Der Ausdruck "Das nervt!" ist im alltäglichen Sprachgebrauch weit verbreitet. Er beschreibt das Gefühl, von etwas oder jemandem irritiert, belästigt oder gestört zu werden. Die Ursachen dafür können vielfältig sein und reichen von banalen Ärgernissen bis hin zu tieferliegenden psychologischen Prozessen. Im medizinischen Kontext kann der Begriff "nerven" auch im Zusammenhang mit Nervenerkrankungen wie der Polyneuropathie verwendet werden, bei der geschädigte Nerven zu unangenehmen Empfindungen und Schmerzen führen können.
"Das nervt!" - Eine psychologische Betrachtung
Im psychologischen Sinne beschreibt "nerven" ein Gefühl der Irritation oder Belästigung, das durch äußere Reize oder innere Zustände ausgelöst werden kann. Oftmals spielen dabei subjektive Faktoren eine entscheidende Rolle. Was den einen Menschen "nervt", lässt den anderen möglicherweise völlig kalt.
Projektion als Ursache für Irritationen
Psycholog:innen sind sich einig, dass die Antwort, warum bestimmte Personen uns so viel schneller und mehr aufregen als andere, ganz woanders liegt. Und zwar in uns selbst. Es soll also tatsächlich unsere eigene Schuld sein, dass bestimmte Menschen uns unsäglich auf die Nerven gehen? Tatsächlich, denn in vielen Fällen projizieren wir unsere eigenen Gefühle, Eigenschaften und inneren Konflikte auf Situationen mit anderen Menschen. Anstatt uns damit auseinanderzusetzen, spiegeln wir unsere Traumata - und laden sie damit auf die Person ab, die uns vermeintlich schon mit ihrer bloßen Existenz furchtbar aufregt. Jodie Cariss ist Therapeutin und erklärt das Phänomen gegenüber der britischen Glamour: "Wenn wir eine sehr starke Reaktion auf eine Person haben, kann das oft eine Projektion sein." Sprich: Auch wenn wir das Gefühl haben, dass unsere Reaktion auf diesen Menschen zumindest teilweise gerechtfertigt ist, weil er sich einfach anstrengend oder nervig verhält, sind unsere Gefühle dazu vermutlich deutlich größer, als rational in dieser Situation angebracht wäre. Die Expertin sagt weiter: "Hier projizieren wir Schattenelemente unserer selbst auf die Situation." Solche Aspekte unserer Persönlichkeit sind meist gänzlich unbewusst, es handelt sich dabei oft um ungelöste Konflikte, innere Verletzungen oder Eigenschaften, die wir lieber verdrängen möchten.
Es ist nun mal so: Die meisten Menschen beschäftigen sich sehr viel mehr mit sich selbst als mit ihrem Umfeld. Deshalb sagt eine so starke Reaktion auf andere meist mehr über uns aus als über die Person, der sie gilt. Diese Verhaltensweise beruht aber in der Regel nicht auf böser Absicht. Vielmehr ist dieses Spiegeln ein Schutzmechanismus, mit dem wir uns unbewusst vor der Auseinandersetzung mit unliebsamen Persönlichkeitsanteilen bewahren möchten. Denn die könnte schließlich unangenehm oder sogar schmerzhaft werden. Aber natürlich bringt uns das Verdrängen langfristig nicht weiter. Wenn Sie also das nächste Mal irrational von einer Kollegin oder einem Bekannten genervt sind, dann hören Sie lieber mal tiefer in sich hinein. Denn es ist sehr wahrscheinlich, dass in diesem Fall ausnahmsweise das viel zitierte Klischee zutrifft: Es liegt nicht an dir, es liegt an mir.
Polyneuropathie: Wenn die Nerven wirklich "nerven"
Im medizinischen Kontext bezieht sich der Begriff "nerven" oft auf Erkrankungen des Nervensystems, insbesondere auf die Polyneuropathie. Der Begriff „Polyneuropathie“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt „Erkrankung mehrerer Nerven“. Bei dieser Erkrankung sind die peripheren Nerven geschädigt, was zu vielfältigen Beschwerden führen kann.
