Ein Knacken oder andere Geräusche im Bereich des Solar Plexus können beunruhigend sein. Dieser Artikel beleuchtet die vielfältigen Ursachen solcher Geräusche und bietet einen umfassenden Überblick über mögliche Behandlungen.
Einführung
Der Solar Plexus, auch Sonnengeflecht genannt, ist ein komplexes Nervengeflecht im Bauchraum, das eine wichtige Rolle bei der Regulation verschiedener Körperfunktionen spielt. Geräusche in diesem Bereich können unterschiedliche Ursachen haben, von harmlosen bis hin zu behandlungsbedürftigen Zuständen.
Ursachen für Geräusche im Solar Plexus
Die Ursachen für Geräusche im Solar Plexus können vielfältig sein und verschiedene Bereiche des Körpers betreffen. Es ist wichtig, die genaue Lokalisation und Art des Geräusches zu berücksichtigen, um die mögliche Ursache einzugrenzen.
Erkrankungen des Verdauungstrakts
Einige der häufigsten Ursachen für Geräusche im Solar Plexus sind Erkrankungen des Verdauungstrakts.
- Oberbauchbeschwerden (Dyspepsie): Oberbauchbeschwerden umfassen viele verschiedene Symptome und treten häufig auf. Sie können von harmlosen Verdauungsstörungen bis hin zu ernsten Erkrankungen herrühren. Die Dyspepsie ist gekennzeichnet durch Schmerzen im Oberbauch, Völlegefühl, frühes Sättigungsgefühl, Druckgefühl, Sodbrennen, Übelkeit und Erbrechen. Bei vielen Betroffenen lassen sich trotz sorgfältiger Untersuchungen keine Auffälligkeiten im Magen-Darm-Trakt oder an anderen Organen finden. In diesen Fällen handelt es sich um eine sogenannte funktionelle Dyspepsie. Rund 10-20 % der deutschen Bevölkerung leiden an Oberbauchbeschwerden, wobei Frauen etwas häufiger betroffen sind als Männer. Häufig nehmen die Beschwerden mit dem Alter ab.
- Nicht-organisch bedingte Beschwerden im Oberbauch (funktionelle Dyspepsie): Bei einer funktionellen Dyspepsie treten die Symptome ohne auffällige Veränderungen des Magens oder anderer Organe im Oberbauch auf ("Reizmagen"). Typischerweise sind Menschen unter 50 Jahren davon betroffen, die bereits längere Zeit an Oberbauchbeschwerden, raschem Sättigungsgefühl und Völlegefühl leiden. Zusätzlich können Kopfschmerzen, Muskelverspannungen, Schlafstörungen und Schwitzen auftreten. 30 % der Patient*innen mit funktioneller Dyspepsie leiden gleichzeitig an einem Reizdarmsyndrom. Stress und/oder psychische Probleme können die Beschwerden verstärken.
- Magenschleimhautentzündung (Gastritis): Oberbauchbeschwerden mit Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen können auch auf einer Magenschleimhautentzündung beruhen. Die Gastritis wird häufig durch eine Infektion mit Helicobacter pylori, Einnahme von Schmerzmitteln (NSAR) oder Alkoholmissbrauch verursacht.
- Magengeschwür: Am häufigsten treten Magengeschwüre bei Menschen über 60 Jahre, bei Personen, die rauchen oder die bereits zuvor an Magengeschwüren gelitten haben, auf. Typisch sind Oberbauchbeschwerden, die nach Nahrungsaufnahme stärker oder schwächer werden. Häufig treten auch nächtliche Schmerzen auf. Ein erhöhtes Risiko besteht auch bei Personen, die über längere Zeit nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR wie Ibuprofen, Diclofenac) aufgrund chronischer Schmerzen einnehmen. Auch im Zwölffingerdarm (Duodenum) kann sich ein solches Geschwür entwickeln.
- Gastroösophageale Refluxkrankheit: Die Refluxkrankheit (Sodbrennen) tritt häufiger bei übergewichtigen Personen oder während der Schwangerschaft auf. Typische Symptome sind Sodbrennen, (brennende) Schmerzen hinter dem Brustbein bzw. in der Magengegend, saures Aufstoßen sowie Husten.
