Eine Sehnenentzündung, insbesondere am Ellenbogen, ist eine schmerzhafte und häufige Erkrankung, die in der orthopädischen Praxis vorkommt. Die bekanntesten Formen sind der Tennisarm und der Golferellenbogen. Um eine Chronifizierung zu vermeiden, sind eine frühzeitige Diagnose und Therapie durch einen erfahrenen Orthopäden von großer Bedeutung. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Sehnenentzündungen, ihre Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung, sowie die Dauer der Arbeitsunfähigkeit.
Was ist eine Sehnenentzündung im Ellenbogen?
Die Sehnen im Ellenbogen verbinden Muskeln und Knochen. Eine Entzündung entsteht oft durch übermäßige Belastung, oft in Kombination mit Fehlhaltungen oder degenerativen Prozessen, die zu einer Überreizung der Sehne führen. Dies kann zu strukturellen Veränderungen, Schwellungen und starken Schmerzen im Ellenbogen führen. Ein schneller Therapiebeginn ist wichtig, um eine reaktive Versteifung der Muskulatur zu verhindern. Konservative Maßnahmen sind in der Regel die erste Wahl der Behandlung. Im medizinischen Bereich wird diese Erkrankung oft als Sehnenscheidenentzündung des Ellenbogens bezeichnet.
Ursachen einer Sehnenansatzentzündung
Eine Sehnenansatzentzündung (Tendinitis) entsteht durch Überbeanspruchung der Sehne. Wenn die Beanspruchung die Belastbarkeit der Sehne übersteigt, kommt es zu Mikroverletzungen und Entzündungsprozessen. Das Gewebe um die Sehne schwillt an und verursacht Schmerzen.
Tennisarm und Golferellenbogen
Beim Tennisarm sind die Sehnen am äußeren Ellenbogen entzündet. Diese Muskeln werden verwendet, um die Hand gegenüber dem Unterarm zu überstrecken. Der Golferellenbogen ist eine Entzündung der Sehnen, die am inneren Knochenvorsprung des Oberarms (Epicondylus ulnaris humeri) ansetzen. Die zugehörigen Muskeln sind an der Hand- und Fingerbeugung beteiligt. Eine typische Bewegung ist die Schlagtechnik aus dem Handgelenk beim Golfsport, daher der Name der Erkrankung. Eine Fehl- oder Überlastung der Handbeuger führt zu einer Sehnenreizung mit anschließender Entzündung.
Trizeps- und Bizepssehnenentzündung
Der Trizepsmuskel ist der Streckmuskel des Ellenbogengelenks und hat seinen Sehnenansatz unterhalb des Ellenbogengelenks. Eine Fehl- oder Überlastung kann zu einer schmerzhaften Entzündung seiner Ansatzsehne führen, die Schmerzen in das Ellenbogengelenk ausstrahlen. Der Trizeps wird bei alltäglichen Bewegungen nur mäßig beansprucht und arbeitet typischerweise immer mit der restlichen Ober- und Unterarmmuskulatur zusammen. Der Bizepsmuskel ist für die Beugung im Ellenbogengelenk und die Supination (Auswärtsdrehung der Hand) verantwortlich. Die Muskelansätze verlaufen sowohl über das Schulter- als auch über das Ellenbogengelenk. Eine Sehnenentzündung kann daher sowohl in den Ellenbogen als auch in die Schulter ausstrahlen. Die Überlastung kann durch wiederholte Bewegungen entstehen.
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Symptome einer Sehnenentzündung im Ellenbogen
Eine Sehnenentzündung/Sehnenscheidenentzündung im Ellenbogengelenk äußert sich durch Druck- und Belastungsschmerzen. Der Druckschmerz ist meist auf die spezifische Region des Sehnenansatzes begrenzt. Der Belastungsschmerz tritt verstärkt bei wiederholten Belastungen der zugehörigen Muskelgruppe auf, z.B. beim Faustschluss bei einem Tennisarm. Auch Übungen, bei denen es zu einer Dehnung der Sehne kommt, sind schmerzhaft. Im Laufe der Zeit reagiert der Körper auf die anhaltenden Schmerzen mit einer Versteifung der betroffenen Muskelgruppe. Wenn eher ein Brennen im Ellenbogen auftritt, können auch andere Grunderkrankungen vorliegen.