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Ursachen der Polyneuropathie
Es gibt über 300 bekannte Ursachen von Polyneuropathie. Ca. 35 % der Polyneuropathien sind in Deutschland auf den Diabetes mellitus (Zuckererkrankung) zurückzuführen und etwa 20 % auf Alkoholkonsum. Die Ursache von etwa 1/4 aller Polyneuropathien bleibt auch nach ausführlicher Abklärung ungeklärt.
Die nachfolgende Tabelle gibt eine Übersicht über die häufigsten Ursachen von Polyneuropathie. Sie ist nicht vollständig.
- Polyneuropathie im Rahmen anderer Erkrankungen:
- Diabetes mellitus
- Schilddrüsenüberfunktion
- Schilddrüsenunterfunktion
- Schilddrüsenentzündungen
- Nierenversagen
- Gewisse Lebererkrankungen
- Gewisse Krebserkrankungen
- Bluteiweißerkrankungen
- Nach lebensbedrohlicher Erkrankungen mit Intensivbehandlung
- HIV/AIDS
- Porphyrie
- Amyloidose
- Polyneuropathie bei entzündlichen Erkrankungen:
- Borreliose (Zeckenbisserkrankung)
- Gefäßentzündungen (Vasculitis)
- HIV/AIDS
- Als Autoimmunerkrankung nach stattgehabter Entzündung
- Polyneuropathie bei Vitaminmangel:
- Vitaminmangel von B1, B2, B6, B12, E
- Polyneuropathie bei Schwermetallvergiftung:
- Blei, Arsen, Thallium, Quecksilber, Gold
- Polyneuropathie als Nebenwirkung von Medikamenten:
- Gewisse Chemotherapeutika
- Interferone
- Virustherapeutika bei HIV
- Viele weitere Einzelsubstanzen
- Genetisch bedingte Polyneuropathien:
- Es sind mehrere genetisch bedingte Polyneuropathien bekannt. Nicht immer sind betroffene Familienmitglieder zu beobachten.
Symptome der Polyneuropathie
Typische Symptome der Nervenkrankheit Polyneuropathie sind Kribbeln, Brennen und Taubheit, die anfangs an beiden Füßen und Beinen auftreten. Ihren Ursprung haben die Gefühlsstörungen in den langen Nerven, die Muskeln, Haut und Organe mit dem Gehirn verbinden. Schäden an den Nerven führen dazu, dass die Weiterleitung von Informationen zwischen Gehirn, Rückenmark und dem Rest des Körpers gestört ist. Je nachdem, welche Nerven betroffen sind, können bei der Polyneuropathie unterschiedliche Beschwerden im Vordergrund stehen.
Bei den meisten Menschen beginnt die Polyneuropathie mit Reizerscheinungen im Sinne von Kribbelgefühlen, brennenden Missempfindungen bis hin zu heftigen Schmerzen und Taubheitsgefühlen an den Füßen. Häufig beschrieben wird ein Schwellungsgefühl, unangenehmer Druck, Gefühl wie auf Watte zu gehen, ein Elektrisieren oder Stechen. Meistens sind zunächst nur die Zehen und der Fußballen bds. betroffen. Im Verlauf von mehreren Monaten bis Jahren kommt es zur Ausweitung der Symptome auf die Füße und Unterschenkel mit Socken-förmiger oder Kniestrumpf-förmiger Begrenzung. Die Oberschenkel können im Verlauf einer weiteren Verschlechterung oder bei einigen Patienten auch primär betroffen sein. Auch das Temperaturempfinden leidet, so dass beispielsweise die Badewassertemperatur in der Badewanne an den Füßen nicht mehr richtig eingeschätzt werden kann. Zumeist erst im Verlauf der Erkrankung können zusätzlich die Fingerspitzen und Hände mit Handschuh-förmiger Begrenzung der Taubheitsgefühle betroffen sein. Parallel dazu kann es zunehmend zu Lähmungen, beispielsweise der Fußheber oder Zehenheber oder Fußsenker kommen, so dass Muskelschwund und Gangstörungen entstehen. Alle Symptome entstehen zumeist symmetrisch und nur seltener asymmetrisch mit Betonung auf einer Seite. Krämpfe, insbesondere nachts oder bei Belastungen, sind nicht selten. Viele Patienten klagen über kalte Füße. Auch das Lageempfinden wird zunehmend gestört, so dass die akkurate Aufrechterhaltung des Standes leidet. Dies führt zu Schwanken, Schwindel und Gangstörungen. Das Schmerzempfinden wird allmählich herabgesetzt, so dass Verletzungen am Fuß nicht oder nur zu spät wahrgenommen werden. Dies kann, z.B. beim Diabetes mellitus, zur Entstehung von Druckgeschwüren führen. Letztlich können auch die inneren Organe im Sinne einer autonomen Polyneuropathie betroffen sein. Dies führt beispielsweise zur Blasenlähmung, Darmträgheit oder zur mangelnden Regulation des Herzschlages bei Anstrengung.
