Ein eingeklemmter Nerv im Nacken, auch als Nervenkompression oder Nervenreizung bezeichnet, entsteht, wenn ein Nerv im Nackenbereich durch umliegende Gewebe komprimiert wird. Diese Kompression kann durch Muskeln, Sehnen oder Bandscheiben der Halswirbelsäule verursacht werden. Lumedis steht Ihnen mit langjähriger Erfahrung zur Seite und berät Sie gerne. Dieser Artikel wurde zuletzt durch Dr. Jannik Ashauer und PD Dr. Elke Maurer in Frankfurt überarbeitet.
Ursachen eines eingeklemmten Nervs im Nacken
Im Bereich der Halswirbelsäule (HWS) gibt es nur begrenzten Platz für Wirbelkörper, Bandscheiben, Muskeln, Bänder und Nerven. Normalerweise behindern sich diese Strukturen nicht gegenseitig bei alltäglichen Bewegungen. Ein eingeklemmter Nerv kann jedoch durch verschiedene Faktoren entstehen:
Muskelverspannungen: Verhärtete Muskeln im Nacken- und Schulterbereich können auf benachbarte Nerven drücken und diese komprimieren. Alle Ursachen, die die Muskeln verhärten lassen, können dazu beitragen, dass solch ein verhärteter Muskel dann auf einen benachbarten Nerv drückt. Überlastungen führen zu Muskelverhärtungen, die dann ebenfalls auf in der Nähe vorbeiführende Nerven drücken und zu Beschwerden führen können.
Bandscheibenvorfälle: Bei chronischen Fehlbelastungen der HWS kann es zu einem Verrutschen von Bandscheiben kommen, wodurch sich die Wirbelkörper annähern. Die sich herausdrückende Bandscheibe kann auf einen Nerv drücken und Schmerzen sowie neurologische Ausfälle verursachen. Bandscheibenvorfälle können an der gesamten Wirbelsäule auftreten.
Wirbelkörperblockaden: Eine unbedachte Bewegung kann dazu führen, dass benachbarte Wirbelkörper nicht in ihre normale Position zurückgleiten, sondern sich leicht schräg oder versetzt übereinander legen. Dies blockiert die normale Bewegung und komprimiert die Nerven in diesem Bereich.
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Entzündungen: Entzündungen im Bereich der Muskeln oder Bandscheiben führen zu Schwellungen und dem Einstrom von entzündlicher Flüssigkeit im betroffenen Bereich, was ebenfalls Nerven komprimieren kann.
Fehlhaltungen und Überlastungen: Wer immer wieder falsch belastet, sorgt dafür, dass die Muskeln einseitig stärker ausgeprägt werden. Auch Kälte oder ein länger anhaltender Windzug können Muskelpartien im Bereich der HWS verhärten lassen.
Symptome eines eingeklemmten Nervs im Nacken
Eingeklemmte Nerven verursachen meist Schmerzen. Die Symptome können vielfältig sein und hängen vom betroffenen Nerv und der Ausprägung der Kompression ab. Typische Anzeichen sind:
- Schmerzen: Lokale Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule, die sich bei Bewegung verstärken können. Manchmal strahlen die Schmerzen auch in andere Bereiche aus, z.B. in den Arm. Schmerzen, die in den Arm ausstrahlen, können auf eingeklemmte Nerven oder Nervenreizungen im Nackenbereich zurückzuführen sein.
- Taubheitsgefühle und Kribbeln: Diese Empfindungsstörungen treten häufig im Versorgungsgebiet des betroffenen Nervs auf, z.B. im Arm oder in den Fingern. Das Auftreten von Kribbeln oder Taubheitsgefühle sollte umgehend von einem Experten abgeklärt werden um schwerwiegende Schädigungen an Nerven zu verhindern. Bei Nackenschmerzen kann es zu einer Störung der Sensibilität kommen, wie Taubheitsgefühle, Kribbeln oder das Gefühl von "Ameisenlaufen".
- Muskelschwäche: Ein komprimierter Nerv kann zu einer vorübergehenden oder dauerhaften Muskelschwäche in Nacken, Schultern oder Armen führen. Ursachen dafür können Bandscheibenvorfälle oder starke Muskelverspannungen im Nacken sein.
- Eingeschränkte Beweglichkeit: Nackenschmerzen führen oft zu einer eingeschränkten Beweglichkeit im Nackenbereich. Wenn es sich um eine Wirbelkörperblockade handelt, können gewohnte Bewegungen in der Halswirbelsäule rein mechanisch nicht mehr durchgeführt werden.
