SIS Demenz: Definition, Symptome, Therapie

Demenz ist ein Begriff, der viele Menschen beunruhigt. Es ist wichtig, die verschiedenen Aspekte dieser komplexen Erkrankung zu verstehen, um Betroffenen und ihren Angehörigen besser helfen zu können. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Demenz, einschließlich Definition, Symptome, verschiedene Formen und Therapiemöglichkeiten.

Was ist Demenz?

Demenz ist keine spezifische Krankheit, sondern ein Syndrom, das durch einen fortschreitenden Verlust der geistigen Fähigkeiten gekennzeichnet ist. Das Wort "Demenz" stammt aus dem Lateinischen und bedeutet "weg vom Geist". Betroffene verlieren mehr und mehr die während ihres Lebens erworbenen Fertigkeiten. Die Betroffenen haben Gedächtnisschwierigkeiten und können ihre gewohnten Handlungen nicht mehr gezielt steuern.

In Deutschland sind schätzungsweise 1,7 Millionen Menschen von Demenz betroffen. Die Häufigkeit steigt mit dem Alter. Während nur 1,6 % der 65- bis 69-Jährigen betroffen sind, sind es bei den 70- bis 74-Jährigen bereits doppelt so viele. Prognosen gehen davon aus, dass sich das Demenz-Vorkommen in den nächsten Jahrzehnten deutlich erhöhen wird.

Symptome der Demenz

Die Symptome einer Demenz können vielfältig sein und variieren je nach Form und Stadium der Erkrankung. Typische Anzeichen sind:

  • Gedächtnisverlust: Schwierigkeiten, sich an aktuelle Ereignisse zu erinnern, wiederholtes Stellen derselben Fragen. Störungen des Kurzzeitgedächtnisses treten auf.
  • Orientierungsprobleme: Schwierigkeiten, sich in bekannten Umgebungen zurechtzufinden, zeitliche Desorientierung (Verlust des Zeitgefühls). Räumliche Desorientierung, bekannte Umgebung und gewohnte Wege werden nicht mehr wiedererkannt.
  • Sprachstörungen: Wortfindungsstörungen, Schwierigkeiten, sich auszudrücken oder Gesagtes zu verstehen.
  • Probleme mit dem Denkvermögen: Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen, Probleme mit der Konzentration und Aufmerksamkeit. Nachlassende kognitive Fähigkeiten. Betroffene Menschen sind immer weniger in der Lage, sich zu konzentrieren oder sich zu erinnern.
  • Veränderungen im Verhalten und der Persönlichkeit: Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Angst, Depression, Aggressivität, sozialer Rückzug, Persönlichkeitsveränderungen. Niedergeschlagenheit, Rückzug, Scham und Wut.
  • Fehlende Einsicht: Die Betroffenen sind sich ihrer Probleme oft nicht bewusst.
  • Desorientierung: Schwierigkeiten mit der räumlichen, zeitlichen und/oder persönlichen Orientierung, die die Bewältigung des Alltags immer mehr zu einem Hindernisparcours werden lassen. Betroffene können nicht mehr zuordnen, welche Reaktionen in welchen Situationen angemessen sind, und wirken so oft hemmungslos oder ohne Manieren.

Es ist wichtig zu beachten, dass diese Symptome auch andere Ursachen haben können. Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend, um die bestmögliche Behandlung und Unterstützung zu gewährleisten.

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Stadien der Demenz

Eine Demenz durchläuft verschiedene Stadien, die sich in der Ausprägung der Symptome unterscheiden:

  • Frühes Stadium: Leichte Störungen treten auf, die meist allgemein auf das Altern geschoben werden. Dazu gehören vor allem Störungen des Kurzzeitgedächtnisses.
  • Mittleres Stadium: Alltagsaufgaben werden schwieriger zu meistern. Es kommt mehr und mehr zu Aussetzern bei vereinzelten Aktivitäten. In diesem Stadium werden Angehörige meist auf die Demenzanzeichen aufmerksam.
  • Spätes Stadium: Die Sprache und das Gedächtnis sind so stark eingeschränkt, dass auch einfache Aufgaben nicht mehr möglich sind.

Jede Demenz ist individuell ausgeprägt und lässt sich nur schwer in ein Muster pressen. Daher ist es von großer Bedeutung, den Verlauf der Krankheit stetig zu überwachen und nach Möglichkeit gegenzusteuern.

