Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über das Thema Migräne und verwandte Kopfschmerzerkrankungen, Behandlungsansätze und stellt Spezialisten im Raum Rohrbach vor. Dabei werden sowohl schulmedizinische als auch alternative Behandlungsmethoden beleuchtet.
Einleitung
Kopfschmerzen, insbesondere Migräne, stellen ein weit verbreitetes Gesundheitsproblem dar, das die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen kann. Die Ursachen für Kopfschmerzen sind vielfältig und reichen von Verspannungen über neurologische Erkrankungen bis hin zu Stress und Umweltfaktoren. Dieser Artikel soll einen Überblick über verschiedene Kopfschmerzarten, deren Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten geben, wobei der Fokus auf der Expertise von Spezialisten im Raum Rohrbach liegt.
Ursachen und Arten von Kopfschmerzen
Kopfschmerzen sind ein komplexes Thema, da sie viele verschiedene Ursachen haben können. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen primären und sekundären Kopfschmerzen. Primäre Kopfschmerzen sind eigenständige Erkrankungen, während sekundäre Kopfschmerzen Symptome einer anderen Grunderkrankung sind.
Primäre Kopfschmerzen
- Migräne: Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die sich durch anfallsartige, pulsierende Kopfschmerzen äußert, oft begleitet von Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit.
- Spannungskopfschmerzen: Spannungskopfschmerzen sind die häufigste Form von Kopfschmerzen und äußern sich durch einen dumpfen, drückenden Schmerz, der sich wie ein Band um den Kopf anfühlt.
- Clusterkopfschmerzen: Clusterkopfschmerzen sind eine seltene, aber sehr schmerzhafte Form von Kopfschmerzen, die sich durch attackenartige, einseitige Schmerzen im Bereich der Schläfe und des Auges äußern. Die Attacken treten oft in Clustern auf, d.h. über einen Zeitraum von Wochen oder Monaten gehäuft.
- Anhaltender idiopathischer Gesichtsschmerz (früher atypischer Gesichtsschmerz): Chronische, meist einseitige Gesichtsschmerzen unbekannter Ursache, die über mehrere Monate täglich auftreten und nicht die Kriterien einer Neuralgie erfüllen. Betroffen sind in 90 % der Fälle Frauen zwischen 30 und 60 Jahren. Wechselnd intensive Schmerzen an Auge, Nase, Wange, Schläfe und Kiefer, manchmal verstärkt oder ausgelöst durch Kälte Meist einseitig, selten beidseitig oder seitenwechselnd Schmerzcharakter bohrend und tief, seltener brennend, stechend oder pulsierend.
Sekundäre Kopfschmerzen
Sekundäre Kopfschmerzen können durch eine Vielzahl von Erkrankungen verursacht werden, darunter:
- Infektionen (z.B. Erkältung, Grippe, Meningitis)
- Erkrankungen der Halswirbelsäule
- Zahnerkrankungen
- Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung)
- Hirntumore
- Medikamentenmissbrauch
Diagnostik von Kopfschmerzen
Um die Ursache von Kopfschmerzen zu ermitteln, ist eine sorgfältige Anamnese (Erhebung der Krankengeschichte) und körperliche Untersuchung erforderlich. In manchen Fällen sind weitere diagnostische Maßnahmen notwendig, wie z.B.:
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- Neurologische Untersuchung: Überprüfung der Nervenfunktion, Reflexe und Koordination
- Bildgebende Verfahren: Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) des Kopfes, um strukturelle Veränderungen auszuschließen
- Elektroenzephalographie (EEG): Messung der Hirnströme, um epileptische Aktivität zu erkennen
- Blutuntersuchung: Überprüfung von Entzündungswerten, Schilddrüsenfunktion und anderen Parametern
- Extra- und intrakranielle Dopplersonographie (ECD und TCD): Ultraschallströmungsmessung an den Halsarterien und Hirnarterien.
- Extrakranielle Duplexsonographie: Ergänzt die Dopplersonographie durch eine bildliche Darstellung, die Veränderungen an den Halsarterien mit extremer Genauigkeit erkennen lässt.
- Nervenleitgeschwindigkeitsmessung (NLG): Feststellung von Polyneuropathien durch spezielle neurologische Untersuchungsmethoden.
- Elektromyographie (EMG):
- Evozierte Potentiale (VEP, SEP, AEP):
- Tremoranalyse:
- Lumbalpunktion:
Behandlung von Kopfschmerzen
Die Behandlung von Kopfschmerzen richtet sich nach der Ursache und der Art der Kopfschmerzen. Es gibt sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten.
Medikamentöse Behandlung
- Schmerzmittel: Akute Kopfschmerzen können mit Schmerzmitteln wie Paracetamol, Ibuprofen oder ASS behandelt werden. Bei Migräne können spezielle Migränemittel (Triptane) eingesetzt werden.
