Die Behandlung von Bewegungsstörungen wie Spastik und Parkinson-Syndromen erfordert einen multidisziplinären Ansatz. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Therapieansätze, insbesondere die Rolle der Ergotherapie, und gibt einen Überblick über aktuelle Behandlungsmethoden und Forschungsergebnisse.
Einleitung
Bewegungsstörungen können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Spastik, gekennzeichnet durch erhöhte Muskelspannung und Steifheit, und Parkinson-Syndrome, die mit Zittern, Muskelsteifheit und Bewegungsverlangsamung einhergehen, sind häufige neurologische Erkrankungen. Ergotherapie spielt eine zentrale Rolle bei der Verbesserung der Lebensqualität und Selbstständigkeit der Betroffenen.
Parkinson-Syndrome: Ursachen, Symptome und Behandlung
Was ist das Parkinson-Syndrom?
Das Parkinson-Syndrom ist eine degenerative Erkrankung des Gehirns, die mit zunehmenden Einschränkungen der Beweglichkeit (Hypokinesie), einer Steifigkeit der Muskulatur (Rigor), Zittern der Extremitäten (Tremor) sowie Gangunsicherheit und weiteren, nicht-motorischen Störungen einhergehen kann. Insbesondere im Frühstadium der Erkrankung können die Beschwerden uncharakteristisch und dadurch schwer zu erkennen sein. Neben dem klassischen Parkinson-Syndrom gibt es verschiedene Varianten der Erkrankung, die mit unterschiedlichen Symptomen einhergehen können und auch teilweise anders behandelt werden müssen.
Symptome des Parkinson-Syndroms
Zu den Hauptsymptomen des Parkinson-Syndroms gehören:
- Hypokinesie: Verminderte Beweglichkeit
- Rigor: Muskelsteifheit
- Tremor: Zittern der Extremitäten
- Gangunsicherheit: Schwierigkeiten beim Gehen
Behandlungsmöglichkeiten
Die Behandlung von Parkinson-Syndromen umfasst medikamentöse und nicht-medikamentöse Maßnahmen.
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Medikamentöse Therapie
Zur medikamentösen Therapie stehen insbesondere für die Parkinsonkrankheit eine Vielzahl von Tabletten, aber auch Sprays und Spritzen zur Verfügung, die je nach Bedarf individuell kombiniert werden können. Zusätzlich ist aber auch die Behandlung mit Medikamentenpumpen möglich, bei der ein Medikament (Levodopa oder Apomorphin) über einen kurzen Schlauch unter die Haut oder über eine längere Sonde direkt in den Dünndarm gegeben wird, so dass eine gleichmäßige Wirkung erzielt werden kann. Zusätzlich kommt für ausgewählte Patienten mit starken Wirkungsschwankungen unter Tabletteneinnahme und/oder starkem Zittern auch eine Behandlung mittels tiefer Hirnstimulation in Frage. Die wichtigsten Medikamente zur Behandlung eines Parkinsonsyndroms sind die Dopamin-Ersatzstoffe (DOPA-Präparate, COMT-Hemmer, MAO-B-Hemmer und Dopaminagonisten). Eine durch erfahrene und spezialisierte Neurologinnen und Neurologen austarierte Einstellung kann eine spürbare Reduzierung der Symptome erreichen. Allerdings kann es im Verlauf einer langjährigen Dopamin-Einnahme zu Wirkungsschwankungen kommen, die sich zum Beispiel in überschießenden Bewegungen oder Bewegungsunfähigkeit zeigen.
