Sehstörungen, Taubheitsgefühl im Gesicht: Ursachen und Behandlung

Sehstörungen und Taubheitsgefühle im Gesicht können beunruhigende Symptome sein, die auf eine Vielzahl von zugrunde liegenden Ursachen hinweisen können. Es ist wichtig, diese Symptome ernst zu nehmen und einen Arzt aufzusuchen, um eine genaue Diagnose und angemessene Behandlung zu erhalten. Dieser Artikel beleuchtet die möglichen Ursachen für diese Beschwerden und gibt einen Überblick über Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten.

Migräne als Ursache

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die sich durch starke Kopfschmerzen, oft begleitet von Übelkeit, Erbrechen und erhöhter Licht- und Geräuschempfindlichkeit, auszeichnet. In einigen Fällen können Migräneattacken auch von Sehstörungen und Taubheitsgefühlen im Gesicht begleitet sein.

Ursachen und Auslöser von Migräne

Die genauen Ursachen der Migräne sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass eine Kombination aus genetischer Veranlagung, neurologischen Veränderungen im Gehirn und einem Ungleichgewicht von Botenstoffen wie Serotonin eine Rolle spielt. Diese Faktoren können zu einer Erweiterung und Verengung von Blutgefäßen im Gehirn führen, was wiederum Schmerzen auslöst.

Migräneattacken können durch verschiedene Trigger ausgelöst werden, die von Person zu Person unterschiedlich sein können. Häufige Trigger sind:

  • Stress: Übermäßiger Stress kann Migräneattacken provozieren. Stressmanagement-Techniken wie Entspannungsübungen, regelmäßige Bewegung und ausreichend Schlaf können helfen, stressbedingte Migränesymptome zu minimieren.
  • Wetter: Starke Temperaturschwankungen, Luftfeuchtigkeit oder Druckveränderungen können bei empfindlichen Personen Migräneanfälle auslösen.
  • Schlafmangel: Unzureichender Schlaf kann Migräneattacken begünstigen.
  • Bestimmte Lebensmittel und Getränke: Einige Lebensmittel und Getränke, wie z.B. Alkohol, Käse oder Schokolade, können bei manchen Menschen Migräne auslösen.
  • Starke Gerüche: Intensive Gerüche können bei empfindlichen Personen Migräneattacken auslösen.
  • Intensive körperliche Anstrengung: Übermäßige körperliche Aktivität kann bei manchen Menschen Migräneattacken provozieren.

Fazialisparese (Gesichtslähmung)

Die Fazialisparese, auch Gesichtslähmung genannt, ist eine Erkrankung, bei der der Gesichtsnerv (Nervus facialis) geschädigt ist. Dieser Nerv steuert die Muskeln im Gesicht, die für Mimik, Sprechen und Nahrungsaufnahme verantwortlich sind. Eine Schädigung des Nervus facialis kann zu einer Schwäche oder Lähmung der Gesichtsmuskeln führen, was sich in Sehstörungen und Taubheitsgefühlen im Gesicht äußern kann.

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Ursachen der Fazialisparese

Es gibt verschiedene Ursachen für eine Fazialisparese:

  • Idiopathische Fazialisparese (Bell-Parese): In den meisten Fällen ist die Ursache der Fazialisparese unklar. Manchmal werden wiederkehrende Herpes-simplex-Virusinfektionen oder Autoimmunreaktionen als mögliche Auslöser diskutiert.
  • Infektionen: Bakterielle oder virale Infektionen können den Nervus facialis schädigen und eine Fazialisparese verursachen.
  • Entzündungen: Entzündliche Erkrankungen können den Nervus facialis beeinträchtigen und zu einer Fazialisparese führen.
  • Verletzungen: Direkte Nervenverletzungen, z.B. durch einen Unfall, können den Nervus facialis schädigen und eine Fazialisparese verursachen.
  • Tumore: Tumore, die auf den Nervus facialis drücken, können eine Fazialisparese verursachen.
  • Schlaganfall: Ein Schlaganfall kann in seltenen Fällen eine Fazialisparese verursachen.