- Gallensteine: Gallensteine kommen mit zunehmendem Alter häufiger vor. Frauen sind dreimal so häufig betroffen wie Männer. Typisch sind mehrere Stunden andauernde kolikartige Schmerzen im rechten Oberbauch. Sie können in den Rücken oder die rechte Schulter ausstrahlen. Oft besteht zudem Übelkeit, gelegentlich Erbrechen.
- Roemheld-Syndrom: Dabei kommt es zu Gasansammlungen im Bauchraum, die das Zwerchfell nach oben drücken und so Herzbeschwerden verursachen, die sich häufig durch Stechen in der linken Brust und dem Herzen, Herzstolpern, Atemnot und Druckgefühl äußern.
Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems
Auch Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems können sich durch Beschwerden im Oberbauch äußern.
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- Herzerkrankungen: Schmerzen im Bereich des Oberbauchs können auch Folge von Durchblutungsstörungen des Herzmuskels sein (Angina pectoris bei koronarer Herzkrankheit). Typisch ist eine Verstärkung nach Anstrengung und Besserung der Beschwerden in Ruhe. Auch Atembeschwerden können auftreten.
- Aortenklappen-Verengung (Aortenklappenstenose): Eine Verengung der Herzklappe (Aortenklappenstenose) am Ausgang der linken Herzkammer (Aortenklappe) behindert den Blutausstrom. Dadurch kommt es gegebenenfalls zu immer wiederkehrenden Angina-pectoris-Symptomen, die mit der Zeit an Stärke zunehmen.
- Bluthochdruck (Hypertonie): Blutdruckspitzen von bis zu 230 Millimeter-Quecksilbersäule (mmHg) rufen unter Umständen Beschwerden hervor, die der Angina pectoris ähneln: Atemnot und Schmerzen am Brustbein, teilweise auch Herzschmerzen.
Weitere Ursachen
Neben den genannten Erkrankungen können auch andere Faktoren für Geräusche im Solar Plexus verantwortlich sein.
- Zwerchfellbruch (Hiatushernie): Beim Zwerchfellbruch (Hiatushernie) verlagern sich Anteile des Magens durch die Lücke im Zwerchfell nach oben, durch die normalerweise nur die Speiseröhre nach unten zieht. Das führt bei kleinen Brüchen zu mäßigen, anhaltenden Beschwerden. Bei größeren entstehen sehr schwere Schmerzen - dies ist ein Notfall! In der Regel ist eine Operation notwendig.
- Mediastinitis (Mittelfellentzündung): Eitrige Infektionen dringen mitunter in den Mittelfellraum zwischen den beiden Lungenflügeln (Mediastinum) ein und lösen dort schwerwiegende Entzündungen aus. Ein starkes Ziehen in der Brust, begleitet von hohem Fieber bis zur BewusstseinsTrübung und schweren allgemeinen Krankheitszeichen sind mögliche Alarmsignale.
- Speiseröhrenriss (Ösophagusruptur): Als Folge einer bestehenden Refluxkrankheit oder einer vorgeschädigten Speiseröhre kommt es bei starkem Druck (zum Beispiel beim Erbrechen) in seltenen Fällen zu einem Speiseröhrenriss. Dies löst ein heftiges Stechen in der Brust aus, außerdem blutiges Erbrechen, Atemnot, manchmal Schock, später Fieber und Sepsis.
- Herzbeutelentzündung (Perikarditis): Typischerweise löst eine Perikarditis ein Stechen in der Brust aus, das sich beim tiefen Einatmen und Husten verstärkt. Auch im Liegen auf der linken Seite verschlimmern sich die Beschwerden. Die Entzündung wird häufig von Fieber und Kurzatmigkeit begleitet.
