Stress, Burnout, Schlafstörungen und Epilepsie: Ein komplexer Zusammenhang

Die moderne Lebensweise ist geprägt von Hektik, Stress und ständiger Reizüberflutung. Diese Faktoren können sich negativ auf unsere Gesundheit auswirken und zu verschiedenen Beschwerden führen, darunter Stress, Burnout, Schlafstörungen und in seltenen Fällen sogar bestimmte Formen von Epilepsie. Es ist wichtig, die Zusammenhänge zwischen diesen Problemen zu verstehen, um geeignete Maßnahmen zur Vorbeugung und Behandlung ergreifen zu können.

Hyperakusis: Eine ungewöhnliche Geräuschempfindlichkeit

Die Hyperakusis ist eine Überempfindlichkeit gegenüber normalen Umgebungsgeräuschen, bei der die Unbehaglichkeitsschwelle auf unter 80 dB absinkt. Betroffene empfinden selbst alltägliche Geräusche als unerträglich laut und unangenehm. Dies kann zu sozialem Rückzug und einer erhöhten Stressbelastung führen.

Ursachen der Hyperakusis

Die Ursachen der Hyperakusis sind vielfältig. Organische Ursachen sind vor allem Innenohr-Schwerhörigkeiten. In seltenen Fällen können auch bestimmte Epilepsie-Formen, Migräne-Vorzeichen oder Medikamenten-Nebenwirkungen eine Rolle spielen. Stress und psychische Belastungen können die Geräuschempfindlichkeit verstärken und einen Teufelskreis aus Angst vor Geräuschen und negativer Verstärkung in Gang setzen.

Symptome der Hyperakusis

Zu den Symptomen der Hyperakusis gehören:

  • Unangenehme Empfindungen bei normalen Umgebungsgeräuschen
  • Angst vor bestimmten Geräuschen (Phonophobie)
  • Missempfindungen und akustische Fehlwahrnehmungen
  • Unangemessene Verhaltensweisen wie Wutausbrüche, Zorn, Ängste oder Ekel (Misophonie)
  • Sozialer Rückzug und Isolation

Behandlung der Hyperakusis

Je nach Ursache der Geräuschempfindlichkeit gibt es verschiedene audiologische Befunde und Therapieansätze. Oft zeigt sich ein normaler Hörbefund im Tonschwellen- und Sprachaudiogramm, bei dem aber die Unbehaglichkeitsschwelle herabgesetzt ist. Bei Innenohr-Schwerhörigkeiten kann ein fehlender Lautheits-Ausgleich („Recruitment“) Ursache der Geräusch-Überempfindlichkeit sein. Die Hyperakusis kann auch Symptom einer Begleiterkrankung im Rahmen einer Depression, Angststörung, eines Burnouts oder einer anderen Krise sein.

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Burnout: Ausgebrannt und erschöpft

Burnout ist ein Zustand totaler körperlicher, emotionaler und geistiger Erschöpfung mit verminderter Leistungsfähigkeit. Es ist keine eigenständige Krankheit, sondern eine Risikosituation, aus der sich psychische oder psychosomatische Störungen entwickeln können, wie Depressionen, Angststörungen oder körperliche Beschwerden wie hoher Blutdruck, Herz- und Magenbeschwerden oder Kopfschmerzen.

Ursachen des Burnouts

Die Ursachen für ein Burnout sind vielfältig und meistens wirken äußere Einflüsse und persönliche Faktoren zusammen.

Äußere Faktoren:

  • Arbeitsüberlastung (hoher Termin- und Zeitdruck)
  • Vorgaben, die nicht erfüllt werden können
  • Angst um den Arbeitsplatz
  • Konflikte mit Kolleg*innen oder Vorgesetzten/Mobbing
  • Geringe Wertschätzung

Persönliche Faktoren:

  • Perfektionismus (zu hochgesteckte Ziele)
  • Starkes Bedürfnis nach Anerkennung
  • Das Gefühl, nicht "Nein" sagen zu können
  • Starke Selbstzweifel und Selbstkritik

Symptome des Burnouts

Ein Burnout-Syndrom ist ein komplexes Beschwerdebild. Betroffene berichten häufig von Erschöpfungszuständen, Abgeschlagenheit, Anspannung, Gehetzt-Sein und Frustration hinsichtlich unerfüllter Vorhaben und Wünsche.