Diagnose einer Sehnenentzündung im Ellenbogen
Die Diagnose einer Sehnenentzündung im Ellenbogen basiert auf der Anamnese und der klinischen Untersuchung. Die klinische Untersuchung umfasst eine Funktionsprüfung der betroffenen Muskelgruppe und eine Drucktestung ihrer Ansatzsehne. Ein ähnliches klinisches Bild mit Funktionseinschränkung und Druckschmerz im Muskel-Sehnen-Apparat erhärtet den Verdacht auf eine Sehnenentzündung. Ergänzend kann eine Ultraschalldiagnostik den Entzündungsprozess um die Sehne darstellen. Bei unklarem Befund kann eine MRT-Bildgebung den Entzündungsprozess zuverlässig darstellen und den Verdacht einer Sehnenentzündung bestätigen.
Ultraschallbildgebung
Eine Ultraschallbildgebung kann Entzündungsprozesse im Rahmen einer Sehnenentzündung im Ellenbogen darstellen. Bei einer Schwellung des Ellenbogens werden ödematöse Einlagerungen in Form einer echoarmen Formation um die Sehne sichtbar. Im Verlauf der Erkrankung ist auch eine Verkalkung als Folge der Degeneration der Sehne möglich. Diese kann im Ultraschall deutlich dargestellt werden. Limitationen dieser Diagnostik ergeben sich aus ihrer Abhängigkeit von Untersucher und patientenindividuellen Faktoren, wie einem erhöhten Körperfettanteil, der die Eindringtiefe des Gerätes begrenzt.
Röntgenbild
In der Diagnostik der Sehnenansatzentzündung ist das Röntgenbild nur ergänzend zum Ausschluss von Differentialdiagnosen geeignet. Dabei kann eine knöcherne Ursache für Schmerzen im Ellenbogen zuverlässig erkannt werden. Zur Darstellung von aktiven Entzündungsprozessen ist das Röntgenbild jedoch ungeeignet. Folglich kommt es nicht als primäre Bildgebung bei Verdacht auf eine Sehnenansatzentzündung in Frage. Erst im fortgeschrittenen Krankheitsstadium können Verkalkungen im Rahmen eines degenerativen Prozesses der Sehne entstehen, die sich im Röntgen darstellen lassen. Die Diagnose sollte jedoch schon in einem früheren Stadium erfolgen.
MRT vom Ellenbogen
Eine MRT-Bildgebung dient der erweiterten Diagnostik einer Sehnenansatzentzündung im Ellenbogen. Es kann entzündliche Prozesse um die Sehne zuverlässig und untersucherunabhängig darstellen. Da eine Ultraschalldiagnostik ubiquitär verfügbar und kostengünstig ist, wird sie dem MRT Bild zunächst vorgezogen. Bei unklaren Befunden oder einer Kontraindikation für eine Sonographie kommt die MRT Bildgebung zur Anwendung. Sie kann auch knöcherne Differentialdiagnosen gezielt ausschließen und die Diagnose der Sehnenansatzentzündung bestätigen.
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Therapie einer Sehnenansatzentzündung
Die Therapie einer Sehnenansatzentzündung erfolgt zunächst konservativ. Grundlegendes Therapieziel ist eine dauerhafte Entlastung der Sehne. Eine Ruhigstellung sollte dabei vermieden werden, um Versteifungen zu verhindern. Stattdessen ist therapeutisch eine Stärkung der umliegenden Muskulatur, sowie ein exzentrisches Training der betroffenen Muskelgruppe zielführend. Dabei werden Regenerationsprozesse des Körpers aktiviert und die Beweglichkeit der Sehne sichergestellt, ohne sie stark zu belasten. Zusätzlich kommen unterstützende Therapiemaßnahmen zur Anwendung, um die Regeneration der Sehne zu fördern.
Kortisonspritze
Eine Kortisonspritze kann eine schnelle Besserung der Sehnenentzündung erzielen. Cortison wirkt entzündungs- und schmerzhemmend. Damit behandelt es sowohl Ursache als auch Symptom der Entzündung. Der Wirkstoff wird dabei in die unmittelbare Umgebung der Sehne appliziert. Eine Injektion direkt in die Sehne sollte vermieden werden, da die Sehne dadurch an Festigkeit verlieren kann. Schon unmittelbar nach der Behandlung ist eine schmerzfreie Bewegung möglich. Trotz der deutlichen Schmerzreduktion sollte die Sehne weiterhin geschont werden bis der Heilungsprozess abgeschlossen ist, da sonst die Gefahr einer erneuten Überlastung besteht.