- Mitralklappenprolaps: Bei diesem Herzklappenfehler ist die Herzklappe zwischen linkem Vorhof und linker Herzkammer (Mitralklappe) vorgewölbt. Das verursacht bei den Betroffenen manchmal Schmerzen in der Brust. Nur selten erwachsen aus einem Mitralklappenprolaps spürbare, gesundheitliche Beschwerden, eine ärztliche Untersuchung ist dennoch sinnvoll.
- Psyche: Nicht zu unterschätzen ist der Einfluss der Psyche. Stress und Angstgefühle rufen unter Umständen Beklommenheit und Schmerzen in der Brust hervor. Manchmal werden die Beschwerden fälschlicherweise als Angina-pectoris-Symptome interpretiert.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Wenn Sie sich hinsichtlich der Ursache unsicher sind und/oder starke Beschwerden haben, sollten Sie ärztlichen Rat suchen. Es gibt verschiedene Warnsymptome, die auf eine ernste zugrunde liegende Ursache hindeuten. Liegen diese vor, ist eine rasche ärztliche Untersuchung wichtig. Dazu gehören:
- Erstmaliges Auftreten der Beschwerden im Alter über 40 Jahre
- Symptome verstärken sich im Lauf der Zeit
- Nächtliche Beschwerden
- Fieber
- Anhaltendes Erbrechen
- Blutiges Erbrechen (auch schwarzes Blut): Notfall!
- Schwarzer Stuhl (Hinweis auf Magenblutung)
- Unabsichtliche Gewichtsabnahme
- Schluckbeschwerden
Diagnose
In einem ausführlichen Gespräch werden die Beschwerden erfasst. Bei der körperlichen Untersuchung wird der Bauch abgetastet. Organische Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts sollten abgeklärt werden.
Laboruntersuchungen
Blutuntersuchungen können Hinweise auf Blutarmut, Entzündungen, Lebererkrankungen u. a. geben. Außerdem wird eine Untersuchung auf Helicobacter pylori empfohlen. Die Bakterien können im Stuhl oder über einen Atemtest nachgewiesen werden. Zusätzlich kann ein Test auf Blut im Stuhl durchgeführt werden.
Bildgebende Untersuchungen
Eine Ultraschalluntersuchung wird durchgeführt, um Erkrankungen im Bereich der Galle und der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) auszuschließen. Mit einer Spiegelung von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm (Ösophago-Gastro-Duodenoskopie) kann die Schleimhaut auf Veränderungen untersucht werden. Dazu wird das Gastroskop, ein flexibler Schlauch mit einer Kamera und einer Lampe, über die Speiseröhre in den Magen eingeführt. Bei zusätzlichen Reizdarm-Beschwerden kann auch eine Darmspiegelung (Koloskopie) erwogen werden.
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Weitere Untersuchungen
In einzelnen Fällen sind weitere Untersuchungen zur Abklärung hilfreich, z. B. verschiedene Atemtests zur Diagnose von Kohlenhydratunverträglichkeiten.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache für die Beschwerden. Ziel der Behandlung ist, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.
Medikamente
Oberbauchschmerzen und Sodbrennen bei einer funktionellen Dyspepsie können mit sogenannten Protonenpumpenhemmern behandelt werden. Diese Substanzen unterbinden die Säurebildung im Magen. Auch bestimmte pflanzliche Präparate können lindernd wirken. Verwendet werden u. a. Pfefferminze, Kümmelöl, Bauernsenf, Wermut, Enzian, Angelikawurzel, Kamille und Melisse.
Weitere Therapieansätze
- Bei muskulären Verspannungen: Physiotherapie, manuelle Therapien, Biofeedback, Entspannungsmethoden und Akupunktur. Eine häufig angewandte Methode bei vielen Schmerzzuständen wie Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen und anderen ist die „transkutane elektrische Nervenstimulation“ (TENS), eine Art elektromedizinische Reizstromtherapie. Dafür werden entsprechende Geräte angeboten. Die TENS-Therapie kann in Arzt- oder Physiotherapiepraxen oder auch zu Hause angewandt werden. Es sollte in jedem Fall vorher eine Absprache mit dem Arzt und eine Einleitung durch z.B. einen Physiotherapeuten erfolgen.
