginn der geschlechtlichen Entwicklung (Pubertas tarda), wenn die Östrogenkonzentration im Blut zu niedrig ist, was zu einer verspäteten Brustentwicklung und Menarche führt. Ursachen hierfür können Störungen innerhalb der Hormonkette Hypothalamus-Hypophyse-Eierstock, Tumoren, Entzündungen der Hypophyse, Unterernährung oder Stoffwechselstörungen sein.
Menstruationsstörungen und ihre Ursachen
Hormonelle Störungen, insbesondere in der Hypothalamus-Hypophysen-Eierstock-Achse, wirken sich meist auf den Monatszyklus aus und äußern sich in unterschiedlichen Menstruationsstörungen bis hin zur Unfruchtbarkeit. Menstruationsstörungen sind Abweichungen vom normalen Monatszyklus, bei denen entweder die Dauer oder die Stärke der Blutung oder der Abstand zwischen den Blutungen verändert ist. Der Eierstockzyklus wird durch die Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron geprägt, die in den Eierstöcken produziert werden. Eine Zyklusdauer zwischen 25 und 38 Tagen und eine Blutungsdauer von vier bis sechs Tagen gelten als normal.
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Arten von Menstruationsstörungen
Zu den Menstruationsstörungen, die bei regelmäßigem Monatszyklus auftreten, gehören Zwischenblutungen sowie leichte Blutungen, die vor oder nach der Monatsblutung auftreten. Ursache der Blutung in der Zyklusmitte, zum Zeitpunkt des Eisprungs, kann ein kurzzeitiger Östrogenabfall sein. Eine Schmierblutung zwei bis drei Tage vor der Regelblutung kann durch eine Gelbkörperschwäche (Gelbkörperhormonmangel) bedingt sein, während eine Schmierblutung im Anschluss an die Regelblutung auf einen verzögerten Aufbau der Gebärmutterschleimhaut (Östrogenmangel) hinweist. Die Oligomenorrhö, die Verlängerung der Zyklen, tritt insbesondere nach der ersten Regelblutung (Menarche) und in den Wechseljahren auf und wird meist durch eine Verzögerung der Eizellreifung verursacht. Sehr lange und sehr starke Blutungen (Menorrhagie, Hypermenorrhö, Metrorrhagie) haben meist organische Ursachen wie Entzündungen, Endometriose, gestörte Frühschwangerschaft, Eileiterschwangerschaft, Polypen, Myome oder Tumoren der Gebärmutter, Scheide oder Eierstöcke. Eine schmerzhafte Monatsblutung (Dysmenorrhö) kann durch eine erhöhte Konzentration an Prostaglandinen oder organische Ursachen wie Entzündungen, Polypen, Tumoren, Endometriose oder Missbildungen der Gebärmutter hervorgerufen werden.
Das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCO-Syndrom)
Etwa eine Million Frauen in Deutschland leiden am PCO-Syndrom, das durch mehrere Störungen des Hormonhaushalts verursacht wird. Die Hypophyse schüttet vermehrt LH (luteinisierendes Hormon) und vermindert FSH (Follikel stimulierendes Hormon) aus. Die erhöhte LH-Konzentration regt im Eierstock die Bildung von männlichen Geschlechtshormonen (Androgenen) an, die zum Teil im Fettgewebe in Östrogene umgewandelt werden. Dadurch erhöht sich die Östrogenkonzentration im Blut, was wiederum die Ausschüttung von FSH verringert und die Ausschüttung von LH erhöht. Da beim PCO-Syndrom die FSH-Konzentration verringert ist, wird weniger Östrogen umgebaut, während sich die Androgenkonzentration erhöht (Hyperandrogenämie). Auf diese Weise entsteht ein Überschuss an Androgenen, der einen normalen Zyklus verhindert. Das PCO-Syndrom ist auch mit einer gesteigerten Ausschüttung von Insulin vergesellschaftet, was zu einer Insulinresistenz und möglicherweise zu Diabetes mellitus führen kann.
Symptome des PCO-Syndroms
Länger andauernde (chronische) Zyklusstörungen mit sehr langen Abständen zwischen den Regelblutungen (Oligomenorrhö) oder Ausbleiben der Regel (Amenorrhö) und Anzeichen einer „Vermännlichung" weisen auf ein PCO-Syndrom hin. Ein Überschuss an männlichen Hormonen (Androgenen) äußert sich in männlichem Behaarungsmuster (Hirsutismus), Akne, Haarausfall (Alopezie) und erhöhten Androgen- und Testosteronwerten im Blut.