Stoßwellentherapie
Bei der Stoßwellentherapie werden Druckimpulse über elektromagnetische Wellen abgegeben. Diese Wellen können lokal auf Kalkablagerungen gerichtet werden und deren Abbau erzielen. Solche Kalkablagerungen treten auch im Rahmen von Sehnenentzündungen auf und können durch eine Stoßwellentherapie effektiv behandelt werden. Daneben ist eine radiäre Abgabe der Wellen möglich, die eine flächige Wirkung erzielt. Es kommt zu einer Steigerung der Durchblutung mit Aktivierung von Zellerneuerungsprozessen. Besonders bei spätem Therapiebeginn kann eine außerordentliche Reizung dem Gewebe dazu verhelfen, Regenerationsvorgänge wiederaufzunehmen und schneller zu heilen.
Eigenbluttherapie
Bei der Eigenbluttherapie wird dem Patienten venöses Blut entnommen, aufbereitet und in den Bereich der entzündeten Sehne injiziert. Das Blut wird dabei zu einem Thrombozytenkonzentrat verarbeitet, welches wachstumsfördernde Faktoren enthalten soll. Diese können in einer höheren Konzentration als unter physiologischen Bedingungen angereichert und lokal appliziert werden.
Kinesiotaping
Beim Kinesiotaping wird ein unterstützender Verband am Ellenbogen geklebt. Dieser soll die umgebende Muskulatur, sowie die Durchblutung aktivieren und damit Heilungsprozesse fördern. Daneben hat der Tapeverband auch eine stützende Funktion. Diese ist bei der Sehnenentzündung wichtig, um die Belastung auf die entzündeten Strukturen zu minimieren. Dazu wird der Tapeverband so geklebt, dass die auf die Sehne wirkenden Kräfte von allen beteiligten Muskeln mitgetragen werden. Bei erfolgreicher Therapie können die Schmerzen durch das Kinesiotape deutlich wahrnehmbar reduziert werden.
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Akupunktur
Die Akupunktur gehört zu den Verfahren der traditionellen chinesischen Medizin. Auch in der Therapie der Sehnenentzündung des Ellenbogens kann sie ergänzend angewendet werden, um die Schmerzen zu reduzieren. Die grundlegende Theorie ist die Injektion kleiner Nadeln in festgelegte Hautareale, um den gestörten Energiefluss wiederherzustellen. Der genaue Wirkmechanismus ist nicht ausreichend geklärt. Vermutet wird eine Ausschüttung von schmerzstillenden und glücksfördernden Hormonen infolge der Nadeltherapie. Insgesamt konnte ein schmerzstillender Effekt bei zahlreichen Grunderkrankungen beobachtet werden. Eine Sonderform ist die Triggerakupunktur, bei der verspannte Muskeln durch kleine Nadeln zur Entspannung gebracht werden.
Dauer der Behandlung
Unter einer erfolgreichen konservativen Therapie kann eine Sehnenentzündung im Ellenbogen bei einem Ellenbogenspezialisten schon innerhalb von wenigen Wochen behandelt werden. Wichtig ist ein unmittelbarer Therapiebeginn, um eine Chronifizierung zu vermeiden. Bei fehlender Entlastung kann sich die Heilungsdauer deutlich verzögern. Es gilt in jedem Stadium, den voranschreitenden Entzündungsprozess schnellstmöglich zu durchbrechen, um eine irreversible Degeneration der Sehne und den Übergang in eine chronische Sehnenentzündung zu verhindern. Bei ausreichender Therapieadhärenz ist eine Besserung nach ein bis zwei Monaten auch bei späterem Behandlungsbeginn möglich. Nur in sehr wenigen Fällen ist ein operatives Vorgehen notwendig.
Dauer der Arbeitsunfähigkeit bei einer Sehnenscheidenentzündung im Ellenbogen
Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit hängt von der Art und dem Schweregrad der Entzündung sowie der Art der beruflichen Tätigkeit ab.