Formen der Demenz

Es gibt verschiedene Formen von Demenz, die sich in ihren Ursachen und Symptomen unterscheiden. Die häufigsten Formen sind:

  • Alzheimer-Demenz: Die Alzheimer-Krankheit ist mit 60% die am häufigsten auftretende Form von Demenz. Sie ist durch Ablagerungen von Eiweißen im Gehirn gekennzeichnet, die zum Absterben von Nervenzellen führen. Die Alzheimer-Demenz, auch Alzheimer-Krankheit oder Morbus Alzheimer genannt, ist eine Form der Demenz, die meist schleichend beginnt und sich langsam, aber stetig über einen Zeitraum von mehreren Jahren entwickelt. Die genaue Ursache der Alzheimer-Demenz ist unklar, vermutlich spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Die Erkrankung ist nur zu einem kleinen Teil genetisch bedingt.
  • Vaskuläre Demenz: Bei der vaskulären Demenz handelt es sich um eine chronische Durchblutungsstörung. Ursache einer vaskulären Demenz sind kleine, häufig aufeinanderfolgende Hirninfarkte oder Durchblutungsstörungen im Gehirn. Für diese Demenz ist ein schubförmiger Verlauf typisch.
  • Lewy-Körperchen-Demenz: Bei der Lewy-Körperchen-Krankheit treten Eiweißablagerungen im Gehirn auf.
  • Frontotemporale Demenz (FTD): Die Pick-Krankheit schließlich zerstört ganze Teile des Gehirns.

Oft werden die Bezeichnungen Alzheimer und Demenz synonymhaft verwendet. Dies ist jedoch nicht korrekt. Man unterscheidet zwischen einer primären und einer sekundären Demenz. Eine primäre Demenz ist auf eine eigenständige Krankheit zurückzuführen.

Bei 90% aller Demenzerkrankungen ist die Krankheitsursache im Gehirn zu finden. Diese Demenzformen werden als erstrangige oder primäre Demenzen bezeichnet und sind nicht reversibel, primäre Demenzen können nicht geheilt werden. Eine degenerative Demenz zeichnet sich durch den Abbau (Degeneration) der Nervenzellen im Gehirn aus. Bei den degenerativen Demenzerkrankungen schrumpfen die Nervenzellen bestimmter Hirnregionen oder sterben ganz ab. Etwa 70% der primären Demenzen sind degenerative Demenzerkrankungen.

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Ca. 10% der Betroffenen leiden unter sekundären Demenzerkrankungen. Stoffwechselstörungen (z.B.) können eine sekundäre Demenz auslösen.

Diagnose der Demenz

Die Diagnose einer Demenz umfasst in der Regel mehrere Schritte:

  • Anamnese: Ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten und seinen Angehörigen, um die Symptome und die Krankheitsgeschichte zu erfassen. Im ärztlichen Anamnesegespräch werden die typischen Symptome erfragt, die auf eine Demenzerkrankung hinweisen können.
  • Körperliche Untersuchung: Um andere mögliche Ursachen für die Symptome auszuschließen.
  • Neuropsychologische Tests: Um die kognitiven Fähigkeiten zu überprüfen. Sollte sich bei den neuropsychologischen Tests der Verdacht einer Demenz erhärten, müssen medizinische Tests durchgeführt werden.
  • Bildgebende Verfahren: Um Veränderungen im Gehirn sichtbar zu machen (z. B. MRT, CT). Um eine Alzheimer-Demenz von anderen Demenzformen abzugrenzen, können bildgebende Verfahren (z. B. MRT) eingesetzt werden.
  • Laboruntersuchungen: Um andere Erkrankungen auszuschließen, die ähnliche Symptome verursachen können.

Therapie der Demenz

Die Alzheimer-Krankheit ist nicht heilbar, und es gibt kein Medikament, das die Erkrankung aufhalten kann. Aktuell lässt sich eine Demenz nicht heilen, sondern lediglich behandeln. Ebenso ist es möglich, dass die Demenz lediglich ein Symptom einer anderen Krankheit ist. In den meisten Fällen lässt sich eine Demenz nicht heilen, sondern lediglich behandeln. Hierfür gibt es verschiedene Medikamente, die den Krankheitsverlauf verlangsamen oder die Symptome abmildern. Bei einer Demenz, die auf eine Mangelernährung oder falsche Medikamenteneinnahme zurückzuführen ist, gibt es hingegen Heilungschancen.

Die Behandlung von Demenz zielt darauf ab, die Symptome zu lindern, die Lebensqualität zu verbessern und den Krankheitsverlauf zu verlangsamen. Es gibt verschiedene Therapieansätze:

  • Medikamentöse Therapie: Antidementiva sind Medikamente, die die Gedächtnisfunktionen verbessern können (z. B. Anticholinesterasehemmer, Memantin). Anticholinerge Medikamente (hemmen die Wirkung von Acetylcholin - z. B. bestimmte Medikamente gegen Inkontinenz oder Allergien) können das Risiko für eine Demenz erhöhen. Bei schweren psychischen Symptomen kommen evtl. auch andere Medikamente zum Einsatz, z. B. Antidepressiva (Mittel gegen Depressionen).
  • Nicht-medikamentöse Therapie: Kognitives Training, Ergotherapie, Physiotherapie, Musiktherapie, Aromatherapie, Lichttherapie, soziale Aktivierung. Mit kognitivem Training können einzelne Funktionen geübt werden (z. B. Gedächtnis, Aufmerksamkeit). Körperliches Training kann bei Demenz zur Verbesserung der kognitiven Leistung ebenso eingesetzt werden wie Krafttraining und/oder aerobes Training.
  • Unterstützung für Angehörige: Beratung, Selbsthilfegruppen, Entlastungsangebote. Hilfen für Angehörige und Pflegende: z. B. Informationen über die Erkrankung, Tipps für den Umgang mit den Betroffenen.