Diagnose der Polyneuropathie
Diagnostik und Therapie der Polyneuropathie fallen in das Fachgebiet des Neurologen. Am Anfang stehen eine genaue Erhebung der Vorgeschichte (Anamnese) und eine fachärztliche, klinisch-neurologische Untersuchung. Auch eine psychiatrische Untersuchung ist zur Abgrenzung notwendig.
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Danach erfolgt die Untersuchung der peripheren Nerven mit elektrophysiologischen Methoden. Hierbei werden überwiegend die Nervenleitgeschwindigkeit und die Reizantwortstärke der betroffenen Nerven vermessen. Begleitet wird dies durch ein EMG (Elektromyographie- elektrische Untersuchung der betroffenen Muskeln mit einer Nadel).
Danach erfolgt eine laborchemische Abklärung der wichtigsten Ursachen aus dem Blut. Klärt man die wichtigsten 35-40 Ursachen ab, so beinhaltet dies ca. 80 % aller betroffenen Patienten.
Bei Verdacht auf eine entzündliche Erkrankung sollte das Nervenwasser (Liquor) untersucht werden. Eine Kernspintomographie der Lendenwirbelsäule oder Halswirbelsäule ist erforderlich, wenn gleichzeitig dort eine zusätzliche Erkrankung z.B. ein enger Spinalkanal vermutet wird.
Die wichtigsten genetischen Ursachen lassen sich durch genetische Untersuchungen aus dem Blut heraus abklären. Diese Untersuchungen sind jedoch teuer. Sie werden von daher nicht routinemäßig durchgeführt.
Eine Untersuchung eines operativ entfernten Teils eines betroffenen Nervens (Biopsie) ist heutzutage nur in Ausnahmen notwendig.
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Behandlung der Polyneuropathie
Die häufig auch von Ärzten verbreitete Aussage: "Bei Polyneuropathie kann man nichts machen", ist falsch. Es gibt viele therapeutische Ansätze. Verbesserungen sind fast regelmäßig möglich. Auch eine Ausheilung ist nicht selten erzielbar.
Das primäre Ziel der Behandlung ist die Ausschaltung der Ursache der Polyneuropathie. Die bedeutet z.B. einen Diabetes mellitus optimal mit Medikamenten einzustellen. Medikamente, die eine Polyneuropathie verursachen, müssen abgesetzt oder ausgetauscht werden, insofern sie nicht aus anderem Grund unabdingbar notwendig sind. Eine toxische Exposition, beispielsweise durch Schwermetalle oder Umweltgifte, muss beendet werden. Ist Alkohol die Ursache der Polyneuropathie, so muss vollständige, lebenslange Abstinenz eingehalten werden. Auch kleinere Mengen Alkohol können eine Verschlechterung herbeiführen oder eine Ausheilung verhindern, da das Nervensystem bereits vorgeschädigt ist. Alkoholabstinenz ist immer eine Voraussetzung für eine Verbesserung oder Ausheilung der Symptomatik.