Akute Sehnenscheidenentzündung
Bei einer akuten Entzündung, die frühzeitig behandelt wird, ist die Prognose sehr gut. Die Heilung kann innerhalb von 3 bis 6 Wochen erfolgen.
Chronische Sehnenscheidenentzündung
Wenn die Entzündung nicht konsequent behandelt wird oder die Belastung weiterhin besteht, kann sie chronisch werden. In diesem Fall kann die Arbeitsunfähigkeit länger dauern.
Mäßig körperliche Arbeit
Bei Berufen mit mittelschwerer Belastung des Arms (z. B. Büroarbeit mit viel Tippen) kann die Arbeitsunfähigkeit kürzer sein als bei Berufen mit schwerer körperlicher Arbeit.
Prävention
Bei einer Erkrankungszeit bzw. einer Heilungsdauer von mehr als 3 Monaten ist eine Prävention zwingend nötig, da bei Aufnahme gleicher Tätigkeiten bzw. Belastungen die Sehnenscheidenentzündung erneut auftreten kann.
Elektromyographie (EMG)
Die Elektromyographie kann präventiv eine Sehnenentzündung verhindern. Dabei werden Muskelaktivität und Dehnungszustand am Ellenbogen analysiert. Geringe Dysbalancen und minimale Fehlbelastungen können dabei schon vor Symptombeginn detektiert werden. Auch eine beginnende Versteifung kann im Verlauf zu einer Sehnenentzündung führen und wird durch eine EMG Diagnostik frühzeitig erkannt. Anhand der Ergebnisse der EMG kann ein individuelles Therapiekonzept erstellt werden. Mit dem Ausgleich von Fehlbelastungen und entsprechender Aufdehnung der Muskulatur kann einer Sehnenentzündung behandelt und effektiv vorgebeugt werden.
Übungen bei einer Sehnenentzündung
Die Übungen bei einer Sehnenentzündung richten sich nach der Muskulatur des betroffenen Sehnenansatzes. Exzentrische Übungen sind besonders gut geeignet, um die Sehne mit minimaler Belastung zu bewegen. Exzentrisch bedeutet dabei, dass die Rückbewegung des Muskels ausgeführt wird. Am Beispiel des Tennisarms führt die Handbeugung zu Schmerzen. Dieser Teil der Bewegung wird als konzentrisch beschrieben und sollte zunächst unter Zuhilfenahme der Gegenhand stattfinden. Die darauffolgende exzentrische Bewegung stellt dabei die Rückbewegung der Hand aus der Beugung in die Ausgangsposition dar. Diese Übung kann durch den Einsatz von Zusatzgewicht intensiviert werden. Neben exzentrischen Übungen sollten Dehnungsübungen durchgeführt werden, um eine ausreichende Beweglichkeit der entzündet Sehne am Ellenbogen aufrecht zu erhalten. Die jeweiligen Übungen richten sich nach der Muskulatur des betroffenen Sehnenansatzes. Eine Dehnung erfolgt immer in Gegenrichtung zur Zugrichtung des Muskels. Im Falle eines Tennisarms sind die Sehnen des Handgelenkstreckers entzündet. Sie werden demnach durch eine Handgelenksbeugung aufgedehnt. Die Intensität der Übung kann unter Zuhilfenahme der Gegenhand gesteigert werden.
Sehnervenentzündung (Optikusneuritis)
Die Sehnervenentzündung ist eine Entzündung des Sehnervs, die meist zu einem gestörten Sehvermögen auf einem Auge führt. Die Beschwerden bessern sich üblicherweise im Laufe von Tagen bis Wochen. In einigen Fällen kann eine Sehnervenentzündung jedoch auch als Teil der Erkrankung Multiple Sklerose (MS) auftreten.
