Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die sich durch starke Kopfschmerzen auszeichnet, die oft von Übelkeit, Erbrechen und Empfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen begleitet werden. Stress ist ein bekannter Auslöser für Migräne, aber auch andere Faktoren wie hormonelle Veränderungen, Schlafmangel und bestimmte Nahrungsmittel können eine Rolle spielen.
Was ist Migräne?
Migräne ist mehr als nur Kopfschmerzen. Es handelt sich um eine komplexe neurologische Erkrankung des Gehirns. Sie wird zu den sogenannten neurologischen Erkrankungen gezählt. Wer an Migräne leidet, kennt leider nur zu gut Symptome wie heftige Kopfschmerzen, die einseitig, pulsierend oder pochend auftreten, Licht- und Geruchsempfindlichkeit und Übelkeit bis hin zu Erbrechen.
Die Migräne gibt es nicht. Dennoch existieren einige wichtige Merkmale, die dabei helfen, verschiedene Formen der Migräne zu unterscheiden.
Wie verläuft eine Migräne? Die Phasen einer Attacke
Experten unterscheiden beim Migräne-Verlauf fünf Phasen:
- Prodromalphase (Vorbotenphase): Etwa 30 Prozent der Patienten spüren vor einem Migräneanfall unterschiedliche Anzeichen. Typisch ist, dass die Frühphase bei Migräne ohne Aura vor dem Beginn der Schmerzen einsetzt. In vielen Fällen kündigen Gereiztheit, Müdigkeit, Heißhunger und Lichtempfindlichkeit eine Migräne an. Diese Vorbotenphase kann mehrere Stunden bis zwei Tage vor dem Kopfschmerz auftreten. Viele Patienten bringen die frühen Symptome nicht mit ihrer Migräne in Verbindung, weil ihr Kopf noch nicht wehtut. Es kann allerdings hilfreich sein, wenn Sie diese frühen Anzeichen erkennen. Führen Sie ein Kopfschmerztagebuch und notieren Sie Trigger und Prodrom-Symptome. Schmerzmittel sollten Sie in der Früh- und auch in der Auraphase noch nicht nehmen.
- Aura: Diese Phase des Migräne-Verlaufs erleben 10 bis 15 Prozent der Betroffenen. Sie klagen über Sehstörungen wie helle Flecke, Lichtblitze und manchmal kurzzeitigen Sehschärfenverlust. Weitere Symptome sind Kribbeln bzw. Taubheit. Manche Patienten haben außerdem Gleichgewichtsstörungen und Sprachprobleme (zum Beispiel Schwierigkeiten, die richtigen Wort zu finden). Wenn Sie spüren, dass die Auraphase beginnt, sollten Sie sich nach Möglichkeit in ein abgedunkeltes Zimmer zurückziehen. Wenn Ihnen Ihr Arzt ein Triptan verschrieben hat, so sollten Sie dieses erst nach der Aura-Phase einnehmen.
- Kopfschmerzphase (Attacke): Sie ist das, was die meisten Menschen unter Migräne verstehen. Der Schmerz ist pochend, stechend oder pulsierend. Die Betroffenen sind licht- und geräuschempfindlich, manchmal können sie auch Gerüche oder Berührungen nicht ertragen. Hinzu kommen oft Übelkeit und Erbrechen. Ziehen Sie sich in einen abgedunkelten, ruhigen Raum zurück und legen Sie sich hin.
- Auflösungsphase: Das Schlimmste ist überstanden. Die Symptome sind zwar noch da, werden aber weniger intensiv. Die Kopfschmerzen sind nicht mehr pulsierend, sondern eher gleichbleibend. Patienten sind oft sehr müde. Die Übelkeit und die Empfindlichkeit z.B. gegen Licht werden weniger, sind aber noch nicht verschwunden. Diese Phase beginnt in der Regel 3 Tage nach Beginn der Attacke und geht in die Erholungsphase über. Nehmen Sie Schmerzmittel nicht länger als drei Tage.
- Erholungsphase: Die Patienten sind angeschlagen und fühlen sich wie nach einem Kater. Die Symptome ähneln denen der Prodromalphase. Sie brauchen jetzt viel Ruhe.
