Solarplexus-Schmerzen: Ursachen, Behandlung und ganzheitliche Ansätze

Der Solarplexus, ein zentrales Nervenbündel im Oberbauch, spielt eine entscheidende Rolle im autonomen Nervensystem. Er ist nicht nur für die Steuerung unbewusster Körperfunktionen verantwortlich, sondern hat auch einen erheblichen Einfluss auf unsere emotionalen und körperlichen Prozesse. Solarplexus-Schmerzen können sich auf vielfältige Weise äußern und verschiedene Ursachen haben. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Solarplexus-Schmerzen und bietet einen ganzheitlichen Ansatz zur Linderung der Beschwerden.

Was ist der Solarplexus?

Der Solarplexus (Plexus solaris, lat. „Sonnengeflecht“) ist ein autonomes Nervengeflecht sympathischer und parasympathischer Nervenfasern sowie der Zusammenschluss dreier großer Ganglien. Er liegt im Bauchraum auf Höhe des 1. Lendenwirbels und dient der Verschaltung und Weiterleitung wichtiger Informationen. Topographisch ist er hinter dem Magen und der Bursa omentalis und direkt vor den beiden Schenkeln (Crura) des Zwerchfells zu finden. Unter dem Begriff Solarplexus fasst man im Wesentlichen zwei Nervengeflechte zusammen, die anatomisch eng benachbart hinter dem Magen lokalisiert sind:

  • Plexus coeliacus: Nervengeflecht um die Leber-, Milz- und Magenarterien.
  • Plexus mesentericus superior: Oberes Gekrösenervengeflecht.

Der Solarplexus reguliert die Funktion der Bauchorgane und der Blutgefäße in der Bauchhöhle. Dies geschieht, indem Informationen von und zum Gehirn verschaltet und weitergeleitet werden. Er gehört zum vegetativen Nervensystem; Eine bewusste Steuerung ist also nicht möglich. Der Solarplexus beeinflusst unter anderem die Sekretion der intestinalen Drüsen oder die Darmmotilität, also die Anspannung und Erschlaffung der Darmmuskulatur. All diese Prozesse laufen automatisch ab und unterliegen nicht der willkürlichen Steuerung.

Symptome von Solarplexus-Schmerzen

Solarplexus-Schmerzen können sich auf vielfältige Weise äußern. Zu den typischen Symptomen gehören:

  • Ein Druck- oder Engegefühl
  • Ein brennendes Empfinden
  • Das Gefühl eines „Knotens im Bauch“

Diese Symptome sind oft das Resultat einer Überstimulation oder Reizung des Nervengeflechts. Betroffene beschreiben die Schmerzen im Bereich des Brustbeines sehr unterschiedlich, z.B. als drückende, ziehende, stechende oder brennende Schmerzen. Manchmal blitzen diese kurz auf, manchmal sind sie dumpf und anhaltend. Sie können nur eine kleine Region betreffen oder den ganzen Brustkorb oder sich mehr in den Rücken verlagern. Häufig strahlen sie aus in den Bauchraum, in den Kiefer, in die Arme oder in den Nacken. Manchmal treten sie nach Bewegung auf, in anderen Fällen auch in Ruhe oder nach einer Berührung. Sie können eine enorme Stärke annehmen und in einem Vernichtungsschmerz münden. In anderen Fällen werden sie hingegen zwar als störend, aber erträglich beschrieben. Zu den Begleiterscheinungen gehören unter Umständen Gefühle des Unbehagens oder der Enge sowie Übelkeit, Husten, Blähungen oder Atemschwierigkeiten bis hin zur Atemnot.

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Ursachen von Solarplexus-Schmerzen

Solarplexus-Schmerzen können durch eine Vielzahl von Faktoren ausgelöst werden, die sowohl physischer als auch emotionaler Natur sein können. Interessanterweise können sowohl physische als auch emotionale Auslöser für diese Beschwerden verantwortlich sein.

