Spastische Bronchitis: Definition, Ursachen, Symptome und Behandlung

Die spastische Bronchitis, insbesondere bei Babys und Kleinkindern, ist eine Form der akuten Bronchitis, die durch eine Entzündung und Verengung der Bronchien gekennzeichnet ist. Dieser Artikel beleuchtet die Definition, Ursachen, Symptome, Diagnose, Behandlung und Vorbeugung der spastischen Bronchitis, um ein umfassendes Verständnis dieser Erkrankung zu ermöglichen.

Was ist eine spastische Bronchitis?

Eine Bronchitis ist eine Entzündung der Bronchialschleimhäute, die die Atemwege auskleiden. Bei einer spastischen Bronchitis sind die Bronchien zusätzlich verengt, was die Atmung erschwert. Diese Verengung (Obstruktion) entsteht durch Muskelkrämpfe (Spasmen) der Atemwegsmuskulatur und vermehrte Schleimbildung. Aufgrund der Verengung der Atemwege wird die spastische Bronchitis auch als obstruktive Bronchitis bezeichnet.

Unterschiede zur chronischen Bronchitis

Es ist wichtig, die spastische Bronchitis von der chronischen Bronchitis und der chronisch-obstruktiven Bronchitis (COPD) zu unterscheiden. Eine chronische Bronchitis liegt vor, wenn Husten und Auswurf in zwei aufeinanderfolgenden Jahren während mindestens drei Monaten pro Jahr bestehen. Die COPD ist eine fortschreitende Lungenerkrankung mit dauerhafter Verengung der Atemwege, die oft mit einem Lungenemphysem einhergeht. Im Gegensatz dazu ist die spastische Bronchitis eine akute Erkrankung, die in der Regel innerhalb von ein bis zwei Wochen ausheilt.

Ursachen und Risikofaktoren

Die spastische Bronchitis wird meistens durch eine Virusinfektion hervorgerufen. Häufige Auslöser sind Erkältungsviren wie Parainfluenza-, Adeno- und Rhinoviren sowie das Respiratorische Synzytialvirus (RSV). In seltenen Fällen können auch bakterielle Infektionen eine spastische Bronchitis verursachen oder verschlimmern.

Risikofaktoren bei Babys und Kleinkindern

Babys und Kleinkinder sind besonders anfällig für eine spastische Bronchitis, da ihre Atemwege enger sind und ihr Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt ist. Weitere Risikofaktoren sind:

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  • Enge Atemwege: Die Bronchien sind nach der Geburt noch nicht vollständig entwickelt und daher sehr klein und eng.
  • Überempfindliche Bronchien: Die Bronchien reagieren besonders sensibel auf Reize wie Infektionen, kalte Luft oder Rauch.
  • Unzureichender Selbstreinigungsmechanismus: Die Flimmerhärchen, die Schleim und Fremdstoffe aus den Atemwegen transportieren, sind noch nicht ausreichend vorhanden.
  • Schwaches Immunsystem: Die Abwehrkräfte sind zu Beginn noch nicht ausgereift, weshalb Babys und Kleinkinder anfälliger für Infektionen der Atemwege sind.
  • Bronchiale Hyperreagibilität: Hier reagieren die Bronchien überempfindlich auf verschiedene Reize oder Infektionen. Oft sind Kinder betroffen, deren Eltern oder nahe Verwandte an Asthma bronchiale erkrankt sind. Allergien sind ein weiterer möglicher Grund, warum die Bronchien empfindlicher reagieren und sich eine spastische Bronchitis entwickeln kann.

Risikofaktoren bei Erwachsenen

Erwachsene sind seltener von einer spastischen Bronchitis betroffen. Zur Risikogruppe zählen Menschen mit:

  • Chronischen Atemwegserkrankungen wie COPD oder Asthma bronchiale
  • Allergien (z. B. gegen Pollen, Hausstaubmilben oder Tierhaare)
  • Immunschwäche
  • Verengungen der Atemwege, etwa durch Tumore oder Narbengewebe nach Operationen
  • Gastroösophagealer Refluxkrankheit (GERD)
  • Regelmäßiger Exposition gegenüber Schadstoffen

Symptome

Die Symptome einer spastischen Bronchitis ähneln denen einer akuten Bronchitis, sind jedoch oft stärker ausgeprägt. Typische Symptome sind:

  • Hustenanfälle mit oder ohne Schleimbeimengungen
  • Atemnot
  • Rasselgeräusche beim Atmen
  • Pfeifendes Geräusch beim Ausatmen (Giemen)
  • Erschöpfung
  • Fieber, Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen (begleitend zu Erkältungsbeschwerden oder grippeähnlichen Symptomen)

In schweren Fällen kann es zu einer gefährlichen Atemnot kommen, die sich durch bläulich verfärbte Lippen, Nägel und Haut äußert. In solchen Fällen sollte umgehend der Notruf (112) abgesetzt werden.

