Migräne ist mehr als nur ein starker Kopfschmerz. Es handelt sich um eine komplexe neurologische Erkrankung, die das Leben der Betroffenen erheblich beeinträchtigen kann. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft Migräne, mit oder ohne Aura, als die dritthäufigste Erkrankung weltweit ein, die mit einem hohen Leidensdruck im Alltag einhergeht. Um die Erkrankung besser zu verstehen und effektive Behandlungen zu entwickeln, ist es wichtig, die Ursachen und Auslöser von Migräne zu kennen.
Was ist Migräne?
Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die sich durch wiederkehrende, heftige Kopfschmerzattacken äußert. Diese Attacken können von weiteren Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit begleitet sein. Die Dauer der einzelnen Anfälle beträgt drei bis 72 Stunden, also bis zu drei Tage. Körperliche Belastung verstärkt die Symptome. Betroffene müssen in der Regel Bettruhe einhalten, am besten in einem kühlen, abgedunkelten Raum.
Etwa ein Viertel der Menschen mit Migräne haben bereits vor der Kopfschmerz-Attacke neurologische Symptome, was als sogenannte Aura bezeichnet wird. Plötzlich treten Flimmerkränze im Sichtfeld auf, Zickzackfiguren aus gleißendem Licht. Betroffene von Migräne wissen Bescheid, was nach diesen vorübergehenden neurologischen Symptomen geschieht. Nach dieser sogenannten Aura, manche sehen auch Objekte verzerrt und unscharf, erleiden Gesichtsfeldausfälle oder Empfindungsstörungen, tritt die eigentliche Migräneattacke auf.
Formen der Migräne
Forscher und Wissenschaftler unterscheiden zwei unterschiedliche Formen der Migräne.
- Migräne mit Aura (Klassische Migräne): Bei der Migräne mit Aura wird die Zeit, bevor der Kopfschmerz spürbar wird, häufig von Sehstörungen begleitet. Betroffene beschreiben Beeinträchtigungen wie Lichtblitze oder flimmernde Zick-Zack-Linien oder auch blinde Flecken im Sichtfeld. Weitere mögliche Begleiterscheinungen bei einer Migräne mit Aura sind:eine meist einseitige Schwäche, Taubheitsgefühl und Kribbeln im Gesicht, der Hand oder in den BeinenSprach- und WahrnehmungsstörungenSehen von Doppelbildern, Gangschwierigkeiten und Gleichgewichtsstörungen. Die Aura-Begleiterscheinungen kommen in vielen Fällen einer Migräneattacke zuvor, können aber auch parallel zum Kopfschmerz verlaufen. Normalerweise werden die Aura-Anzeichen nach 30 Minuten wieder deutlich weniger und verschwinden dann nach und nach komplett. Nicht immer muss einer schmerzhafte Migräneattacke folgen. Alle Aura-Anzeichen sind nur ein vorübergehendes Phänomen und hinterlassen niemals bleibende Schäden.
- Migräne ohne Aura (Gewöhnliche Migräne): Die Mehrheit der von Migräne-Betroffenen (80 bis 85 Prozent) leiden unter eine Migräne ohne Aura. Die Symptome entstehen meist binnen kurzer Zeit und kündigen sich nur selten an. Viele Patienten berichten aber von typischen äußerlichen Einflüssen, die zu einer Attacke führen können.
Zudem lassen sich folgende Unterformen unterscheiden:
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- Migräne der Augen (auch okulare Migräne genannt): Eine Form der Migräne, die Sehstörungen wie Flimmern, Lichtblitze oder vorübergehenden Sehverlust verursacht, oft ohne Kopfschmerzen.
- Menstruelle Migräne: Migräne, die in direktem Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus steht, oft kurz vor oder während der Menstruation auftritt.
- Abdominelle Migräne: Eine Migräneform, die hauptsächlich bei Kindern auftritt und durch wiederkehrende Bauchschmerzen und Übelkeit gekennzeichnet ist, oft ohne Kopfschmerzen.
- Hemiplegische Migräne: Eine seltene und schwere Form der Migräne, die vorübergehende Lähmungen auf einer Körperseite (Hemiplegie) verursachen kann.
