Sporadische Alzheimer-Krankheit: Ursachen und Risikofaktoren

Die Alzheimer-Krankheit ist eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung, die durch den Verlust von Nervenzellen und deren Verbindungen im Gehirn gekennzeichnet ist. Dies führt zu einem allmählichen Abbau der kognitiven Fähigkeiten, insbesondere des Gedächtnisses. Die häufigste Form ist die sporadische Alzheimer-Krankheit, die im Allgemeinen erst nach dem 65. Lebensjahr ausbricht.

Was ist die sporadische Alzheimer-Krankheit?

Die Alzheimer-Krankheit kann grob in zwei Formen unterteilt werden: die familiäre und die sporadische Form. Die familiäre Form, die nur etwa 1 % aller Alzheimer-Patienten betrifft, wird durch genetische Defekte ausgelöst, die weitervererbt werden. Im Gegensatz dazu tritt die sporadische Form, die die überwiegende Mehrheit der Fälle ausmacht, im Allgemeinen erst nach dem 65. Lebensjahr auf.

Ursachen der sporadischen Alzheimer-Krankheit

Die genauen Ursachen der sporadischen Alzheimer-Krankheit sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass ein komplexes Zusammenspiel genetischer, biologischer und umweltbedingter Faktoren eine Rolle spielt.

Absterben von Nervenzellen

Im Gehirn von Alzheimer-Patienten sterben nach und nach Nervenzellen und deren Verbindungen untereinander ab. Dieser Prozess beginnt in den Schläfenlappen des Gehirns und einer zentralen Gedächtnisregion (Hippocampus) und breitet sich auf weitere Gedächtnisbereiche aus, was zu einem Verlust des Kurzzeitgedächtnisses führt.

Eiweißablagerungen

Zwei Arten von Eiweißablagerungen spielen eine wichtige Rolle beim Absterben von Nervenzellen:

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  • Beta-Amyloid: Zwischen den Nervenzellen und in manchen Blutgefäßen bilden sich harte, unauflösliche Plaques aus Beta-Amyloid. Dabei handelt es sich um Bruchstücke eines größeren Proteins, des Amyloid-Vorläuferproteins (APP). Normalerweise wird Beta-Amyloid abgebaut, aber bei Alzheimer-Patienten funktioniert dieser Aufräumprozess im Gehirn nicht mehr, sodass sich das Proteinfragment ablagert. Die Ablagerungen lösen Entzündungsreaktionen aus und schädigen die Nervenzellen.

  • Tau-Protein: Außerdem bilden sich bei Alzheimer-Patienten in den Nervenzellen des Gehirns abnormale Tau-Fibrillen - unauflösliche, gedrehte Fasern aus dem sogenannten Tau-Protein. Sie stören die Stabilisierungs- und Transportprozesse in den Gehirnzellen, sodass diese absterben.

Genetische Faktoren

Obwohl die sporadische Alzheimer-Form nicht direkt vererbt wird, scheint sie dennoch eine genetische Komponente zu haben. Veränderungen im Gen für das Eiweiß Apo-Lipoprotein E (ApoE), das für den Cholesterin-Transport im Blut zuständig ist, können das Risiko für die Erkrankung erhöhen. Veränderungen in diesem Gen führen aber nicht zum sicheren Ausbruch der Erkrankung, sondern erhöhen nur das Risiko dafür. Das ApoE4-Gen könnte bei bis zu 25 Prozent aller Alzheimer-Fälle eine Rolle spielen. Weitere Gene wurden identifiziert, die das Alzheimer-Risiko erhöhen können.

Stoffwechselstörungen

Neuere Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass bei Alzheimer eine Stoffwechselstörung vorliegen könnte. Mit zunehmendem Alter verringert sich in den Mitochondrien, den sogenannten Energiekraftwerken der Zellen, die Aktivität von Enzymen, Glucose in Energie zu verwandeln. Dies führt zu einem Energiedefizit im Gehirn, das der Organismus mit einer alternativen Energiegewinnung, der oxidativen Phosphorylierung, zu kompensieren versucht. Dieser Prozess ist jedoch weniger effizient und kann zu einem Wettbewerb zwischen gesunden und eingeschränkten Neuronen führen.

Epigenetische Faktoren

Die epigenetische Forschung schlägt eine Brücke zwischen den genetischen und metabolischen Ursachen für die Alzheimer-Erkrankung. In den Nervenzellen von Mäusen, die an einer Art Alzheimer-Erkrankung leiden, sind solche Gene epigenetisch aktivierbar geschaltet, die auf Angriffe des Immunsystems reagieren.

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Risikofaktoren für die sporadische Alzheimer-Krankheit

Neben den genannten Ursachen gibt es eine Reihe von Risikofaktoren, die die Entstehung der sporadischen Alzheimer-Krankheit begünstigen können:

  • Alter: Das Alter ist der Hauptrisikofaktor für Alzheimer. Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter deutlich an. In der Altersgruppe der 80- bis 84-Jährigen sind etwa 7,8 % bis 12,8 % betroffen, während es bei den 85- bis 89-Jährigen etwa 12 % bis 28 % sind. Bei den über 90-Jährigen leidet etwa 18 % bis 32 % an Alzheimer. Nur 0,1 Prozent der unter 65-Jährigen erkranken an einer Form von Demenz.

