Die Parkinson-Krankheit ist eine neurodegenerative Erkrankung, die vor allem ältere Menschen betrifft, aber auch in jüngeren Jahren auftreten kann. In der Oberpfalz gibt es spezialisierte Ärzte und Einrichtungen, die sich der Diagnose und Behandlung von Parkinson-Patienten widmen. Dieser Artikel beleuchtet die Symptome, Diagnoseverfahren, Therapieansätze und die besondere Expertise, die in der Region vorhanden ist.
Einführung in die Parkinson-Krankheit
Die Parkinson-Krankheit betrifft etwa jeden hundertsten Menschen über 65 Jahre. Die typischen Symptome umfassen Muskelsteifigkeit, Zittern und erschwerte Bewegungsabläufe. Hinzu kommen verlangsamte Korrekturreaktionen bei rascher Veränderung der Körperposition sowie ein schleichender Verlust des Riechvermögens, der oft unbemerkt bleibt. Störungen des vegetativen Nervensystems, wie Stuhlverstopfung, können ebenfalls auftreten und der Krankheit oft lange Jahre vorausgehen. Sehr lebhafte Träume, bei denen sich der Betroffene im Schlaf bewegt oder um sich schlägt, können ebenfalls ein Frühsymptom sein.
Frühdiagnostik bei Parkinson
Eine frühe Diagnose ist entscheidend, da die Behandlung nicht nur die Symptome lindern, sondern auch das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen soll. Besonders gefährdet sind Personen, die unter Stuhlverstopfung leiden und einen schlechten Geruchssinn haben. Es wird empfohlen, bei auffälligen Untersuchungsergebnissen frühzeitig Medikamente einzunehmen, die das Fortschreiten der Parkinson-Erkrankung möglicherweise bremsen können. Die frühzeitige Behandlung eines im Anfangsstadium nachweisbaren Parkinson ist sowohl für Arzt als auch Patient erfreulich, da die Erkrankung kaum voranschreitet und der Patient nicht relevant beeinträchtigt ist.
Symptome und Diagnose
Die Diagnose von Parkinson kann im Anfangsstadium schwierig sein, da es andere Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen gibt. Hauptmerkmale der Erkrankung sind:
- Tremor (Zittern)
- Rigor (Muskelsteife)
- Hypo- oder Akinese (Bewegungsverlangsamung und -verarmung)
Zur Diagnosestellung sind eine ausführliche Anamnese und klinische Untersuchung unerlässlich. Laboruntersuchungen, eine Kernspintomographie des Kopfes und ggf. zusätzliche Diagnostik können hilfreich sein, um die Erkrankung genauer einzuordnen und andere Ursachen auszuschließen.
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Therapieansätze bei Parkinson
Die Parkinson-Erkrankung ist nicht heilbar, aber die Symptome können in der Regel gut behandelt werden. Es gibt verschiedene Medikamente zur Behandlung der Parkinsonsymptomatik. Bewegung, insbesondere unter Anleitung von Physiotherapie und Ergotherapie, ist ebenfalls sehr wichtig.
Medikamentöse Therapie
Meist kann die Erkrankung zu Beginn gut mit Medikamenten und Physiotherapie behandelt werden. Im Verlauf können jedoch Wirkungsschwankungen (Fluktuationen) und Komplikationen auftreten, die zunehmend komplexere Therapieschemata erforderlich machen.
Repetitive Transkranielle Magnetstimulation (rTMS)
Eine relativ neue Methode zur Abschwächung des Zitterns ist die repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS). Dabei wird durch serienartige Impulse einer elektromagnetischen Spule außen am Schädel im darunter liegenden Hirnareal ein schwacher, schmerzloser Stromfluss ausgelöst, der zu einer Dämpfung des Tremors führt. Es sind mehrere Einzelbehandlungen nötig. Der Effekt ist meist schon eine halbe Stunde nach der ersten rTMS-Behandlung deutlich spürbar. Allerdings lässt die Wirkung nach mehreren Monaten nach, so dass die Magnetstimulation dann wiederholt werden muss.
Tiefe Hirnstimulation (Hirnschrittmacher-Therapie)
Letztendlich kann man das Zittern durch die Implantation eines Hirnschrittmachers günstig beeinflussen. Studien attestieren dieser Methode, dass sie selbst in frühen Krankheitsstadien sinnvoll sein kann. Die Neurochirurgie der Universität Regensburg hat frühzeitig einen ihrer Behandlungsschwerpunkte auf die Dämpfung eines Zitterns durch Hirnschrittmachertherapie gesetzt und große Erfahrung gesammelt. Eine tiefe Hirnstimulation kann hilfreich sein bei starken Schwankungen der Beweglichkeit oder medikamentös schlecht behandelbarem Tremor. Die Indikationsstellung von neurologischer Seite und die Einstellung postoperativ erfolgen im Hause der Spezialisten in der Oberpfalz. Einer der Neurologen begleitet den Patienten in den OP und übernimmt die neurologische Betreuung dort.
