Einführung
Morbus Parkinson, oft einfach als Parkinson-Krankheit bezeichnet, ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen. Sie betrifft schätzungsweise 250.000 bis 400.000 Menschen in Deutschland. Die Krankheit ist durch das Absterben von Nervenzellen im Gehirn gekennzeichnet, was vor allem zu Einschränkungen der Bewegungen führt. Dazu gehören Zittern, Muskelsteifheit und verlangsamte Bewegungsabläufe. Die Symptome entwickeln sich langsam und können im Laufe der Zeit fortschreiten. Die Pflege von Parkinson-Patienten erfordert ein hohes Maß an Verständnis, Geduld und Flexibilität. Da die Symptome individuell variieren und sich im Krankheitsverlauf verändern können, ist eine sorgfältige und strukturierte Pflegeplanung unerlässlich.
Was ist Morbus Parkinson?
Morbus Parkinson ist eine fortschreitende Erkrankung des Nervensystems. Sie ist nach dem britischen Arzt James Parkinson benannt, der die Krankheit und ihre Symptome im Jahr 1817 erstmals beschrieb. Parkinson gehört zu den häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen. Im Mittelhirn sterben Nervenzellen der Substantia nigra ab. Dies führt zu einem Mangel an Dopamin, einem wichtigen Nervenbotenstoff, der für die Steuerung von Bewegungen verantwortlich ist.
Formen des Parkinson-Syndroms
Unter dem Begriff Parkinsonsyndrom werden verschiedene Erkrankungen zusammengefasst, die ähnliche Symptome wie Parkinson verursachen. Es gibt verschiedene Formen:
- Idiopathisches Parkinson-Syndrom (primäres Parkinsonsyndrom): Mit etwa 75 % die häufigste Form, deren Ursache noch unbekannt ist. Betroffene sprechen aber meist gut auf eine Dopamin-Ersatztherapie an.
- Genetische Form des Parkinson-Syndroms: Tritt häufig bei mehreren Familienmitgliedern auf.
- Atypische Parkinson-Syndrome: Die Symptome treten aufgrund anderer Erkrankungen des Nervensystems auf, beispielsweise einer Lewy-Körper-Demenz.
- Symptomatisches Parkinson-Syndrom (sekundäres Parkinsonsyndrom): Hier sind die Auslöser für die Beschwerden bekannt.
Symptome von Parkinson
Die Symptome von Parkinson entwickeln sich langsam und können über Jahre fortschreiten. Sie werden in Hauptsymptome und Begleitsymptome unterteilt, wobei nicht jeder Erkrankte alle Symptome entwickelt.
Hauptsymptome (motorische Kardinalsymptome):
- Akinese: Bewegungsverlangsamung
- Rigor: Muskelsteifigkeit
- Tremor: Zittern in Ruhesituationen
Je nachdem, welches Symptom am stärksten ausgeprägt ist, wird die Erkrankung in verschiedene Typen eingeteilt:
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- Akinetisch-rigider Typ: Bewegungsverlangsamung und Muskelsteifigkeit dominieren.
- Tremordominanz-Typ: Ruhetremor dominiert.
- Äquivalenz-Typ: Alle drei Hauptsymptome sind gleich stark ausgeprägt.
Begleitsymptome (nichtmotorische Symptome):
- Psychische Probleme: Depressionen, Grübeleien, Persönlichkeitsveränderungen
- Gedächtnisprobleme: Konzentrationsschwierigkeiten, Orientierungsprobleme
- Schlafstörungen
- Schluckstörungen
- Blasen- und Darmentleerungsstörungen
- Schmerzen
- Verstopfung
- Geruchsstörungen
- Ermüdung (Fatigue)
- Orthostatische Hypotonie (Blutdruckabfall beim Aufstehen)
Ursachen und Diagnose
Die genaue Ursache von Parkinson ist bis heute nicht bekannt. Es wird vermutet, dass ein Defekt im Stoffwechsel und genetische Faktoren eine Rolle spielen könnten. Die Diagnose erfolgt in der Regel durch einen Neurologen, der die Symptome untersucht und gegebenenfalls bildgebende Verfahren einsetzt.