Nicht jeder Patient durchläuft alle diese Phasen. Deshalb ist es schwierig, eine genaue Angabe über die Migräne-Dauer zu geben. Meist halten die Beschwerden der Migräne mehrere Tage an. Von den Vorboten bis zur Erholungsphase kann die Migräne-Dauer eine Woche betragen. Die Attacke ist oft schon nach zwei Stunden vorüber, nur gelegentlich gibt es Schübe von 48 Stunden. Bei vielen Patienten hat die Migräne Vor- und Nachphasen. Insgesamt kann der Migräne-Verlauf aus fünf Phasen (Prodrom, Aura, Attacke, Auflösung, Erholung) bestehen. Die eigentliche Attacke dauert meist zwischen vier und 72 Stunden. Sobald der Kopfschmerz beginnt, sollten Medikamente eingenommen werden.
Lesen Sie auch: Stressresistenz aufbauen: Praktische Tipps
Ursachen von Migräne
Die Entstehung und der Verlauf einer Migräne sind ein komplexer Prozess. Wie bereits erwähnt sind ihre Ursachen bis heute nicht vollständig erforscht. Es gibt viele Vermutungen und Theorien über Migräne-Auslöser. Migräne wird zu den sogenannten neurologischen Erkrankungen gezählt. Früher ging man davon aus, dass Migräne entsteht, wenn sich die Blutgefäße im Gehirn aufgrund einer Fehlsteuerung verengen, sodass es zu einer kurzzeitigen Durchblutungsstörung in betroffenen Hirnarealen kommt. Heute geht man davon aus, dass es sich bei Migräne um ein Ungleichgewicht der Schmerzzentren, die im Hirnstamm liegen, handelt. Untersuchungen haben gezeigt, dass bei Betroffenen das genannte Migräne-Zentrum sehr stark durchblutet und damit aktiv ist. So soll nach neuesten Erkenntnissen eine Überaktivität der Nervenzellen im Hirnstamm ein Migräne-Auslöser sein bzw. an deren Entstehung beteiligt, was zu einer Fehlfunktion schmerzregulierender Systeme führt. Infolgedessen reagieren Betroffene vorübergehend überempfindlich auf bestimmte Reize.
Auch genetische Faktoren spielen bei der Migräne eine wichtige Rolle: Sie tritt familiär gehäuft auf. Forscher:innen gehen daher davon aus, dass bestimmte Erbanlagen bei den Betroffenen dazu führen, dass sich ein „Migräne-Gehirn“ entwickelt, das besonders empfindlich auf äußere und innere Reize reagiert. Dafür spricht auch, dass Menschen mit Migräne oft davon berichten, dass es ihnen schwerfällt, Unwichtiges und Ablenkendes bewusst auszublenden.
Stress als Migräne-Auslöser
Als einer der häufigsten Migräne-Gründe wird Stress genannt. Hierbei spielt die beschriebene Stoffwechselstörung der Hirnzellen eine Rolle, wodurch die Schmerzareale getriggert und aktiviert werden. Die Wissenschaft geht davon aus, dass eine der Ursachen Stress sein kann. Hier ist es wichtig zu wissen, dass Migräne nicht innerhalb einer akuten Stress-Situation auftritt, sondern vielmehr in der Entspannungsphase danach. Studien zeigen zudem, dass es dabei nicht auf den Grad des Stresses ankommt, sondern vielmehr auf die plötzlichen Veränderungen von einer „normalen“ zu einer „stressigen“ Situation und andersherum, also von der „stressigen“ zur „normalen“ Situation. Auch eine Ende 2014 veröffentlichte Studie im Journal Neurology zeigt, dass Stress durch Migräne erst in den Tagen nach einer Stressphase auftritt. So gehen die Wissenschaftler davon aus, dass die Entspannung nach dem Stress mit größter Wahrscheinlichkeit die eigentliche Migräne-Ursache ist und nicht der Stress per se. Davon ausgehend, dass eine Migräne durch Stress ausgelöst bzw. begünstigt wird, zielt eine Behandlung darauf ab, langfristig den Niveauunterschied zwischen Normalzustand und Stress zu reduzieren.