Ursachen und Symptome der Sehnervenentzündung
Die Symptome einer Optikusneuritis entstehen aufgrund einer entzündlichen Schädigung des Sehnervs. Hier sind allerdings nicht Bakterien oder Viren die Ursache der Entzündung, in den meisten Fällen greifen stattdessen die körpereigenen Abwehrzellen im Rahmen einer sog. Autoimmunreaktion das eigene Gewebe an. Eine Sehnervenentzündung kann ein Zeichen der Erkrankung Multiple Sklerose sein. Nicht selten ist es sogar das erste Symptom der Erkrankung. Andere Ursachen sind Reaktionen auf Giftstoffe wie Blei, Medikamentenmissbrauch und Erkrankungen wie Lupus erythematodes, Sarkoidose oder Borreliose. Bei Kindern tritt die Erkrankung häufig in einem zeitlichen Zusammenhang mit einer Virusinfektion auf und betrifft dann oft beide Seiten. Das Sehvermögen erholt sich meist komplett. Das Risiko, nach der Episode eine MS zu entwickeln, ist bei Kindern deutlich geringer. Das typische Symptom ist eine Beeinträchtigung des Sehvermögens mit mäßigen Schmerzen hinter dem Augapfel, die beim Bewegen der Augen stärker werden. In 75 % der Fälle tritt die Erkrankung einseitig auf, es können jedoch auch beide Sehnerven betroffen sein. Die Sehstörungen können unterschiedliche Ausmaße bis zum Sehverlust reichen. An der Stelle, an der der Sehnerv das Auge verlässt (blinder Fleck), kann sich ein Ödem bilden. Weitere Zeichen einer Sehnervenentzündung können vermindertes Kontrastempfinden, (von Auge zu Auge) verändertes Farbsehen und teilweiser Gesichtsfeldausfall sein. Teilweise kann auch eine Regenbogenhautentzündung auftreten. Die Symptome entwickeln sich meist im Laufe von Stunden bis wenigen Tagen. Auch die Wahrnehmung von Lichtblitzen kann Ausdruck der Erkrankung sein. Da eine Sehnervenentzündung im Rahmen einer Multiplen Sklerose (MS) auftreten kann, sind weitere neurologische Symptome wie Missempfindungen oder Schwindel möglich.
Diagnose und Therapie der Sehnervenentzündung
Die Diagnose wird bei der typischen Beschreibung einer zunehmenden Verschlechterung des Sehens, der Farbwahrnehmung und des Kontrastempfindens über Stunden bis Tage in Betracht gezogen. In der Untersuchung der Patient*innen zeigen sich zusätzlich zur eingeschränkten Sehfähigkeit oft eine gestörte Pupillenreaktion auf Licht und Schmerzen bei Augenbewegungen. Es erfolgt eine allgemeine körperliche Untersuchung, um Symptome wie Missempfindungen, Lähmungen, Schwindel, Herz-/Lungensymptome oder Fieber zu erkennen. Bei schweren oder anhaltenden Schmerzen über mehr als 2 Wochen oder anhaltendem oder fortschreitendem Verlust des Sehvermögens sollten weitere diagnostische Maßnahmen gesetzt werden. Eine augenärztliche Untersuchung erfolgt, um andere Krankheiten auszuschließen. Bei allen Betroffenen sollte im Krankenhaus eine MRT-Untersuchung des Gehirns und des Rückenmarks durchgeführt werden, um das Risiko für eine Multiple Sklerose abzuschätzen. Zusätzlich liegt so ein Ausgangsbefund vor, falls sich in Zukunft weitere Symptome entwickeln. Bei einem krankhaften MRT-Befund oder vorhandenen neurologischen Symptomen sind neurologische Zusatzuntersuchungen empfohlen. Um eine andere zugrunde liegende Erkrankung auszuschließen, können eine Lumbalpunktion zur Analyse der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit sowie verschiedene Bluttests notwendig sein. Für den Ausschluss anderer Erkrankungen oder die Verlaufskontrolle können sog. visuell evozierte Potenziale (VEP) gemessen werden. Ziel der Therapie ist die Wiederherstellung des Sehvermögens und die Verhinderung weiterer Schübe im Rahmen einer schubförmig verlaufenden Multiplen Sklerose. Wenn die Sehnervenentzündung im Rahmen einer Multiplen Sklerose auftritt oder der Sehverlust stark ausgeprägt ist, sollten in der Akutsituation Kortikosteroide eingesetzt werden. Die Behandlung einer Optikusneuritis, die im Rahmen eines MS-Schubs auftritt, erfolgt nach den Prinzipien der MS-Therapie. Auch Kinder und Jugendliche können medikamentös behandelt werden.