- Muskelverhärtungen: Verhärtungen im Nacken- und Schulterbereich sind ein weiteres Begleitsymptom eines eingeklemmten Nervs. Wo es zu verhärteten Muskeln kommt, können normale Bewegungen nicht mehr durchgeführt werden, was dann zu einer Muskelsteifheit führt.
- Kopfschmerzen und Ohrenschmerzen: Durch die komplexe Verbindung zwischen den Nervenbahnen im Kopf- und Nackenbereich können Kopfschmerzen und Ohrenschmerzen in Zusammenhang mit Nackenschmerzen auftreten. Die Kopfschmerzen können in ihrem Ausmaß variieren und sich als dumpfe, drückende Schmerzen im Hinterkopf oder an den Schläfen äußern.
Diagnose eines eingeklemmten Nervs im Nacken
Die Diagnose eines eingeklemmten Nervs im Nacken umfasst in der Regel die folgenden Schritte:
- Anamnese: Der Arzt erfragt die Krankengeschichte des Patienten, einschließlich der Art, Lokalisation und Dauer der Beschwerden. Versuchen Sie, sich genau zu beobachten: Wann, in welcher Haltung, bei welcher Bewegung nimmt der Schmerz zu? Wodurch nimmt er ab? Wohin strahlt er aus? Nach vorn, nach hinten? Wie weit zieht der Schmerz in Arm oder Bein? Bestehen Veränderungen im Empfinden? Kribbeln, Taubheit? Merken Sie, dass bestimmte Muskeln weniger Kraft haben? Präzise Informationen sind sehr hilfreich bei der Diagnosefindung. Ihre Ärztin, Ihr Arzt wird Sie bitten, Ihre Beschwerden genau zu beschreiben, das Ausmaß der Schmerzen und die Dauer. Haben Sie Antworten parat, dann kann Ihnen effizienter geholfen werden.
- Körperliche Untersuchung: Der Arzt untersucht die Halswirbelsäule, tastet den Nacken- und Schulterbereich ab und testet die Beweglichkeit des Kopfes. Danach schließt sich die körperliche Untersuchung an, bei der der Behandler die Halswirbelsäule betrachtet und betastet und den Patienten bittet, den Kopf nach vorne und nach hinten sowie zur Seite zu beugen. Eine neurologische Untersuchung beginnt mit Beobachtung. Wie bewegt sich der Patient, die Patientin? Geht er oder sie symmetrisch und flüssig oder schmerzgequält, oder bewegen sich bestimmte Muskeln nicht mit? Nach dieser wichtigen Beobachtung wird zu gezielten Bewegungsabläufen aufgefordert, die teilweise unbelastet ausgeführt werden, um das Bewegungsausmaß zu bewerten, und teilweise mit Anspannung, um die Kraft zu messen. Anschließend werden die Reflexe geprüft (automatische Antworten des Nervensystems auf einen definierten Reiz) und insbesondere im Seitenvergleich bewertet. Die Berührung der Haut gibt weitere Hinweise auf die korrekte Funktion der Nerven. Eine umfassende neurologische Untersuchung beinhaltet viele weitere Schritte.
- Bildgebende Verfahren:
- Röntgen: Im Röntgenbild sieht man vor allem Knochen und verkalkte Sehnen. Das Röntgenbild kann Frakturen ausschließen und auch einen indirekten Bandscheibenvorfall-Nachweis erbringen. Des weiteren eignet sich ein Röntgenbild der HWS vor allen Dingen dann, wenn ein Unfall vorausgegangen ist und man schauen will, ob Knochen verletzt oder gebrochen ist. Die Röntgenstrahlen durchdringen den Körper und werden vom Gewebe mehr oder weniger absorbiert. Je dichter das Gewebe, desto weniger Strahlen kommen durch. Eine empfindliche Platte, ähnlich wie bei der analogen Fotografie, wird belichtet und entwickelt. Heutzutage erfolgt dies weitgehend digital. Das Bild zeigt unterschiedliche Grautöne, abhängig von der Menge an Strahlen, die durch das Gewebe dringen. Knochen hält die meisten Strahlen ab und wird somit am besten dargestellt. Eine Röntgenaufnahme der Wirbelsäule kann die Form und den Grad des Verschleißes zeigen, aber nicht die Nerven, Muskeln oder Bandscheiben.