Diagnose

Die Diagnose einer spastischen Bronchitis erfolgt in der Regel durch eine körperliche Untersuchung und das Abhören der Lunge. Dabei achtet der Arzt auf pfeifende oder brummende Atemgeräusche, die auf eine Verengung der Bronchien hinweisen. Zusätzlich kann ein Lungenfunktionstest durchgeführt werden, um die Funktion der Atemwege zu überprüfen. In manchen Fällen ist auch eine Blutuntersuchung oder ein Röntgenbild des Brustkorbs erforderlich, um andere Ursachen auszuschließen.

Differenzialdiagnose

Es ist wichtig, die spastische Bronchitis von anderen Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen zu unterscheiden, insbesondere von Asthma bronchiale. Während sich die Symptome ähneln können, bessert sich der Zustand bei einer Bronchitis durch Husten eher, während Husten bei Asthma zumeist eine Verschlimmerung bedeutet. Zudem ist der Husten bei Asthma eher trocken.

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Behandlung

Die Behandlung einer spastischen Bronchitis zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und die Atemwege zu erweitern. Wichtige Maßnahmen sind:

  • Schonung und Bettruhe: Um den Körper zu schonen und die Heilung zu fördern, ist es wichtig, sich ausreichend auszuruhen.
  • Flüssigkeitszufuhr: Viel Trinken hilft, den Schleim zu verflüssigen und das Abhusten zu erleichtern.
  • Inhalation: Inhalationen mit Kochsalzlösung oder schleimlösenden Zusätzen können die Atemwege befeuchten und den Schleim lösen.
  • Medikamente:
    • Bronchodilatatoren (Beta-2-Sympathomimetika): Diese Medikamente erweitern die Bronchien und erleichtern das Atmen. Sie werden in der Regel als Inhalation oder Spray verabreicht.
    • Kortikosteroide: Bei schweren Verläufen können Kortikosteroide eingesetzt werden, um die Entzündung zu reduzieren und die Atemwege zu öffnen.
    • Antibiotika: Antibiotika sind nur dann erforderlich, wenn eine bakterielle Infektion vorliegt.
  • Atemübungen: Atemübungen können helfen, die Atemmuskulatur zu stärken und die Atmung zu verbessern.
  • Physiotherapie: Bei längerem Krankheitsverlauf kann Physiotherapie helfen, das Abhusten zu erleichtern und die Atemarbeit zu unterstützen.

Hausmittel

Zusätzlich zu den ärztlich verordneten Maßnahmen können auch verschiedene Hausmittel zur Linderung der Beschwerden beitragen:

  • Erhöhter Oberkörper: Das Schlafen mit erhöhtem Oberkörper kann das Atmen erleichtern.
  • Feuchte Raumluft: Trockene Raumluft kann den Hustenreiz verstärken. Regelmäßiges Lüften und feuchte Tücher auf der Heizung können die Luftfeuchtigkeit erhöhen.
  • Vermeidung von Reizstoffen: Tabakrauch, Staub und andere Reizstoffe sollten gemieden werden.

Verlauf und Prognose

In den meisten Fällen heilt die spastische Bronchitis bei richtiger Behandlung innerhalb von ein bis zwei Wochen vollständig aus. Bei Säuglingen oder Personen mit Risikofaktoren kann der Verlauf schwerer oder langwieriger sein. Auch Komplikationen wie eine Lungenentzündung sind möglich.

Vorbeugung

Einer spastischen Bronchitis lässt sich nur bedingt vorbeugen. Wichtige Maßnahmen sind:

  • Hygiene: Regelmäßiges Händewaschen kann die Ausbreitung von Viren verhindern.
  • Vermeidung von Reizstoffen: Tabakrauch und andere Reizstoffe sollten gemieden werden.
  • Stärkung des Immunsystems: Eine gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf und regelmäßige Bewegung können das Immunsystem stärken.
  • Impfungen: Impfungen gegen Grippe und Pneumokokken können das Risiko einer Atemwegsinfektion verringern.
  • Frühzeitige ärztliche Beratung: Bei Kindern, die zu Atemwegserkrankungen neigen, sollten Eltern besonders achtsam sein und frühzeitig ärztlichen Rat einholen.

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