Für die Behandlung der Schmerzen oder unangenehmen Missempfindungen stehen mehrere Medikamente zur Verfügung. Zur Schmerzbekämpfung haben sich Antidepressiva und Medikamente gegen Krampfanfälle (Epilepsie), sogenannte Antikonvulsiva, bewährt. Capsaicin ist für die Schärfe der Chilischoten verantwortlich und hat sich in Form von Capsaicin-Pflastern auf der Haut in Studien als erfolgversprechendes Mittel gegen Polyneuropathie erwiesen. Es betäubt nicht nur den schmerzenden Bereich und steigert die Durchblutung, sondern scheint sogar die Neubildung kleiner Nervenfasern anzuregen. Bei der Elektrotherapie werden die Nerven durch Impulse aus einem speziellen Gerät so stimuliert, dass Erkrankte statt Schmerzen ein leichtes Kribbeln spüren. Von außen lässt sich dieses durch ein TENS-Gerät erreichen. Die Therapien müssen dauerhaft durchgeführt werden. Eine Pause beeinträchtigt schnell den Behandlungserfolg.
Liegt eine entzündliche Ursache der Polyneuropathie vor, so können Cortison-Infusionen, Plasmapherese (umgangssprachlich - Blutwäsche) oder die Gabe von Immunglobulinen zu einer Linderung oder gar Ausheilung führen. Die Notwendigkeit der Anwendung dieser Medikamente oder Verfahren zu beurteilen ist Sache des neurologischen Experten.
Missempfindungen und Schmerzen können überdies mit einer Neural-Akupunktur behandelt werden. Wie die gezielten Reize der Akupunktur die Nerven beleben, ist noch ungeklärt.
Lähmungen und Muskelschwund, Gleichgewichtsstörungen und Gangstörungen können mit einer spezifischen Physiotherapie behandelt werden. Diese kann gegebenenfalls um elektrische oder magneto-elektrische Stimulationverfahren ergänzt werden. Gegen die fortschreitende Gangunsicherheit wirkt Gleichgewichtstraining in der Physiotherapie.
Funktionelle neurologische Störungen (FNS)
Neben der Polyneuropathie gibt es auch funktionelle neurologische Störungen (FNS), die zu Beschwerden führen können, die als "nervend" empfunden werden. Funktionelle neurologische Störungen verursachen echte Symptome ohne klare Ursache, oft seelisch bedingt. Sie sind gut behandelbar und lassen sich häufig mit gezielter Therapie heilen. Funktionelle neurologische Störungen, wie etwa Funktioneller Schwindel, entstehen durch eine Fehlanpassung der Informationsverarbeitung im Gehirn.
Behandlung von FNS
Funktionelle neurologische Störungen (FNS) erfordern einen multimodalen Behandlungsansatz, er umfasst also unterschiedliche Behandlungsbausteine. Die Therapie umfasst sowohl physiotherapeutische als auch psychotherapeutische Methoden. Die Behandlung soll die Symptome lindern, die Funktionalität des Körpers verbessern und die Lebensqualität der Betroffenen erhöhen.
Eine wesentliche Voraussetzung jeglicher Therapie ist, dass Patient:innen die Diagnose akzeptieren. Dies ist nicht immer einfach, weil Patient:innen sich häufig missverstanden fühlen. Sie empfinden subjektiv eine Abwertung, wenn die Ärzt:innen keine organische Ursache feststellen konnten. Häufig spielen psychologische Faktoren eine Rolle. Unsere Expert:innen nehmen ihre Patient:innen und deren Beschwerden sehr ernst. Deshalb ist es ihnen so wichtig, Betroffenen zu vermitteln, dass es sich auch ohne organische Ursache um eine reale Störung handelt. Eine psychosomatische Anschlussbehandlung geht den Ursachen auf den Grund und entwickelt ein individuelles Therapiekonzept. Dies kann auch ambulant erfolgen.
Asklepios bietet verschiedene Methoden an, die sich in der Therapie von FNS als wirksam erwiesen haben:
- Physiotherapie: Sie spielt eine zentrale Rolle bei der Behandlung von FNS. Sie hilft Patient:innen, die Kontrolle über ihre Körperbewegungen wiederzuerlangen und die motorischen Funktionen zu verbessern. Durch gezielte Übungen werden Bewegungsabläufe trainiert, die Koordination wird geschult und die Muskelkraft gestärkt. Unsere Physiotherapeut:innen stimmen die Therapie individuell auf die Bedürfnisse ihrer Patient:innen ab. Auch Techniken zur Entspannung und Schmerzlinderung gehören zum Programm.