Behandlung von Parkinson
Da Parkinson nicht heilbar ist, zielt die Behandlung vor allem darauf ab, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.
Medikamentöse Therapie:
- Dopaminersatz: Medikamente, die im Gehirn zu Dopamin umgewandelt werden, um den Dopaminmangel auszugleichen.
- Dopaminagonisten: Medikamente, die im Gehirn die Wirkung von Dopamin nachahmen.
- Weitere Medikamente: Je nach Symptomatik können weitere Medikamente eingesetzt werden, um beispielsweise Zittern, Muskelsteifheit oder Depressionen zu behandeln.
Weitere Therapien:
- Tiefe Hirnstimulation (THS): Ein chirurgischer Eingriff, bei dem Elektroden im Gehirn implantiert werden, um die Symptome zu lindern.
- Physiotherapie: Übungen zur Verbesserung der Beweglichkeit, Kraft und Koordination.
- Ergotherapie: Training vonAlltagsaktivitäten, um die Selbstständigkeit zu erhalten oder wiederherzustellen.
- Logopädie: Behandlung von Sprach- und Schluckstörungen.
- Psychotherapie: Unterstützung bei psychischen Problemen wie Depressionen oder Angstzuständen.
Die Bedeutung der Pflegeplanung bei Parkinson
Die Pflegeplanung ist ein wesentlicher Bestandteil der Versorgung von Parkinson-Patienten. Sie dient dazu, die individuellen Bedürfnisse und Probleme des Patienten zu erkennen und darauf basierend geeignete Pflegemaßnahmen zu planen und umzusetzen. Eine gute Pflegeplanung trägt dazu bei, die Lebensqualität des Patienten zu verbessern, seine Selbstständigkeit so lange wie möglich zu erhalten und Komplikationen zu vermeiden.
Grundlagen der Pflegeplanung
Die Pflegeplanung ist ein systematischer Prozess, der aus verschiedenen Schritten besteht:
- Informationssammlung: Erhebung relevanter Informationen über den Patienten, seine Erkrankung, seine Bedürfnisse und seine Ressourcen.
- Problemerkennung: Identifizierung der Probleme und Bedürfnisse des Patienten, die durch die Erkrankung entstehen.
- Zielsetzung: Festlegung von realistischen und messbaren Zielen, die durch die Pflege erreicht werden sollen.
- Planung der Maßnahmen: Auswahl geeigneter Pflegemaßnahmen, die dazu beitragen, die Ziele zu erreichen.
- Durchführung der Maßnahmen: Umsetzung der geplanten Pflegemaßnahmen.
- Evaluation: Überprüfung der Wirksamkeit der Pflegemaßnahmen und Anpassung der Planung bei Bedarf.
Die Strukturierte Informationssammlung (SIS)
Die Strukturierte Informationssammlung (SIS) ist ein praxisorientiertes Instrument zur systematischen Erfassung aller pflegerelevanten Informationen. Sie bildet die Grundlage für eine Maßnahmenplanung in einer Pflegeeinrichtung, indem sie die körperliche und psychische Verfassung, die soziale Situation sowie die Lebensgewohnheiten und Selbstständigkeit der pflegebedürftigen Person strukturiert abbildet. Pflegerische Herausforderungen werden durch die Strukturierte Informationssammlung nicht mehr isoliert betrachtet, sondern ermöglichen eine ganzheitliche Einschätzung der Situation.
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Die SIS basiert auf sechs wissenschaftsbasierten Themenbereichen:
- Kognitive und kommunikative Fähigkeiten: Kann der Pflegebedürftige sich zeitlich, örtlich und persönlich orientieren und ist er in der Lage zu interagieren?
- Mobilität und Bewegung: In welchem Umfang ist der Pflegebedürftige in der Lage, sich selbstständig außerhalb seines Zimmers/seiner Wohnung/seines Wohnbereichs frei zu bewegen? Herausfordernde Verhaltensweisen in diesem Zusammenhang sind zu berücksichtigen.
