Die SRH Heidelberg und ihre verschiedenen Einrichtungen, wie das SRH Kurpfalzkrankenhaus und die SRH Hochschule, engagieren sich stark in der neurologischen Forschung. Ziel ist es, die Versorgung von Patienten mit neurologischen Erkrankungen stetig zu verbessern und innovative Therapieansätze zu entwickeln.
Umfassende neurologische Versorgung im SRH Kurpfalzkrankenhaus Heidelberg
Das SRH Kurpfalzkrankenhaus Heidelberg ist ein Fachkrankenhaus für Innere Medizin und Neurologie mit 102 Betten und akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Heidelberg. Die Abteilung für Neurologie behandelt ein breites Spektrum neurologischer Erkrankungen.
Allgemeine Neurologie und Bewegungsstörungen
Ein Schwerpunkt liegt auf der Behandlung von Bewegungsstörungen, insbesondere Parkinson- und Tremor-Syndromen. Um die Bewegungsabläufe der Patienten detailliert zu analysieren, wird das MobilityLab® eingesetzt, ein tragbares System zur objektiven Bestimmung von dynamischen Bewegungsabläufen in Echtzeit.
Intensivstation und Frührehabilitation
Auf der Intensivstation werden Patienten nach akuter Versorgung ernster neurologischer Erkrankungen oder Verletzungen weiterbehandelt. In der Abteilung für Frührehabilitation wird die Therapie nahtlos fortgesetzt. Interdisziplinäre Teams aus Medizin, Pflege, Therapie und klinischer Sozialarbeit begleiten die Patienten und ihre Angehörigen während des gesamten Aufenthalts.
Diagnostisches Spektrum
Für eine präzise Diagnose bietet das SRH Kurpfalzkrankenhaus das gesamte Spektrum neurologischer Diagnostik an, darunter:
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- Messung der Nervenleitgeschwindigkeit
- Messung der elektrischen Potenziale aus der Muskulatur
- Elektroenzephalographie (EEG) zur Messung der Gehirnströme
- Ultraschalldiagnostik mit modernsten Geräten
Behandlung von Schluckstörungen
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Behandlung neurologischer Schluckstörungen, die nach Schlaganfällen, bei Erkrankungen von Nerven und Muskeln oder bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson-Syndromen auftreten können. Mithilfe eines dünnen Fiberendoskops kann der Schluckakt der Patienten durch die Nase mit Blick auf den Kehlkopf eingesehen und detailliert analysiert werden (fiberendoskopische Schluckaktuntersuchung).
Nervenwasseruntersuchung
Bei Bedarf kann eine Nervenwasseruntersuchung im Rahmen eines eintägigen stationären Aufenthalts durchgeführt werden. Diese Routineprozedur dauert nur wenige Minuten, jedoch wird zur Sicherheit eine Übernachtung empfohlen.
Behandlung von Normaldruckhydrozephalus
Erkrankungen mit einer Erweiterung der inneren, mit Nervenwasser gefüllten Hirnkammern (Normaldruckhydrozephalus) können zu parkinson-ähnlichen Gangstörungen, Gedächtnisstörungen und Inkontinenz führen. In Verdachtsfällen wird eine Entnahme von Nervenwasser empfohlen.
Intensivmedizinische Versorgung
Nach der akuten Versorgung ernster neurologischer Erkrankungen wird die anspruchsvolle Behandlung auf der Intensivstation mit hochqualifiziertem Fachpersonal und modernster Gerätschaft fortgesetzt. Ein motiviertes Team aus Intensivmedizinern, Intensivpflegekräften und speziell geschulten Therapeuten begleitet die Patienten auf dem Weg zurück zur eigenständigen Atmung und legt damit den Grundstein für eine bestmögliche neurologische Rehabilitation. Ein eigenes Entwöhnungsprotokoll auf Basis medizinischer Leitlinien dokumentiert den Fortschritt der Beatmungsentwöhnung.
Neurologische Frührehabilitation
Das SRH Kurpfalzkrankenhaus hat eine komplexe Strategie der neurologischen Frührehabilitation erarbeitet und umgesetzt, in deren Mittelpunkt der Patient mit seiner Erkrankung in seinem sozialen Umfeld steht (bio-psycho-soziales Modell). Dieses Modell wurde in den letzten Jahren durch die Mitarbeiter in die Frührehabilitation integriert, um die therapeutischen Erfolge der Patienten transparent zu verbessern. Die Internationale Klassifikation für Funktionsstörung, Behinderung und Gesundheit (ICF) der Weltgesundheitsorganisation dient dabei als international verstandene Sprache.
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SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach: Neue Leitung der Neurologie
Zum 1. Oktober 2024 hat Prof. Dr. Sibu Mundi die Position als neuer Chefarzt der Abteilung für Neurologie am SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach übernommen. Er bringt umfangreiche Erfahrungen und Expertise aus seiner wissenschaftlichen und klinischen Laufbahn mit, insbesondere in den Bereichen der Versorgung von neurologischen Notfällen und der Neuroimmunologie. Seine Schwerpunkte liegen auf Erkrankungen wie Schlaganfall, Multiple Sklerose und Myasthenia gravis.