Alltagstipps für den Umgang mit Demenzkranken

  • Struktur und Routine: Klare Tagesabläufe und Rituale geben Sicherheit.
  • Einfache Kommunikation: Kurze, klare Sätze verwenden, Blickkontakt halten. Frau Meier kurze Sätze. Sie vermeiden Pronomen (z. B. "wir", "ihr" oder "sie"). "weshalb" usw. "nein" beantworten lassen. Ggf. bis Frau Meier den Sinn verstanden hat. Meier korrekt verstanden wurde.
  • Geduld und Verständnis: Nicht korrigieren, sondern validieren (die Gefühle des Betroffenen anerkennen).
  • Sicherheit: Für eine sichere Umgebung sorgen, Stolperfallen beseitigen. Für gute Beleuchtung sorgen. Es sollte darauf hingewirkt werden, dass die erkrankte Person rechtzeitig aus eigener Einsicht auf das Fahren verzichtet.
  • Aktivierung: Den Betroffenen in einfache Aufgaben einbeziehen, Hobbys und Interessen fördern. Regelmäßigen Besuch vertrauter Orte und Menschen beibehalten, z. B. Kognitive Stimulation kann die kognitive Funktion verbessern.

Prävention von Demenz

Es gibt einige Faktoren, die das Risiko einer Demenz beeinflussen können:

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  • Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität kann das Gehirn schützen.
  • Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Omega-3-Fettsäuren ist wichtig.
  • Geistige Aktivität: Regelmäßiges Gehirntraining kann die kognitiven Fähigkeiten erhalten.
  • Soziale Kontakte: Soziale Interaktion und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sind wichtig für die geistige Gesundheit.
  • Vermeidung von Risikofaktoren: Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen und hoher Alkoholkonsum erhöhen das Demenzrisiko.

Antipsychotika bei Demenz: Nutzen und Risiken

Antipsychotika (AP) werden manchmal zur Behandlung von Verhaltensstörungen bei Demenz eingesetzt, insbesondere bei Agitation, Aggression, Wahnvorstellungen oder Halluzinationen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass der Nutzen von AP in dieser Indikation begrenzt ist und mit erheblichen Risiken verbunden sein kann.

Nutzen von Antipsychotika

  • Agitiertem Verhalten/Aggression: Risperidon (1 mg/d) und Aripiprazol (2,5 bis 15 mg/d) können wirksam sein.
  • Wahn und Halluzinationen: Haloperidol (2 bis 3 mg/d) und Risperidon (bis 2 mg/d) können hilfreich sein.

Quetiapin und Olanzapin sind bei agitiertem Verhalten/Aggression sowie bei Wahn und Halluzinationen nicht wirksam. Apathie ist durch AP nicht behandelbar.

Risiken von Antipsychotika

  • Erhöhte Mortalität: Die Behandlung mit atypischen Neuroleptika kann zu zusätzlichen Todesfällen führen.
  • Zerebrovaskuläre Ereignisse: Das Risiko für Schlaganfälle und andere zerebrovaskuläre Nebenwirkungen ist erhöht.
  • Extrapyramidalmotorische Störungen: Klassische AP wie Haloperidol können Bewegungsstörungen verursachen.
  • Sedierung und Müdigkeit: AP können zu unerwünschter Sedierung führen.

Praktisches Vorgehen bei der Anwendung von Antipsychotika

  1. Identifizierung der behandlungsbedürftigen Symptome: Definition des Zielsymptoms. Die Behandlungsindikation wird gegenüber dem Patienten gestellt, nicht gegenüber Angehörigen oder professionellem Betreuungspersonal.

  2. Analyse der Bedingungen: Verhaltensanalyse, um auslösende und aufrechterhaltende Bedingungen zu identifizieren (z. B. schlechte Beleuchtung, Schmerzen, personelle Mängel).

  3. AP unter strenger Therapiekontrolle:

    • Die Behandlungsdauer ist zeitlich zu begrenzen.
    • Bei fehlender Wirksamkeit wird die AP-Gabe nicht fortgesetzt.
    • Die Dosierung sollte so niedrig wie möglich sein.
    • Die Kombination mehrerer Neuroleptika ist zu vermeiden.
    • Risperidon ist das Mittel der Wahl bei Verhaltensstörungen bei Demenz, gefolgt von Aripiprazol.

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