Weitere Triggerfaktoren
Trigger beschreiben innere und äußere Faktoren, die zu einer Migräne führen können. Es sind also potentielle Migräne-Ursachen, die das Entstehen einer Attacke begünstigen können. Trigger unterscheiden sich von Patient zu Patient und lassen sich nur mit einer guten Selbstbeobachtung identifizieren. Die Identifikation der individuellen Migräne-Ursachen ist für eine professionelle Behandlung unabdingbar und hat großen Einfluss auf den Behandlungserfolg. Nur so lassen sich Maßnahmen gezielt auf die Migräne-Auslöser abstimmen und prophylaktische Lösungen finden.
Viele Betroffene können bestimmte Auslösefaktoren für ihre Migräne klar benennen:
Lesen Sie auch: Unterschätztes Schlaganfallrisiko: Stress
- hormonelle Schwankungen, z.B.
- Auch bestimmte Nahrungsmittel, etwa reifer Käse oder Salami, aber auch Geschmacksverstärker wie Glutamat gelten bei einigen Patient:innen als Auslöser.
Aber: Triggerfaktoren sind nicht die Ursache der Migräne. Die liegt, wie oben beschrieben, in einer wahrscheinlich erblich bedingten Überempfindlichkeit des Gehirns. Und infolgedessen reagiert das „Migräne-Gehirn“ schneller und heftiger auf bestimmte Reize. Diese überschießende Reaktion löst dann eine Migräne-Attacke aus. Welche Triggerfaktoren dazugehören, variiert individuell. Die Triggerfaktoren können indirekt aber auch bei der Behandlung und beim Vorbeugen helfen: Betroffene sollten unbedingt ein Kopfschmerz- oder Migräne-Tagebuch führen, z.B. mit einer dafür geeigneten Smartphone-App. Darin sollten sie nicht nur die Migräne-Attacken genau beschreiben (Intensität, Lokalisation, Dauer, Symptome, Medikamente usw.), sondern auch festhalten, was die Attacken jeweils provoziert haben könnte (Stress, Schlafmangel, Lebensmittel usw.). Allerdings sollten es Betroffene mit der Suche und der Vermeidung von Triggerfaktoren nicht übertreiben. Ständig darüber nachzudenken, ob z.B.
Symptome der Migräne
So unterschiedlich die Migräne-Ursachen auch sein mögen - es gibt einige Migräne-Symptome, die bei den meisten Betroffenen auftreten und sich klar einer Migräne-Erkrankung zuordnen lassen. Typische Symptome sind:
- Pochender, oft halbseitiger Kopfschmerz
- Übelkeit (80 %)
- Erbrechen (40-50 %)
- Lichtscheu
- Lärmempfindlichkeit
- Ggf. Aura (z. B. Flimmersehen)
Die Symptome einer Migraine accompagnée reichen von leichten Lähmungserscheinungen über Gang- und Sehstörungen bis hin zu Sprachverlust oder Sprachstörungen.
Übelkeit und Erbrechen bei Migräne
Übelkeit gehört also zu den Leit- oder Kardinalsymptomen der Migräne (1). Im Englischen wurde sie daher früher auch sick headache, also „von Übelkeit begleiteter Kopfschmerz“ genannt. Die genauen neurobiologischen Abläufe, die zu Übelkeit und Erbrechen führen, sind komplex. Zudem kommt es während einer Migräne-Attacke oft zu einer verzögerten Magenentleerung und zu Darmträgheit. Diese gestörte Magen-Darm-Aktivität trägt zur Übelkeit bei: Der Körper fühlt sich „vergiftet“ und reagiert mit Brechreiz. Gleichzeitig werden oral (über den Mund) eingenommene Schmerzmittel schlechter aufgenommen, weil sich der Weitertransport in den Darm verzögert. Das ist der Grund, warum Erbrechen die Migräne oft noch verschlimmert oder verlängert. Einerseits verliert der Körper beim Erbrechen Flüssigkeit und gerät dadurch noch mehr in Stress. Andererseits werden Arzneimittel nur unzureichend aufgenommen.