- Antidepressiva: Bei chronischen Kopfschmerzen, insbesondere Spannungskopfschmerzen und idiopathischen Gesichtsschmerzen, können Antidepressiva wie Amitriptylin helfen.
- Antiepileptika: Bei Migräne und idiopathischen Gesichtsschmerzen können Antiepileptika wie Carbamazepin oder Gabapentin eingesetzt werden.
- Botulinumtoxin: Botulinumtoxin ist ein wirksames Neurotoxin, das in der Medizin zur Behandlung verschiedener neurologischer Krankheitsbilder eingesetzt wird. Zu diesen gehören neben der chronischen Migräne auch der Hemispasmus facialis, Blepharospasmus, zervikale Dystonie, Spastik, aber auch Sialorrhoe (vermehrter Speichelfluss), wie er bei vielen neurologischen Erkrankungen vorkommen kann. Botulinumtoxin wirkt, indem es gezielt die Freisetzung von Acetylcholin blockiert, einem Neurotransmitter, der für die Übertragung von Nervenimpulsen an Muskeln verantwortlich ist. Dadurch wird die Muskelaktivität vorübergehend reduziert oder vollständig unterdrückt, so dass Schmerzen, erhöhter Speichelfluss, unwillkürliche, störende Bewegungen/Zuckungen im Gesicht oder die erhöhte Muskelspannung reduziert werden.
- Anfallsprophylaxe bei Clusterkopfschmerz: Der Kalziumantagonist Verapamil ist das Medikament der Wahl zur Prophylaxe bei länger dauernden Phasen des episodischen sowie bei chronischem Clusterkopfschmerz. Bei Langzeitanwendung ist allerdings ein Wirkungsverlust möglich. Wegen seiner Wirkungen auf Herz und Gefäße sind Kontrollen von Blutdruck und EKG nötig. Auch Lithium wird eingesetzt, wohingegen Kortison wegen der Nebenwirkungen bei Dauereinnahme nur kurzzeitig zur Überbrückung gegeben wird, bis andere Medikamente greifen.
Nicht-medikamentöse Behandlung
- Entspannungstechniken: Progressive Muskelrelaxation, autogenes Training, Yoga oder Meditation können helfen, Stress abzubauen und Kopfschmerzen vorzubeugen.
- Physiotherapie: Bei Spannungskopfschmerzen und Kopfschmerzen, die durch Verspannungen der Halswirbelsäule verursacht werden, kann Physiotherapie helfen.
- Akupunktur: Einige Studien deuten darauf hin, dass Akupunktur bei Migräne und Spannungskopfschmerzen wirksam sein kann.
- Ernährungsumstellung: Bestimmte Nahrungsmittel können Kopfschmerzen auslösen. Ein Kopfschmerztagebuch kann helfen, diese Auslöser zu identifizieren und zu vermeiden.
- Verhaltenstherapie: Bei chronischen Kopfschmerzen kann eine Verhaltenstherapie helfen, den Umgang mit den Schmerzen zu erlernen und die Lebensqualität zu verbessern.
- Neuraltherapie:
- Wasseranwendungen:
- Hypnose:
- Gezielte Gesichtsmassage:
- Sauerstofftherapie bei Clusterkopfschmerz: Mittel Nr. 1 zur Verkürzung der Attacken ist das Einatmen von Sauerstoff über eine spezielle Gesichtsmaske. Dies führt über eine Gefäßverengung zur Symptomlinderung. Auch Einbringen von Lidocainlösung in das Nasenloch der betroffenen Seite hilft einem Teil der Patienten (Lidocain ist ein Mittel zur örtlichen Betäubung). Sind diese nebenwirkungsfreien Maßnahmen nicht ausreichend wirksam, werden Triptane als Nasenspray oder zum Selbstspritzen verordnet (die Wirkung von Tabletten setzt zu spät ein).
Spezialisten im Raum Rohrbach
Im Raum Rohrbach gibt es verschiedene Spezialisten, die sich auf die Behandlung von Kopfschmerzen und Migräne spezialisiert haben. Dazu gehören:
- Thomas Schneider: Krankenpfleger mit verschiedenen Fortbildungen.
- Heidrun Schneider: Diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester.
- Jasper Spradley: Heilpraktiker mit Schwerpunkt Ernährung und Nährstoffe.
- Alida Scheel: Chiropraktikerin und Heilpraktikerin mit den Schwerpunkten Ohr- und Körperakupunktur, Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) sowie Mineralstoff -und Mikronährstoffberatung.
- Katrin Randazzo: Ausgebildete Massage-Therapeutin.
- Julia Wöhrl: Bietet Entspannungskurse im Rahmen der Prävention an.
- Naima Stadler: Empfangsmitarbeiterin mit eigener Erfahrung mit wohltuenden Behandlungen.