- Bei psychischen Ursachen: Entspannungstechniken, Stressbewältigung, Psychotherapie.
Das Knacken am Brustbein
Ein Knacken am Brustbein kann ebenfalls mit Geräuschen im Bereich des Solar Plexus verwechselt werden. Als Knacken am Brustbein bezeichnet man Geräusche, die von den Gelenken zwischen Brustbein und den beiden Schlüsselbeinen oder den Verbindungen zu den Rippen ausgehen. Die Töne können zum Beispiel beim Recken des Oberkörpers oder einem Positionswechsel wie dem Aufstehen aus dem Sitzen auftreten. Nicht immer entsteht bei dem Knacken auch ein hörbares Geräusch, sondern manchmal wird dieses durch den Betroffenen lediglich verspürt.
Ursachen für das Knacken am Brustbein
Knacken am Brustbein ist generell harmlos und deutet nicht auf eine ernsthafte Erkrankung hin. Das Brustbein ist als zentraler Knochen des vorderen Brustkorbs über viele kleine Gelenke mit den Rippen und über die Schlüsselbeine mit Schultern und Armen verbunden. Es ist bei jedem Atemzug und bei jeder Körperdrehung in Bewegung. Aufgrund dieser vielen Verbindungen und der Mobilität kommt es häufig zu einem Knacken am Brustbein, was verschiedene Ursachen haben kann. In den meisten Fällen bleibt letztlich jedoch unklar, was genau für das Knacken verantwortlich ist.
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- Schlechte Körperhaltung oder fehlerhafte Belastung: Gerade Personen, die viel Sitzen und dabei zum Beispiel die Ellenbogen aufstützen, erleiden oftmals muskuläre Verspannungen. Neben weiteren Beschwerden kann dadurch auch ein Knacken am Brustbein ausgelöst werden. Dies lässt sich dadurch erklären, dass die verspannten Muskelfasern Zug auf die einzelnen Knochenelemente ausüben. Wechselt man die Körperposition oder streckt den Oberkörper, springen die Rippen oder Schlüsselbeine wieder in ihre richtige Position, was dann als Knacken am Brustbein wahrgenommen wird.
- Nach Herzoperationen: Im Rahmen einer offenen Operation am Herzen wird in der Regel das Brustbein längs aufgesägt, damit der Brustkorb seitlich aufgeklappt werden kann und der Zugang zum Organ ermöglicht wird. Nach Abschluss des Eingriffs am Herzen werden die beiden Brustbeinhälften wieder zusammengefügt und mit Drähten oder Klammern fixiert. Die Drähte gewähren die Stabilität des Knochens, bis dieser nach etwa sechs Wochen wieder stabil zusammengewachsen ist. In dieser Zeit besteht dennoch eine leicht erhöhte Beweglichkeit des Brustbeins bei der Atmung und Bewegungen. Aus diesem Grund kann es in der Heilungsphase nach einer Herz-OP häufiger zu einem Knacken am Brustbein kommen.
Begleitende Symptome und Diagnose
In den meisten Fällen wird ein Knacken im Brustbein von keinen Symptomen begleitet. Gegebenenfalls spürt man, dass sich durch das Knacken eine Gelenkblockade gelöst hat oder man hat das Gefühl, dass eine Rippe oder ein Schlüsselbein wieder in die richtige Position gerutscht ist. Wenn eine muskuläre Verspannung zum Beispiel im Rahmen eines HWS-Syndroms vorliegt, können als begleitendes Symptom ein Schmerzen im Bereich des Brustbeins oder Nacken- bzw. Rückenschmerzen auftreten. Sollte dem Knacken am Brustbein ein Unfall vorausgegangen sein, zum Beispiel beim Sport oder im Straßenverkehr, kann sich als begleitendes Symptom eine Prellmarke oder ein Bluterguss auf der Haut zeigen. In einem solchen Fall sollte ein Arzt aufgesucht werden, um auszuschließen, dass eine knöcherne Verletzung vorliegt. Eine ärztliche Untersuchung ist ebenfalls dann anzuraten, wenn es als begleitendes Symptom zu starken, bewegungsunabhängigen Schmerzen im Bereich des Brustkorbs oder zu Atemnot kommt.