Prognose der Sehnervenentzündung
Die Prognose der Erkrankung ist insgesamt gut. Etwa 95 % der Patientinnen erlangen mit der Zeit wieder ein fast normales Sehvermögen. In seltenen Fällen kommt es zu dauerhaften Einschränkungen des Sehvermögens. Das Sehvermögen kehrt fast immer nach ein paar Tagen oder Wochen zurück. In manchen Fällen dauert es allerdings Monate, bevor alle Symptome verschwunden sind. Innerhalb von 5 Jahren kommt es bei insgesamt 30 % der Patientinnen zu einem Rückfall. Dieser kann am zuerst betroffenen, aber auch am anderen Auge auftreten. Zwischen der Sehnervenentzündung und dem späteren Entstehen der Multiplen Sklerose können viele Jahre liegen.
Berufsunfähigkeit durch eine Sehnenscheidenentzündung
Eine Sehnenscheidenentzündung ist eine anerkannte Berufskrankheit und kann zu einer zeitweisen oder dauerhaften Berufsunfähigkeit oder Dienstunfähigkeit führen. Das Risiko, durch eine Sehnenscheidenentzündung berufsunfähig zu werden, ist hoch und bedroht den finanziellen Lebensstandard. Es hängt jedoch auch vom Beruf ab. Es gibt Berufe, bei denen die Sehnenscheiden mehr beansprucht werden, an Überbelastung leiden und damit die Gefahr einer Entzündung steigt. Alle Personen, die viel im Büro arbeiten, also mit den Händen tippen, die Computermaus bedienen u. s. Unterm Strich sind also viele Menschen von diesem Risiko betroffen. Sollte es zur Berufsunfähigkeit durch eine solche Entzündung und ihre Symptome kommen, besteht eventuell Anspruch auf eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente durch die Rentenversicherung. Allerdings ist diese Rente gering und an viele Bedingungen geknüpft, beispielsweise an die vollständige Erwerbsunfähigkeit. Auch eine abstrakte Verweisung ist dann möglich und die Rente wird in der Regel erst nach vielen Monaten ausbezahlt. In einigen Berufen ist die Sehnenscheidenentzündung als Berufskrankheit anerkannt. Dadurch besteht Anspruch auf Leistungen durch die Unfallversicherung, beispielsweise auf therapeutische Maßnahmen. Die Berufsunfähigkeitsversicherung zählt daher als eine der wichtigsten Versicherungen für jeden Menschen, der beruflich tätig ist. Denn die BU-Rente ist deutlich höher, und die BU-Versicherung zahlt schneller. Wichtig ist, dass beim Abschluss darauf geachtet wird, dass keine abstrakte Verweisung möglich ist. Sobald der versicherte Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann, erhält man die vereinbarten Leistungen. Die Sehnenscheidenentzündung kann verschiedene Ursachen und Beschwerden haben. Es gibt Berufe, die von dieser Gefahr besonders betroffen sind. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist für jede:n Berufstätige:n für den Leistungsfall sinnvoll. Denn der Versicherungsschutz greift auch bei anderen Ursachen neben der Tendovaginitis, beispielsweise bei einem Bandscheibenvorfall, einer Depression, einer Arthritis u. v.
Umgang mit der Diagnose und Arbeitsunfähigkeit
Die Diagnose einer Sehnenentzündung oder einer anderen Erkrankung kann belastend sein. Es ist wichtig, sich die Zeit zu nehmen, die man braucht, um die Diagnose zu verarbeiten und sich auf die Genesung zu konzentrieren.
Offenheit am Arbeitsplatz
Ob man die Diagnose dem Chef oder den Kollegen mitteilt, ist eine persönliche Entscheidung. Es kann hilfreich sein, offen über die Erkrankung zu sprechen, um Rücksichtnahme und Unterstützung zu erhalten. Andererseits hat man auch das Recht, seine Privatsphäre zu wahren und die Diagnose für sich zu behalten.
Krankengeld und Erwerbsminderungsrente
Bei längerer Arbeitsunfähigkeit besteht Anspruch auf Krankengeld. Wenn die Arbeitsfähigkeit dauerhaft eingeschränkt ist, kann eine Erwerbsminderungsrente beantragt werden. Es ist ratsam, sich von der Krankenkasse und der Rentenversicherung beraten zu lassen, um die individuellen Ansprüche zu klären.
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