- Winter Ralph Priv.-Doz. Dr.med.: Neurologe mit Spezialisierung auf Migräne und andere Kopfschmerzen, Hirngefäßkrankheiten und Schlaganfälle, Epilepsie, Multiple Sklerose, Parkinson, Tremor, Bandscheibenvorfälle mit neurologischen Ausfällen, Polyneuropathie / Polyneuritis, Karpaltunnelsyndrom und Sulcus-ulnaris-Syndrom, Restless legs, Schwindel, Gangstörung und Stürze, Demenz. Bietet verschiedene Untersuchungsmethoden an, darunter Extra- und intrakranielle Dopplersonographie (ECD und TCD), Extrakranielle Duplexsonographie, Elektroenzephalographie (EEG), Nervenleitgeschwindigkeitsmessung (NLG), Diagnostik des autonomen (vegetativen) Nervensystems, Elektromyographie (EMG), Evozierte Potentiale (VEP, SEP, AEP), Tremoranalyse, Lumbalpunktion.
Die Praxis von Thomas und Heidrun Schneider ist umgezogen und befindet sich nun in der Friedrichshofener Str. 20, 85049 Ingolstadt. Sie bieten auch einen 4-wöchigen Entspannungskurs zum Stressmanagement an.
Chiropraktik als alternative Behandlungsmethode
Die Chiropraktik ist eine alternative Behandlungsmethode mit dem Ziel, Funktionsstörungen an Gelenken, besonders der Wirbelsäule zu finden und zu beseitigen. Dabei werden sowohl das gestörte Gelenkspiel als auch die Verschiebung (sog. Subluxation) möglichst wieder behoben. Der Ursprung der Chiropraktik wurde schon vor ca. gelegt und im 19. Jahrhundert von Daniel David Palmer mit modernen Techniken weiterentwickelt. Daniel David Palmer vertrat die These, dass verschiedene, auch nicht-orthopädische Krankheiten durch eine Fehlstellung der Wirbelgelenke verursacht würden und dementsprechend durch eine Korrektur der Fehlstellung geheilt werden könnten. Sie behandeln Beschwerden am Bewegungsapparat, wie den klassischen Hexenschuss, muskuläre Beschwerden, Blockierungen, Subluxationen oder andere Fehlstellungen an Gelenken und der Wirbelsäule, Spannungskopfschmerzen, Migräne, Tinnitus, Schwindel, Beckenschiefstand, Sportverletzungen, Skoliose, Nackenschmerzen, Schulter-Arm-Syndrom, Bandscheibenvorwölbung-/vorfall, Verspannungen, Tennis- und Golfarm, Arthrose in den verschiedensten Gelenken, Kalkschulter, Probleme im Kiefergelenk, KISS-Syndrom bei Säuglingen und vieles mehr.
Das Angebot umfasst die ganzheitliche chiropraktische und manuelle Gelenktherapie, Neuraltherapie, Vitamininfusionen, Blutanalyse, Taping, Elektrotherapie, Stoßwellentherapie, Wärmebehandlungen, Akupunktur, Fußreflexzonenmassage, Nervenpunktmassage, Wellnessmassage, Wundbehandlungen sowie Reise- und Tropenmedizinische Beratungen.
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Komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS)
Das komplexe regionale Schmerzsyndrom (CRPS) (Morbus Sudeck, Sudeck-Erkrankung, Kausalgie) ist eine chronische Schmerzkrankheit, die nach (eventuell geringfügigen) Verletzungen oder Operationen an Armen oder Beinen auftritt. Typisch sind anhaltende, durch das Trauma nicht zu erklärende Schmerzen, die von zahlreichen Störungen begleitet werden, etwa von veränderter Schweißproduktion, Überwärmung, Schwellungen, Muskelabbau und Gelenkversteifungen. Im weiteren Verlauf drohen erhebliche Funktionseinschränkungen. Das Behandlungskonzept ist vielfältig, es kommen Medikamente gegen Nervenschmerzen sowie physiotherapeutische Verfahren zum Einsatz. Mithilfe der Spiegeltherapie können die veränderten Gehirngebiete wieder normalisiert werden. Wird die Erkrankung frühzeitig erkannt und behandelt, ist die Prognose recht gut.
Wichtige Hinweise
- Bei akuten Schmerzen, beispielsweise nach Verletzung oder Operation, ist eine adäquate Behandlung wichtig, um eine Chronifizierung zu vermeiden.
- Bei der Einnahme von Medikamenten ist es wichtig, die Anweisungen des Arztes genau zu befolgen und mögliche Nebenwirkungen zu beachten.
- Ein Kopfschmerztagebuch kann helfen, Auslöser für Kopfschmerzen zu identifizieren und zu vermeiden.
- Bei Clusterkopfschmerzen sollten Betroffene Alkohol (insbesondere Rotwein), Nikotin, Glutamat und Badezusätze (ätherische Öle) meiden. Im akuten Anfall ist es oft hilfreich, sich nicht hinzulegen. Durch eine aufrechte Haltung wird die Blutzufuhr ins Gehirn gemildert. Hinlegen verstärkt dementsprechend die Schmerzen.
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