Prämenstruelles Syndrom (PMS)
Viele Frauen im gebärfähigen Alter leiden am prämenstruellen Syndrom (PMS). Die Ursachen sind weitgehend unbekannt, vermutlich entstehen die Beschwerden vor Eintritt der Monatsblutung auf Grund von Störungen des komplexen Zusammenspiels von Geschlechtshormonen, Psyche und Lebensumständen der Frau. Dabei können seelische und körperliche Belastungen einen Gelbkörperhormonmangel verursachen. Die häufigsten Krankheitszeichen, die zyklusabhängig auftreten, sind Schwellung und Schmerzen beider Brüste, Ödeme in den Beinen, Gewichtszunahme, Bauchschmerzen, Rückenschmerzen, Depressionen und Stimmungsschwankungen.
Hormone in der Schwangerschaft
Während einer Schwangerschaft schüttet der Mutterkuchen (Plazenta) u. a. besonders große Mengen an Östrogenen und Gelbkörperhormon aus. Die mütterlichen Hormone und die Hormone der Plazenta stehen dabei in enger Verbindung. Insbesondere das Gelbkörperhormon Progesteron sorgt dafür, dass es Mutter und Kind gut geht und sie sich wohl fühlen.
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Die Hypophyse: Ein zentrales Steuerungsorgan
Die Hypophyse (Hirnanhangdrüse) ist ein zentrales Steuerungsorgan bei der Hormonbildung. Sie liegt etwa auf Höhe der Nasenwurzel in einer Knochenmulde und ist über den Hypophysenstiel mit dem Gehirn verbunden. Die Hypophyse setzt sich aus einem Vorderlappen und einem Hinterlappen zusammen. Im Vorderlappen werden Hormone gebildet und in den Blutkreislauf abgegeben, während der Hinterlappen die Hormone Vasopressin (ADH) und Oxytocin speichert und abgibt.
Erkrankungen der Hypophyse
Verschiedene Erkrankungen können die Hormonbildung und -ausschüttung der Hypophyse stören. Tumoren, Entzündungen des Gehirns oder der Hirnhäute, Unfälle oder operative Eingriffe können die Hypophyse negativ beeinträchtigen. Die seltenen Erkrankungen der Hypophyse sind meistens (gutartige) Hypophysen-Tumore (Adenome). Durch die Größe eines Tumors kann Druck auf andere Bereiche des Gehirns und des Nervensystems ausgeübt werden, z. B. auf den Sehnerv, was zu Sehstörungen führen kann. Tumore der Hirnanhangdrüse führen außerdem oft zu einer veränderten Ausschüttung der Hypophysen-Hormone, was zu einer Hormonunterfunktion führen kann.
Hypophyseninsuffizienz
Eine Hypophyseninsuffizienz liegt vor, wenn Hormon-produzierende Drüsen nicht mehr genug Hormone produzieren. Dies kann durch Tumoren im Bereich der Hypophysenregion verursacht werden, die das gesunde Hypophysengewebe verdrängen. Da die Hypophyse direkt unterhalb der Überkreuzungsstelle der Sehnerven (Chiasma opticum) liegt, kann der Sehnerv durch die vergrößerte Hypophyse „gequetscht” und somit geschädigt werden, was zu Gesichtsfeldausfällen führen kann.
Hormoninaktive Hypophysentumoren
Hormoninaktive Hypophysentumoren entstehen aus den Zellen des Hypophysenvorderlappens und geben keine Hormone ins Blut ab. Sie fallen i. d. R. durch Gesichtsfeldeinschränkung oder Visusminderung (Sehschärfenminderung) auf. Einige Patienten werden jedoch durch eine hypophysäre Insuffizienz (Hormonmangel) auffällig und klagen dann über Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Leistungsknick, vermehrtes Schlafbedürfnis und Libidoverlust. Die endokrinologische Diagnostik zeigt dann häufig die komplette oder partielle hypophysäre Insuffizienz der Hormonachsen. Die Therapie der Wahl ist die komplette Tumorentfernung, die über einen endonasalen Zugang (Zugang über die Nase) und die Keilbeinhöhle erreicht wird.