- Migräne mit Hirnstammaura (früher als basilaris Migräne bekannt): Eine seltene Form der Migräne, bei der Symptome wie Schwindel, Sprachstörungen, Doppelbilder und Bewusstseinsveränderungen auftreten, die auf den Hirnstamm zurückzuführen sind.
- Vestibuläre Migräne: Eine Migräneform, bei der Schwindel und Gleichgewichtsstörungen die Hauptsymptome sind, oft begleitet von den klassischen Migränekopfschmerzen.
Ursachen von Migräne
Die genauen Ursachen von Migräne sind noch nicht restlos geklärt. Die Veranlagung ist genetisch bedingt. Wissenschaftler gehen zum aktuellen Zeitpunkt davon aus, dass bei der Entstehung von Migräne mehrere Faktoren eine Rolle spielen. Zum Beispiel kann eine Migräne-Ursache eine genetische Veranlagung sein: Verwandte ersten Grades von Patienten einer Migräne mit Aura haben ein 3,8-fach erhöhtes Risiko, selbst zu erkranken. Dennoch lässt sich Migräne nur in Ausnahmefällen auf ein einzelnes Gen zurückführen, etwa bei der familiären hemiplegischen Migräne. Vielmehr sind wahrscheinlich mehrere genetische Bedingungen (polygenetisch) die Ursache für eine Migräne. Laut Forschern spiegelt sich die Vielschichtigkeit einer Migräne in der Komplexität der beteiligten genetischen Komponenten wider.
Viele Betroffene scheinen eine besonders hohe Aufmerksamkeit für verschiedenste Reize und eine schnelle Reizverarbeitung zu haben, was das Nervensystem irgendwann überlastet. Insgesamt handelt es sich um eine neurobiologisch bedingte Funktionsstörung des Gehirns. Im Verlauf einer Attacke kommt es wahrscheinlich zu entzündlichen Vorgängen an den Blutgefäßen im Gehirn.
Wissenschaftlern der Universität Kopenhagen gelang es, erstmals den Signalweg bei Migräne mit Aura nachzuvollziehen. Sie stießen auf ein im Zusammenhang mit Migräne bekanntes Hirnprotein, das bei Attacken mit Aura vermehrt im Hirnwasser freigesetzt wird, das Protein CGRP (Neuropeptid Calcitonin Gene-Related Peptide). Dabei handelt es sich um ein aus 37 Aminosäuren bestehendes Neuropeptid. Insgesamt werden bei einer Migräneattacke zwölf verschiedene Proteine in das Hirnwasser freigesetzt, wie die Forschenden ebenfalls feststellten. Der Signalweg erfolgt nun über einen bestimmten Nerven-Knotenpunkt außerhalb des Gehirns, den Ganglion trigeminale. An diesem Nervenknoten trennt sich der Trigeminus-Nerv in drei Äste auf, die in das Gesicht und den Kopf ziehen. Ausnahmsweise können so periphere Nervenzellen mit dem vorbeifließenden Protein CGRP und weiteren Proteinen im Hirnwasser in Kontakt treten. Die Wissenschaftler glauben, dass sie den primären Kommunikationskanal zwischen dem Gehirn und dem peripheren sensorischen Nervensystem (PNS) identifiziert haben, der bis zu diesem Zeitpunkt unbekannt war. Dieses Studienergebnis könnte die Forschung für Migräne-Medikamente ebnen, die vor allem auf diesen Signalweg fokussieren und das Protein CGRP hemmen.
Migräne-Trigger
Bei manchen Menschen können Anfälle durch sogenannte Trigger ausgelöst werden. Trigger beschreiben Situationen, in denen es wahrscheinlicher ist, dass Betroffene eine Attacke erleiden. Etwa drei Viertel aller Migräne-Patienten beschreiben einen Zusammenhang zwischen bestimmten Trigger-Faktoren wie Stress, Halswirbelsäule-Blockaden oder dem Genuss von Lebensmitteln und ihren Kopfschmerzattacken. Aber Vorsicht: Bei diesen Auslösern handelt es sich nicht um die Ursache für Migräne, sondern um Faktoren, die eine Attacke „anstoßen“ können. Die Migräne-Auslöser (Trigger) sind individuell sehr verschieden. Was bei einem Patienten im Verdacht steht, die Migräne hervorzurufen, muss nicht zwangsläufig auch auf andere Betroffene zutreffen.