- Krankheitsbezogene Anforderungen und Belastungen: Wie ist der Gesundheitszustand des pflegebedürftigen Bewohners? Welche gesundheitlichen Einschränkungen bestehen? Welche besonderen individuellen Belastungen liegen vor?
- Selbstversorgung: Inwieweit ist der pflegebedürftige Bewohner in der Lage, sich eigenständig zu versorgen? In welchem Umfang ist es ihm möglich Körperpflege zu betreiben, sich anzuziehen, selbstständig zu essen und zu trinken?
- Leben in sozialen Beziehungen: Ob und inwieweit ist der Pflegebedürftige in der Lage, Aktivitäten in seinem näheren Umfeld sowie dem außerhäuslichen Bereich eigenständig zu gestalten?
- Häuslichkeit: Wie kann der Alltag im eigenen Zuhause so gestaltet werden, dass sich der Pflegebedürftige wohl und sicher fühlt?
Die SIS erfolgt durch ein Gespräch mit dem Pflegebedürftigen und gegebenenfalls seinen Angehörigen. Dabei werden offene Fragen gestellt, um möglichst viele Informationen zu erhalten. Die Aussagen des Pflegebedürftigen werden in Zitatform dokumentiert.
Expertenstandards in der Pflegeplanung
Expertenstandards sind Instrumente, die entscheidend zur Weiterentwicklung und Qualitätssicherung in der Pflege beitragen. Sie berücksichtigen pflegewissenschaftliche Erkenntnisse aus Theorie und Praxis und definieren Ziele und Maßnahmen in unterschiedlichen Bereichen der ambulanten und pflegerischen Versorgung. Die Expertenstandards wurden durch das Deutsche Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) entwickelt.
Im Rahmen der Pflegeplanung bei Parkinson sind insbesondere folgende Expertenstandards relevant:
- Dekubitusprophylaxe: Maßnahmen zur Vorbeugung von Druckgeschwüren.
- Sturzprophylaxe: Maßnahmen zur Vorbeugung von Stürzen.
- Schmerzmanagement: Maßnahmen zur Linderung von Schmerzen.
- Ernährungsmanagement: Maßnahmen zur Sicherstellung einer bedarfsgerechten Ernährung.
- Kontinenzförderung: Maßnahmen zur Förderung der Kontinenz.
Individuelle Maßnahmenplanung
Aus den Erkenntnissen der Strukturierten Informationssammlung wird eine individuelle Maßnahmenplanung für die pflegebedürftige Person abgeleitet. Die Planung der Maßnahmen erfolgt individuell und berücksichtigt die spezifischen Bedürfnisse und Probleme des Patienten.
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Pflegerische Maßnahmen bei Parkinson
Die pflegerischen Maßnahmen bei Parkinson orientieren sich vor allem am Auftreten der individuellen Symptome. Da diese von Tag zu Tag in ihrer Ausprägung schwanken können, müssen sie oft unterschiedlich beachtet werden. Grundsätzlich orientieren sich die pflegerischen Maßnahmen aber vor allem an folgenden Punkten:
Erhöhte Sturzgefahr
Parkinson-Patienten verlieren mit der Zeit ihre Stand- und Gangsicherheit. Da die meisten der Betroffenen schon älter sind, besteht hier neben der allgemeinen Sturzgefahr auch die Gefahr von schwerwiegenden Verletzungen, etwa in Form eines Oberschenkelhalsbruches. Hier müssen die Betroffenen unterstützt werden. Sie brauchen Begleitung oder zumindest Hilfsmittel, wie einen Rollator, einen Rollstuhl oder Gehstützen, die einen schweren Sturz vermeiden.
Maßnahmen:
- Stolperfallen beseitigen: Teppiche, Kabel und andere Hindernisse entfernen.
- Gute Beleuchtung: Für ausreichend Licht sorgen, besonders nachts.
- Haltegriffe anbringen: In Bad und Toilette Haltegriffe installieren.
- Gehhilfen bereitstellen: Rollator, Gehstock oder andere Gehhilfen zur Verfügung stellen.