Burnout-Symptome können sein:

  • Dauermüdigkeit und Erschöpfung
  • Leistungsabfall
  • Rückzug aus dem sozialen Leben
  • Körperliche Symptome (z.B. Schwindel, Magen-Darm-Beschwerden)

Vorbeugung und Behandlung des Burnouts

Um einem Burnout-Syndrom entgegenzuwirken, sollte man achtsam mit den eigenen Ressourcen umgehen und aktiv vorbeugen. Dazu gehört, bewusst Pausen einzulegen, in denen man sich vom beruflichen und privaten Stress erholen kann, um richtig abschalten zu können. Auch Arbeitgeber können zur Vermeidung von Burnout-Krankschreibungen ihrer Mitarbeiter beitragen: Mitarbeiter*innen sollten Anerkennung für ihre geleistete Arbeit und regelmäßige Wertschätzung für ihr Engagement erfahren.

Maßnahmen zur Burnout-Prävention:

  • Analyse der eigenen Situation
  • Überprüfung und Änderung der Lebensführung (ausreichend Schlaf, regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung, Entspannungstechniken)
  • Pflege von Freundschaften und Hobbies
  • Vermeidung von Alkohol, Nikotin und Drogen
  • Professionelle Hilfe bei ersten Symptomen in Anspruch nehmen

Die Behandlung von Burnout erfolgt durch ärztliche oder psychologische Psychotherapeut*innen, die dabei helfen, die Ursachen zu analysieren und Lösungswege zu entwickeln. Sollte eine Psychotherapie hilfreich erscheinen, kann sie ambulant, teilstationär und stationär erfolgen, je nach Schweregrad der Beschwerden und Begleiterkrankungen.

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Schlafstörungen: Wenn die Nacht keine Erholung bringt

Schlafstörungen sind ein weit verbreitetes Problem, das durch verschiedene Faktoren verursacht werden kann. Belastende Situationen, Aufregung oder körperliche Beschwerden können den Schlaf rauben. Man schläft schlecht ein, wacht nachts wiederholt auf und findet nicht zur Ruhe.

Ursachen von Schlafstörungen

Die Ursachen sind vielfältig und können sowohl im Bereich der seelischen als auch der körperlichen Gesundheit liegen. Manchmal sind es auch die Umgebung oder Verhaltensweisen, die einen erholsamen Schlaf verhindern.

Mögliche Ursachen:

  • Äußere Umstände (Lärm, Lichtverhältnisse, Umgebungstemperatur)
  • Bestimmte Verhaltensweisen (Alkoholkonsum)
  • Medikamente
  • Hormonelle Veränderungen (Wechseljahre)
  • Neurologische Erkrankungen (Morbus Parkinson, Epilepsie, Multiple Sklerose, Schlaganfall)
  • Psychische Störungen (Depressionen, Angsterkrankungen, Psychosen, Persönlichkeitsstörungen)
  • Schlafapnoe (Atempause im Schlaf)

Behandlung von Schlafstörungen

Die Behandlung einer Schlafstörung richtet sich nach ihrer Ursache. Je nachdem, ob eine körperliche oder seelische Erkrankung zugrunde liegt, behandelt ein Neurologe, Psychiater, Psychotherapeut oder Schlafmediziner. Es ist wichtig, eine mögliche Schlafstörung nicht selbst mit Medikamenten zu behandeln, da Schlaf- und Beruhigungsmittel Nebenwirkungen haben können und ärztlicher Kontrolle bedürfen.

Epilepsie: Eine neurologische Erkrankung mit vielfältigen Ursachen

Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende epileptische Anfälle gekennzeichnet ist. Sie betrifft Menschen aller Altersgruppen, Geschlechter, Rassen und ethnischer Herkunft.

Ursachen der Epilepsie

Die Ursachen der Epilepsie können vielfältig sein und reichen von genetischen Faktoren über strukturelle Hirnschäden bis hin zu Infektionen und Stoffwechselstörungen. In vielen Fällen bleibt die genaue Ursache jedoch unklar.

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Formen von Epileptischen Anfällen

Epileptische Anfälle können sich in verschiedenen Formen manifestieren, je nachdem, welche Bereiche des Gehirns betroffen sind.

  • Fokale Anfälle: Diese Anfälle betreffen nur einen Teil des Gehirns und können in fokale Anfälle mit ungestörtem Bewusstsein und fokale Anfälle mit beeinträchtigtem Bewusstsein unterteilt werden.
  • Tonic-Clonic-Anfälle: Diese Anfälle sind die bekanntesten und bestehen aus zwei Phasen. Zunächst kommt es zu einer tonischen Phase, in der der Körper versteift, gefolgt von einer klonischen Phase, in der der Körper zu zucken beginnt.