Häufig berichten Betroffene von folgenden Triggern:
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- Stress: Migräne durch Stress kommt bei etwa 80 Prozent der Betroffenen infrage.
- Wetterumschwünge: Ebenso kann das Wetter bei Migräne eine Rolle spielen. Wetterfühlige Migräne-Patienten bemerken Veränderungen der Temperatur oder des Luftdrucks manchmal daran, dass sich eine Kopfschmerzattacke ankündigt.
- Hormonschwankungen: Viele Patientinnen leiden während ihrer Periode an Kopfschmerzen. Auch eine Migräne in der Schwangerschaft oder den Wechseljahren aufgrund von einschneidenden Veränderungen im Hormonhaushalt der Frau ist denkbar.
- Veränderung des gewohnten Tagesrhythmus: Am Wochenende spät ins Bett? Und am nächsten Morgen Kopfschmerzen? Dann handelt es sich womöglich um Migräne wegen Schlafmangel. Wird der gewohnte Schlafrhythmus und Tagesablauf nicht beibehalten, reagieren manche Patienten mit starken Schmerzen.
- Nahrungsmittel: Etwa 20 Prozent aller Migräne-Patienten machen bestimmte Nahrungsmittel als Auslöser aus. Jedoch konnten Mediziner den Zusammenhang bisher nicht eindeutig nachweisen. Im Fall einer Migräne durch Lebensmittel ist zu berücksichtigen, dass auch die Tageszeit entscheidend ist. Einige Migräne-Patienten können abends ein Glas Sekt trinken, erst am nächsten Vormittag fängt ihr Kopf heftig an zu hämmern. Da viele Betroffene auf eine ganze Reihe von Lebensmitteln mit Migräne reagieren, werden zudem bestimmte Konservierungsstoffe als Auslöser vermutet. Der Beweis für einen direkten Zusammenhang fehlt jedoch bisher.
- Sport: Bei leichten Kopfschmerzen wirkt Bewegung manchmal wahre Wunder. Doch manche Patienten leiden infolge von körperlicher Aktivität unter einer Migräne nach Sport. Nach der Joggingrunde oder dem Krafttraining im Fitnessstudio setzen die quälenden Kopfschmerzen ein. Für Betroffene ist es deshalb wichtig zu wissen, was ihnen gut tut und auf welche Sportarten sie besser verzichten sollten. Geeignet ist etwa leichter Ausdauersport wie Nordic Walking, Radfahren und Schwimmen.
- Reizüberflutung: Bei Migräne-Patienten ist die Verarbeitung mancher Sinnesreize im Gehirn verändert. Diese Reize sind deshalb nicht nur während einer Attacke unangenehm. Vielmehr ist auch eine Migräne durch Reizüberflutung möglich.
- Medikamente: Eventuell können auch Medikamente ein Trigger-Faktor sein.
Um festzustellen, ob einer der aufgezählten Migräne-Auslöser auf dich selbst zutrifft, solltest du deine Beschwerden über einen längeren Zeitraum beobachten. Dabei kann dir ein Migränetagebuch helfen.
Triggerpunkte als Ursache von Migräne
In den Tiefen unserer Muskulatur lauern unsichtbare Störenfriede, die das Potenzial haben, unseren Alltag auf den Kopf zu stellen: Triggerpunkte sind winzige "Knoten", die so harmlos erscheinen und doch ein Geflecht von Schmerzen und Beschwerden weben können. Bei manchen reicht ein falscher Schritt, ein plötzliches Heben oder eine unerwartete Bewegung, und schon wird das verborgene Netz dieser Störenfriede spürbar. Doch was, wenn diese kleinen Übeltäter nicht nur für den stechenden Schmerz im Nacken verantwortlich sind, sondern auch die verborgenen Drahtzieher hinter quälenden Migräneanfällen sind?
Triggerpunkte sind faszinierende, aber oft "heimtückische" Gebilde innerhalb der Muskulatur. Sie manifestieren sich als empfindliche, verdichtete Bereiche innerhalb eines Muskels und werden oft mit dem Bild eines „muskulären Knotens“ verglichen. Bei Berührung oder Druck können diese Punkte nicht nur lokale Schmerzen hervorrufen, sondern auch Beschwerden in ganz anderen Regionen des Körpers.