- Bewegungsübungen: Regelmäßige Übungen zur Verbesserung derBalance und Koordination.
- Gangschulung: Erlernen einer sicheren Gangtechnik.
Psychische Probleme und Persönlichkeitsveränderungen
Morbus Parkinson ist eine komplexe Erkrankung mit großem Einfluss auch auf das psychische Wohlbefinden. Depressionen, Grübeleien, aber auch eine Veränderung der Persönlichkeitsstruktur sind keine Seltenheit. Betroffene, die ihr Leben lang immer freundlich waren, können nun aggressiv reagieren oder gar ihre Lebenslust verlieren. Hier braucht es viel Verständnis des sozialen Umfelds.
Maßnahmen:
- Gespräche führen: Dem Patienten zuhören und ihm die Möglichkeit geben, über seine Gefühle und Ängste zu sprechen.
- Unterstützung anbieten: Hilfe bei der Bewältigung von Alltagsproblemen anbieten.
- Soziale Kontakte fördern: Den Patienten ermutigen, soziale Kontakte zu pflegen und an Aktivitäten teilzunehmen.
- Psychologische Beratung: Bei Bedarf professionelle psychologische Hilfe in Anspruch nehmen.
- Entspannungstechniken: Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung oder autogenes Training anbieten.
Gedächtnisprobleme
Gerade das Gedächtnis ist schon im frühen Stadium der Erkrankung häufig betroffen. Den Erkrankten fällt es schwer, sich zu konzentrieren, wie gewohnt zu denken oder sich zurechtzufinden. Sie benötigen mehr Zeit, um sich zu koordinieren. Geduld und Verständnis sind hier das A und O in der Pflege. Gehetztes Verhalten unter Zeitdruck verschlimmert die Symptome erheblich.
Maßnahmen:
- Klare Kommunikation: Deutliche und einfache Anweisungen geben.
- Wiederholungen: Informationen wiederholt vermitteln.
- Routinen schaffen: Feste Tagesabläufe etablieren.
- Gedächtnisstützen: Kalender, Notizen oder andere Gedächtnisstützen verwenden.
- Orientierungshilfen: Für eine gute Orientierung sorgen, beispielsweise durch Beschilderung oder Fotos.
- Gedächtnistraining: Gezieltes Training zur Verbesserung der Gedächtnisleistung.
Schluckstörungen
Eine ausgewogene Ernährung für die Erkrankten ist wichtig, um das Wohlbefinden zu erhalten und Krankheitsprozesse zu entschleunigen. Viele Betroffene leiden aber im Verlauf ihrer Parkinson-Erkrankung unter erheblichen Schluckstörungen, sodass eine ausgewogene Ernährung sehr schwierig sein kann. Hier ist es wichtig, die Ernährung den Bedürfnissen der Betroffenen anzupassen. Pürierte Kost in Form von leckeren Smoothies oder ähnlichen Nahrungsmitteln kann hier eine tolle Abwechslung sein. Im weiteren Verlauf und wenn die Beschwerden schwerwiegender werden, kann die Anlage einer Ernährungssonde eine gute Alternative sein und eine ausgewogene Ernährung ermöglichen.
Maßnahmen:
- Konsistenz anpassen: Die Konsistenz der Nahrung an die Schluckfähigkeit des Patienten anpassen (püriert, passiert, flüssig).
- Kleine Portionen: Kleine, häufige Mahlzeiten anbieten.
- Aufrechte Haltung: Beim Essen eine aufrechte Haltung einnehmen.
- Schlucktraining: Übungen zur Verbesserung der Schluckfunktion durchführen.
- Flüssigkeitszufuhr: Auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten.
- Ernährungssonde: Bei schweren Schluckstörungen eine Ernährungssonde in Erwägung ziehen.
Blasen- und Darmentleerungsstörungen
Der veränderte Muskeltonus der Betroffenen beeinträchtigt häufig auch die Kontinenz. Hier sind eine gründliche Intimhygiene und regelmäßige Hautpflege das A und O. Pflegeprobleme wie entstehende Harnwegsinfektionen oder auch Hautdefekte können so gut vermieden werden und das alltägliche Leben der Betroffenen nicht noch weiter beeinträchtigen.