Fallbeispiele
Ein 43-jähriger Patient wurde durch eine langsam progrediente Gesichtsfeldeinschränkung und Sehschärfenminderung sowie Kopfschmerzen auffällig. Die bildgebende Diagnostik zeigte einen großen kontrastmittelaufnehmenden Hypophysentumor, der sich bis weit in die 3. Hirnkammer erstreckte. Die Hormonuntersuchung ergab, dass der Tumor keine Hormone sezerniert, jedoch die normale Hormonproduktion stört (hypophysäre Insuffizienz). Nach der Tumorentfernung über das rechte Nasenloch mit Hilfe des Mikroskops und Endoskops war der Patient beschwerdefrei, benötigte jedoch weiterhin die Substitution der Hypophysenhormone, da durch die enorme Tumorgröße nur noch wenig normales Hypophysengewebe verblieben war.
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Ein 56-jähriger Patient wurde durch eine Sehstörung mit Gesichtsfeldeinschränkungen und Zeichen der hypophysären Insuffizienz auffällig. Die bildgebende Diagnostik zeigte einen großen Hypophysentumor, der sich nicht nur in der Mittellinie nach oben erstreckte, sondern auch rechtsseitig in den Schläfenlappen ausgebreitet hatte. Nach zwei Operationen, einer endonasalen und einer über einen Augenbrauenschnitt, konnte der Tumor komplett entfernt werden. Die Sehstörungen hatten sich schon nach der ersten Operation deutlich gebessert, die Hormone mussten jedoch substituiert werden.
Ein 64-jähriger Patient klagte plötzlich über akute Kopfschmerzen und eine akute Sehverschlechterung mit Gesichtsfeldeinschränkung, Sehschärfenabnahme und Lähmung des rechtsseitigen N. oculomotorius. Die Kernspintomographie zeigte ein bekanntes Hypophysenadenom mit einer akuten Einblutung. Nach der Tumorentfernung unter endoskopischer Sicht bildeten sich die Sehstörungen rasch zurück, die hormonellen Achsen mussten jedoch weiter substituiert werden, da der Tumor die normale Hirnanhangsdrüse zum größten Teil zerstört hatte.
Ein 54-jähriger Patient wurde durch Libidoverlust und Potenzstörungen auffällig und bemerkte ein eingeschränktes Gesichtsfeld. Die endokrinologische Diagnostik ergab eine partielle Insuffizienz der somatotropen und gonadotropen Hypophysenvorderlappenachsen. Die Kernspintomografie zeigte eine homogen kontrastmittelaufnehmende Läsion intra- und suprasellär. Nach der Tumorentfernung normalisierte sich das Gesichtsfeld und ein Jahr nach der Operation fanden sich keine Hinweise mehr für eine hypophysäre Insuffizienz, so dass die Substitutionstherapie beendet werden konnte.
Symptome und Diagnose von Hypophysenerkrankungen
Die Symptome von Hypophysenerkrankungen sind vielfältig und hängen davon ab, welche Hormone in zu hohem Maß oder zu geringer Menge produziert werden. Häufige Symptome sind Zyklusunregelmäßigkeiten, Impotenz, Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Antriebsschwäche. Die Diagnose erfolgt durch eine ausführliche Anamnese, körperliche Untersuchung, Blut- und Urinuntersuchungen sowie bildgebende Verfahren wie Kernspintomographie.
Behandlung von Hypophysenerkrankungen
Die Behandlung von Hypophysenerkrankungen hängt von der Art der Störung ab. Ein Mangel an Hormonen der Hypophyse kann durch Medikamente ausgeglichen werden. Tumoren können operativ entfernt, bestrahlt oder medikamentös behandelt werden.
Hormonelle Einflüsse auf die Sehkraft
Hormone beeinflussen die Augen über spezifische Rezeptoren, die in verschiedenen Geweben vorhanden sind. Besonders Östrogen und Progesteron spielen dabei eine wesentliche Rolle. Im Auge finden sich Östrogen-Rezeptoren in der Hornhaut, Linse, Iris, Netzhaut und den Tränendrüsen, wodurch die Hormone direkt die Struktur und Funktion des Auges beeinflussen. Der Hormonhaushalt wirkt sich auch auf die Zusammensetzung des Tränenfilms aus, der für den Schutz und die Befeuchtung der Augenoberfläche entscheidend ist.
