Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die zu vielfältigen Symptomen und Einschränkungen führen kann. Der Umgang mit dieser Krankheit stellt Betroffene und ihre Angehörigen vor große Herausforderungen. Selbsthilfegruppen bieten hier eine wertvolle Unterstützung, indem sie einen Rahmen für Austausch, Information und gegenseitige Hilfe schaffen. Im Landkreis Schmalkalden-Meiningen und der näheren Umgebung gibt es verschiedene Selbsthilfegruppen für MS-Betroffene, die im Folgenden näher beleuchtet werden.
Die Bedeutung von Selbsthilfegruppen
Selbsthilfegruppen sind Zusammenschlüsse von Menschen, die ähnliche Erfahrungen und Probleme haben. Sie bieten einen geschützten Raum, um offen über die eigenen Schwierigkeiten zu sprechen, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Im Gegensatz zu Therapiegruppen werden Selbsthilfegruppen nicht von Fachleuten geleitet, sondern von den Betroffenen selbst organisiert. Die Teilnahme ist freiwillig und basiert auf dem Prinzip der gegenseitigen Hilfe.
Selbsthilfegruppen können eine wichtige Ergänzung zur medizinischen Behandlung darstellen. Sie bieten den Betroffenen die Möglichkeit, sich mit anderen auszutauschen, die die gleichen Erfahrungen machen. Dies kann helfen, sich weniger isoliert zu fühlen und neue Perspektiven zu gewinnen. Zudem können Selbsthilfegruppen ein wertvolles Wissen über den Umgang mit der Krankheit vermitteln, das über die medizinische und therapeutische Versorgung hinausgeht.
Selbsthilfegruppen im Landkreis Schmalkalden-Meiningen und Umgebung
Der Landkreis Schmalkalden-Meiningen und die angrenzenden Regionen bieten eine Vielzahl von Selbsthilfegruppen für Menschen mit unterschiedlichen Erkrankungen und Problemen. Die regionale Selbsthilfekontaktstelle des Landkreises Schmalkalden ist Anlaufstelle für Interessierte, die eine Selbsthilfegruppe suchen oder gründen möchten.
Neben den allgemeinen Informationen zu Selbsthilfegruppen im Landkreis, soll der Fokus hier besonders auf die Angebote für Multiple Sklerose gelegt werden.
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Multiple Sklerose Suhl
Eine der ersten Selbsthilfegruppen in Suhl wurde vor über 35 Jahren gegründet. Die SHG Multiple Sklerose Suhl bietet Betroffenen im Alter von 30 bis 53 Jahren die Möglichkeit, sich regelmäßig zu treffen und sich über ihre Erfahrungen auszutauschen. Die Treffen finden immer am zweiten und am letzten Dienstag im Monat um 15 Uhr im Sozialen Zentrum statt. Neben dem Erfahrungsaustausch legen die Mitglieder auch Wert auf ein gemütliches Beisammensein. Die Gruppe zählt rund 30 Mitglieder.
Multiple Sklerose Schmalkalden
Auch in Schmalkalden gibt es eine Selbsthilfegruppe für Multiple Sklerose Betroffene.
Angehörigengruppe MS-Betroffener
Für Angehörige von MS-Betroffenen gibt es ebenfalls spezielle Selbsthilfegruppen, die eine wichtige Unterstützung bieten. Angehörige stehen oft vor besonderen Herausforderungen, da sie die Betroffenen im Alltag unterstützen und mit den Auswirkungen der Krankheit umgehen müssen. In den Selbsthilfegruppen können sie sich mit anderen Angehörigen austauschen, ihre Erfahrungen teilen und sich gegenseitig Mut machen.
Weitere Selbsthilfegruppen im Landkreis Schmalkalden-Meiningen
Neben den MS-spezifischen Selbsthilfegruppen gibt es im Landkreis Schmalkalden-Meiningen eine Vielzahl weiterer Angebote für Menschen mit unterschiedlichen Erkrankungen und Problemen. Dazu gehören unter anderem:
- Angehörige dementiell erkrankter Menschen Schmalkalden
- AGUS Schmalkalden - Angehörige um Suizid
- Adipositas SHL
- Allergien, Neurodermitis, Atemwegserkrankungen (ANAT)
- Deutsche ILCO - Selbsthilfevereinigung für Stomaträger und Darmkrebs Gruppe Meiningen
- Diabetiker Meiningen
- SHG für Post-Covid, sowie ME/CFS-Betroffene
- Schmalkalder Herzsportgruppe e. V.
