Sellerie, oft nur als Bestandteil des Suppengrüns wahrgenommen, entpuppt sich als wahres Superfood mit vielfältigen gesundheitlichen Vorteilen. Von der Antike bis heute wird Sellerie in verschiedenen Kulturen als Heilpflanze geschätzt. Dieser Artikel beleuchtet die beeindruckenden Eigenschaften von Sellerie, insbesondere seine Rolle bei der Prävention und Unterstützung von neurologischen Erkrankungen wie Parkinson, Demenz und Alzheimer.
Sellerie in der Ernährung: Ein Überblick
Die LandFrauen gehen mit der Zeit und bieten Online-Vorträge an, wie beispielsweise zum Thema "Fit im Kopf - Essen und Trinken für das Gehirn". Die dipl. Oecotrophologin Renate Frank gab wertvolle Tipps, darunter die Empfehlung, Sellerie in die Ernährung zu integrieren. Sellerie kann nämlich Nervenzellen im Gehirn vor Entzündungen schützen und damit das Risiko für neurodegenerative Erkrankungen wie Parkinson, Demenz und Alzheimer senken.
Die Geschichte des Selleries
Sellerie hat eine lange Geschichte als Kultur- und Heilpflanze. Bereits vor 3000 Jahren war er bei den alten Ägyptern beliebt. Er diente als Grabbeigabe, Schmuck zur Grabpflege und traditionelles Gericht bei Trauerfeiern. Auch zur Empfängnisverhütung wurde Sellerie eingesetzt. Der griechische Arzt Dioskurides (1. Jahrhundert) nutzte Sellerie gegen zahlreiche Beschwerden, von Blähungen bis zu Vergiftungen. In der griechischen Stadt Selinus wurde sogar ein Sellerieblatt auf Münzen geprägt.
Selleriearten und ihre Verwendung
Es gibt verschiedene Selleriearten, die sich in ihrer Verwendung unterscheiden:
- Knollensellerie: Die große Knolle wird als Suppengrün oder geraspelt als Selleriesalat verwendet. Paniert kann sie auch als "Schnitzel" zubereitet werden.
- Stangensellerie (auch Stauden- oder Bleichsellerie genannt): Die Stängel werden roh als Snack oder in Salaten, Suppen und Eintöpfen verwendet.
- Schnittsellerie: Diese Sorte hat weder eine dicke Knolle noch fleischige Blattstiele.
Inhaltsstoffe und ihre Wirkung
Sellerie ist reich an wertvollen Inhaltsstoffen, die seine gesundheitsfördernden Eigenschaften ausmachen:
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- Antioxidantien: Beta-Carotin (Vorstufe von Vitamin A), Vitamin C und E sowie sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide, Phthalide, Phytosterine und Phenolsäuren schützen die Zellen vor Schäden durch freie Radikale und wirken entzündungshemmend.
- Phthalide: Diese Pflanzenstoffe können entspannend auf die Blutgefäße wirken und so den Blutdruck senken.
- Polysaccharide: Sie sollen besonders den Magen schützen, indem sie die Überproduktion von Magensäure unterdrücken.
- Mineralstoffe: Sellerie enthält zahlreiche Mineralstoffe und gilt als basisches Gemüse, das überschüssige Magensäure neutralisieren kann.
- Kalium: Trägt zur Senkung des Blutdrucks und zur Unterstützung des Herz-Kreislauf-Systems bei.
- Betacarotin: Wird vom Körper in Vitamin A umgewandelt und ist gut für Augen, Schleimhäute und Knochen.
Selleriesaft: Ein besonderer Fokus
In den letzten Jahren hat Selleriesaft, insbesondere der aus Stangensellerie, an Popularität gewonnen. Viele Erfahrungsberichte loben seine positiven Auswirkungen auf die Gesundheit. Der Geschmack ist gewöhnungsbedürftig, etwas salzig und leicht bitter. Einige Anwender berichten von einer gewissen Zufriedenheit und weniger Gelüsten nach Süßem oder Ungesundem nach einer Woche regelmäßigen Konsums.
Die Wirkung von Selleriesaft
- Schutz der Nervenzellen: Wie bereits erwähnt, kann Sellerie die Nervenzellen im Gehirn vor Entzündungen schützen und so das Risiko für neurodegenerative Erkrankungen senken.
- Unterstützung der Verdauung: Selleriesaft kann die Magensäureproduktion anregen und so bei Sodbrennen und Reflux helfen. Er schafft im Darm ein basisches Milieu und wirkt entzündungshemmend.
- Entgiftung: Selleriesaft soll schädliche Viren, Bakterien, Giftstoffe und Pilzkeime "aushungern" und Galle und Leber stärken.
- Feuchtigkeitsversorgung: Er befeuchtet den Körper auf zellulärer Ebene und kann so der Hautalterung entgegenwirken.