Physische Ursachen

  • Stress: Stress ist ein häufiger Auslöser für Solarplexus-Schmerzen.
  • Schlechte Körperhaltung: Eine schlechte Körperhaltung kann zu Verspannungen im Oberbauch führen und den Solarplexus belasten.
  • Muskuläre Verspannungen: Verspannungen im Bauch-, Rücken- und Brustbereich können auf den Solarplexus drücken und Schmerzen verursachen.
  • Erkrankungen der inneren Organe: Magenerkrankungen, Reflux, Pankreas- und Gallenblasenleiden können ebenfalls Schmerzen im Bereich des Solarplexus auslösen.
  • Weitere Ursachen retrosternaler Schmerzen: Mediastinitis (Mittelfellentzündung), Speiseröhrenriss (Ösophagusruptur), Herzbeutelentzündung (Perikarditis), Zwerchfellhernie, Roemheld-Syndrom, Aortenklappen-Verengung (Aortenklappenstenose), Bluthochdruck (Hypertonie).

Emotionale und psychosomatische Ursachen

  • Angst: Angst und innere Konflikte können zu einer Anspannung im Solarplexus-Bereich führen, die sich in Form von Schmerzen äußert. Häufig führen Angststörungen neben anderen Symptomen auch zu Schmerzzuständen im Oberbauch.
  • Stress: Stress, Angst und innere Konflikte können zu einer Anspannung im Solarplexus-Bereich führen, die sich in Form von Schmerzen äußert.
  • Psychische Belastungen: Auch wenn nicht selten schwere psychische Belastungen oder Erkrankungen zu Schmerzen im Brustbein führen können, sollten körperliche Aspekte nicht von vornherein ausgeschlossen werden.

Seltene Ursachen

  • In seltenen Fällen können ernsthafte Erkrankungen wie Tumoren oder Entzündungen die Ursache für Solarplexus-Schmerzen sein.

Diagnose von Solarplexus-Schmerzen

Die Diagnose von Solarplexus-Schmerzen erfordert eine sorgfältige Anamnese und körperliche Untersuchung. Wichtig ist für den Arzt die genaue Beschreibung des Schmerzes: Wann, wo, wie oft, wie lange und in welcher Form tritt er auf.

  • Körperliche Untersuchung: Bei der körperlichen Untersuchung wird der Bauch abgetastet.
  • Laboruntersuchungen: Blutuntersuchungen können Hinweise auf Blutarmut, Entzündungen, Lebererkrankungen u. a. geben. Außerdem wird eine Untersuchung auf Helicobacter pylori empfohlen. Die Bakterien können im Stuhl oder über einen Atemtest nachgewiesen werden. Zusätzlich kann ein Test auf Blut im Stuhl durchgeführt werden.
  • Bildgebende Untersuchungen: Eine Ultraschalluntersuchung wird durchgeführt, um Erkrankungen im Bereich der Galle und der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) auszuschließen. Mit einer Spiegelung von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm (Ösophago-Gastro-Duodenoskopie) kann die Schleimhaut auf Veränderungen untersucht werden. Dazu wird das Gastroskop, ein flexibler Schlauch mit einer Kamera und einer Lampe, über die Speiseröhre in den Magen eingeführt. Bei zusätzlichen Reizdarm-Beschwerden kann auch eine Darmspiegelung (Koloskopie) erwogen werden.
  • Weitere Untersuchungen: In einzelnen Fällen sind weitere Untersuchungen zur Abklärung hilfreich, z. B. verschiedene Atemtests zur Diagnose von Kohlenhydratunverträglichkeiten.

Es ist ratsam, einen Arzt aufzusuchen, wenn die Schmerzen stark oder anhaltend sind, oder wenn zusätzliche Symptome wie Atemnot, Fieber oder andere schwerwiegende Beschwerden auftreten.