Bei einem Knacken am Brustbein, das ohne weitere Beschwerden einhergeht, wird meist gar keine Diagnose gestellt, da es sich um ein natürliches, vom Körper ausgehendes Geräusch handelt, das ohne jeden Krankheitswert ist. Um dem Verdacht nachzugehen, ob gegebenenfalls muskuläre Verspannungen für das Knacken mitverantwortlich sein können, wird der Arzt gegebenenfalls erfragen, ob der Patient unter Schmerzen im Bereich des Brustkorbs bei Bewegung leidet. Als Diagnostik kommt allenfalls eine kurze körperliche Untersuchung infrage, bei der der Arzt auf Fehlhaltungen, Asymmetrien oder eine Einschränkung der Beweglichkeit achtet.
Behandlung des Knackens am Brustbein
Da Knacken am Brustbein etwas völlig normales ist und keinen Krankheitswert hat, ist keine Behandlung erforderlich, solange es das einzige Symptom darstellt. Wenn der Patient zusätzlich unter muskulären Verspannungen und Symptomen wie Schmerzen und eingeschränkter Beweglichkeit leidet, sollte jedoch eine Therapie zur langfristigen Linderung oder Beseitigung dieser Beschwerden erfolgen. Das Ziel stellt dabei eine Verbesserung der Körperhaltung und Stabilisierung des Rumpfes dar. Die wichtigste Maßnahme ist dabei Bewegung, damit die Muskulatur gestärkt wird und die Gelenke beweglich bleiben. Geeignete Sportarten sind zum Beispiel Schwimmen, Fahrradfahren oder Nordic Walking. Auch regelmäßige Spaziergänge sind gerade bei sitzender Tätigkeit wertvoll, um einen körperlichen Ausgleich zu ermöglichen. Eine über mehrere Wochen durchgeführte Rückenschule zur gezielten Stärkung der Rückenmuskulatur ist in vielen Fällen ebenfalls zu empfehlen, wobei die Kosten meist zu einem großen Teil von der Krankenkasse übernommen werden.
Vasovagale Synkope
Es ist wichtig, die Symptome richtig zu deuten. Manchmal kann es vorkommen, dass die Beschwerden mit einer vasovagalen Synkope verwechselt werden. Die vasovagale Synkope wird durch einen plötzlichen und vorübergehenden Abfall des Blutdrucks und einen verlangsamten Puls verursacht. Grund dafür ist eine Überstimulation des Nervus vagus. Daher nennt man diese Form der Ohnmacht auch „vasovagale“ Synkope. Der Nervus vagus erfüllt eine wichtige Funktion im Körper: Er reguliert die Atmung und das Verdauungssystem, aber auch den Blutdruck und die Herzfrequenz. Er ist damit für das richtige Funktionieren des Körpers von grundlegender Bedeutung. Durch einen starken Blutdruckabfall wird das Gehirn kurzzeitig mit zu wenig Blut versorgt. Dies führt zunächst zu einem Unwohlsein und im schlimmsten Fall kommt es zu einer kurzzeitigen Bewusstlosigkeit: Den Betroffenen wird schwarz vor Augen oder sie sehen schwarze „Bindfäden”. Die meisten Betroffenen sind jedoch rasch wieder ansprechbar. Eine solche kurze Ohnmacht wird fachsprachlich als Synkope bezeichnet. Eine vasovagale Synkope ist an sich harmlos. Wie glimpflich sie jedoch letztendlich ausgeht, ist eine Frage der Umstände. Wird dir plötzlich schwindelig (ohne Bewusstseinsverlust) oder verlierst du kurzzeitig das Bewusstsein, kann es zu einem Sturz und zu Verletzungen kommen. Die plötzliche Ohnmacht tritt gehäuft bei den 15- bis 30-Jährigen und insbesondere bei Frauen auf.