Symptome der Fazialisparese

Die Symptome einer Fazialisparese können je nach Schweregrad der Nervenschädigung variieren. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Schwäche oder Lähmung der Gesichtsmuskeln: Dies kann sich in einem hängenden Mundwinkel, einem unvollständigen Lidschluss und Schwierigkeiten beim Sprechen oder Essen äußern.
  • Taubheitsgefühl im Gesicht: Einige Menschen mit Fazialisparese verspüren ein Taubheitsgefühl im Gesicht.
  • Sehstörungen: Ein unvollständiger Lidschluss kann zu trockenen Augen und Sehstörungen führen.
  • Veränderungen im Geschmackssinn: Der Nervus facialis ist auch für den Geschmackssinn verantwortlich. Eine Schädigung des Nervs kann zu Veränderungen im Geschmackssinn führen.
  • Erhöhte Geräuschempfindlichkeit: Einige Menschen mit Fazialisparese verspüren eine erhöhte Geräuschempfindlichkeit.

Diagnose und Behandlung der Fazialisparese

Die Diagnose der Fazialisparese umfasst in der Regel eine körperliche Untersuchung, eine neurologische Untersuchung und bildgebende Verfahren wie MRT oder CT, um die Ursache der Nervenschädigung zu ermitteln.

Die Behandlung der Fazialisparese hängt von der Ursache ab. In vielen Fällen, insbesondere bei der idiopathischen Fazialisparese, kann sich der Nerv von selbst wieder erholen. Kortikosteroide können helfen, Entzündungen zu reduzieren und die Nervenfunktion zu verbessern. In einigen Fällen können antivirale Medikamente eingesetzt werden, um Virusinfektionen zu behandeln. Physiotherapie kann helfen, die Gesichtsmuskeln zu stärken und die Funktion wiederherzustellen. In schweren Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um den Nerv zu reparieren oder zu entlasten.

Kribbeln und Taubheitsgefühle als Symptom

Kribbeln und Taubheitsgefühle sind Missempfindungen, die in verschiedenen Körperteilen auftreten können, einschließlich des Gesichts. Diese Symptome können auf eine Vielzahl von Ursachen hindeuten, von harmlosen vorübergehenden Zuständen bis hin zu schwerwiegenden Erkrankungen.

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Ursachen von Kribbeln und Taubheitsgefühlen

  • Nervenprobleme: Schädigungen der peripheren Nerven, die sich in Händen, Füßen oder im Gesicht befinden, können Kribbeln und Taubheitsgefühle verursachen. Auch Probleme im zentralen Nervensystem (Gehirn und Rückenmark) können diese Symptome auslösen.
  • Polyneuropathie: Schäden an den peripheren Nerven, oft an Händen und Füßen, können zu Kribbeln, Ameisenlaufen und Taubheitsgefühlen führen.
  • Multiple Sklerose (MS): Diese chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems kann Kribbeln und Taubheitsgefühle verursachen.
  • Bandscheibenvorfall: Ein Bandscheibenvorfall kann auf Nervenwurzeln drücken und Kribbeln und Lähmungserscheinungen verursachen.
  • Karpaltunnelsyndrom: Die Einklemmung des Mittelhandnervs im Karpaltunnel kann zu Kribbeln in Fingern führen.
  • Ulnartunnel- und Ulnarrinnensyndrom: Druck auf den Ellen-Nerv kann Taubheitsgefühle in Fingern verursachen.
  • Leistentunnelsyndrom: Die Einklemmung des Oberschenkelhautnervs kann Schmerzen und Gefühlsstörungen am Oberschenkel verursachen.
  • Durchblutungsstörungen: Ein Schlaganfall oder die periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) können Kribbeln und Taubheitsgefühle verursachen.
  • Raynaud-Syndrom: Gefäßkrämpfe, die durch Kälte oder Stress ausgelöst werden, können zu Durchblutungsstörungen und Taubheitsgefühlen führen.
  • Psychische Störungen: Angst-/Panikattacken, Hyperventilationssyndrom und somatoforme Störungen können mit Kribbeln und Taubheitsgefühlen einhergehen.
  • Medikamente und Umweltgifte: Vergiftungen oder Nebenwirkungen von Medikamenten können Kribbeln und Taubheitsgefühle auslösen.
  • CMD (Craniomandibuläre Dysfunktion): Sensibilitätsstörungen im Gesicht, wie Kribbeln, Ziehen oder Taubheit, können im fortgeschrittenen Stadium der CMD auftreten.
  • Stress: Stress kann Muskel- und Nervenverspannungen verursachen, die Kribbeln im Kopf- oder Gesichtsbereich auslösen können.
  • Nährstoffmangel: Ein Mangel an Magnesium, Folsäure, Vitamin B oder Eisen kann zu Kribbeln im Gesicht führen.
  • Kaliumüberschuss: Ein Kaliumüberschuss im Blut kann Missempfindungen verursachen.
  • Unfall: Infolge eines Unfalls können Nerven eingeklemmt werden und Kribbeln auslösen.
  • Neurologische Erkrankungen: Neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Parkinson oder Gürtelrose können Kribbeln an verschiedenen Körperstellen auslösen.
  • Tumore oder hormonelle Störungen: In seltenen Fällen können hormonelle Störungen oder Tumore Kribbeln verursachen.

