Parkinson Selbsthilfegruppe Trier: Unterstützung und Austausch für Betroffene und Angehörige

Die Diagnose Parkinson kann ein einschneidendes Erlebnis sein, das viele Fragen und Unsicherheiten aufwirft. Umso wichtiger ist es, Anlaufstellen zu haben, wo Betroffene und Angehörige sich austauschen, gegenseitig unterstützen und voneinander lernen können. Die Parkinson Selbsthilfegruppe Trier bietet genau diese Möglichkeit.

Was ist eine Selbsthilfegruppe?

Selbsthilfe bedeutet, dass Betroffene aktiv mit ihrer Erkrankung oder einem belastenden Lebensumstand umgehen. In Selbsthilfegruppen treffen sich Menschen mit ähnlichen Problemen, Fragen und Lösungsansätzen. Sie teilen ihre Erfahrungen und werden so zu wertvollen Gesprächspartnern und Wegbegleitern. Die Gruppen organisieren ihre Treffen selbstständig und laden bei Bedarf auch Experten zu bestimmten Themen ein.

Die Parkinson Selbsthilfegruppe Trier im Detail

Die Selbsthilfegruppe Trier ist eine Anlaufstelle für Parkinson-Betroffene und deren Angehörige. Sie bietet eine Plattform für gegenseitige Unterstützung und Erfahrungsaustausch. Die Gruppe ist der Deutschen Parkinson Vereinigung e.V. angeschlossen.

Kostenlos und offen für alle

Die Teilnahme an der Selbsthilfegruppe ist kostenlos und steht allen Betroffenen und deren Angehörigen offen.

Datenschutz wird großgeschrieben

Der Schutz der persönlichen Daten ist ein wichtiges Anliegen der Selbsthilfegruppe. Es gilt die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Daten werden nicht an Dritte weitergegeben und nur mit Zustimmung der Mitglieder für die Selbsthilfearbeit erhoben und verarbeitet. Die Gespräche innerhalb der Gruppe sind vertraulich.

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Vielfältige Themen und Aktivitäten

Die Treffen der Selbsthilfegruppe bieten Raum für den Austausch von Erfahrungen, Informationen und Tipps rund um das Thema Parkinson. Es werden aber auch andere Themen angesprochen, die für Betroffene und Angehörige relevant sind.

Jüngere Betroffene im Fokus

Die Parkinson-Krankheit wird oft mit älteren Menschen in Verbindung gebracht. Viele wissen nicht, dass auch jüngere Menschen daran erkranken können. Stefan Huberty aus Trier, der selbst seit seinem 37. Lebensjahr mit Parkinson lebt, hat deshalb eine Selbsthilfegruppe speziell für jüngere Betroffene gegründet. Er möchte seine Erfahrungen weitergeben und einen Ort schaffen, an dem sich junge Menschen mit Parkinson austauschen und gegenseitig Mut machen können.

Huberty betont, dass die Treffen keine "Trauerrunde" sein sollen. Ihm ist es wichtig, dass die Teilnehmer offen mit der Krankheit umgehen und voneinander lernen. Er selbst beschreibt sich als lebensfrohen und optimistischen Menschen und möchte diese positive Einstellung auch in den Sitzungen vermitteln. "Durch die Krankheit habe ich gelernt, bewusster zu leben und trotz Parkinson die Tage zu genießen", sagt er.

Austausch über Tiefe Hirnstimulation (THS)

Ein wichtiges Thema für viele Parkinson-Patienten ist die Tiefe Hirnstimulation (THS), eine operative Behandlungsmethode, bei der Elektroden ins Gehirn implantiert werden, um die Symptome der Krankheit zu lindern. Die THS-Selbsthilfegruppe bietet die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen, die bereits Erfahrungen mit dieser Therapie gemacht haben.

In der Gruppe können Fragen gestellt und Ängste abgebaut werden. Die Teilnehmer wissen aus eigener Erfahrung, was es bedeutet, mit einem "Hirnschrittmacher" zu leben und sich mit möglichen Nebenwirkungen auseinanderzusetzen. Es werden auch praktische Fragen beantwortet, z.B. was bei der Anschaffung eines neuen Kochfelds oder bei der Nutzung von elektronischen Geräten zu beachten ist.

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Die Gruppentreffen finden alle vier bis sechs Wochen bei remos in Koblenz statt. Es ist auch geplant, hybride Treffen via Zoom anzubieten, um auch denjenigen die Teilnahme zu ermöglichen, die nicht persönlich erscheinen können.

Selbsthilfe-Festival in Trier: Parkinson-Selbsthilfegruppe mit dabei

Die Bedeutung von Selbsthilfegruppen wird oft unterschätzt. Um die Arbeit der Selbsthilfeorganisationen stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, fand am 1. Juli auf dem Trierer Viehmarkt ein großes Selbsthilfe-Festival statt. Organisiert wurde das Festival von der Selbsthilfe-Kontakt- und Informationsstelle e.V. (SEKIS).

Vielfalt der Selbsthilfeangebote

Auf dem Festival präsentierten sich 38 Selbsthilfeangebote zu den unterschiedlichsten Themen, von Angsterkrankungen über Long-Covid bis hin zu Parkinson. Auch die Parkinson Selbsthilfegruppe Trier war mit einem Stand vertreten und informierte über ihre Arbeit.

Musik und Mitmachaktionen

Neben den Informationsständen gab es auch ein buntes Rahmenprogramm mit Musik und Mitmachaktionen. Maike Gerten, Paul Weber und June Road sorgten für positive Stimmung auf dem Viehmarkt.

Wertschätzung für die Selbsthilfe

Ziel des Festivals war es, zu zeigen, dass Selbsthilfe etwas sehr Positives ist. Der Austausch von Erfahrungen kann für die Mitglieder von Selbsthilfegruppen eine große Erleichterung und Entlastung bedeuten.

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Weitere Selbsthilfegruppen in der Region Trier

Neben der Parkinson Selbsthilfegruppe Trier gibt es in der Region noch weitere Selbsthilfeangebote für Parkinson-Betroffene und deren Angehörige:

  • SHG Parkinson - Regionalgruppe Ruwertal: Diese Gruppe trifft sich jeden ersten Mittwoch im Monat im evangelischen Gemeindehaus in Gusterath.
  • SHG Parkinson - Regionalgruppe Wittlich/Bernkastel-Kues
  • PingPongParkinson Trier/Kernscheid

Eine Übersicht über alle Selbsthilfegruppen in der Region Trier bietet die SEKIS Trier. Auch im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder finden regelmäßig Treffen von Selbsthilfegruppen statt.

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