Auswirkungen hormoneller Veränderungen auf die Augen
Hormonelle Veränderungen können verschiedene Auswirkungen auf die Augen haben:
- Trockene Augen: Ein Rückgang der Androgene, insbesondere in den Wechseljahren, lässt die Meibomdrüsen, die den fettigen Anteil des Tränenfilms produzieren, weniger aktiv werden. In der Folge verdunstet der Tränenfilm schneller, was die Symptome des Trockenen Auges und eine schwankende Sehschärfe verursacht.
- Veränderungen der Sehstärke: Während der Schwangerschaft können hormonelle Veränderungen zu Flüssigkeitseinlagerungen in der Hornhaut führen, was die Sehstärke vorübergehend verändert.
- Erhöhte Blendempfindlichkeit: In den Wechseljahren kann der sinkende Östrogenspiegel zu einer erhöhten Blendempfindlichkeit führen.
- Veränderungen der Sehschärfe: Hormonelle Schwankungen können die Sehschärfe beeinträchtigen, insbesondere während der Schwangerschaft und in den Wechseljahren.
- Augeninfektionen: Während der Schwangerschaft kann eine erhöhte Anfälligkeit für Augeninfektionen auftreten.
- Augenkomplikationen bei Schwangerschaftsdiabetes: Erhöhte Blutzuckerwerte können Veränderungen in den kleinen Blutgefäßen der Netzhaut verursachen, die zu Augenkomplikationen führen können.
- Augensymptome bei Schilddrüsenerkrankungen: Bei der Autoimmunerkrankung Morbus Basedow können Lidretraktion, hervorstehende Augäpfel (Exophthalmus), Doppelbilder und in schweren Fällen sogar Sehverlust aufgrund von Druckschäden am Sehnerv auftreten. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) können geschwollene Augenlider, Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe um die Augen (periorbitale Ödeme) und trockene Augen auftreten.
Behandlung hormonbedingter Augenerkrankungen
Die Behandlung hormonbedingter Augenerkrankungen erfordert spezialisiertes Fachwissen sowie moderne medizinische Verfahren. Neben herkömmlichen Therapien wie Tränenersatzmitteln kommen auch innovative Verfahren wie Lidreinigung, Lidrandmassagen und entzündungshemmende Behandlungen zum Einsatz, um die Symptome zu lindern. Für komplexe Augenprobleme bieten Kliniken fortschrittliche Behandlungsmethoden an, darunter moderne Laserverfahren und chirurgische Optionen wie minimalinvasive Eingriffe sowie spezielle Linsenimplantationen.
Stress und seine Auswirkungen auf die Augen
In physisch oder psychisch belastenden Situationen schüttet der Körper Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin aus. Diese Hormone können verschiedene Auswirkungen auf den Körper haben und auch die Augen und damit das Sehvermögen beeinträchtigen. Unter Stress verengen sich die Blutgefäße bzw. in den Augen die Netzhautgefäße. Eine anhaltend schlechte Durchblutung der Augen kann die Zellen der Netzhaut schädigen und zu Sehstörungen oder im schlimmsten Fall zu einem Sehverlust führen. Durch Stress kann sich auch der Augeninnendruck erhöhen, was zu schweren Augenerkrankungen wie Grüner Star oder Grauer Star führen kann.
Mögliche Symptome von Stress auf die Augen
- Augenflimmern oder Flackern: Das Nervensystem wird durch Stress übererregt, was zu vorübergehenden Veränderungen der neuronalen Aktivität in der Sehbahn führen kann.
- Verschwommenes Sehen: Stress kann zu Muskelverspannungen im Nacken und im Schulterbereich führen, was auch die Augenmuskulatur beeinträchtigen kann. Zudem blinzeln Menschen in Stresssituationen weniger, was zu trockenen Augen und verschwommenem Sehen führen kann.
- Zucken des Augenlids: In stressigen Phasen kann es zu einem Lidzucken kommen.