Die Entstehung dieser Triggerpunkte kann vielfältige Ursachen haben. Oftmals entwickeln sie sich durch wiederholte oder anhaltende muskuläre Überlastungen. Denken wir etwa an die ständigen Belastungen, denen unsere Schultern und unsere Nackenmuskulatur durch stundenlanges Sitzen am Computer ausgesetzt sind. Was besonders bemerkenswert an Triggerpunkten ist, ist ihre Fähigkeit, Schmerzsymptome in Gebiete zu projizieren, die scheinbar nichts mit dem ursprünglichen Punkt zu tun haben. So kann ein Triggerpunkt im unteren Rückenbereich das Gefühl eines Schmerzes im Oberschenkel verursachen oder ein Triggerpunkt in der Schultermuskulatur nicht nur zu Kopfschmerzen, sondern auch zur Auslösung und Verstärkung von Migränesymptomen führen. Diese tiefen Verknüpfungen und Verbindungen im muskulären Netzwerk unseres Körpers verdeutlichen die Komplexität und das fein abgestimmte Zusammenspiel unserer Muskulatur.
Die Entstehung von Triggerpunkten ist ein komplexer Prozess, der sowohl von physischen als auch von psychischen Faktoren beeinflusst wird. Muskelüberlastung und -verletzung, Stress und emotionale Faktoren, Ernährungsmängel und Fehlhaltungen können die Entstehung von Triggerpunkten begünstigen.
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Viele Menschen sind sich der tiefgreifenden Verbindung zwischen muskulären Verspannungen und dem Auftreten von Migräne nicht bewusst. Diese scheinbar unterschiedlichen Zustände sind durch eine komplexe Kette von physiologischen Reaktionen miteinander verbunden. Veränderungen im Nervensystem, Durchblutungsstörungen und hormonelle Schwankungen können eine Rolle spielen.
Diagnose und Behandlung
Für die Diagnose macht die Ärztin oder der Arzt eine körperliche Untersuchung und benötigt eine detaillierte Beschreibung der Beschwerden, die während eines Anfalls auftreten. Entscheidend sind Angaben, wo genau der Schmerz sitzt und wie lange er anhält. Ebenfalls wichtig ist der Abstand zwischen den Attacken und eventuelle Begleitsymptome. Ein Kopfschmerz-Fragebogen und -Tagebuch (in Papierform oder als App) erleichtern die Diagnose. Um die individuelle Schmerzdynamik besser zu verstehen, empfehlen Experten, ein Kopfschmerztagebuch oder einen Kopfschmerzkalender zu führen. Vorlagen gibt es im Internet zum Selberausdrucken. Noch praktischer sind entsprechende Smartphone-Apps - oft kostenlos und von Krankenkassen und Kliniken entwickelt. Das Prinzip ist dabei immer das Gleiche: Jede Schmerzattacke wird in all ihren Details erfasst. Es gilt, die Symptome genau zu beobachten und zu beschreiben. Zieht es in der Stirn oder drückt es am Hinterkopf? Pocht der Schmerz einseitig hinter dem Auge oder umspannt er den ganzen Schädel? Gibt es Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Sehstörungen oder Lichtempfindlichkeit? Neben Art, Stärke und Dauer des Schmerzes sollten Medikamente sowie mögliche Auslöser, etwa Stress, Schlafverhalten, Sport, Menstruation, Rauchen, Kaffeekonsum oder die genaue Ernährung im Kopfschmerztagebuch festgehalten werden. In den meisten Apps lassen sich zudem statistische Auswertungen und Grafiken zum Krankheitsverlauf erstellen. Vor allem aber erleichtert die Dokumentation Ärzten die Diagnose. Denn je genauer und umfassender das Bild des Schmerzes ist, desto leichter kann ein Mediziner die passende Behandlung festlegen.