Diagnose von Migräne
Um eine Migräne zu diagnostizieren, erkundigt sich die Ärztin oder der Arzt zunächst nach den Beschwerden ihrer Patienten. Unter anderem wird nach der Häufigkeit und Dauer der Anfälle, Art und Stärke der Kopfschmerzen und nach Begleitsymptomen gefragt. Auch ein Kopfschmerztagebuch kann helfen, diese Fragen zu beantworten. Meist kann bereits auf diese Weise Migräne diagnostiziert werden. Es ist wichtig, die Erkrankung von anderen Kopfschmerzen oder weiteren Krankheiten abzugrenzen. Ist das allein anhand der Beschwerden nicht möglich, können eine bildgebende Untersuchung oder weitere Tests nötig werden.
Lesen Sie auch: Was hilft gegen Wadenkrämpfe?
Behandlung von Migräne
Die Behandlung der Migräne zielt darauf ab, akute Anfälle möglichst schnell zu lindern und künftigen Attacken zuverlässig und nachhaltig vorzubeugen. Dafür stehen sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentöse Verfahren zur Verfügung.
Akutbehandlung
Eine akute Migräne lässt sich meist mit Medikamenten reduzieren. Sobald der Kopfschmerz beginnt, sollten Medikamente eingenommen werden. Medikamente sollten so früh wie möglich eingenommen werden. Betroffene sollten also nicht abwarten, ob die Kopfschmerzen noch schlimmer werden oder versuchen, die Kopfschmerzen irgendwie auszuhalten. Zahlreiche Studien zeigen, dass die Wirksamkeit der Medikamente zur Therapie akuter Migräne-Attacken höher ist, wenn diese früh in der Kopfschmerzphase eingenommen werden. Medikamente sollten nicht zu häufig eingenommen werden. Betroffene, die zu oft Schmerz- und/oder Migräne-Mittel verwenden, laufen dadurch Gefahr, durch diesen, wie Ärztinnen und Ärzte sagen, Übergebrauch zusätzliche Kopfschmerzen zu entwickeln. Die Zahl der Attacken nimmt dann nicht (mehr) ab, sondern (wieder) zu. Deshalb sollten Schmerzmittel (Analgetika) und/oder Triptane nicht häufiger als an 10 Tagen im Monat eingenommen werden. Es kommt außerdem darauf an, dass die zur Verfügung stehenden Wirkstoffe in einer ausreichend hohen Dosis eingenommen werden. Welche Dosierungen am besten wirken, sollten Betroffene immer mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt besprechen.
- Bei leichten bis mittelstarken Migräne-Attacken: Analgetika und nicht steroidale Antirheumatika (NSAR): Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen oder Kombi-Präparate (ASS + Paracetamol + Koffein). Auch ASS (900 bis 1000 mg), Ibuprofen (400 mg), Naratriptan (2,5 mg), Paracetamol (1000 mg) bzw. Phenazon (1000 mg) gelten als Mittel der ersten Wahl. Die Kombination mit Coffein ist allerdings besonders wirksam und gleichzeitig gut verträglich.
- Bei mittelschweren bis schweren Migräne-Attacken und/oder ausbleibender Linderung durch Schmerzmittel (NSAR): Sumatriptan, Eletriptan, Rizatriptan, Zolmitriptan, Almotriptan, Naratriptan, Frovatriptan. Fall ein Triptan allein nicht ausreicht, kann es mit einem NSAR kombiniert werden.
Für die Behandlung der Migräne bedeutet das außerdem, dass Medikamente gegen Übelkeit (Antiemetika) wie Dimenhydrinat (z.B. in Vomex A), Metoclopramid (MCP) oder Domperidon meist fester Bestandteil der Therapie sind. Wichtig ist, dass alle Medikamente bei Migräne frühzeitig eingenommen werden, möglichst bevor die Übelkeit zu stark wird.