Pumpentherapien
In fortgeschrittenen Verläufen kann die Indikation für Pumpentherapien (Apomorphin- oder Levodopa-Pumpe) gestellt werden und eine Einstellung stationär durchgeführt werden.
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Multimodale Parkinson-Komplexbehandlung
Speziell für Parkinson Patienten wird die multimodale Parkinson-Komplexbehandlung angeboten. Während des zweiwöchigen stationären Aufenthaltes erhalten die Patienten eine intensive ganzheitliche Behandlung, die unterschiedliche therapeutische Ansätze integriert und individuell auf sie abstimmt. Zum einen können durch die Möglichkeit der klinischen Beobachtung über einen längeren Zeitraum medikamentöse Therapien, Pumpentherapien oder auch eine Hirnschrittmacher-Einstellung optimiert werden. Zum anderen steht der Einsatz verschiedener nicht-medikamentöser Therapien in Form von Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Neuropsychologie zur Verfügung. Gerade Patienten, die mehrerer Therapiedisziplinen bedürfen, profitieren von diesem breiten Leistungsspektrum und erfahrenen Therapeuten.
Spezialisierte Einrichtungen und Ärzte in der Oberpfalz
In der Oberpfalz gibt es mehrere spezialisierte Einrichtungen und Ärzte, die sich auf die Behandlung von Parkinson-Patienten konzentrieren. Dazu gehören:
- Neurologische Gemeinschaftspraxis Dr. Senger: Bietet ein breites Spektrum an neurologischen Leistungen, einschließlich der Behandlung von Parkinson und Bewegungsstörungen. Das Leistungsspektrum umfasst Ultraschall der Hals- und Hirngefäße, neurophysiologische Diagnostik (EMG, NLG, AEP, VEP, SEP) und Elektroenzephalographie (EEG).
- PARKLINK-Zentren: Lokale Anlaufstellen in Ober- und Niederbayern, der Oberpfalz und Oberschwaben, die sich um die Anliegen von Parkinson-Patienten kümmern. PARKLINK zeichnet sich durch die enge Vernetzung zwischen spezialisierten Kliniken und Praxen aus und bietet Zugang zu modernen und innovativen Therapien wie der Tiefen Hirnstimulation (THS) oder der Therapie mit Medikamentenpumpen.
- Zentrum für Tiefe Hirnstimulation am Universitätsklinikum Regensburg: Bietet in Zusammenarbeit mit der Neurochirurgie die Tiefe Hirnstimulation an.
Die enge Zusammenarbeit zwischen Kliniken und niedergelassenen Ärzten gewährleistet eine kontinuierliche und qualitativ hochwertige Versorgung von Parkinson-Patienten in der Region.
Fallbeispiel
Ein Beispiel für die Expertise in der Oberpfalz ist der Fall von Herrn M., 60 Jahre alt, der über ein Zittern der rechten Hand klagt, das ihm das Essen erschwert. Seine Frau bemerkte auch, dass er leise und schwer verständlich spricht und kein fröhliches Gesicht mehr macht. Er selbst bemerkte eine Ungeschicklichkeit der rechten Hand und Schwierigkeiten beim Rasieren und Schreiben. Bekannte wiesen ihn zudem auf eine vornübergebeugte Haltung und ein tapsiges Gangbild hin. Dieser Fall verdeutlicht, wie wichtig eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind, um die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.
Ambulante und stationäre Versorgung
Die ambulante Versorgung ist ein wichtiger Bestandteil der neurologischen Diagnostik und Therapie. Eine kontinuierliche neurologische Betreuung ist wichtig, da die Diagnose im Frühstadium oft nicht leicht zu sichern ist. Im stationären Bereich werden umfassende Diagnostik und Therapie angeboten, einschließlich der Einstellung auf Parkinsonmedikamente, der Optimierung bestehender Einstellungen und der Indikationsstellung für Pumpentherapien oder tiefe Hirnstimulation.
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Innovation und Forschung
Die Neurologie hat sich in den letzten Jahren von der reinen Diagnostik hin zu komplexen Behandlungsmöglichkeiten weiterentwickelt. Parkinson-Patienten in der Oberpfalz haben die Möglichkeit, an Therapiestudien teilzunehmen und frühzeitig von neuen Behandlungsalternativen zu profitieren. Die enge Vernetzung zwischen Forschung und Praxis ermöglicht es, innovative Standards in der Versorgung von Parkinson-Patienten zu setzen.