Die Leitlinie zur Therapie von Migräne der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) empfiehlt bei akuten Attacken, möglichst früh Medikamente einzunehmen. Denn grundsätzlich gilt: je früher der Zeitpunkt der Einnahme, desto besser die Wirkung. Wirksame Medikamente zur Therapie mittelschwerer bis schwerer Migräneattacken sind die Triptane. Diese spezifischen Migränemedikamente wirken auf Rezeptoren der geweiteten Blutgefäße im Gehirn, die sich daraufhin wieder verengen. Außerdem verhindern sie die Aktivierung entzündungsauslösender Eiweißstoffe. Triptane mit den Wirkstoffen Almotriptan, Naratriptan und Sumatriptan gibt es als Tabletten in kleiner Packung rezeptfrei in der Apotheke. Voraussetzung: Die Migräneerkrankung wurde ärztlich bestätigt. Größere Packungen sowie die Wirkstoffe Eletriptan, Frovatriptan, Rizatriptan und Zolmitriptan gibt es nur auf Rezept.
Wenn eine Patientin oder ein Patient an vier oder mehr Tagen im Monat Migräne hat oder wenn die Behandlung mit Triptanen keine ausreichende Besserung von Anfällen bietet, gibt es die Möglichkeit, die Migräne vorbeugend zu behandeln. Zur Prophylaxe mit Tabletten kommen unter anderem Betablocker, Antidepressiva oder Mittel gegen Epilepsie infrage. Bevor moderne Antikörper zur Migräneprophylaxe verschrieben werden können, muss mindestens eine der Tablettentherapien versucht werden, manchmal auch mehrere. Migräne-Antikörper werden alle vier Wochen unter die Haut gespritzt und richten sich gegen CGRP - das steht für Calcitonin Gene-Related-Peptide, ein Molekül, das an der Entstehung von Migräneattacken beteiligt ist. Eine neue Wirkstoffgruppe, die sogenannten Gepante, sollen verhindern, dass sich überhaupt CGRP-Proteine bilden. Sie sollen nicht nur vorbeugend wirken, sondern auch bei akuten Migräneattacken.
Das Erkennen und Behandeln von Triggerpunkten ist ein zentrales Element in der ganzheitlichen Herangehensweise an muskuloskelettale Beschwerden und Migräne. Triggerpunkte sind oft durch einen stechenden oder brennenden Schmerz gekennzeichnet, der sich durch Druck auf einen bestimmten Punkt im Muskel verschlimmert. Die Behandlung von Triggerpunkten kann verschiedene Methoden umfassen: Eine der gängigsten Techniken ist die manuelle Drucktherapie. Hierbei wird Druck auf den Triggerpunkt ausgeübt, um den Muskel zu entspannen und die Durchblutung zu fördern. Darüber hinaus gibt es spezielle Massagetechniken, die darauf abzielen, Triggerpunkte zu lockern und zu entspannen. Diese Techniken können allein oder in Kombination mit anderen Therapieformen, wie z.B. Für hartnäckige Triggerpunkte, die auf manuelle Techniken nicht ansprechen, kann eine Injektionstherapie in Betracht gezogen werden. Es ist wichtig zu betonen, dass die Behandlung von Triggerpunkten individuell angepasst werden sollte und am besten in Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Therapeuten durchgeführt wird.
Prävention von Migräne
Die Prävention von Triggerpunkten ist ebenso wichtig wie ihre Behandlung. Ein proaktiver Ansatz kann nicht nur dazu beitragen, das Auftreten dieser schmerzhaften Punkte zu minimieren, sondern auch das allgemeine Wohlbefinden und die Lebensqualität verbessern. Regelmäßige Bewegung, ein ergonomischer Arbeitsplatz, Stressmanagement und eine ausgewogene Ernährung sind wichtige Faktoren.
Wer Tagebuch über seine Migräneattacken führt, kommt so möglicherweise den individuellen Triggern auf die Spur - und kann sie meiden. Regelmäßiger Ausdauersport wie Laufen, Schwimmen oder Radfahren sowie Entspannungsverfahren, zum Beispiel Progressive Muskelentspannung oder Autogenes Training, können den Stresspegel verringern und helfen, Migräneattacken vorzubeugen. Für viele Patientinnen und Patienten hilfreich ist Regelmäßigkeit. Das gilt für Schlafens- und Aufwachzeiten aber auch für Mahlzeiten. Hetze, Unregelmäßigkeit, Naschen und Überspringen von Mahlzeiten können Migränebeschwerden verschlimmern.