- Dopamin-Ersatzstoffe: L-Dopa, Dopaminagonisten
- COMT-Hemmer: Entacapon, Tolcapon
- MAO-B-Hemmer: Selegilin, Rasagilin
Nicht-medikamentöse Therapie
Die nicht-medikamentöse Therapie umfasst spezielle krankengymnastische Verfahren, z. B. die BIG-Therapie, Ergotherapie und Logopädie. Auch eine neuropyschologische Evaluation und Therapie kann erforderlich werden. Kombinierte medikamentöse und nicht-medikamentöse Behandlungen werden im stationären Rahmen über einen Zeitraum von mindestens 14 Tagen durchgeführt, im Rahmen einer sogenannten Komplex-Therapie. Die spezielle BIG-Therapie ermöglicht es, nach einem 14-tägigen Intensivtraining eigene Behandlungsmaßnahmen zu Hause selbständig durchzuführen, sodass eine weitere Betreuung durch Krankengymnasten für die Dauer von mindestens einem Jahr nicht mehr erforderlich ist.
- Physiotherapie: zur Verbesserung der Beweglichkeit und Koordination
- Ergotherapie: zur Förderung der Selbstständigkeit im Alltag
- Logopädie: zur Verbesserung der Sprech- und Schluckfunktion
Tiefe Hirnstimulation
Ein eher neues Behandlungsverfahren ist die Tiefe Hirnstimulation, die vor allem bei Morbus Parkinson, spastischen Bewegungsstörungen, Dystonien und Tremor-Erkrankungen zum Einsatz kommt. Vor allem bei Bewegungsstörungen nach Kleinhirnschädigungen durch Schlaganfälle stellt die physiotherapeutische Behandlung den mitunter wichtigsten Behandlungsweg dar. Die Patienten können die Funktionen defekter Gehirnbereiche durch regelmäßiges und gezieltes Training unter fachmännischer Betreuung auf gesunde Gehirnbereiche verlagern und so eine Besserung der Bewegungsstörung herbeiführen.
Spastik: Ursachen, Symptome und Behandlung
Was ist Spastik?
Bei einer Spastik sind Gelenke oder Körperabschnitte an den Muskeln steifer als normal. Die Bewegungen sind dadurch gestört - und je schneller Betroffene ein Gelenk bewegen, desto steifer wird es (spastische Tonuserhöhung). Spastik kann bei selteneren Erkrankungen (zum Beispiel der hereditären spastischen Paraparese, HSP) auftreten. Hilfreiche Hinweise können hier im Einzelfall noch genetische Untersuchungen geben. Nach einer solchen Schädigung gibt es Veränderungen des Zentralnervensystems. Durch diese verändern sich auch Nerven, Muskeln und Weichteile, wodurch sich die mechanischen Eigenschaften und Strukturen in betroffenen Muskeln und Extremitäten ändern (zum Beispiel die elastischen Eigenschaften). Eine Spastik wird dabei immer durch mehrere Faktoren verursacht.
Symptome der Spastik
Oft kommen bei einer Spastik Schmerzen an betroffenen Muskeln oder Gelenken hinzu. Auch Lähmungen und einer vorzeitige Erschöpfbarkeit der Muskeln können auftreten. Eine bestehende Spastik kann sich durch Bewegungseinschränkung, Schmerzen, emotionale Anspannung, Entzündungen/Infekte, Stuhl- oder Harndrang, Hautschädigungen, Thrombosen oder Knochenbrüche verstärken. Solche Faktoren sollten beseitigt bzw.
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- Erhöhte Muskelspannung: Steifheit und Widerstand bei Bewegung
- Schmerzen: in Muskeln und Gelenken
- Lähmungen: Einschränkung der willkürlichen Beweglichkeit
- Erschöpfbarkeit: schnelle Ermüdung der Muskeln
Behandlungsmöglichkeiten
Für die Behandlung gibt es Therapien mit und ohne Medikamente.
