Die Musiklandschaft ist ein weites Feld, das von unterschiedlichen Geschmäckern und Meinungen geprägt ist. Was für den einen ein Meisterwerk ist, kann für den anderen ein Quell der Nervosität sein. Diese subjektive Wahrnehmung von Musik zieht sich durch alle Genres und Epochen.
Was macht eine "große" Band aus?
Die Frage, was eine "große" Band ausmacht, ist nicht einfach zu beantworten. Verkaufszahlen, Gold- und Platinauszeichnungen, Nummer-Eins-Hits und Album-Platzierungen sind sicherlich Indikatoren für kommerziellen Erfolg. Aber definieren diese Faktoren allein die Größe einer Band?
Nehmen wir Roxette als Beispiel. Mit 125 Millionen verkauften Tonträgern und zahlreichen Auszeichnungen können sie zweifellos als kommerziell erfolgreich bezeichnet werden. Doch Kritiker bemängeln oft die mangelnde Originalität und den "Modern-Talking-Effekt", bei dem viele Songs ähnlich klingen.
Auch Modern Talking, das Projekt von Dieter Bohlen, spaltete die Gemüter. Trotz enormer Verkaufszahlen und Nummer-Eins-Hits wurde der Band oft vorgeworfen, musikalisch eintönig zu sein und immer wieder das gleiche Strickmuster zu verwenden.
Der "Modern-Talking-Effekt" und seine Folgen
Der "Modern-Talking-Effekt" beschreibt das Phänomen, dass viele Songs einer Band ähnlich klingen und somit auf Dauer langweilig oder gar nervtötend wirken können. Dieses Phänomen ist nicht auf Modern Talking beschränkt, sondern kann bei vielen Künstlern auftreten, die einen bestimmten Stil oder eine bestimmte Formel gefunden haben und diese immer wieder wiederholen.
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Ein weiteres Beispiel für Bands, die polarisieren, sind Rednex und Ace of Base. Obwohl beide Gruppen kommerziell erfolgreich waren, wurden sie oft für ihre Belanglosigkeit und ihren Massenproduktions-Pop kritisiert.
ABBA: Mehr als nur glatte Popnummern?
Im Gegensatz zu den oben genannten Beispielen wird ABBA oft für ihre musikalische Vielfalt und ihren zeitlosen Pop gelobt. Ihre Songs zeichnen sich durch komplexe Melodien, raffinierte Details in der Produktion und den harmonischen Gesang der Sängerinnen aus.
Obwohl auch ABBA einen unverkennbaren Sound hat, ist der Variantenreichtum ihrer Kompositionen ungleich höher als beispielsweise bei Modern Talking. ABBA schuf einen eigenen Klangkosmos, der bis heute begeistert.
Subjektivität des Musikgeschmacks
Letztendlich ist Musikgeschmack eine höchst subjektive Angelegenheit. Was für den einen ein Genuss ist, kann für den anderen eine Zumutung sein. So gibt es Menschen, die ABBA lieben, während andere die Musik von Leonard Cohen nicht mögen.
Auch innerhalb von Partnerschaften kann es zu unterschiedlichen Musikvorlieben kommen. Während der eine Deep Purple oder Led Zeppelin auflegt, rennt der andere aus dem Raum, weil ihn diese Musik aggressiv macht.
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Die Rolle von Jugendkultur und Sozialisation
Der Musikgeschmack wird oft durch die Jugendkultur und die Sozialisation geprägt. Wer in den 1960er Jahren mit den Beatles aufgewachsen ist, hat möglicherweise eine andere musikalische Prägung als jemand, der in den 1980er Jahren von Discomusik und Phillysound beeinflusst wurde.
Auch das Bildungsumfeld kann eine Rolle spielen. Hört jemand, der aufs Gymnasium geht, die gleiche Musik wie ein Hauptschüler? Wahrscheinlich gibt es da deutliche Abweichungen.
Die Anderen Bands der DDR: Musik als Ausdruck von Freiheit
In der DDR spielten Musik und Jugendkulturen eine besondere Rolle. Angesichts der staatlichen Reglementierung und des "ausgeprägten Sicherheits- und Machtdenkens" wurde Rockmusik zu einem Ausdruck von Freiheit und Individualität.
Die Anderen Bands der DDR, wie Freygang, Feeling B oder Sandow, versuchten alternative Wege der Produktion, Distribution und Rezeption von Musik zu finden. Ihre Musik reichte von Bluesrock über Punk und New Wave bis hin zu experimentellen Elektroklängen.
Die Auseinandersetzung mit staatlichen Behörden und Kontrollinstanzen prägte die künstlerische Praxis dieser Bands und führte zu musikalischen Phänomenen, die nur unter den spezifischen Bedingungen sozialistischer Kulturpolitik auftreten konnten.
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Die Nerven: Konsequenter Sound ohne Kompromisse
Die Nerven sind eine deutschsprachige Rockband, die für ihren konsequenten Sound ohne Kompromisse bekannt ist. Ihr Album "Die Nerven" wurde von Kritikern als ein wichtiges Album für die Band bezeichnet, da es keine Kompromisse kennt und alles im Dienste des großen Ganzen steht.
Die Band scheut sich nicht, Akustikgitarren oder Streicher einzusetzen, wenn es der Song erfordert. Sie wechselt das Tempo und macht aus Rock kurzerhand Punk. Und wenn sich eine Zeile nach großer Melodie sehnt, dann bekommt sie diese - ganz ohne lästigen Ohrkleber.
Tausend Löwen unter Feinden: Hardcore mit Message
Tausend Löwen unter Feinden ist eine Hardcore-Band aus Nordrhein-Westfalen, die für ihre energiegeladenen Auftritte und ihre tiefgründigen Texte bekannt ist. Ihre Alben "Machtwort", "Zwischenwelt" und "Karma" erzählen eine zusammenhängende Geschichte über den Lebensweg eines Menschen und seine Auseinandersetzung mit der Welt.
Die Band versteht sich als Kollektiv, zu dem nicht nur die Musiker auf der Bühne gehören, sondern auch die Grafiker, die Leute im Studio, die Konzertveranstalter und die Fans, die die Message der Band weiterverbreiten.
Lehnen: Ambient-/Postrock aus Österreich
Lehnen ist eine Ambient-/Postrockband aus Österreich, die seit zehn Jahren gemeinsam Musik macht. Die Band hat bereits mehrere große Tourneen durch Europa und Amerika hinter sich und zahlreiche Alben und EPs veröffentlicht.
Lehnen zeichnet sich durch ihre vielschichtigen Gitarrensounds, ihre dynamischen Kompositionen und ihre experimentelle Herangehensweise an die Musik aus. Die Band hat sich nie in ein bestimmtes Genre einordnen lassen und ist somit eine Nischenband geblieben, die aber in der Postrock/Ambient-Szene einen Namen hat.