Symptome einer vasovagalen Synkope
Die vasovagale Synkope setzt meist allmählich ein und kündigt sich vorher an, kann aber auch sehr plötzlich - ganz ohne Vorboten - auftreten. Vorherige Anzeichen können Übelkeit, Blässe und Schwitzen sein. Nach und nach treten dann weitere Symptome auf:
- Flimmern oder Schwarzwerden vor den Augen
- Ohrensausen (Umgebungsgeräusche werden fast unhörbar)
- Schwindelgefühl
- Herzklopfen oder Herzrasen
- Zittern
- Unfähigkeit zu sprechen
- Durchfall oder Bauchschmerzen
- Kopfschmerzen
- Schwächegefühl in den Beinen
Kann man sich dann nicht hinsetzen oder an etwas festhalten, kommt es schnell zu einem Sturz. Ein nur wenige Sekunden dauernder Bewusstseinsverlust (Synkope) kann auftreten. Betroffene bemerken dadurch die typischen Anzeichen, bevor sie das Bewusstsein verlieren. Dadurch können sie rechtzeitig reagieren und andere informieren. Einige Symptome können noch mehrere Stunden nach dem Anfall anhalten, z. B. Kopfschmerzen, Ängstlichkeit oder starke Erschöpfung.
Ursachen einer vasovagalen Synkope
Die vasovagale Synkope tritt häufig auf und kann ein ganzes Spektrum von Ursachen haben. Dazu gehören auf der einen Seite körperliche Auslöser:
- Der Anblick von Blut (z.B. Wunden)
- Blutabnahme
- Langes Stehen
- Starke Erschöpfung
- Sehr warme Temperaturen
- Reisekrankheit
- Ein überfüllter Raum mit unzureichender Belüftung
- Unterzuckerung
- Dehydratation (Flüssigkeitsmangel)
Neben solchen körperlichen Auslösern können auch psychische Faktoren wie starke Emotionen oder Stresssituationen eine Rolle spielen. In einigen Fällen kann der Blutdruckabfall auf ein zu schnelles Aufstehen zurückzuführen sein. Bestimmte Medikamente, insbesondere blutdrucksenkende Medikamente, können ebenfalls eine Synkope auslösen.
Was tun im Notfall?
Wenn Vorboten für eine vasovagale Synkope auftreten, sollte man sich sofort hinsetzen, damit der Blutfluss wieder reguliert wird. Wenn möglich, sollten sich Betroffene flach hinlegen und die Beine hochlegen. Dadurch kann das Blut wieder zum Gehirn fließen. Wenn du selbst die ersten Anzeichen einer nahenden Ohnmacht spürst, sag anderen Bescheid, wie du dich fühlst. Wenn du dich gerade nicht hinsetzen kannst, z. B. in öffentlichen Verkehrsmitteln, bitte andere um Hilfe, um einen plötzlichen Sturz zu vermeiden. In den meisten Fällen kommen die Betroffenen spontan und schnell wieder zu sich. Beruhige die betroffene Person, wenn sie wieder zu sich kommt, und sorge dafür, dass sie mindestens 10 Minuten lang mit hochgelegten Beinen liegen bleibt.
Wenn du den Eindruck hast, dass die Bewusstlosigkeit zu lange dauert, gibt es bestimmte Anzeichen, die auf einen Notfall hindeuten:
- Die Person kommt nicht wieder zu sich und reagiert weder auf Ansprechen noch Rütteln.
- Sie atmet nicht.
- Der Puls ist unregelmäßig, sehr langsam oder überhaupt nicht zu spüren.
In diesen Fällen solltest du einen Notarzt (112) rufen. Wenn die Person nicht atmet, solltest du Wiederbelebungsmaßnahmen einleiten.
Was ist zu tun, wenn Bewusstlosigkeit wiederholt auftritt?
Die vasovagale Synkope tritt normalerweise wieder auf, wenn man demselben Auslöser ausgesetzt ist. Dies kann jedoch auch auf zugrunde liegende Gesundheitsprobleme hinweisen.