Behandlung von Solarplexus-Schmerzen

Die Behandlung von Solarplexus-Schmerzen erfordert oft eine Kombination aus medizinischen und therapeutischen Ansätzen. Ein ganzheitlicher Ansatz zur Behandlung von Solarplexus-Schmerzen kombiniert medizinische, ergonomische und emotionale Ansätze, um eine umfassende Linderung zu erreichen. Die Kombination dieser verschiedenen Ansätze ermöglicht es, sowohl die physischen als auch die emotionalen Ursachen der Schmerzen anzugehen und so eine nachhaltige Linderung zu erzielen.

Medizinische Behandlungen

  • Medikamentöse Therapien: Oberbauchschmerzen und Sodbrennen bei einer funktionellen Dyspepsie können mit sog. Protonenpumpenhemmern behandelt werden. Diese Substanzen unterbinden die Säurebildung im Magen.
  • Schmerzmittel oder Analgetika: Manchmal hilft bei Schmerzen Wärme, manchmal Kälte. Eine Wärmflasche oder ein Kältekissen können also schmerzlindernd sein. Ihr behandelnder Arzt wird Sie darüber informieren, was Sie wann anwenden können. Zudem werden Sie auch selbst spüren, was Ihnen guttut.

Therapeutische Ansätze

  • Manuelle Therapien: Manuelle Therapien wie Physiotherapie und Massage sind wirksame Methoden, um muskuläre Verspannungen zu lösen und die Durchblutung im Solarplexus-Bereich zu verbessern.
  • Körpertherapeutische Ansätze: Körpertherapeutische Ansätze wie Atemübungen und Achtsamkeitstechniken sind hilfreich, um die Verbindung zwischen Geist und Körper zu stärken. Durch gezielte Atemübungen kann die Entspannung gefördert und die Anspannung im Solarplexus-Bereich verringert werden.
  • Stressreduktionstechniken: Stressreduktionstechniken wie Meditation, tiefes Atmen und Yoga sind wichtige Bestandteile einer ganzheitlichen Behandlung.
  • Professionelle Beratungsangebote: Durch Gesprächstherapie oder psychologische Beratung können emotionale Auslöser identifiziert und bearbeitet werden.
  • Entspannung und Ablenkung: Der Schmerz zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Leichte und angenehme Tätigkeiten, die Sie ablenken, können helfen, sich nicht auf den Schmerz zu fokussieren. Bei chronischen Schmerzen werden Physiotherapie, manuelle Therapien, Biofeedback, Entspannungsmethoden und Akupunktur eingesetzt. Eine häufig angewandte Methode bei vielen Schmerzzuständen wie Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen und anderen ist die „transkutane elektrische Nervenstimulation“ (TENS), eine Art elektromedizinische Reizstromtherapie. Dafür werden entsprechende Geräte angeboten. Die TENS-Therapie kann in Arzt- oder Physiotherapiepraxen oder auch zu Hause angewandt werden. Es sollte in jedem Fall vorher eine Absprache mit dem Arzt und eine Einleitung durch z.B. einen Physiotherapeuten erfolgen.

Ergonomische Maßnahmen

  • Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung: Ergonomische Maßnahmen, wie die Gestaltung einer ergonomischen Arbeitsumgebung, sind entscheidend, um Verspannungen vorzubeugen und die Belastung des Solarplexus zu verringern.
  • Ergonomische Tipps für den Alltag: Ergonomische Tipps für den Alltag, wie die richtige Arbeitsplatzgestaltung und korrektes Sitzen, können helfen, körperliche Belastungen zu reduzieren.