Nicht-medikamentöse Therapie
Günstige Effekte auf Spastik haben systematisches Arm-Basis-Training, häufige Wiederholungen und die Kombination mit muskulärer Elektrostimulation. Besonders wichtig ist die passive Muskelstreckung zusätzlich zur ausgewählten Standardtherapie. Für die Therapie von Standsicherheit, Gang, Treppensteigen oder der Arm-Hand-Funktion sieht man vielversprechende Verbesserungen bei einer Spastik durch den Einsatz von Robotern. Eine Lähmung ausgleichen und günstige Effekte auf die Muskelspannung und Muskellänge haben Schienen, Splints, Verbände (Casts) und Orthesen. Für die Beine ist das Aufrichten der Betroffenen die beste Mobilisationsform. Durch das Anlegen von Casts kann schrittweise ein eingeschränkter Bewegungsumfang wieder ausgedehnt werden. Elektrostimulation aktiviert über angeklebte Elektroden auf der Haut Nerven und Muskelfasern mit kleinen Strömen (transkutane elektrische Nervenstimulation, TENS). Hier gibt es positive Effekte auf Spastik und den Bewegungsumfang (ROM) . Auch die funktionelle Elektrostimulation (FES) für Bewegungen, die vom Patienten ganz oder teilweise selbst ausgeführt werden (z.B. Greifen und Hantieren, Gehen), kann neben der Verbesserung motorischer Funktionen einen Spastik-mindernden Effekt aufweisen. Günstige Auswirkungen auf die Spastik wurden zudem mittels Oberflächenelektrostimulation des Rückenmarks bzw. Eine spastische Tonuserhöhung lässt sich mit gezielten Magnetfeldreizen zur Stimulation ausgewählter Nerven, Nervenwurzeln oder Hirnarealen behandeln (periphere repetitive Magnetstimulation, prMS; repetitive transkranielle Magnetstimulation, rTMS). Stoßwellentherapie kann über Wochen anhaltend einen spastisch erhöhten Muskeltonus mindern mit einer begleitenden Erweiterung des Bewegungsumfangs (extrakorporale Stoßwellentherapie, ESTW) . Regelmäßiges Durchbewegen und geräteunterstützte Bewegungen helfen, diese störenden Phänomene einer Schädigung von Hirn/Rückenmark und speziell den spastischen Muskeltonus zu reduzieren.
- Physiotherapie: Dehnübungen, Muskelkräftigung
- Ergotherapie: Anpassung von Hilfsmitteln, Training von Alltagsaktivitäten
- Elektrostimulation: TENS, FES
- Orthesen und Schienen: zur Unterstützung und Stabilisierung
Medikamentöse Therapie
Mit Tabletten oder Spray (orale Therapie) werden vermehrte Muskelaktivität bei Spastik behandelt behandelt. Patienten mit einer Spastik beider Beine (Paraspastik) und nicht mobile Patienten mit generalisierter spastischer Tonuserhöhung profitieren in der Regel von einer oralen Therapie. Dantrolen bewirkt Muskelentspannung durch Hemmung der Freisetzung von Kalziumionen im Muskel. Sativex® ist ein Spray für die Mundhöhle und ausschließlich für die bei Multipler Sklerose auftretende spastische Tonuserhöhung zugelassen. Spastik-Medikamente, die im Zentralnervensystem wirken, führen dosisabhängig relativ häufig zu Müdigkeit, Antriebsminderung oder einer störenden Abnahme der Muskelkraft. Daher sollte die Erhöhung der Dosis vorsichtig erfolgen. Dantrolen sollte wegen der potenziell toxischen Leberschädigung und der Verstärkung bestehender Lähmungen nur eingesetzt werden, wenn es keine bessere Alternative gibt und die Symptome es wirklich erfordern. Die Verbesserungen einer Spastik mit Tabletten und Spray sind zwar messbar, werden von Betroffenen aber nicht immer im Alltag wahrgenommen. Für Tolperison gegenüber Baclofen und für Tizanidin gegenüber Diazepam wurden jedoch auch Alltagsvorteile für Schlaganfall-Betroffene) beschrieben. Bei fokaler Spastik (ein oder zwei eng benachbarte Bewegungssegmente sind betroffen, z. B. BoNT wird bei einer Überaktivität von Muskeln