Maßnahmen:
- Regelmäßige Toilettengänge: Feste Toilettenzeiten einplanen.
- Beckenbodentraining: Übungen zur Stärkung der Beckenbodenmuskulatur durchführen.
- Inkontinenzprodukte: Bei Bedarf Inkontinenzprodukte verwenden.
- Hautpflege: Auf eine sorgfältige Hautpflege achten, um Hautirritationen zu vermeiden.
- Flüssigkeitsmanagement: Auf eine ausreichende, aber kontrollierte Flüssigkeitszufuhr achten.
- Ballaststoffreiche Ernährung: Bei Verstopfung eine ballaststoffreiche Ernährung empfehlen.
- Medikamentöse Therapie: Bei Bedarf Medikamente zur Behandlung von Blasen- oder Darmentleerungsstörungen einsetzen.
Weitere wichtige Aspekte der Pflege
Neben den spezifischen Maßnahmen bei den genannten Symptomen gibt es weitere wichtige Aspekte, die bei der Pflege von Parkinson-Patienten berücksichtigt werden sollten:
- Körperpflege: Schweißausbrüche und verstärkte Talkabsonderungen gehören ebenfalls zu den häufigen Symptomen von Parkinson. Eine vermehrte Körperpflege ist häufig notwendig. Kann der Erkrankte dies nicht mehr selbstständig bewältigen, können Pflegerinnen und Pfleger mit einer regelmäßigen und sorgfältigen Hautpflege unterstützen.
- Ernährungshilfe: Viel trinken ist für jeden Menschen wichtig. Für Erkrankte von Parkinson reichen selbst 2 Liter pro Tag häufig nicht aus, da sie durch vermehrtes Schwitzen viel Flüssigkeit verlieren. Sie neigen außerdem zu Verstopfung und sollten sich folglich ballaststoffreich ernähren.Viele Parkinsonpatienten tun sich mit der Aufnahme von Flüssigkeit als auch von Nahrung schwer. Das Zittern erschwert es ihnen oftmals, eine Tasse oder einen Löffel zum Mund zu führen. Außerdem ist das Schneiden oder Zerkleinern von fester Nahrung für sie häufig nicht zu schaffen.Je nach Ausprägung der Krankheit kann mit einem Strohhalm das Trinken erleichtert werden. Die Nahrungsaufnahme kann durch Vorschneiden fester Lebensmittel ebenfalls leichter gestaltet werden.
- Mobilität fördern: Regelmäßige Bewegung ist wichtig, um die Beweglichkeit zu erhalten und Muskelsteifheit entgegenzuwirken.
- Kommunikation: Geduld und Einfühlungsvermögen sind wichtig, um mit dem Patienten zu kommunizieren und seine Bedürfnisse zu verstehen.
- Selbstständigkeit fördern: Den Patienten so viel Selbstständigkeit wie möglich ermöglichen und ihn bei Bedarf unterstützen.
- Unterstützung der Angehörigen: Die Angehörigen des Patienten in die Pflege einbeziehen und ihnen Unterstützung anbieten.
- Wohnraumanpassung: Den Wohnraum an die Bedürfnisse des Patienten anpassen, um Stürze zu vermeiden und die Selbstständigkeit zu fördern.
- Hilfsmittel: Geeignete Hilfsmittel wie Gehhilfen,Badewannenlifte oder Notrufsysteme bereitstellen.
- Pflegekurse: Pflegekurse für Angehörige in Anspruch nehmen, um sich auf die Pflege vorzubereiten und wichtige Kenntnisse zu erwerben.
- Selbsthilfegruppen: Selbsthilfegruppen für Parkinson-Patienten und ihre Angehörigen sind eine gute Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und Unterstützung zu finden.
- Patientenverfügung: Eine Patientenverfügung stellt sicher, dass die medizinischen Wünsche des Patienten auch in unerwarteten Situationen respektiert werden und bewahrt so seine Selbstbestimmung.