- Kognitive Verhaltenstherapie (KVT): Sie ist eine Form der Psychotherapie. Sie zielt darauf ab, dysfunktionale, also schädliche, Denkmuster und Verhaltensweisen zu identifizieren und zu verändern. Unsere Psycholog:innen in den neurologischen Rehabilitationsabteilungen arbeiten eng mit ihren Patient:innen zusammen. In der KVT lernen ihre Patient:innen, ihre Symptome besser zu verstehen. Sie entwickeln Strategien, um mit Stress und emotionalen Belastungen anders als bisher umzugehen. Die individuellen Therapieziele werden gemeinsam gesetzt.
- Ergotherapie: Sie unterstützt Patient:innen mit FNS dabei, ihre normalen Aktivitäten und beruflichen Aufgaben wieder aufzunehmen. Die Therapie konzentriert sich auf die Verbesserung der Handlungsfähigkeit. Unsere Ergotherapeut:innen bei Asklepios helfen den Betroffenen, Hilfsmittel richtig einzusetzen und sie beraten zu Anpassungen im häuslichen oder beruflichen Umfeld.
- Entspannungstechniken: Techniken wie progressive Muskelentspannung, autogenes Training oder Achtsamkeitsübungen können dazu beitragen, die Symptome von FNS zu reduzieren. Diese Techniken helfen den Patient:innen, Stress und Anspannung abzubauen, und fördern dadurch das allgemeine Wohlbefinden.
- Edukation: Sie ist ein einflussreicher Bestandteil der Behandlung von FNS. Patient:innen erhalten Informationen über ihre Erkrankung und lernen, wie sie ihren Alltag besser bewältigen können. Die Mitarbeiter:innen bei Asklepios vermitteln Selbstmanagement-Strategien. Diese sollen den Patient:innen den Umgang mit ihren Symptomen erleichtern und die Selbstständigkeit fördern.
Sensibilitätsstörungen
Nervenschädigungen können sich durch vielerlei Symptome bemerkbar machen. Unter anderem ist die Symptom-Ausprägung abhängig von der Art der geschädigten Nerven (somatische oder motorische Nerven) sowie davon, welche Teile des Nervensystems betroffen sind (zentrales oder peripheres Nervensystem). Neben einem allgemeinen neuropathischen Schmerz, der mit Zunahme der Erkrankungsdauer auch an Intensität zunimmt, gibt es zahlreiche andere Symptome. Charakteristisch für den neuropathischen Schmerz ist, dass er sowohl anhaltend brennend, als auch ganz plötzlich und ohne Vorwarnung in Form von stechenden Schmerzen auftreten kann.
Nervenschädigungen können eine Vielzahl von unterschiedlichsten Symptomen hervorrufen. Diese sind auch abhängig davon, welche Art von Nerven betroffen ist: Somatische Nerven, die mit unseren Sinnesorganen verbunden sind, oder motorische Nerven, die die Bewegungen unserer Gliedmaßen steuern. Sind somatische Nerven geschädigt, ist oft das Schmerzempfinden der Patienten gestört. Begleitet werden die Nervenschädigungen von einem Kribbeln, Brennen oder Pelzigkeitsgefühl in den betroffenen Körperregionen, das von den Patienten oft auch als „Ameisenlaufen“ beschrieben wird. Wenn motorische Nerven von der Schädigung betroffen sind, bedeutet dies, dass der Muskel, der von dem betroffenen Nerv gesteuert wird, nicht mehr versorgt wird und sich somit motorische Ausfallerscheinungen zeigen können.
Nervenschädigungen können auch zu Symptomen auf der vegetativen Ebene führen, beispielsweise zu Schlafstörungen. Daneben können auch Störungen in der Schweißproduktion beziehungsweise ganz allgemein in der Regulation der Körpertemperatur auftreten. Leidet ein Patient unter Herzrhythmusstörungen, so muss ebenfalls nicht immer eine kardiologische Erkrankung die Ursache dafür sein - auch dies kann ein Anzeichen sein, dass vegetative Nerven geschädigt sind. Als weiteres Symptom einer vegetativen Nervenschädigung können Potenzstörungen auftreten, wenn die entsprechenden Nervenimpulse durch den Parasympathikus fehlen. Damit erweitern sich die Blutgefäße nicht und es kann kein Blut in die Schwellkörper fließen.