angewendet, also auch zur Behandlung einer Spastik. Es lässt Muskeln für eine bestimmte Zeit erschlaffen, indem es die Übertragung vom Nerv auf den Muskel für einige Wochen bis Monate blockiert. Sowohl im Hinblick auf die Nebenwirkungen einer oralen Therapie, als auch im Hinblick auf die Wirksamkeit ist eine BoNT-Behandlung Tabletten und Spray überlegen und mindert zudem Schmerzen, die von der Spastik herrühren . Schließlich mehren sich Daten, dass sich eine Spastik nach Schlaganfall durch eine frühzeitige Injektion in reduzierter Dosis vermeiden lässt. Nebenwirkungen sind unter BoNT in den empfohlenen Dosisbereichen pro Muskel und Injektionssitzung selten. Es kann zu Lähmungen kommen (wenn der falsche Muskel getroffen oder zu viel BoNt gespritzt wird). Möglich sind auch Effekte wie Mundtrockenheit oder eine allgemeine Schwäche und lokalen Problemen (Bluterguss und lokale Schmerzen). Bei wiederholtem Einsatz können neutralisierende Antikörper im Blut von Betroffenen können die Wirkung von BoNT abschwächen oder aufheben. Das kommt bei etwa 6 Prozent der Patienten mit Spastik-Behandlung vor . Das Risiko für das Auftreten neutralisierender Antikörper steigt mit der langjährigen Gesamtdosis und wenn das Behandlungsintervall kürzer als drei Monate ist. Zur Behandlung einer schweren Spastik kann man das Medikament Baclofen auch über ein spezielles Infusionssystem mit einer Pumpe einsetzen. Das Mittel wird dabei direkt in den Nervenwasserraum des Rückenmarks injiziert (intrathekal). Typische und erfolgversprechende Fälle sind Betroffene mit schwerer Spastik nach Rückenmarksverletzungen oder Hirnschädigung, Menschen mit Paraspastik oder multisegmentaler Spastik sowie Hemispastik mit einschießenden Tonussteigerungen. Patienten mit länger zurückliegendem Schlaganfall und Spastik profitieren von einer ITB im Vergleich zur Therapie mit Tabletten und Spray . Auch für Querschnittgelähmte ist die gute Wirksamkeit belegt . Die Indikation für eine ITB sollte erst erfolgen, wenn andere Behandlungen nicht zufriedenstellend waren. Unerwünschte Wirkungen können Infektionen und lokale Flüssigkeitsansammlungen (Serome) beinhalten. Die Diagnose und Betreuung bei Patienten mit ITB sollte daher von einem interdisziplinären Team mit ausgewiesener Kompetenz erfolgen. Die Abklärung und Behandlung von Nebenwirkungen und Komplikationen sollte zu jeder Zeit gewährleistet sein. Leichtere Nebenwirkungen in der Test- und Einstellungsphase verschwinden im Verlauf meist von alleine. Schwere Nebenwirkungen und Komplikationen können im Einzelfall zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen. Bei schwerster Spastik, die anders nicht zu behandeln sind, gibt es chirurgische Verfahren (dorsale Rhizotomie oder Eingriffe in der Eintrittszone der Hinterwurzel ins Rückenmark). Durch sie können ausgeprägte Fehlhaltungen vermieden werden und damit verbundene Pflegehemmnisse, hygienische Probleme und Komplikationen wie Kontrakturen oder Hautläsionen . Nach Versagen der Standardtherapieverfahren und damit verbundenen Schmerzen können in weiteren chirurgischen Verfahren bestimmte Stellen eines Nerven durchtrennt werden (motorische Endäste, z.B. Nervus tibialis bei spastischem Spitzfuß, „pes equinus“) .
- Baclofen: zur Reduktion der Muskelspannung
- Tizanidin: Muskelrelaxans
- Dantrolen: zur Hemmung der Kalziumfreisetzung im Muskel
- Botulinumtoxin (BoNT): zur lokalen Entspannung der Muskeln
Die Rolle der Ergotherapie
Ergotherapie ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung von Spastik und Parkinson-Syndromen. Sie zielt darauf ab, die Selbstständigkeit und Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.