Diagnose der Epilepsie

Zur Diagnose der Epilepsie werden verschiedene Untersuchungsmethoden eingesetzt:

  • Elektroenzephalogramm (EEG): Ein EEG misst die elektrische Aktivität im Gehirn und kann helfen, abnormale Muster zu identifizieren, die auf Epilepsie hindeuten.
  • Magnetresonanztomographie (MRT): Eine MRT-Untersuchung vom Gehirn kann helfen, strukturelle Anomalien im Gehirn zu identifizieren, die möglicherweise epileptische Anfälle verursachen.

Behandlung der Epilepsie

Die Behandlung von Epilepsie zielt darauf ab, die Anfälle zu kontrollieren und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

  • Antiepileptika: Diese Medikamente sind die erste Wahl zur Kontrolle von epileptischen Anfällen. Etwa zwei Drittel der Patienten mit Epilepsie können ihre Anfälle durch Antiepileptika erfolgreich kontrollieren.
  • Vagusnervstimulation: Hierbei handelt es sich um ein Verfahren, bei dem ein elektrischer Impulsgeber unter die Haut implantiert wird, der elektrische Signale an den Vagusnerv sendet.
  • Ketogene Diät: Die ketogene Diät, eine fettreiche, kohlenhydratarme Ernährungsweise, kann bei einigen Patienten, insbesondere bei Kindern, zur Kontrolle von Anfällen beitragen.

Forschung im Bereich der Epilepsie

Die Forschung auf dem Gebiet der Epilepsie konzentriert sich auf die Identifizierung neuer Therapieansätze und die Verbesserung bestehender Behandlungsmethoden.

Selbsthilfestrategien bei Epilepsie

  • Schlaf: Ein ausreichender und regelmäßiger Schlaf ist wichtig, da Schlafmangel Anfälle begünstigen kann.
  • Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung kann dazu beitragen, das allgemeine Wohlbefinden zu fördern und möglicherweise das Risiko von Anfällen zu verringern. In einigen Fällen kann die Umstellung auf eine ketogene oder modifizierte Atkins-Diät von Nutzen sein.
  • Sicherheitsmaßnahmen: Treffen Sie Vorkehrungen, um sich und andere während eines Anfalls zu schützen.

Dissoziative Anfälle: Wenn die Psyche den Körper beeinflusst

Dissoziative Anfälle sind Anfälle, die nicht durch eine organische Ursache im Gehirn verursacht werden, sondern durch psychische Belastungen ausgelöst werden. Typische Anzeichen sind plötzliche Bewegungsstörungen oder Bewusstseinsveränderungen.

Ursachen von Dissoziativen Anfällen

Dissoziative Anfälle sind meist Folge unbewusster seelischer Belastung. Manchmal stehen frühere medizinische Ereignisse wie ein epileptischer Anfall oder eine Ohnmacht am Anfang. Menschen mit anderen chronischen Erkrankungen wie Epilepsie, Migräne, Depression, Angst- oder Schlafstörungen haben ein erhöhtes Risiko.

Behandlung von Dissoziativen Anfällen

Eine individuell angepasste Psychotherapie kann sehr wirksam sein. Jeder zweite Betroffene wird mit Therapie anfallsfrei - früh beginnen lohnt sich!

Stress als Risikofaktor für verschiedene Erkrankungen

Stress ist ein natürlicher biologischer Mechanismus, der uns hilft, Bedrohungssituationen schnell zu erkennen und darauf zu reagieren. Allerdings kann chronischer Stress negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben und das Risiko für verschiedene Erkrankungen erhöhen.

Was ist Stress?

Stressreaktionen im Körper bedeuten, dass Hormone (z.B. Cortison) und das Immunsystem aktiviert werden. Wenn wir genügend Anforderungen haben, gesehen werden und Leistung erbringen dürfen, fühlen wir uns eigentlich gut. Gefühle von Panik und Angst treten auf, wenn wir das Gefühl haben, eine Situation nicht beherrschen zu können oder wenn uns soziale Unterstützung fehlt.

Wann ist Stress gesund und wann ungesund?

Der Begriff Stress wird in der Regel im Allgemeinen mit Überforderung assoziiert, aber auch chronische Unterforderungen können Symptome von Stress induzieren. Wichtig ist die Dauer und Häufigkeit von Stress sowie die Lebensphase, in der man sich befindet. Auch die Art des Stresses (physikalischer oder sozialer Stress) spielt eine Rolle.