- SHG Leukämie Südthüringen
- SHG Parkinson Meiningen
- Organtransplantierte
- Osteoporose Rosa
- Osteoporose Roßdorf
- Osteoporose Schwarza u. Umgebung
- Osteoporose Schmalkalden u. Umgebung e. V.
- SHG Schlafapnoe u. chron. Schlafstörungen Schmalkalden „Wolfgang Tischer“
- Chron. Schlafstörungen/Schlafapnoe Schmalkalden-Meiningen
- Schmerz I Meiningen
- Verwaiste Eltern Meiningen
- Alzheimererkrankung - Betroffene und Angehörige e.V.
- Angehörige für psychisch Erkrankter Schmalkalden
- regionale SHG Aphasie und Schlaganfall MGN
- regionale SHG Aphasie und Schlaganfall Schmalkalden
- Brustkrebs MGN
- Deutsche ILCO-Gr. Suhl
- Diabetiker Schmalkalden und Umgebung
- Diabetiker-Schwimmen - Wasserfreunde
- Lebensfroh 1plus (Down-Syndrom)
- Gesprächskreis ehemaliger DDR-Heimkinder
- Gehörlose Meiningen „Werragruß“
- Gehörlose Schmalkalden „Einigkeit“
- Hand in Hand - Depressionen & Angststörungen MGN
- Herzschwimmgruppe MGN
- Osteoporose II MGN
- Osteoporose Zella-Mehlis
- Prostatakrebs Südthüringen
- Psychisch Erkrankte „Regenbogen“ MGN
- Yin & Yan - Selbsthilfe bei Depression und Angststörung Schmalkalden
- SHG Psyche Meiningen
- Psychisch Erkrankte und seelisch behinderte Menschen Schmalkalden
- Psychisch Erkrankte und mehrfach behinderte Menschen „Sorgenlos“ MGN
- Pflegende Angehörige
- Deutsche Rheuma-Liga AG Suhl
- Schmerz II MGN „Leben mit Schmerzen“
- Verwaiste Eltern Schmalkalden (im Ambul. Hospiz-& Palliativ-Beratungsdienst)
- Blinden- und Sehbehindertenverband Thüringen e.V.
Diese vielfältigen Angebote zeigen, dass Selbsthilfe im Landkreis Schmalkalden-Meiningen einen hohen Stellenwert hat und eine wichtige Ergänzung zur professionellen Versorgung darstellt.
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Wie finde ich die passende Selbsthilfegruppe?
Die regionale Selbsthilfekontaktstelle des Landkreises Schmalkalden ist eine gute Anlaufstelle für alle, die eine Selbsthilfegruppe suchen oder gründen möchten. Die Mitarbeiter der Kontaktstelle können über bestehende Gruppen informieren und bei der Gründung neuer Gruppen unterstützen. Auch das Klinikum Bad Salzungen bietet Unterstützung bei der Suche nach einer passenden Selbsthilfegruppe.
Selbsthilfegruppen als wichtiger Baustein im Gesundheitswesen
Selbsthilfegruppen sind ein wichtiger Baustein im Gesundheitswesen. Sie bieten den Betroffenen eine Möglichkeit, sich aktiv mit ihrer Erkrankung auseinanderzusetzen und ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Durch den Austausch mit anderen Betroffenen können sie neue Perspektiven gewinnen und Strategien entwickeln, um mit den Herausforderungen der Krankheit besser umzugehen. Selbsthilfegruppen leisten somit einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit chronischen Erkrankungen.
Die Veränderungen im Gesundheitswesen, wie komplexer werdende Behandlungsabläufe und kürzere Verweildauern in Krankenhäusern, führen dazu, dass Patienten oft mit vielen Fragen und Unsicherheiten entlassen werden. Selbsthilfegruppen können hier eine wichtige Unterstützung bieten, indem sie den Betroffenen die Möglichkeit geben, sich in einem geschützten Rahmen auszutauschen und von den Erfahrungen anderer zu profitieren. Durch das oft jahrelange Leben mit einer Erkrankung erwerben Betroffene ein ganz spezielles Wissen, das sich über die medizinische Therapie hinaus vor allem auf das Leben mit der Erkrankung bezieht. Selbsthilfegruppen leisten hier Aufklärung und geben Raum zu offener Aussprache.
Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen
Die Bedeutung von Selbsthilfegruppen wird auch durch Initiativen wie das Netzwerk "Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen" unterstrichen. Dieses Netzwerk setzt sich dafür ein, die Zusammenarbeit zwischen Selbsthilfegruppen und professionellen Gesundheitsdienstleistern zu fördern und die Patientenorientierung im Gesundheitswesen zu stärken.
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