Ziele der Ergotherapie
Die wichtigsten Ziele der Behandlung einer Spastik sind die Verbesserung der Symptome und der Erhalt der Lebensqualität. Um dies zu erreichen, ist es wichtig, die Beweglichkeit und Körperhaltung zu fördern und mögliche Schmerzen zu lindern.Konkrete Behandlungsziele können beispielsweise sein: Sitzen, Gehen und Stehen verbessern Aktivitäten im Alltag erleichtern Folgeerkrankungen vermeiden Selbstwertgefühl verbessern Selbständigkeit erhalten oder erreichen Die Behandlungsziele sollten gemeinsam mit pflegenden Angehörigen oder anderen Pflegepersonen und dem behandelnden Arzt festgelegt und regelmäßig überprüft werden. Dabei ist es oft hilfreich, die Ziele aufzuschreiben und Veränderungen von Symptomen und Beschwerden ausführlich zu dokumentieren.
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- Förderung der Beweglichkeit: durch gezielte Übungen und Techniken
- Verbesserung der Koordination: zur Erleichterung von Bewegungsabläufen
- Anpassung von Hilfsmitteln: zur Unterstützung im Alltag
- Training von Alltagsaktivitäten: zur Erhaltung der Selbstständigkeit
- Schulung von Kompensationsstrategien: zur Bewältigung von Einschränkungen
Methoden der Ergotherapie
Die ergotherapeutische Behandlung beinhaltet verschiedene Maßnahmen und Übungen, die erlernt werden können. Sie dienen dazu, möglichst viele Alltagsaktivitäten trotz der Einschränkungen durch eine Spastik zu bewältigen. Hierzu gehören das Einüben von Tätigkeiten wie An- und Ausziehen, Essen und Zähneputzen sowie eine Beratung zum Umgang mit Hilfsmitteln wie Prothese, Rollator oder Schreibhilfe.
- Sensorische Integrationstherapie: zur Verbesserung der Wahrnehmung und Verarbeitung von Sinnesreizen
- Handtherapie: zur Verbesserung der Handfunktion
- Training von Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL): z.B. Anziehen, Essen, Körperpflege
- Beratung und Anpassung von Hilfsmitteln: z.B. Rollatoren, spezielle Essbestecke
Multiprofessionelle Behandlungskonzepte
Schon seit Längerem bieten wir geriatrischen Patienten (Alter ≥ 70 Jahre) mit Parkinsonsyndromen eine individuelle und intensive stationäre Behandlung in der Klinik für Akutgeriatrie im Haupthaus des Klinikums an. Die entsprechende Komplexbehandlung umfasst eine multiprofessionelle Betreuung durch Ärzte verschiedener Fachrichtungen mit Anpassung der medikamentösen Therapie. Ergänzend erhalten die Betroffenen regelmäßig physikalische Therapien (beispielsweise Massagen, Inhalationen, Wärmeanwendungen) und aktivierende Behandlungen durch speziell geschultes Pflegepersonal sowie Mitarbeitende der Krankengymnastik, Ergotherapie und Logopädie (Sprech-/Schlucktherapie). Seit Oktober 2024 können zusätzlich nun auch jüngere Patienten altersunabhängig in unserem Institut für Physikalische und Rehabilitative Medizin unter neurologischer Leitung an einer stationären Parkinsonkomplextherapie teilnehmen. Auch diese zeichnet sich durch eine intensive stationäre Betreuung im Klinikum über meist etwa drei Wochen durch die genannten Berufsgruppen aus. Gemäß wissenschaftlichen Untersuchungen profitieren Parkinsonpatienten oft noch Monate nach der Komplextherapie von dem positiven Effekt der stationären Komplexbehandlung. Ein Ziel des multiprofessionalen Therapieansatzes ist eine Übertragung der erlernten Übungen und Techniken (z.B. bestimmte Bewegungsmuster, Schlucktechniken, bewusste Stimmgebung) in den Alltag und eine Fortführung der Therapien im ambulanten Bereich.
