Die Diagnose Epilepsie kann für Betroffene und ihre Angehörigen eine große Herausforderung darstellen. Die Selbsthilfegruppe Epilepsie Ludwigshafen & Umgebung bietet einen geschützten Rahmen, um sich auszutauschen, Fragen zu stellen, Mut zuzusprechen und Tipps zu geben.
Was ist Epilepsie?
Epilepsie ist eine Krankheit, von der viele Menschen zwar schon einmal etwas gehört haben, aber die wenigsten wissen, wie verbreitet sie ist und wie viele Formen es davon gibt. In Deutschland sind mehr als 500.000 Menschen an Epilepsie erkrankt. Damit ist sie nach der Migräne die zweithäufigste chronische Erkrankung des Zentralen Nervensystems. Laut Prof. Susanne Knake (Leiterin des Epilepsiezentrums an der Uniklinik Marburg) ist "die einzige Voraussetzung für einen epileptischen Anfall ein Gehirn".
Anfallsformen
Es gibt sehr viele verschiedene Anfallsformen, deren Benennung sich von Zeit zu Zeit ändert. Im Allgemeinen wird unterschieden nach sogenannten kleinen und großen Anfällen (Petit Mal und Grand Mal), nach fokalen und generalisierten Anfällen (die einen Herd haben und einen Teil des Gehirns betreffen oder die gleich das ganze Gehirn befallen), nach Auren und Absencen sowie nach psychogenen/dissoziativen Anfällen. Außerdem gibt es Gelegenheitsanfälle, provozierte und nicht-provozierte Anfälle.
Behandlung
In den meisten Fällen wird versucht, den Epilepsiekranken mit Medikamenten anfallsfrei zu bekommen. Das gelingt bei etwa 70 Prozent der Betroffenen.
Was tun bei einem Anfall?
Man sollte einem Menschen, der einen Krampfanfall erleidet, nichts zwischen die Zähne schieben oder ihn festhalten. Beim Beginn des Krampfanfalls sollte man auf die Uhr schauen - wenn der Anfall nicht nach fünf Minuten vorbei ist, sollte ein Notarzt gerufen werden. Ansonsten ist es wichtig, den Krampfenden aus einem möglichen Gefahrenbereich zu holen und zu verhindern, dass er sich beispielsweise an Möbelstücken oder ähnliches verletzt - und sein Kopf sollte weich gebettet werden. Wenn es möglich ist, sollte man als Zeuge bei ihm bleiben.
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Ziele und Aufgaben der Selbsthilfegruppe
Die Selbsthilfegruppe Epilepsie will sich in einem geschützten Rahmen über die Erfahrungen mit der Krankheit austauschen. Das Wissen über Epilepsie ist in der breiten Öffentlichkeit sehr begrenzt. Als Selbsthilfegruppe haben wir einen geschützten Rahmen, um uns auszutauschen und einander Tipps zu geben, wie wir mit der Krankheit offen umgehen können. Viel Informationsmaterial wird uns von dem Bundesverband der Epilepsie-Selbsthilfe, der Deutschen Epilepsievereinigung (DE), zur Verfügung gestellt.
Aktivitäten und Angebote
Die Selbsthilfegruppe Epilepsie Ludwigshafen & Umgebung bietet folgende Aktivitäten und Angebote:
- Regelmäßige Treffen: Die Gruppe trifft sich einmal monatlich dienstags (in der Regel jeweils am 3. Dienstag des Monats) um 18.30 Uhr im kleinen Saal des Prälat-Walzer-Hauses hinter der Kirche St. Ludwig (Wredestraße 24) in Ludwigshafen.
- Austausch von Erfahrungen: In den Treffen tauschen sich die Teilnehmer über ihre Erfahrungen mit der Krankheit aus und geben einander Tipps.
- Informationen über Epilepsie: Die Gruppe stellt Informationen über Epilepsie zur Verfügung, die vom Bundesverband der Epilepsie-Selbsthilfe und der Deutschen Epilepsievereinigung (DE) bereitgestellt werden.
Über die Selbsthilfegruppe
Die Selbsthilfegruppe Epilepsie Ludwigshafen wurde im November 2016 gegründet. Die Initiatorinnen haben damals einen Vortragsabend in der Volkshochschule Ludwigshafen organisiert und weitere Interessierte gesucht. Seither treffen sich Menschen mit Epilepsie und deren Angehörige einmal monatlich dienstags (in der Regel an jedem 3. Dienstag des Monats).
Vorurteile gegenüber Epilepsie
Epilepsie ist als Krankheit leider weiterhin mit vielen Vorurteilen behaftet. Das Krankheitsbild Epilepsie ist weiterhin mit vielen Vorurteilen behaftet.
Termine und Treffen
Das nächste Treffen der Selbsthilfegruppe Epilepsie Ludwigshafen & Umgebung findet statt am Dienstag, 18. November 2025, um 18:30 Uhr im kleinen Saal des Prälat-Walzer-Haus hinter der Kirche St. Ludwig (Wredestr. 24, 67059 Ludwigshafen). Dieses Pfarrheim ist in der Nähe des Berliner Platzes sowie Bahnhof LU-Mitte. Neue Teilnehmer sind willkommen. Treffen einmal monatlich dienstags um 18.30 Uhr im Prälat-Walzer-Haus hinter der Kirche St. Ludwig (Wredestr. 24).
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Die Treffen finden in der Regel jeden dritten Dienstag im Monat statt. Eine Voranmeldung ist nicht notwendig, erleichtert den Veranstaltern aber die Organisation.
Wo kann man sich informieren?
Es gibt einige gute Internet-Seiten zur Epilepsie, beispielhaft zu nennen sind die Seiten der Deutschen Epilepsievereinigung und der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie.
Zusätzlich zum Besuch einer Selbsthilfegruppe und eines qualifizierten niedergelassenen Arztes - möglichst eines Epileptologen - sollte jeder Betroffene sich überlegen, seinen „Fall“ bei einem Epilepsiezentrum vorzustellen. Die Deutsche Epilepsievereinigung fordert mit anderen Selbsthilfeverbänden flächendeckend Epilepsieberatungsstellen, eine gesicherte Finanzierung in allen Bundesländern und eine professionelle Ausstattung nach den vom Verein für Sozialarbeit bei Epilepsie e.V.
Epilepsiezentrum Kaiserslautern
Das Epilepsiezentrum Kaiserslautern des Westpfalz-Klinikums lädt am Samstag, 17. Juni 2023, zur Patientenveranstaltung „Epilepsie - gut beraten“ ein. Neben der Vorstellung des Epilepsiezentrums Kaiserslautern stehen Referate zu den Möglichkeiten der modernen Epilepsie-Therapie, zum Einfluss der Erkrankung auf Beruf und Führerschein und zu Epilepsie im Alter auf dem Programm. „Wir konnten in den letzten Jahren den Schwerpunkt der Epilepsiebehandlung in unserer Klinik für Neurologie im Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern weiter ausbauen“, sagt Prof. Dr. med. Johannes Treib, Chefarzt der Klinik für Neurologie. „Zusätzlich zur Epilepsie-Komplexbehandlung haben wir die Möglichkeit eines modernen stationären differentialdiagnostischen und nicht-invasiven prächirurgischen Video-EEG-Monitorings etabliert“, erläutert Prof. Dr. med. Ernst Thilo Hammen, Leiter des Epilepsiezentrums.
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