Symptome von ungesundem Stress

Ungesunden Stress zeigen Symptome an, die sich einerseits im Körper widerspiegeln (z.B. erhöhter Blutdruck) oder die sich in den Gefühlen widerspiegeln können (z.B. Gereiztheit, Konzentrationsstörungen). Ganz wichtig ist es, dass Ein- und Durchschlafstörungen, die eine Tagesmüdigkeit verursachen, ein Alarmsignal des Körpers darstellen.

Stress-assoziierte Erkrankungen

Stress ist ein gesicherter Risikofaktor für Erkrankungen wie Herzinfarkt, Hirninfarkt, chronische Darmbeschwerden, Migräne, Typ-2-Diabetes und alle großen psychiatrischen Erkrankungen (Angsterkrankung, depressive Störung, somatoforme Störung, Suchterkrankung).

Behandlung von Stress-assoziierten Erkrankungen

Stress-assoziierte psychische Erkrankungen werden wie alle anderen psychiatrischen Erkrankungen diagnostiziert. Die Behandlung erfolgt dreisäulig:

  1. Basisprogramm für psychische Gesundheit (körperliche Bewegung, ausgewogene Ernährung, harmonische Sozialkontakte, kognitive Stimulation, Entspannung)
  2. Psychotherapie
  3. Pharmakologische Behandlung (Medikamente)

Der Zusammenhang zwischen Hormonhaushalt und Burnout

Burnout ist eine Erkrankung, die einmal mehr belegt, wie eng Körper, Geist und Seele miteinander in Verbindung stehen. Ungleichgewichte im Leben können auch für Unregelmäßigkeiten im Hormonhaushalt sorgen, die wiederum zahlreiche Symptome und Erkrankungen hervorrufen.

Hormone und ihre Auswirkungen auf Burnout-Symptome

  • Serotonin: Beeinflusst Schmerzempfinden, Gedächtnisvermögen, Sexualverhalten, emotionalen Zustand und Schlafverhalten. Ein niedriger Serotoningehalt kann zu schlechter Gemütsverfassung, Antriebslosigkeit, depressiven Verstimmungen, Konzentrationsproblemen und unspezifischen Schmerzen führen.
  • Melatonin: Reguliert den Tag-Nacht-Rhythmus und kann Ein- und Durchschlafprobleme verursachen oder verstärken.
  • Cortisol: Chronischer Stress kann zu einer Dysregulation der Cortisolproduktion führen, was sich negativ auf verschiedene Körperfunktionen auswirken kann.

Weitere körperliche Auswirkungen von Stress

Studien zeigen, dass der Mensch unter Stress weniger reife rote Blutkörperchen und Abwehrzellen produziert, wodurch unter anderem das Immunsystem und die Körperabwehr geschwächt werden und die Leistungsfähigkeit sinkt. Schadorganismen können leichter in den Körper eindringen, es kommt zu häufigeren Infekten und leichten Erkrankungen, die den Organismus belasten.

Was tun bei Burnout-Symptomen?

Bei Burnout-Symptomen sollte man einen Arzt aufsuchen, der ein Blutbild anfertigen lässt, um Veränderungen zu ermitteln und eine notwendige Behandlung zu beraten. Bewegung an der frischen Luft und gesunde Ernährung bieten eine gute Hilfestellung für den Körper. Es ist wichtig, Geduld mit sich und seinem Körper zu haben, da die Genesung Zeit braucht.

Psychogene Anfälle: Eine besondere Form der Anfälle

Psychogene Anfälle sind Anfälle, die nicht durch neuronale Störungen im Gehirn verursacht werden, sondern eine psychische Ursache haben. Sie gehören zu den vielfältigen Erscheinungsbildern von dissoziativen Störungen.

Ursachen von Psychogenen Anfällen

Ursachen eines psychogenen Anfalls können schwere seelische Belastungen in der Kindheit und Jugend sein, die den Betroffenen teilweise nicht bewusst sind. Insbesondere Missbrauch und Vernachlässigung gelten als prädisponierende Faktoren.

Behandlung von Psychogenen Anfällen

Zur Behandlung bei psychogenen Anfällen sind unterschiedliche Formen der Psychotherapie möglich. Ziel ist es, psychodynamische Zusammenhänge, Frühwarnzeichen und Auslöser eines psychogenen Anfalls zu identifizieren.

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