Pflegegrade bei Parkinson
Die Symptome von Parkinson können nach längerer Dauer zu Pflegebedürftigkeit der Betroffenen führen. Ist dies der Fall, sind es häufig Angehörige oder sogar der Ehepartner, die die Pflege zunächst übernehmen. Wer pflegebedürftig ist, hat die Möglichkeit, einen Pflegegrad zu beantragen. Dieser Termin findet häufig bei den Erkrankten zuhause statt. Ziel ist es herauszufinden, in welchem Umfang die Person Hilfe benötigt. Auf dieser Grundlage wird sie in eine der Pflegegrade eingeteilt. Ziel dieses Systems ist es, Erkrankten genau die Versorgung zu ermöglichen, die sie benötigen. Jeder der Pflegegrade geht mit verschiedenen Leistungen einher.
Der Gesetzgeber unterscheidet Pflegegrade von 1-5, je höher der Pflegegrad, desto höher ist die Beeinträchtigung der Selbstständigkeit. Welcher Pflegegrad Parkinson-Patienten zugesprochen wird, ist sehr unterschiedlich und hängt davon ab, wie gut sich der Betroffene alleine versorgen kann. Die Erkrankung Morbus Parkinson teilen Mediziner in sechs Stadien ein, im Stadium 0 bemerkt der Patient noch keinerlei Symptome, daher benötigt er aufgrund seiner Erkrankung keinen Pflegegrad. Ab Stadium 2 sind viele Patienten bereits auf Hilfe von außen angewiesen. Ihr Angehöriger kann bei seiner Pflegekasse einen Pflegegrad beantragen. Nach erfolgreichem Antragseingang beauftragt die Pflegekasse den medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK), der wiederum einen Gutachter zum Patienten schickt. Bei Pflegegrad 3 hat der Gutachter festgestellt, dass die Selbstständigkeit schwer beeinträchtigt ist. Vermutlich hat Ihr Familienangehöriger Probleme mit der Ernährung, Körperpflege und Mobilisation.
Wo findet die Pflege statt?
Die Pflege von Parkinsonerkrankten kann grundsätzlich im häuslichen Umfeld oder in einer stationären Einrichtung erfolgen. Ganz klar ja, denn die Pflege eines an Parkinson erkrankten Menschen ist zu Hause durchaus möglich. Allerdings ist es womöglich nötig, die räumlichen Gegebenheiten zu verändern. Vor allem im fortgeschrittenen Stadium ist es sinnvoll, wenn der Patient mit keinen Barrieren in seiner Wohnumgebung konfrontiert wird. Dazu zählen Treppen vor dem Eingangsbereich, hohe Türschwellen oder sehr beengte Räumlichkeiten, die eine Navigation mit einem Rollator unmöglich machen. Neben den räumlichen Gegebenheiten ist es natürlich auch wichtig, eine ausreichende Pflege zu ermöglichen. Nicht immer ist nur alles schwarz oder weiß - können Sie Ihren pflegebedürftigen Angehörigen nicht alleine versorgen, bedeutet das nicht automatisch, dass er in ein Heim wechseln muss. Es gibt viele Möglichkeiten, die häusliche Versorgung mithilfe von Pflegepersonen zu unterstützen. Eine WG ist eine weitere Möglichkeit, die Versorgung von Parkinson-Patienten sicherzustellen. Dort leben sie in der Regel mit anderen Menschen zusammen, die die gleiche Erkrankung haben. Ein Pflegeheim bietet die Möglichkeit, Ihren Pflegebedürftigen umfangreich zu versorgen. Ein professionelles Pflegeteam arbeitet dabei interdisziplinär mit Medizinern und weiterem Personal, zum Beispiel Ergotherapeuten, zusammen, um den Patienten zu pflegen.
Ganz wichtig sowohl für Ihren Familienangehörigen als auch für Sie ist es zu wissen, dass eine Unterbringung im Heim keine Pflicht darstellt. Sie können gemeinsam mit dem Pflegebedürftigen entscheiden, welche Versorgungsform am besten zu Ihrer beider Leben passt.