- MRT (Magnetresonanztomographie): Ein MRT wird dann benötigt, wenn starke neurologische Ausfälle vorhanden sind und man einen Bandscheibenvorfall im Bereich der Halswirbelsäule ganz sicher ausschließen muss. Das MRT eignet sich am besten um Bandscheibenvorfälle und Kompression von Nerven, die daraus entstehen, zu diagnostizieren. MRT-Geräte verwenden starke Magnete, die den Wasserstoffatomen im Körper eine Ausrichtung geben. Kurze Radiowellen werden dann in den Körper gesendet, was die Atome auf eine höhere Energieebene versetzt. Wenn die Radiowellen stoppen, kehren die Atome in ihre ursprüngliche Ausrichtung zurück und geben dabei Energie ab, die von den MRT-Spulen aufgefangen wird. Ein Computer wandelt diese Informationen in detaillierte, dreidimensionale Bilder um, die der Ärztin oder dem Arzt Informationen über die Beschaffenheit des Gewebes liefern. Soweit bisher bekannt ist, hat das Erstellen eines MRTScans keine schädlichen Nebenwirkungen. Die Bilder eines guten MRT sind von ausgezeichneter Qualität und könnten sogar in Anatomiebüchern genutzt werden. Sie zeigen jeden einzelnen Nerv, die Muskeln, die Knochen, die Gelenke und vor allem deren Verhältnis zueinander. Es ist sogar möglich, zu erkennen, wie viel Flüssigkeit eine Bandscheibe enthält, wobei Mediziner davon ausgehen, dass mehr Wasser auch mehr Elastizität bedeutet. Die Bilder zeigen auch deutlich, ob ein Nerv frei verläuft und daher wahrscheinlich nicht als Ursache des Schmerzes in Frage kommt, oder ob der Nerv in irgendeiner Form eingeklemmt ist. Letztendlich ist ein MRT-Scan die beste Informationsquelle für medizinische Untersuchungen der Wirbelsäule. Mehr noch als beim Röntgen und CT hängt die Qualität der MRT-Bilder jedoch stark von Wartungszustand und Einstellungen des Geräts ab. Ein MRT kann sehr aufschlussreiche Bilder produzieren, aber auch sogenannte Artefakte erzeugen, Fake News sozusagen. Es ist zudem wesentlich, die Informationen aus den Bildern in den richtigen Kontext zu setzen, da nicht jede Information von medizinischer Bedeutung ist. Viele Aspekte sind Teil des normalen Körperalterungsprozesses und müssen nicht behandelt werden. Darum ist es wichtig, dass die Person, die einen MRT-Scan beurteilt, genau weiß, welche Beschwerden die Patientin, der Patient hat. Die Kunst besteht darin, den Zusammenhang zwischen den Beschwerden und einer eventuellen Ursache zu entdecken und dann aufgrund jahrelanger medizinischer Erfahrung zu beurteilen, welche Behandlung die beste ist. Für die Planung einer mikroskopischen Bandscheiben-Operation ist ein perfektes MRT-Bild eine enorme Hilfe. Der Operateur kann die spezielle Anatomie des Patienten förmlich lesen, seinen Weg zum Vorfall genau planen und Risiken minimieren. Ähnlich wie ein Slalom-Skifahrer die Strecke vorher im Kopf fährt, kann der Operateur die beste Route wählen.
- CT (Computertomogramm): Eine weitere Möglichkeit, Informationen über die Wirbelsäule zu erhalten, bietet das CT, welches mithilfe einer sich schnell um den Körper drehenden Röntgenröhre erstellt wird. Es entstehen schichtweise Bilder im Querschnitt, mit denen unter anderem ein Bandscheibenvorfall festgestellt werden kann. Diese Bilder können im Computer zu einem 3D-Bild zusammengesetzt werden. Es ist jedoch schwierig, einen Bandscheibenvorfall von einem weichen Nerv zu unterscheiden, da er nicht aus Knochen besteht, sondern aus weichem Gewebe wie der Nerv. Auf einem CT-Bild sind die Knochen der Wirbelsäule und der Raum, den die Nerven in diesen Knochen haben, sehr gut erkennbar. Vor allem 3D-Rekonstruktionen ergeben aussagekräftige Bilder.