Diagnose von Kribbeln und Taubheitsgefühlen

Um die Ursache von Kribbeln und Taubheitsgefühlen abzuklären, wird der Arzt zunächst ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten führen und eine körperliche Untersuchung durchführen. Je nach Verdacht können weitere Untersuchungen wie Bluttests, neurologische Untersuchungen oder bildgebende Verfahren erforderlich sein.

Behandlung von Kribbeln und Taubheitsgefühlen

Die Behandlung von Kribbeln und Taubheitsgefühlen richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. In einigen Fällen können Medikamente, Physiotherapie oder andere Therapien erforderlich sein, um die Symptome zu lindern.

Weitere Ursachen für Sehstörungen und Taubheitsgefühl im Gesicht

Neben den bereits genannten Ursachen gibt es noch weitere Erkrankungen und Zustände, die Sehstörungen und Taubheitsgefühl im Gesicht verursachen können:

  • Schlaganfall: Ein Schlaganfall ist eine ernsthafte Erkrankung, die zu plötzlichen Sehstörungen, Taubheitsgefühlen und Lähmungen führen kann.
  • Transitorische ischämische Attacke (TIA): Eine TIA ist eine vorübergehende Durchblutungsstörung im Gehirn, die ähnliche Symptome wie ein Schlaganfall verursachen kann.
  • Amaurosis fugax: Eine plötzliche Sehstörung auf einem Auge, die einige Sekunden bis Minuten andauert, kann ein Warnsymptom für einen Schlaganfall sein.
  • Hemianopsie: Eine Gesichtsfeldstörung, bei der Gegenstände am Rande des Gesichtsfeldes nicht oder nur undeutlich wahrgenommen werden können.
  • Aphasie: Eine Sprachstörung, die sich durch verwaschene oder undeutliche Sprache bemerkbar macht.
  • Herpes Zoster (Gürtelrose): Eine Viruserkrankung, die schmerzhafte Hautausschläge und Taubheitsgefühle verursachen kann.
  • Lippenherpes: Eine Herpesinfektion kann zu Kribbeln und Schmerzen im Gesicht führen, bevor die Bläschen sichtbar werden.
  • Allergischer Schnupfen: Jucken und Kribbeln im Gesicht und in der Nase können bei allergischem Schnupfen auftreten.
  • Epilepsie: Abhängig von der Form der Epilepsie kann es zu einfach-lokalen oder komplex-lokalen Anfällen kommen, die mit Bewusstseinseintrübung einhergehen können.
  • Kontaktallergie: Brennen, Kribbeln, Rötungen oder ein Taubheitsgefühl im Mundraum können durch eine Kontaktallergie verursacht werden.
  • Schnupfen: Bei allergischem Schnupfen oder mit Beginn eines Erkältungsschnupfens können Jucken und Kribbeln im Gesicht sowie in der Nase auftreten. Das gilt auch für den sogenannten vasomotorischen Schnupfen, der durch Stress, heiße Getränke oder Alkohol bedingt ist.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Es ist wichtig, einen Arzt aufzusuchen, wenn Sehstörungen oder Taubheitsgefühle im Gesicht plötzlich auftreten, anhalten, sich verschlimmern oder von anderen Symptomen begleitet werden, wie z.B.:

  • Plötzliche Schwäche oder Lähmung einer Körperhälfte
  • Plötzliche Sehstörungen
  • Plötzliche Sprachstörungen
  • Benommenheit, Schwindel oder Kopfschmerzen
  • Bewusstseinsveränderungen

Diese Symptome können auf einen Schlaganfall oder eine andere schwerwiegende Erkrankung hindeuten, die sofortige medizinische Behandlung erfordert.

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Auch bei vorübergehenden Taubheitsgefühlen oder Lähmungserscheinungen im Gesicht sollte man zur Abklärung einen Arzt aufsuchen. Bei leichten Beschwerden kann man auch zuerst seinen Hausarzt aufsuchen. Dieser kann weitere Untersuchungen veranlassen oder Sie zu einem Spezialisten (Neurologen) überweisen.

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