Magenkrebs
Typische erste Anzeichen von Magenkrebs sind meist unspezifisch und können auch bei anderen Erkrankungen auftreten: Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit und Appetitmangel. Verschwinden solche Beschwerden nicht von allein, sollten Betroffene sich von ihrem Arzt oder ihrer Ärztin untersuchen lassen. Denn: Je früher ein Magenkarzinom erkannt wird, desto besser sind die Chancen auf eine Heilung. Besonders ältere Menschen nehmen die genannten Beschwerden oft lange hin, ohne zum Arzt zu gehen. Sie führen sie auf das Alter zurück oder machen andere Erkrankungen dafür verantwortlich. Betroffene sollten aber zur Abklärung vor allem dann ihren Arzt aufsuchen, wenn die Beschwerden über längere Zeit anhalten.
Früherkennung von Magenkrebs
Zwar lässt sich mit Früherkennungs-Untersuchungen wie einer regelmäßigen Gastroskopie Magenkrebs tatsächlich in früheren Stadien feststellen, als dies ohne solche Untersuchungen der Fall ist. Bisher konnte aber keines dieser Verfahren in Studien an großen Bevölkerungsgruppen zeigen, dass auch die Magenkrebssterblichkeit sinkt. Viele Betroffene hätten bei regelmäßiger Untersuchung also nur früher von ihrer Erkrankung erfahren, ohne dass sich ihr Leben dadurch messbar verlängert hätte. Auch in Ländern, in denen Magenkarzinome häufig sind und diese und ähnliche Früherkennungs-Untersuchungen durchgeführt werden, ist der Nutzen bisher nicht vollständig geklärt.
Untersuchungen für Risikogruppen
Wie sieht es mit Menschen aus, bei denen ein höheres Magenkrebsrisiko besteht? Das können zum Beispiel Personen sein, die Verwandte ersten Grades (Eltern, Geschwister oder Kinder) mit Magenkrebs haben. Ebenfalls infrage kommen Menschen mit einer Magenschleimhautentzündung oder -veränderung. Sie können mit ihrem Arzt darüber sprechen, ob sie sich auf das Bakterium Helicobacter pylori im Magen untersuchen lassen. Liegt eine Infektion vor, können sie Antibiotika gegen das Bakterium erhalten. Bei manchen Menschen ist das Magenkrebsrisiko auch aufgrund einer genetischen Veränderung erhöht, die in der Familie vererbt wird. Wann eine solche Veränderung wahrscheinlich ist, können Ärzte anhand der Krebserkrankungen in der Familie abschätzen. Besteht ein Verdacht, haben Betroffene die Möglichkeit, eine Genanalyse (Mutationsanalyse) machen zu lassen. Träger der Mutation können dann regelmäßig zur Kontrolle der Magenschleimhaut gehen. Manchmal empfehlen Ärzte bei Vorliegen einer Mutation auch, den Magen operativ zu entfernen, da das Magenkrebsrisiko sehr hoch ist.
Wechseljahre
Die Wechseljahre können ebenfalls eine Rolle bei Beschwerden im Bereich des Solar Plexus spielen. Hormonelle Veränderungen können das vegetative Nervensystem beeinflussen und zu Symptomen wie Hitzewallungen, Herzklopfen, Angstzuständen und Ohrensausen führen.
Symptome in den Wechseljahren
Einige Frauen beschreiben ein Engegefühl im Oberkörper, begleitet von Herzklopfen und dem Bedürfnis, Kleidungsstücke abzulegen. Es kann auch vorkommen, dass sich die Betroffenen zunächst frieren und ausgekühlt fühlen, bevor eine Schwitzattacke einsetzt. Diese Symptome können mit Unruhe und Angst verbunden sein.
Was kann man tun?
Es ist wichtig, sich über die Wechseljahre zu informieren und zu verstehen, dass die hormonellen Schwankungen viele körperliche und psychische Beschwerden verursachen können. Entspannungstechniken, Stressbewältigung und eine gesunde Lebensweise können helfen, die Symptome zu lindern. In manchen Fällen kann auch eine Hormontherapie in Erwägung gezogen werden.