- EMG (Elektromyographie): Nerven übertragen ihre Nachrichten mithilfe von schwachen Stromimpulsen, auf die Muskeln mit Anspannung reagieren. Zur Überprüfung der Verbindung zwischen Nerven und Muskeln wird ein EMG (elektromyografische Untersuchung) durchgeführt, welches die elektrische Aktivität des Muskels aufzeichnet. Dazu wird eine kleine Nadel in den betreffenden Muskel eingestochen, der dem Nerv zugeordnet ist, und der Patient wird aufgefordert, sich zu bewegen. Dabei sendet der Nerv elektrische Impulse an den Muskel. Wenn die Verbindung in Ordnung ist, erfasst die Nadel ein korrektes Signal. Ist der Nerv jedoch geschädigt, kommt kein korrektes Signal an, und der Muskel wird teilweise ohne Anlass und unkontrolliert angespannt.
- Kraftmessungen der Halswirbelsäule: Kraftmessungen der Halswirbelsäule eignen sich hervorragend, um Fehlbelastungen der Muskeln im Bereich der HWS ausfindig zu machen. Hierfür wird der Patient in ein Gerät gesetzt und gebeten, bestimmte Bewegungen in der Halswirbelsäule durchzuführen.
Behandlung eines eingeklemmten Nervs im Nacken
Die Behandlung eines eingeklemmten Nervs richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. In vielen Fällen können konservative Maßnahmen die Beschwerden lindern:
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- Schonung und Ruhigstellung: Überlastungen und Sport sollten so lange ausgesetzt werden, bis die Beschwerden deutlich besser geworden sind. Schonung und Ruhigstellung (z. B.
- Schmerzmittel und Entzündungshemmer: Bei starken Schmerzen kann die Einnahme eines entzündungshemmende Medikamentes notwendig werden.
- Wärme- oder Kälteanwendungen: Manchmal werden auch wärmende Maßnahmen als lindernd beschrieben.
- Physiotherapie: Dehnende Übungen helfen in jedem Fall die meistens stark verspannte Muskeln im Bereich der Halswirbelsäule zu lockern. Anschließend soll der Kopf ganz nach links gebeugt und dann ganz nach rechts gebeugt sowie in den Nacken gelegt werden. Die Übungen sollten mehrere Male hintereinander wiederholt und anschließend dann der Kopf und der Hals gelockert werden. Bei einem akut eingeklemmten Nerv sollte man die Übungen ein- bis dreimal am Tag durchführen. Alle genannten Übungen darf man nur exemplarisch verstehen, da alle Übungen individuell auf die zu Grunde liegend Ursachen angepasst werden muss.
- Faszienrolle: Faszien sind bindegewebige Strukturen, die die Muskeln umgeben und die verkleben können. Bei einer Muskelverhärtung im Bereich der HWS kann es ebenfalls zu einer Verklebung dieser Faszien kommen. Mithilfe einer Faszienrolle kann man fest über diesen verklebten Bereich hinüber rollen, um diesen zu lösen.
- PRT (Periradikuläre Therapie): Die Indikation zur PRT besteht bei Nervenwurzelreizsyndromen. In seltenen Fällen tritt das Nervenwurzelreizsyndrom aufgrund des stark degenerierten Bandscheibenfaches auf - ohne einen Bandscheibenvorfall. Dabei spricht man von einer chemischen Radikulopathie bzw. Ein Nervenreizsyndrom kann oft auch als Folge einer segmentalen Instabilität entstehen. Wenn keine gravierenden motorischen und sensiblen Ausfälle bestehen und die konservative Therapie nach 2 bis 4 Wochen keinen Erfolg bringt, lassen sich Ihre Schmerzen mit Hilfe der interventionellen Schmerztherapie behandeln. Viele Bandscheibenvorfälle können - insbesondere wenn sie frisch aufgetreten sind - spontan und/oder mit gezielter Behandlungen schrumpfen und kleiner werden. Schmerzen werden direkt behandelt, die Schmerzursache verschwindet zunehmend. So lässt sich eine operative Therapie vermeiden. Für die PRT werden Sie in Rücken- oder Bauchlage auf dem Tomographentisch gelagert und nach üblichen Vorbereitungen und der Festlegung des zu behandelnden Wirbelsäulenabschnitts erfolgt die Markierung der Koordinaten auf der Haut. Anschließend wird die Haut mehrfach desinfiziert und danach beginnt die Behandlung. Unter MRT-/CT-tomographischer Bildsteuerung wird eine dünne Injektionsnadel unter Lokalanästhesie der Haut und Muskulatur bis in unmittelbarer Nähe zur Nervenwurzel (an Nervenaustrittstelle oder in Rückenmarkskanal) vorgeschoben. Danach werden kleine Mengen von Röntgenkonrastmitteln injiziert damit sichergestellt wird, dass die Nadelspitze nicht in Gefäße oder Nerven liegt und das die zu injizierenden Medikamente ein richtiges Umfluten der Nervenwurzel erreichen. Dadurch gelingt es, präzise Medikamente um diesen Nerv zu spritzen, die sich bis in den Wirbelkanal verteilen. So kann eine hohe örtliche Wirkdosis an dem geschädigten Nerv erreicht werden. Bei den Injektionen werden zusätzlich Lokalanästhetika um den Nerv injiziert. Dadurch lässt der Schmerz meist sofort nach, kann aber ein vorübergehendes Taubheitsgefühl mit oder ohne Kraftverlust in den Beinen oder den Armen auftreten. Dies kann ca.