- Unterstützung des Nervensystems: Selleriesaft unterstützt die Reparaturfunktionen im zentralen Nervensystem und kann so bei Vergesslichkeit helfen.
- Hormonelle Balance: Er enthält ein Pflanzenhormon, das die Drüsen des endokrinen Systems (Nebennieren, Bauchspeicheldrüse, Zirbeldrüse, Schilddrüse) unterstützt und ausgleicht.
Anwendung von Selleriesaft nach Anthony William
Anthony William empfiehlt, täglich mindestens 470 ml frisch zubereiteten Selleriesaft auf nüchternen Magen am Morgen zu trinken. Der Saft sollte nicht mit anderen Säften vermischt werden, um seine Wirkung nicht zu beeinträchtigen. Bei Unverträglichkeiten kann er mit Gurkensaft oder etwas Apfelsaft gemischt werden. Es wird empfohlen, mit einer kleineren Menge zu beginnen, um Verdauungsbeschwerden zu vermeiden.
Kritik und Kontroversen rund um Selleriesaft
Einige Kritiker bemängeln, dass es keine ausreichenden wissenschaftlichen Beweise für die gesundheitlichen Vorteile von Selleriesaft gibt. Anthony William argumentiert jedoch, dass dies daran liegt, dass keine großen Industrien von Selleriesaft profitieren und daher keine entsprechenden Studien finanziert werden. Er betont, dass die positiven Erfahrungen vieler Menschen für sich sprechen.
Es gibt auch Bedenken hinsichtlich des Nitratgehalts in Sellerie. William erklärt, dass frischer Selleriesaft keine schädlichen Nitrate enthält, es sei denn, er ist oxidiert oder dehydriert. Selleriesaftpulver kann jedoch Nitrate enthalten, die durch den Oxidationsprozess entstanden sind.
Worauf Sie beim Kauf und der Zubereitung achten sollten
- Bio-Qualität: Achten Sie beim Kauf von Stangensellerie und Selleriesaft auf Bio-Qualität, da Sellerie häufig mit Pestiziden behandelt wird.
- Frische: Kaufen Sie Knollensellerie mit fester Struktur und Stangensellerie mit fleckenfreier Haut und fester Konsistenz.
- Zubereitung: Verwenden Sie für die Zubereitung von Selleriesaft einen Slow Juicer, um die wertvollen Inhaltsstoffe zu erhalten.
Sellerie bei spezifischen Erkrankungen
Parkinson
Sellerie kann aufgrund seiner antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften eine unterstützende Rolle bei der Behandlung von Parkinson spielen. Studien haben gezeigt, dass der Pflanzenstoff Butylphthalid (NBP) die Nervenzellen im Gehirn schützt und die Regeneration der Gehirnzellen fördert. In einer Studie in China erhielten Parkinson-Patienten zusätzlich zu ihren bisherigen Medikamenten 200 mg NBP, was zu einer Verbesserung der Symptome und einer Verzögerung des Krankheitsverlaufs führte.
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Alzheimer und Demenz
Sellerieextrakt kann die Gedächtnisleistung verbessern und den Zelltod von Nervenzellen verhindern, was die Entstehung von Alzheimer-Demenz verzögern kann. Er hemmt den Abbau des Botenstoffs Acetylcholin im Gehirn, der für die Gedächtnisleistung wichtig ist.
Weitere Anwendungsgebiete
Sellerie kann auch bei folgenden Beschwerden und Erkrankungen hilfreich sein:
- Bluthochdruck: Der Pflanzenstoff Phthalid entspannt die Blutgefäße und kann so den Blutdruck senken.
- Hoher Cholesterinspiegel: Sellerie kann das "schlechte" LDL-Cholesterin und die Triglycerid-Fettwerte im Blut senken.
- Verdauungsbeschwerden: Sellerie wirkt basisch, unterstützt die Magenschleimhaut und kann bei Sodbrennen helfen.
- Entzündungen: Die antioxidativen Substanzen im Sellerie wirken entzündungshemmend und können so chronische Entzündungen reduzieren.
- Krebs: Studien haben gezeigt, dass bestimmte Pflanzenstoffe im Sellerie, wie Apigenin und Luteolin, die Vermehrung von Krebszellen stoppen und das Tumorwachstum verlangsamen können.
- Libidoverlust und Potenzprobleme: Sellerie kann die sexuelle Funktion verbessern und die Potenz beim Mann steigern.
Bioidentische Hormontherapie: Ein ergänzender Ansatz
Neben der Ernährung kann auch die bioidentische Hormontherapie eine wichtige Rolle bei der Behandlung von hormonell bedingten Beschwerden spielen, insbesondere in den Wechseljahren. Dabei werden körpereigene Hormone eingesetzt, um den Hormonhaushalt auszugleichen und Beschwerden wie Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen und Libidoveränderungen zu lindern.
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