  • Bluthochdruck: Bluthochdruck kann die Blutgefäße im Gehirn schädigen und das Risiko für Alzheimer erhöhen.

  • Erhöhter Cholesterinspiegel: Ein erhöhter Cholesterinspiegel kann ebenfalls zu Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) führen und das Alzheimer-Risiko steigern.

  • Erhöhter Homocysteinwert im Blut: Ein erhöhter Homocysteinwert im Blut kann die Nervenzellen schädigen und das Alzheimer-Risiko erhöhen.

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  • Gefäßverkalkung (Arteriosklerose): Gefäßverkalkung kann die Durchblutung des Gehirns beeinträchtigen und das Alzheimer-Risiko erhöhen.

  • Schlecht eingestellter Blutzucker bei Diabetes: Ein schlecht eingestellter Blutzucker bei Diabetes kann die Nervenzellen schädigen und das Alzheimer-Risiko erhöhen.

  • Entzündungen im Körper: Entzündungen im Körper, die über längere Zeit bestehen, könnten Gehirnzellen schädigen und die Bildung von Eiweißablagerungen fördern.

  • Niedriges allgemeines Bildungsniveau: Ein niedriges allgemeines Bildungsniveau könnte das Alzheimer-Risiko erhöhen.

  • Kopfverletzungen: Kopfverletzungen könnten das Alzheimer-Risiko erhöhen.

  • Infektionen: Infektionen werden derzeit als möglicher, aber nicht gesicherter Risikofaktor diskutiert. Forschenden der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) und des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD) ist es erstmals gelungen nachzuweisen, wie externe Faktoren, etwa Infektionen, das Risiko für eine Alzheimer-Erkrankung erhöhen.

  • Ungesunder Lebensstil: Ein ungesunder Lebensstil mit körperlicher Inaktivität, ungesunder Ernährung und sozialem Rückzug kann das Alzheimer-Risiko erhöhen.

Aluminium und Alzheimer

Autopsien haben gezeigt, dass das Gehirn von verstorbenen Alzheimer-Kranken eine erhöhte Aluminium-Konzentration aufweist. Neuere Studien legen jedoch nahe, dass die erhöhten Aluminium-Werte eher eine Folge der Krankheit als deren Ursache sind. Der aktuelle Forschungsstand deutet darauf hin, dass Aluminium keine zentrale Rolle bei der Entstehung von Alzheimer spielt und andere Faktoren wie genetische Veranlagungen und vaskuläre Erkrankungen entscheidender sind.

Prävention und Risikoreduktion

Obwohl es keine Möglichkeit gibt, die sporadische Alzheimer-Krankheit vollständig zu verhindern, gibt es eine Reihe von Maßnahmen, die das Risiko senken können:

  • Gesunder Lebensstil: Ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung, regelmäßiger körperlicher Aktivität und sozialer Interaktion kann das Alzheimer-Risiko senken.
  • Kontrolle der Risikofaktoren: Die Kontrolle von Risikofaktoren wie Bluthochdruck, erhöhtem Cholesterinspiegel und Diabetes kann das Alzheimer-Risiko senken.
  • Geistige Aktivität: Geistige Aktivität und kontinuierliches Fordern des Gehirns können das Alzheimer-Risiko senken.
  • Multimodale Interventionen: Multimodale Interventionen, die eine Kombination aus gesunder Ernährung, Bewegungs- und Kognitionstraining sowie der Kontrolle vaskulärer Risikoparameter umfassen, können den Verfall der kognitiven Leistungsfähigkeit bei Älteren aufhalten. Die FINGER-Studie hat gezeigt, dass eine solche Intervention die kognitive Leistungsfähigkeit von Demenzrisikopatienten verbessern kann.

Alzheimer Gen Test

Viele Menschen fragen sich: Ist Alzheimer vererbbar? - insbesondere wenn in der Familie bereits Fälle bekannt sind. Die Antwort lautet: Ja, Alzheimer kann eine Erbkrankheit sein, jedoch ist die erbliche Form sehr selten und betrifft nur etwa ein Prozent aller Erkrankten.

Die Möglichkeit eines Alzheimer Gen Tests wirft für viele Menschen die Frage auf: Möchte ich überhaupt wissen, ob ich ein erhöhtes Risiko habe?

Diagnostische Gentests für familiäre Alzheimer-Demenz: Diese Tests suchen nach den bekannten Mutationen in den APP-, PSEN1- und PSEN2-Genen. Ein positives Ergebnis bedeutet mit nahezu 100%iger Sicherheit, dass Sie die Krankheit entwickeln werden. Diese Tests werden nur bei begründetem Verdacht auf familiäre Demenz durchgeführt - typischerweise wenn mehrere Familienmitglieder vor dem 65.

Prädiktive Risikotests (APOE-Genotypisierung): Diese Tests bestimmen Ihre APOE-Varianten und geben damit eine Risikoeinschätzung für die sporadische Alzheimer-Demenz. Sie liefern keine Diagnose, sondern nur eine Wahrscheinlichkeit.

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