Prof. Dr. Mundi studierte Humanmedizin an der Universität Heidelberg, wo er auch seine Promotion und Habilitation im Fachbereich Neurologie abschloss. Zuletzt war er als Oberarzt an der Neurologischen Klinik des Universitätsklinikums Heidelberg tätig. Er verfügt unter anderem über die Zusatzbezeichnung Klinische Akut- und Notfallmedizin und ist Fellow der European Stroke Organisation.
Master-Studiengang Neurorehabilitation an der SRH Hochschule Heidelberg
Die SRH Hochschule Heidelberg bietet einen Master-Studiengang Neurorehabilitation an, der sich an Therapeuten mit Studienabschluss richtet. Ziel ist es, wissenschaftlich hochqualifizierte Fachkräfte auszubilden, die eine umfassende Versorgung von Patienten mit neurologischen Erkrankungen gewährleisten können.
Studieninhalte
Der Studiengang vermittelt wichtiges Wissen, um die Wirksamkeit von Rehabilitationsmaßnahmen wissenschaftlich zu ermitteln und vorhandene Ressourcen optimal zu nutzen. Die Studierenden lernen, ihr therapeutisches Handeln wissenschaftlich fundiert und empirisch zu untermauern und es gleichzeitig weiterzuentwickeln.
Praxisbezug
Im Rahmen eines Praxissemesters können die Studierenden ihre erlernten Kenntnisse konkret auf praktische Fragestellungen und Projekte anwenden und die nationale als auch internationale Neurorehabilitation kennenlernen. Viele Präsenzveranstaltungen finden direkt an namhaften Rehabilitationskliniken in Deutschland statt.
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Karrieremöglichkeiten
Mit einem Master-Abschluss in Neurorehabilitation stehen vielfältige Karrieremöglichkeiten offen, sowohl in der Versorgung der Patienten als auch in der Forschung.
Zugangsvoraussetzungen
Für die Zulassung zum Studium werden ein abgeschlossene therapeutische Berufsausbildung im Gesundheitswesen, ein erster akademischer Grad in einem gesundheits-, therapiewissenschaftlichen oder verwandten Fach sowie einschlägige berufspraktische Tätigkeiten in der Neurorehabilitation benötigt.
Parkinsonnetz RheinNeckar+
Das SRH Kurpfalzkrankenhaus Heidelberg ist Teil des Parkinsonnetzes RheinNeckar+, einem medizinischen Versorgungsnetz für Patienten mit Parkinson-Syndromen in der Metropolregion Rhein-Neckar. Ziel des Netzwerks ist die nachhaltige Verbesserung der Versorgungsstrukturen der Patienten und ihrer Familien.
Ziele und Strategien
Das Netzwerk verfolgt das Ziel, die Teilhabe von Menschen, die durch ein Parkinson-Syndrom beeinträchtigt sind, zu sichern. Gemeinsam mit den Betroffenen und ihren Angehörigen werden Hindernisse erkannt und therapeutische Strategien formuliert. Ein Parkinson-Assessment hilft dabei, den individuellen Bedarf der Patienten zur Sicherung der Teilhabe zu ermitteln.
Netzwerkpartner
Das Parkinsonnetz RheinNeckar+ umfasst Netzwerkpartner aus Medizin, Pharmazie, Therapie, Pflege und Sozialmedizin sowie universitäre Einrichtungen. Durch die abgestimmten Prozesse und Abläufe wird eine transparente Kommunikation und Vermeidung von Redundanzen gewährleistet.
Kompetenz-Teams
Kompetenz-Teams aus Pflege, Therapie, Sozialmedizin und Medizin formieren sich direkt um die Bedürfnisse der Patienten und deren Familien und handeln eigenverantwortlich.
ICF-Klassifikation
Die Teilhabe eines Menschen wird durch ein intaktes Verhältnis aus Körperfunktion und -struktur, Aktivität, den Umwelt- und den persönlichen Faktoren beschrieben. Beeinträchtigungen in einer dieser Komponenten bedingt eine Teilhabestörung. Die Internationale Klassifikation für Funktionsstörung, Behinderung und Gesundheit (ICF) der Weltgesundheitsorganisation bietet ein einheitliches Sprachgerüst zur Beschreibung des Gesundheitszustandes und der mit der Gesundheit zusammenhängenden Zustände.
Forschungsschwerpunkte und Kooperationen
Die SRH Heidelberg und ihre Einrichtungen engagieren sich in verschiedenen Forschungsprojekten und Kooperationen, um die neurologische Versorgung weiter zu verbessern.
Forschung von Prof. Dr. Heike Grimm
Prof. Dr. Heike Grimm, Professorin am SRH Campus Köln, forscht seit vielen Jahren im Bereich der Alzheimer-Forschung, insbesondere zu ernährungstherapeutischen Ansätzen zur Prävention von Alzheimer. Sie kooperiert mit dem Deutschen Institut für Demenzprävention und der experimentellen Neurologie, um Studierenden der SRH Hochschule praktische Laborerfahrungen zu ermöglichen.
Studien und Publikationen
Die Mitarbeiter der SRH Heidelberg und ihrer Einrichtungen sind an zahlreichen Studien und Publikationen beteiligt, die sich mit verschiedenen Aspekten der Neurologie und Neurorehabilitation beschäftigen.
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