Seife für das Gehirn: Fortschritte in der Alzheimer-Forschung

Die Alzheimer-Krankheit, eine der häufigsten Ursachen für Demenz weltweit, stellt ein enormes medizinisches, soziales und ökonomisches Problem dar. Sie ist gekennzeichnet durch einen schleichenden Verlust der kognitiven Leistungsfähigkeit, insbesondere Gedächtnis, Orientierung und Sprache. Der wissenschaftliche Blick richtet sich daher zunehmend auf neue Therapieansätze, insbesondere solche, die früh im Krankheitsverlauf ansetzen - idealerweise bevor massive neuronale Schäden auftreten.

Das Riechsystem als Frühwarnsystem

Ein schneller und einfacher Riechtest kann bereits in einem frühen Stadium zuverlässig auf Alzheimer hinweisen. Können Patienten den Geruch nach Erdbeeren, Rauch, Seife, Menthol, Nelken, Ananas, Erdgas, Flieder, Zitrone und Leder nicht erkennen, entwickeln sie mit hoher Wahrscheinlichkeit die Krankheit. Bereits im Frühstadium sind Nervenbahnen im Gehirn geschädigt, die an der Wahrnehmung und Erkennung von Gerüchen beteiligt sind. Die Mediziner überprüften die Zuverlässigkeit des fünf bis acht Minuten dauernden Riechtests an 150 Patienten mit leichten geistigen Schädigungen und 63 gesunden älteren Probanden. Die leicht eingeschränkten Freiwilligen testeten die Mediziner zweimal, die gesunden einmal jährlich. Außerdem beobachteten sie über einen Zeitraum von fünf Jahren, wie sich der Gesundheitszustand der Teilnehmer entwickelte.

Riechstörungen können verschiedene Ursachen haben, die in sinusale und nicht-sinusale Riechstörungen unterteilt werden.

Sinusale Riechstörungen:

  • Entzündlich/Infektiös/allergisch: Rhinitis, Sinusitis (akut/chronisch), Polyposis nasi/sinuum
  • Postinfektiös: Nach viralen Infekten mit Schädigung des Riechepithels
  • Tumorös
  • Iatrogen: Postoperativ nach nasalen Eingriffen
  • Traumatisch: Nach Schädel-Hirn-Trauma (SHT) (Abriss der Fila olfactoria, Kontusion des Bulbus olfactorius, Frontale Blutungen)
  • Toxisch: Kokain, Nikotin

Nicht sinusale Riechstörungen:

  • Medikamentös: Amitriptylin, Amphetamine, Antibiotika (Aminogklykoside), Chemotherapeutika, D-Penicillamin, Diltiazem, Lovastatin, Mangan Methotrexat, Nifedipin, Sympathomimetika
  • Neurodegenerativ: Demenzen (Morbus Alzheimer, frontotemporale Demenz, Lewy-Körperchen Demenz), Morbus Parkinson (Hyposmie bereits häufiges Frühsymptom), Chorea Huntington, Multisystematrophie (leichtgradig), PSP (Erst im Verlauf der Erkrankung zunehmende Hyposmie)
  • Angeboren

Es wird geschätzt, dass ca. 15%-20% der Bevölkerung eine Hyposmie/Anosmie aufweisen, wobei die Häufigkeit mit dem Alter zunimmt. Ab ca. 50 Jahren nimmt die Riechfähigkeit langsam ab (Presbyosmie).

"Seife fürs Hirn": Ein neuer Ansatz aus Salzburg

An der Universität Salzburg gelang Forschern um Professor Hans Brandstetter ein möglicher Durchbruch im Kampf gegen Alzheimer. Sie identifizierten das Enzym Legumain als den "Klebstoff", der Eiweißablagerungen im Gehirn von Alzheimer-Patienten zu einer zähen Masse macht. Dieser Ansatz beschäftigt sich nicht so sehr mit der Quantität, sondern mehr mit der Qualität der Ablagerungen.

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Legumain erfüllt eigentlich wichtige Aufgaben in der Immunabwehr. Bei älteren Menschen wird der pH-Wert im Gehirn jedoch geringfügig saurer, was dazu führt, dass Legumain als Kleber wirkt. Auf dieser Grundlage entwickelten die Forscher einen Wirkstoff, der das Enzym gezielt hemmt. Die "Seife fürs Hirn" verhindert die Entstehung der Eiweißverklumpungen und unterstützt deren Auflösung. Im Reagenzglas und bei Alzheimer-Mäusen konnte so das Fortschreiten der Demenzerkrankung verhindert und sogar eine Verbesserung der Symptome erreicht werden.

Fragwürdige Diagnoseverfahren und Geschäftemacherei mit der Angst

Trotz Fortschritten in der Forschung gibt es bis heute keine Methode, mit der sich Alzheimer zweifelsfrei nachweisen lässt, geschweige denn eine Therapie, mit der man dem Leiden vorbeugen könnte. Dies hält jedoch eine ganze Branche nicht davon ab, mit der Angst vor dem Vergessen Kasse zu machen. Ärzte, Forscher, Unternehmen und Universitäten locken Menschen mit angeblich sicheren Nachweisverfahren - und verkaufen den Besorgten häufig nur heiße Luft.