Weitere Maßnahmen

  • Ernährungsumstellung: Eine Ernährungsumstellung kann ebenfalls von Vorteil sein. Magenreizende Stoffe vermeiden. Bei angegriffener oder empfindlicher Magenschleimhaut sind alle Lebens- und Genussmittel zu meiden, die den Magen noch zusätzlich reizen. Dazu zählen Kaffee, Alkohol und Zigaretten, aber auch ein Übermaß an Zucker oder fettiges Essen. Auch Medikamente wie Kortison und Schmerzmittel greifen die Magenschleimhaut an. Ist ein Absetzen nicht möglich, sollten Sie Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin halten. Zu erwägen ist hier die Einnahme eines sog. Protonenpumpenhemmers, der die Magenschleimhaut schützt, indem er die Bildung von Magensäure reduziert. Niedrige Dosen wie z. B. Langsam essen. Nicht nur was Sie essen, beeinflusst Ihre Magengesundheit - eine entscheidenden Rolle spielt auch das „Wie“. Essen Sie mehrere kleinere Portionen über den Tag verteilt, um den Magen nicht zu überfordern. Wichtig ist, sich ausreichend Zeit zu nehmen und jeden Bissen gründlich zu kauen. Die mechanische Zerkleinerung der Nahrung und das gründliche Einspeicheln erleichtern dem Magen seine Arbeit. Magenschleimhaut schützen. Nahrungsbreis wie Haferschleim oder über Nacht eingeweichte geschrotete Leinsamen bilden bei langsamem Verzehr einen Schleimfilm, der sich schützend über die Magenschleimhaut legt. Tee trinken. Teezubereitungen mit Kamillenblüten oder Süßholzwurzel wirken beruhigend auf die Magenschleimhaut und haben einen entzündungshemmenden Effekt.
  • Regelmäßige Übungen und Routinen: Regelmäßige Übungen und Routinen zur Stärkung des Solarplexus-Bereichs sind ebenfalls empfehlenswert.
  • Den Bauch wärmen: Warme Bauchwickel oder Wärmflaschen sind alte Hausmittel, die es in sich haben. Wärme entspannt die Muskulatur und wirkt so lösend bei krampfartigen Schmerzen.

Prävention von Solarplexus-Schmerzen

Prävention spielt eine entscheidende Rolle bei der Linderung von Solarplexus-Schmerzen. Um Solarplexus-Schmerzen im Alltag vorzubeugen, ist es wichtig, auf eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung und eine korrekte Sitzhaltung zu achten. Effektives Stressmanagement ist ebenfalls wesentlich.

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  • Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung: Achten Sie auf eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung und eine korrekte Sitzhaltung.
  • Stressmanagement: Vermeiden Sie chronischen Stress. Ärger, unguter Stress und schlechte Nachrichten schlagen nicht nur sprichwörtlich auf den Magen. Verantwortlich für die Wechselwirkung zwischen Psyche und Verdauungssystem ist das vegetative Nervensystem, das unter Stress unter anderem die Produktion von Magensäure ankurbelt. Wer anhaltend unter Druck steht, riskiert sogar ein Magengeschwür. Versuchen Sie deshalb, sich im Alltag immer wieder Ruheinseln zu schaffen und regelmäßig abzuschalten.
  • Gesunde Ernährung: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung und vermeiden Sie reizende Stoffe wie Kaffee, Alkohol und Zigaretten.
  • Regelmäßige Bewegung: Regelmäßige Bewegung und Entspannungsübungen können helfen, Verspannungen zu lösen und Stress abzubauen.

Das Solarplexus Chakra

In der Chakrenlehre bildet das Solarplexus Chakra das dritte der sieben Chakren. Ist dort der Energiefluss gestört, können zahlreiche psychische und physische Symptome die Folge sein. Dazu zählen beispielsweise Verdauungsprobleme, Störungen der Bauchspeicheldrüse oder Gallenblasenprobleme. Um das Manipura Chakra wieder zu öffnen, werden verschiedene Methoden empfohlen. Dazu zählt zum einen die Aroma-Therapie, wobei durch Verdampfen oder Räuchern von ätherischen Ölen Einfluss auf den Energiefluss genommen werden kann. Neben der Aroma-Therapie zählt auch Yoga zu den Möglichkeiten den Energiefluss zu fördern und das Solarplexus Chakra zu öffnen.

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