Selbsthilfegruppe Parkinson Celle: Ein umfassender Überblick

Die Selbsthilfegruppe Parkinson Celle bietet Betroffenen und ihren Angehörigen eine wichtige Plattform für Austausch, Information und gegenseitige Unterstützung. Dieser Artikel beleuchtet die Geschichte, Aktivitäten und Bedeutung dieser Gruppe im Kontext der Parkinson-Erkrankung.

Entstehung und Entwicklung der Selbsthilfegruppe

Die Parkinson Selbsthilfegruppe in Celle wurde am 15. gegründet. Ab April 1994 übernahm das Ehepaar Winkelmann aus Hermannsburg die Leitung der Regionalgruppe. Am 23. Februar 2013 wurde dann Frau Margarete Hubach offiziell als Regionalleiterin der Regionalgruppe Celle der DPV gewählt. Ihr Vertreter und gleichzeitig Kassenwart wurde Herr Dr. Gerd Meuss, der aber leider aus gesundheitlichen Gründen dieses Amt nach kurzer Zeit wieder abgeben musste.

Bis April 2018 fanden die monatlichen Gruppentreffen der Celler Parkinson-Regionalgruppe in der ADTV Tanzschule Krüger statt, die ihre Räume den Teilnehmern für ihren regelmäßigen Erfahrungsaustausch zur Verfügung stellte. In der zweiten Jahreshälfte 2018 wurden dann die monatlichen Gruppenveranstaltungen im Wohnpark Blumlage durchgeführt. Ab 2019 fanden die regelmäßigen Treffen im Hotel Heidekönig im Bremer Weg statt.

Herausforderungen und Neustart nach der "Coronazeit"

Ab März 2020 begann dann die „Coronazeit“ und erst im April 2022 erwachte das Gruppenleben wieder. Während der Epidemie hatte sich Frau Hubach nach einem neuen barrierefreien Gruppenzuhause umgesehen. Die „unruhigen Zeiten“ holten die Gruppe dann ab Dezember 2023 wieder ein. Erst verstarb am 13. Dezember 2023 im Alter von 75 Jahren unsere langjährige Gruppenleiterin Margarete Hubach. Eine sich adhoc gebildete Arbeitsgruppe aus engagierten Mitgliedern sorgte für einen möglichst störungsfreien Betrieb der Gruppenaktivitäten und so konnten wir die Januargruppenstunde in 2024 kurzfristig in das Laurentiushaus Nienhagen verlegen, bevor wir dann übergangsweise von Februar bis Juni 2024 im Haus der Vereine - Hafen 21 in Celle unterkamen.

Als neuer Regionalgruppenleiter der Celler dPV-Parkinson-Selbsthilfegruppe wurde am 29.02.2024 Herr Dr. Thomas Blümel und als seine Stellvertreter Frau Antje Fischer und Herr Helmut Peitz gewählt.

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Aktivitäten und Angebote der Selbsthilfegruppe

Die Celler Selbsthilfegruppe PARKINSON bietet eine Vielzahl von Aktivitäten und Angeboten für ihre Mitglieder. Dazu gehören regelmäßige Treffen, bei denen Erfahrungen ausgetauscht und Informationen weitergegeben werden.

  • Regelmäßige Treffen: Die Treffen finden in der Regel monatlich statt und bieten den Teilnehmern die Möglichkeit, sich in einer unterstützenden Umgebung auszutauschen. Am Donnerstag, den 31.01.2019, fand beispielsweise ein Treffen im Hotel Heidekönig statt, bei dem Kriminalkommissar Christian Riebrandt von der Polizeiinspektion Celle zum Thema Einbruchschutz, Enkel-Trick und Telefonabzocke berichtete.

  • Informationsveranstaltungen: Die Gruppe lädt regelmäßig Experten ein, die Vorträge zu verschiedenen Themen im Zusammenhang mit Parkinson halten. So gab beispielsweise der Koblenzer Arzt und Experte für Parkinsontherapie Alexander Rzesnitzek einen Überblick zur Problematik und berichtete über erste hoffnungsvolle Behandlungsergebnisse einer neuartigen Technologie, die den Schlaf ohne den Einsatz zusätzlicher Medikamente verbessert. Der Vortrag fand am Mittwoch, den 30.08.2023, im Landhotel Helms in Bergen statt.