Stressbewältigung für gesunde Augen
Um die Augengesundheit zu erhalten, ist es wichtig, Stressfaktoren zu erkennen und zu reduzieren. Strategien zur Stressbewältigung umfassen Meditation, Atemübungen oder Yoga. Regelmäßige Augenuntersuchungen beim Augenarzt zur Früherkennung, Diagnose oder Behandlung sind ebenfalls empfehlenswert.
Übungen für die Augen
- Blinzeln: Versuchen Sie, eine Minute lang so schnell wie möglich zu blinzeln, um die Augenmuskulatur zu stärken und die Hornhaut zu befeuchten.
- Kreisbewegungen mit den Augen: Zeichnen Sie mit einer Hand einen Kreis in die Luft und folgen Sie Ihrem Finger im Uhrzeigersinn mit den Augen, ohne den Kopf zu bewegen. Wiederholen Sie diese Übung mit der anderen Hand gegen den Uhrzeigersinn.
- Diagonale und vertikale Blickbewegungen: Halten Sie Ihre Hand vor sich und strecken Sie den Daumen nach oben. Bewegen Sie nun Ihre Hand nach rechts und links, diagonal von oben nach unten oder gerade von oben nach unten und andersherum - immer so weit, wie Sie dem Daumen mit den Augen folgen können, ohne den Kopf zu bewegen.
- Fokussierungsübung: Halten Sie den Daumen ausgestreckt vor sich und fokussieren Sie ihn. Dann den Daumen zur Nasenspitze führen und wieder weiter wegführen. Der Fokus bleibt dabei immer auf dem Daumen.
Präventive Maßnahmen für die Augengesundheit
Um die Augengesundheit während hormoneller Umstellungsphasen zu unterstützen, können folgende präventive Maßnahmen hilfreich sein:
- Regelmäßige augenärztliche Kontrolluntersuchungen: Ermöglichen eine frühzeitige Erkennung und Behandlung möglicher Probleme.
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Fördert die Feuchtigkeit der Schleimhäute und unterstützt die Tränenproduktion.
- Regelmäßige Pausen bei Bildschirmarbeit: Mit der 20-20-20-Regel kann die Augenbelastung verringert werden.
- Entzündungshemmende Ernährung: Reich an Vitaminen, Omega-3-Fettsäuren und Antioxidantien kann die Tränenfilmqualität verbessern.
- Vermeidung von Zigarettenrauch und übermäßigem Alkoholkonsum: Kann trockene Augen begünstigen.
- Anpassung der Umgebungsbedingungen: Die Nutzung eines Luftbefeuchters und das Vermeiden direkter Luftzüge am Arbeitsplatz können helfen, die Augen zu entlasten.
- Regelmäßige Einnahme verschriebener Medikamente und Kontrolle der Schilddrüsenwerte: Wichtig, um hormonbedingte Beschwerden zu minimieren.
- Schutz vor UV-Strahlung: Hochwertige Sonnenbrillen mit UV-Schutz schützen die Augen vor schädlichen Strahlen.
Warnsignale, bei denen ein Arztbesuch ratsam ist
- Plötzliche oder deutliche Verschlechterung der Sehschärfe über mehr als 48 Stunden.
- Anhaltende Doppelbilder oder neue Einschränkungen des Gesichtsfelds.
- Schmerzhafte, gerötete Augen - insbesondere in Kombination mit Lichtempfindlichkeit und verstärktem Tränenfluss.
- Wahrnehmung von Blitzen, Lichtblitzen oder neu auftretenden, beweglichen Trübungen (sogenannte Floater).
- Auffälliges Hervortreten eines oder beider Augäpfel bzw. sichtbare Asymmetrie.
- Starke Trockenheitsbeschwerden, die auf gängige Augentropfen nicht ansprechen.
- Sehstörungen gemeinsam mit Kopfschmerzen, Übelkeit oder Schwindel - insbesondere während der Schwangerschaft.
Hypophysenadenome: Gutartige Tumoren der Hirnanhangdrüse
Hypophysenadenome sind gutartige (benigne) Tumoren der Hirnanhangdrüse (Hypophyse). Sie gehören zu den neuroendokrinen Tumoren, das heißt, dass sie hormonelle (endokrine) Störungen verursachen können. Hypophysenadenome sind Geschwülste in der Sella turcica („Türkensattel“), einer knöchernen Mulde in der vorderen Schädelbasis, in der die Hypophyse liegt.