So bietet beispielsweise das Medizinische PräventionsCentrums Hamburg (MPCH) ein Verfahren namens Braincheck Precision plus an, das auf Kernspintomografie setzt. Laut MPCH-Chef Christoph Bamberger könne mithilfe dieser Hirnbilder „die Entwicklung einer Demenz in den nächsten fünf Jahren mit einer über 90-prozentigen Sicherheit ausgeschlossen werden“. Solche Aussagen sind jedoch irreführend und werden von Experten als "Fehlinformationen, mit denen falsche Erwartungen geweckt werden" kritisiert.

Die Rolle der Proteinforschung

Die Proteinforschung spielt eine entscheidende Rolle im Verständnis und in der Bekämpfung von Alzheimer. Forscher suchen nach Proteinen, die an der Entstehung und dem Verlauf der Krankheit beteiligt sind, um neue Therapieansätze zu entwickeln.

Paul Saftig, Direktor des Biochemischen Instituts der Universität in Kiel, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit lysosomalen Proteinen. Seine Forschung hat gezeigt, dass die Protease ADAM10 die Entstehung des Beta-Peptids verhindern kann, indem sie APP so zerstückelt, dass das toxische Peptid nicht mehr entstehen kann. "Eine pharmakologische Aktivierung von ADAM10 wird als therapeutisches Ziel für die Prävention von Morbus Alzheimer diskutiert."

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Shilajit: Ein traditioneller Naturstoff mit Potenzial

Während die Pharmaforschung bislang nur bedingt erfolgreich war, weckt ein traditioneller Naturstoff aus der ayurvedischen Medizin Hoffnung: Shilajit, ein mineralisch-organischer Komplex aus den Hochgebirgsregionen Zentralasiens, zeigt in präklinischen Studien interessante neuroprotektive Eigenschaften.

Shilajit besteht zu einem großen Teil aus humischen Substanzen, vor allem Fulvinsäure und Huminsäure, sowie einer Vielzahl an Mineralien, Spurenelementen und organischen Säuren. Wissenschaftlich relevant wird Shilajit vor allem durch die isolierbare Fulvinsäure. Diese ist molekular gesehen sehr klein, wasserlöslich und hoch bioverfügbar. Frühere Studien deuten auf antioxidative, entzündungshemmende, immunmodulierende und entgiftende Eigenschaften hin.

Eine Studie von Cornejo et al. untersuchte die Wirkung von Fulvinsäure auf die Aggregation von Tau-Proteinen, die eine entscheidende Rolle bei der Stabilisierung des neuronalen Zytoskeletts spielen. Bei Alzheimer-Erkrankungen kommt es jedoch zu einer pathologischen Fehlfaltung und Hyperphosphorylierung dieser Proteine. Die Studie zeigte, dass Fulvinsäure die Bildung von Tau-Fibrillen signifikant hemmt.

Bedeutung der Früherkennung und Prävention

Je früher Alzheimer erkannt wird, umso effektiver kann die Krankheit behandelt werden. Obwohl es derzeit keine Heilung gibt, können Medikamente und andere Therapien helfen, die Symptome zu lindern und den Krankheitsverlauf zu verlangsamen.

Neben medikamentösen Therapien spielen auch präventive Maßnahmen eine wichtige Rolle. Dazu gehören:

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  • Kognitives Training: Regelmäßiges kognitives Training kann helfen, die geistige Leistungsfähigkeit zu erhalten und das Risiko einer Demenzerkrankung zu verringern.
  • Körperliche Aktivität: Regelmäßige körperliche Aktivität ist gut für die Gesundheit des Gehirns und kann das Risiko einer Demenzerkrankung verringern.
  • Gesunde Ernährung: Eine gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten kann helfen, das Gehirn gesund zu halten.
  • Soziale Kontakte: Regelmäßige soziale Kontakte sind wichtig für die geistige und emotionale Gesundheit und können das Risiko einer Demenzerkrankung verringern.
  • Rauchverzicht: Rauchen erhöht das Risiko einer Demenzerkrankung.
  • Kontrolle von Risikofaktoren: Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes und hohe Cholesterinwerte sollten kontrolliert werden, um das Risiko einer Demenzerkrankung zu verringern.

Fehler bei der Behandlung anderer Krankheiten

Es ist wichtig zu beachten, dass viele Symptome, die oft fälschlicherweise als Alzheimer diagnostiziert werden, tatsächlich auf andere behandelbare Ursachen zurückzuführen sein können. Dazu gehören irreparable Hirnschäden durch Schlaganfälle, jahrelange Alkoholexzesse, unerkannte Stoffwechselstörungen oder aber unberechenbare Nebenwirkungen jener Medikamenten-Cocktails, die viele ältere Menschen täglich schlucken.

Darüber hinaus gibt es auch Fehler bei der Behandlung anderer Krankheiten, die die kognitive Funktion beeinträchtigen können. Die Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen der Bundesärztekammer haben festgestellt, dass die häufigsten Fehlbehandlungen in Krankenhäusern in folgenden Bereichen auftreten:

  • Arthrose der Kniegelenke
  • Unterarmfraktur
  • Oberschenkelfraktur
  • Unterschenkel- und Sprunggelenkfraktur
  • Schulter- und Oberarmfraktur
  • Handfraktur
  • Oberflächliche Verletzungen
  • Gallenstein
  • Uterus myomatosus

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