Die Behandlung von Spastik und Parkinson-Syndromen erfordert häufig ein multiprofessionelles Team, bestehend aus Ärzten, Therapeuten und Pflegepersonal. Dieses Team arbeitet zusammen, um die bestmögliche Versorgung zu gewährleisten.
Stationäre Komplexbehandlung
Wir ergänzen die bekannten Therapiemöglichkeiten mit einem sehr intensiven Behandlungskonzept, der „Parkinsonkomplexbehandlung.“ Wir arbeiten dazu interdisziplinär in einem Team auf einer separaten Station zusammen. Skip to main contentUnter dem Parkinson-Syndrom versteht man eine degenerative Erkrankung des Gehirns, die mit zunehmenden Einschränkungen der Beweglichkeit (Hypokinesie), einer Steifigkeit der Muskulatur (Rigor), Zittern der Extremitäten (Tremor) sowie Gangunsicherheit und weiteren, nicht-motorischen Störungen einhergehen kann. Insbesondere im Frühstadium der Erkrankung können die Beschwerden uncharakteristisch und dadurch schwer zu erkennen sein. Neben dem klassischen Parkinson-Syndrom gibt es verschiedene Varianten der Erkrankung, die mit unterschiedlichen Symptomen einhergehen können und auch teilweise anders behandelt werden müssen.
Die stationäre Komplexbehandlung bietet eine intensive und umfassende Betreuung durch ein multiprofessionelles Team. Diese Behandlung umfasst in der Regel:
- Medizinische Betreuung: Anpassung der medikamentösen Therapie, Überwachung des Krankheitsverlaufs
- Therapeutische Maßnahmen: Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie
- Pflegerische Betreuung: Unterstützung bei der Körperpflege, Mobilisation
- Sozialberatung: Unterstützung bei sozialen und finanziellen Fragen
Ambulante Spezialsprechstunden
Ergänzend können Betroffene vor oder nach einem solchen stationären Aufenthalt nach Überweisung durch einen Neurologen, Psychiater oder Neurochirurgen in der ambulanten Spezialsprechstunde von Frau Oberärztin PD Dr. Angela Jochim betreut werden. Auch hier beraten wir Sie gerne individuell hinsichtlich Diagnose (welches Parkinsonsyndrom liegt vor?) und Therapie (Tabletten, Sprays, Pumpe, tiefe Hirnstimulation etc.). Primäre Ansprechpartnerin für alle Fragen zu unserer Behandlung von Parkinsonpatienten, ist Frau Nicole Bauch.
Ambulante Spezialsprechstunden bieten eine individuelle Beratung und Betreuung durch spezialisierte Ärzte und Therapeuten. Hier können Betroffene Fragen stellen, sich über Behandlungsmöglichkeiten informieren und eine individuelle Therapieplanung erstellen lassen.
Aktuelle Forschung und Entwicklungen
Die Forschung im Bereich der Bewegungsstörungen schreitet stetig voran. Neue Medikamente, Therapieansätze und Technologien werden entwickelt, um die Behandlung von Spastik und Parkinson-Syndromen zu verbessern.
Robotik in der Therapie
Für die Therapie von Standsicherheit, Gang, Treppensteigen oder der Arm-Hand-Funktion sieht man vielversprechende Verbesserungen bei einer Spastik durch den Einsatz von Robotern.
Der Einsatz von Robotern in der Therapie von Bewegungsstörungen ist ein vielversprechendes Feld. Robotergestützte Therapie kann dazu beitragen, die Beweglichkeit und Koordination zu verbessern.
Elektrostimulation des Rückenmarks
Günstige Auswirkungen auf die Spastik wurden zudem mittels Oberflächenelektrostimulation des Rückenmarks bzw.
Die Elektrostimulation des Rückenmarks ist eine weitere vielversprechende Methode zur Behandlung von Spastik. Durch die Stimulation des Rückenmarks können die Muskelspannung reduziert und die Beweglichkeit verbessert werden.
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