Arten von Hypophysenadenomen
Es gibt verschiedene Arten von Hypophysenadenomen. Ist das Adenom größer als ein Zentimeter, spricht man von einem Makroadenom. Außerdem gibt es hormoninaktive und hormonaktive Hypophysenadenome. Hormonaktiv bedeutet, dass der Tumor eigenständig Hormone produziert. Das kommt oft vor. Hormonaktive (endokrin aktive) Hypophysenadenome können genau jene Hormone herstellen, die auch die Hypophyse selbst produziert. In gut der Hälfte aller Fälle bilden sie Prolaktin, das unter anderem die Entstehung der Muttermilch unterstützt. Diese Tumore werden Prolaktinome genannt.
Ursachen und Symptome von Hypophysenadenomen
Hypophysenadenome entwickeln sich aus entarteten Drüsenzellen der Hypophyse. Die Ursachen für deren unkontrolliertes Wachstum sind medizinisch bislang nicht abschließend geklärt. Vermutet wird unter anderem ein Zusammenhang zum so genannten MEN-1-Syndrom (multiple endokrine Neoplasie), einer krankhaften Veränderung der Hormondrüsen der Hypophyse, die vererbbar ist. Ob und durch welche Symptome sich ein Hypophysenadenom bemerkbar macht, hängt vor allem davon ab, wie groß es ist und ob es Hormone produziert oder nicht. Symptome von Makroadenomen und größeren hormoninaktiven Tumoren entstehen vor allem durch ihr Wachstum, da sie auf andere Hirnareale drücken können und so angrenzendes Hormon- oder Nervengewebe schädigen. Eine mögliche Folge: eine Hypophysenunterfunktion, die meist ebenfalls mit hormonellen Störungen verbunden ist.
Diagnose und Behandlung von Hypophysenadenomen
Adenome wachsen meistens sehr langsam, so dass sich die ersten Symptome oft erst relativ spät zeigen. Um festzustellen, ob und welches Hormon in zu hohem Maß oder zu geringer Menge im Körper vorhanden ist, muss der Hormonspiegel bestimmt werden. Dazu werden Urin und/oder Blut endokrinologisch untersucht. Welche Behandlung bei einem Hypophysenadenom die jeweils bestmögliche ist, muss individuell von Fall zu Fall und gemeinsam mit den betroffenen Patientinnen und Patienten entschieden werden. Die Therapieempfehlung ist vor allem abhängig davon, um welche Art von Adenom es sich handelt und welche Komplikationen es verursacht. Grundsätzlich stehen mehrere Verfahren zur Auswahl: Neben Medikamenten gehören Operation und Bestrahlung zur Regelbehandlung.
Therapieansätze bei Hypophysenadenomen
- Medikamentöse Therapie: So genannte Prolaktinome, also Hypophysenadenome, die das Hormon Prolaktin bilden, sprechen gut auf eine medikamentöse Therapie an.
- Operation: Die wichtigste Therapiemöglichkeit bei Hirntumoren, also auch bei Hypophysentumoren, ist grundsätzlich eine Operation. Denn eine vollständige Entfernung des Tumors erhöht die Heilungschancen deutlich. Bei Hypophysenadenomen kann der chirurgische Eingriff in der Regel minimal-invasiv durch die Nase durchgeführt werden.
- Strahlentherapie: In einigen Fällen und bei besonders großen Adenomen wird noch vor einer Operation eine Strahlentherapie durchgeführt, um die Tumormasse zu verringern. Studien haben zudem gezeigt, dass eine postoperative Bestrahlung, also eine Strahlentherapie im Anschluss an eine OP, die Gefahr von Rezidiven - erneut wachsenden Adenomen - minimiert.
Protonentherapie bei Hypophysenadenomen
Bei der Bestrahlung von Hirntumoren hat sich die Protonentherapie in den vergangenen Jahren als moderne und besonders schonende Verfahrensalternative etabliert. Durch die Zielgenauigkeit der Protonen reduziert sich die Strahlenbelastung von Gehirn-, Rückenmark-, Hör- oder Sehstrukturen jedoch auf ein absolutes Minimum. Vor allem, wenn nur ein Teil des Hypophysenadenoms chirurgisch entfernt werden konnte, sind die physikalischen Eigenschaften der Protonen bei der anschließend notwendigen Bestrahlung also von großem Vorteil.