  • Kooperationen mit Kliniken und Fachleuten: Die Selbsthilfegruppe pflegt enge Kontakte zu Kliniken und Fachleuten, um ihren Mitgliedern eine umfassende Versorgung zu gewährleisten. So besuchte beispielsweise am 03.09.2015 eine Gruppe von 27 Personen das Krankenhaus Lindenbrunn, eine Parkinson-Spezialklinik, um sich über Therapieangebote und Behandlungsmöglichkeiten zu informieren.

Das Krankenhaus Lindenbrunn als Partner der Selbsthilfegruppe

Das Krankenhaus Lindenbrunn steht als Parkinson-Spezialklinik stetig mit den Regionalgruppen der Deutschen Parkinson Vereinigung (DPV) in Kontakt, so auch mit der Regionalgruppe Celle. Nach einer Begrüßung und einigen Informationen zur Klinik seitens Herrn Friedhelm Albrecht, Pflegedirektor und Prokurist, Herrn Prof. Christian Winkler PhD, Neurologie-Chefarzt und Parkinson-Spezialist, und Gerrit Hirsch als Therapieverantwortlicher, teilten sich die Besucher in kleine Gruppen auf und lernten bei der einstündigen Führung durch das Haus, neben der Ergo- und Sprachtherapie, auch die Parkinson-Stationen kennen. Hier standen den Besuchern Melanie Gierke, Mitarbeiterin des Sozialdienstes und Parkinson Nurse, sowie Dr. Heike Eggert, Neurologie-Oberärztin und Parkinson-Expertin, für Fragen zur Verfügung.

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Phasen der Behandlung im Krankenhaus Lindenbrunn

Als Abschluss lieferte Winkler weiterführende Informationen zur Struktur des Krankenhauses und die Bedeutung der Phasen A-D, die im Haus behandelt werden. In der Phase A erfolgen insbesondere Diagnostik und Medikamentenumstellungen, während in der Phase B schwerst erkrankte Patienten behandelt werden, die neben einer Akutbehandlung auch eine Frührehabilitation erhalten. Ein besonderes Interesse der Gruppe galt der Parkinson-Komplexbehandlung. Winkler erläuterte die Voraussetzungen, die ein Patient erfüllen muss, um eine Chance auf Bewilligung der Krankenkasse zu erhalten. So kann eine Komplexbehandlung dann durchgeführt werden, wenn die ambulanten Therapieoptionen als begrenzt angesehen werden und zusätzlich sowohl die Notwendigkeit intensiver Physio-, Ergo- oder Sprachtherapie vorliegt, als auch eine medikamentöse Neueinstellung von erforderlich ist.

Forschung und aktuelle Entwicklungen

Ergänzend dazu informierte der Professor die interessierten Mitglieder der Selbsthilfegruppe über den Forschungsstand beim Parkinson im Hinblick auf die Stammzelltherapie und die Neuroprotektion. Besonderes Interesse findet auch eine Studie des Kompetenznetzes Parkinson, zudem das Krankenhaus Lindenbrunn gehört, bei der untersucht wird, inwieweit der Verlauf der Parkinsonerkrankung durch ein Nikotinpflaster positiv beeinflusst werden kann. Die Gruppe bedankte sich bei den Beteiligten mit einem herzlichen Applaus und einem Geschenk aus der Heimat.

Bedeutung von Selbsthilfegruppen für Parkinson-Patienten

Selbsthilfegruppen wie die in Celle spielen eine entscheidende Rolle für Menschen mit Parkinson und ihre Angehörigen. Sie bieten eine Plattform für:

  • Austausch und emotionale Unterstützung: Betroffene können sich mit anderen austauschen, die ähnliche Erfahrungen machen, und so emotionale Unterstützung und Verständnis finden.
  • Information und Wissen: Die Gruppen bieten Zugang zu Informationen über die Erkrankung, Behandlungsmöglichkeiten und aktuelle Forschungsergebnisse.
  • Interessenvertretung: Selbsthilfegruppen können die Interessen von Parkinson-Patienten gegenüber Politik, Gesundheitswesen und Öffentlichkeit vertreten.
  • Stärkung der Eigenverantwortung: Durch die aktive Teilnahme an der Gruppe können Betroffene ihre Eigenverantwortung stärken und ihre Lebensqualität verbessern.

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