Es gibt aber durchaus nachvollziehbare Gründe, sich für ein Pflegeheim zu entscheiden.Dazu zählen:
- der Pflegebedürftige selbst wünscht die Unterbringung im Heim.
- Sie als pflegender Angehöriger fühlen sich der Situation nicht gewachsen, zum Beispiel, weil gleichzeitig Demenz und Parkinson vorliegen und der Pflegebedarf sehr hoch ist.
- Sie wohnen weit entfernt von Ihrem Angehörigen oder haben nicht genügend Zeit, die Pflege sicherzustellen.
- Sie haben bereits die Pflege des Parkinson-Patienten übernommen, stoßen aber nun an Ihre körperlichen und psychischen Belastungsgrenzen.
- Die häusliche Umgebung eignet sich nicht für die Unterbringung eines Parkinson-Patienten.
Hilfsmittel für Parkinson-Patienten
Hilfsmittel nehmen im Pflegealltag eine entscheidende Rolle ein, denn sie unterstützen die Selbstständigkeit des Pflegebedürftigen und vereinfachen Pflegemaßnahmen. Für Parkinson-Patienten kommen verschiedene Hilfsmittel in Betracht.
- Technische Hilfsmittel: Gehhilfen wie Rollator und Rollstuhl, Pflegebett, Badewannenlift oder Notrufsystem.
- Elektronische Hilfsmittel und Alltagshilfen: Sprechende Zeigetafeln, Stimmverstärker oder Kombinationsgeräte mit Touchscreen und Sprachausgabe.
Die Kosten für Parkinson-Hilfsmittel übernimmt in vielen Fällen die Kasse. Hilfsmittel für Parkinson-Patienten, die in die Kategorie Pflegehilfsmittel zum Verbrauch fallen, werden mit 40 Euro pro Monat bezuschusst. Damit können alle Patienten mit einem Pflegegrad Hilfsmittel bei Parkinson für die tägliche Pflege anschaffen. Bei kostspieligeren Anschaffungen wie einem Kranken- oder Pflegebett muss gegebenenfalls eine ärztliche Verordnung erfolgen. Ihre Krankenkasse oder Pflegekasse kann Sie dahingehend beraten.
Wesensveränderungen bei Parkinson
Eine Wesensveränderung bei Parkinson ist nicht selten. Durch die Erkrankung wird die Gefühlswelt bei Parkinson auf den Kopf gestellt. Pflegende Angehörige berichten von depressiven Verstimmungen, Verwirrtheit und Aggressionen. Die psychischen Veränderungen, die bei Parkinson auftreten können, lassen sich nicht selten auf Parkinson-Medikamente zurückführen. Sie können scheinbar das Risiko für eine Esssucht, Kaufsucht oder Spielsucht erhöhen - für den zugrunde liegenden Verlust der Impulskontrolle machen Forscher die Medikamentenwirkung auf das Belohnungssystem verantwortlich. Sollten Sie als pflegender Angehöriger Wesensveränderungen bemerken, die Ihre Lebensqualität oder die Ihres Angehörigen negativ beeinflussen, sollten Sie den behandelnden Neurologen darüber in Kenntnis setzen. Er kann herausfinden, inwiefern die Verwirrtheit auf Medikamenten-Nebenwirkungen hindeutet. Außerdem kann er Behandlungsangebote mit Ihnen besprechen, wie eine Parkinson-Gruppentherapie-Übung. Schließlich sind es nicht in jedem Fall Medikamente, die eine Wesensveränderung hervorrufen, sondern auch die Erkrankung bzw.
Wo bekommen Sie Hilfe bei Parkinson?
Parkinson-Patienten und pflegende Angehörige können sich an verschiedene Anlaufstellen wenden, um Tipps oder Hilfe für den Alltag zu erhalten.
- Selbsthilfegruppen: Parkinson-Selbsthilfegruppen richten sich sowohl an Betroffene
- Pflegestützpunkte
- Behandelnder Arzt
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