In einigen Fällen ist eine operative Behandlung erforderlich, insbesondere bei Bandscheibenvorfällen, die starke neurologische Ausfälle verursachen. Operative Maßnahmen kommen infrage, wenn die Beschwerden trotz konservativer Behandlung bestehen bleiben. Je länger der Druck andauert, desto größer ist die Gefahr bleibender Schäden. Umso wichtiger ist es, den richtigen Zeitpunkt für eine Operation nicht zu verpassen. Bei Bandscheibenvorfällen kann es manchmal notwendig werden, dass eine operative Behandlung durchgeführt werden muss. Für die Planung einer mikroskopischen Bandscheiben-Operation ist ein perfektes MRT-Bild eine enorme Hilfe. Der Operateur kann die spezielle Anatomie des Patienten förmlich lesen, seinen Weg zum Vorfall genau planen und Risiken minimieren. Ähnlich wie ein Slalom-Skifahrer die Strecke vorher im Kopf fährt, kann der Operateur die beste Route wählen. Grundsätzlich kann es sein, dass sich die neurologischen Ausfälle nach einer Operation nicht vollständig legen.
Dauer der Genesung:
In allen anderen Fällen kann bereits eine Besserung der Beschwerden nach einer entsprechenden und regelmässig durchgeführten Behandlung nach einigen Tagen oder auch Wochen eintreten. Die Zeit, wie lange man bei einem eingeklemmten Nerv krankgeschrieben ist, richtet sich ganz nach der auslösenden Ursachen sowie auch nach der Arbeit der nachgegangen wird. Bei schweren Kompressionen der Nervenbahnen und körperlich schwere Arbeit muss in aller Regel so lange gewartet werden, bis die Beschwerden komplett verschwunden sind. Dies kann manchmal Wochen bis Monate dauern. Bei kurzzeitigem Druck kann sich der Nerv vollständig regenerieren - oft innerhalb weniger Wochen.
Vorbeugung
Um einem eingeklemmten Nerv im Nacken vorzubeugen, können folgende Maßnahmen helfen:
- Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung: Achten Sie auf eine korrekte Haltung beim Sitzen und Arbeiten, insbesondere bei Bildschirmarbeit.
- Regelmäßige Bewegung: Regelmäßige Bewegung ist essenziell für einen gesunden Rücken. Durch gezielte Aktivität werden die Rückenmuskeln gestärkt, die Durchblutung gefördert und Verspannungen gelöst. Bewegung hilft, Druck von der Wirbelsäule zu nehmen und die Bandscheiben mit Nährstoffen zu versorgen.
- Vermeidung von Fehlbelastungen: Vermeiden Sie einseitige Belastungen und falsche Hebetechniken.
- Stressmanagement: Stress kann zu Muskelverspannungen führen. Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation können helfen, Stress abzubauen.
- Vermeiden Sie Haltungen oder wiederholende Tätigkeiten, bei denen es zu solchen Druckschäden kommen kann.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Ein eingeklemmter Nerv macht sich oft plötzlich bemerkbar. Es fühlt sich an, als wäre ein Arm oder Bein „eingeschlafen“. Bei folgenden Symptomen sollte ein Arzt aufgesucht werden:
- Starke oder anhaltende Schmerzen
- Neurologische Ausfälle wie Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Muskelschwäche
- Eingeschränkte Beweglichkeit
- Schmerzen, die in den Arm oder andere Körperteile ausstrahlen
Einen eingeklemmten Nerv sollte eine Neurologin oder ein Neurologe untersuchen. Sie können den Schweregrad bestimmen und entsprechende Therapieverfahren vorschlagen.
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