Vorbeugung
Bei häufiger Migräne sind möglicherweise vorbeugende Maßnahmen sinnvoll - etwa regelmäßiger Sport oder Entspannungsübungen. Die Daten zur Wirksamkeit von Akupunktur sind widersprüchlich. Bei häufigen oder schweren Migräne-Attacken können Medikamente helfen vorzubeugen (Prophylaxe). Dafür kommen beispielsweise bestimmte Betablocker oder Krampflöser wir Topiramat oder das Antidepressivum Amitriptylin infrage. Welche Mittel wann helfen. Seit einigen Jahren ist in Deutschland eine besondere Antikörpertherapie zur Vorbeugung von Attacken bei chronischer Migräne zugelassen. Die ist gut wirksam, kommt aber nicht für jeden infrage. Ähnlich verhält es sich mit der neuen Wirkstoffgruppe der Gepante. Die sogenannte Remote Electrical Neuromodulation (REN) ist eine weitere Möglichkeit, einer Migräne vorzubeugen oder sie zu behandeln. Dabei werden Nervenfasern außerhalb der Migräneschmerzregion stimuliert. In der Folge schüttet das Gehirn Botenstoffe aus - und der eigentliche Migränekopfschmerz wird unterdrückt. Auch Migräne-Apps können dabei helfen, Trigger zu meiden und Migräne-Attacken vorzubeugen.
Eine psychotherapeutische Behandlung kann beispielsweise bei Migräne hilfreich sein, da sie Ihnen im Rahmen einer Verhaltenstherapie hilft, innere und exogene Stressoren zu erkennen und Ihnen die nötigen Hilfswerkzeuge zur Seite stellt, um mit diesen Stressoren besser umzugehen.
Patientinnen und Patienten können anhand eines Anfallstagebuchs Schlüsse ziehen, wodurch ihre Migräne entsteht. Davon ausgehend können sie ggf. ihren Lebensstil verändern und dadurch langfristig Migräneanfälle senken. Zudem gibt es psychotherapeutische Verfahren, bei denen Betroffene lernen, mit ihrer Migräne besser umgehen zu können. Neben einer psychotherapeutischen Verhaltenstherapie, Ausdauersport und Akkupunktur können Medikamente einer Migräne vorbeugen. Zudem sollten Migräneauslöser möglichst vermieden werden. Eine medikamentöse Vorbeugung kann zwar die Erkrankung nicht völlig verhindern, doch sie kann die Häufigkeit, Dauer und Intensität der Migräne mindern. Diese Behandlung zur Prophylaxe ist für Patientinnen und Patienten sinnvoll, wenn die bisherige Behandlung der migränösen Attacken zu keinem befriedigenden Ergebnis geführt hat, sie pro Monat unter mehr als drei Migräneanfällen leiden, keine oder kaum Verträglichkeit für die Medikamente gegen Migräne besteht, die Migräneanfälle häufiger auftreten, sie mehr als zehn Tage pro Monat Schmerz- oder Migränemittel einnehmen, die Migräne das alltägliche Leben stark einschränkt und es nach einer Migräne zu neurologischen Migränekomplikationen und Störungen kommt, die mehr als sieben Tage andauern. Vorbeugend können Medikamente wie Betablocker, Flunarizin, Antiepileptika oder Topiramat verwendet werden. Um auf natürliche Weise einer Migräne vorzubeugen, sollten Betroffene die Ursachen für die anfallsartigen, migränösen Kopfschmerzen kennen und diese möglichst vermeiden. Hilfreich ist daher ein regelmäßiger Schlafrhythmus, die Einhaltung fester Mahlzeiten sowie das Meiden von lauten Geräuschen oder hellem Licht. Verhaltenstherapeutische Verfahren und Entspannungsübungen können einzeln oder auch ergänzend zur medikamentösen Prophylaxe eingesetzt werden.
Leiden Patientinnen und Patienten unter mehr als drei Migräneattacken im Monat, gibt es folgende Möglichkeiten der Migränetherapie und -prophylaxe:
- Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson (PMR): Hierbei lernen Betroffene in Form von Fantasiereisen einzelne Muskelbereiche an- und zu entspannen, was auch für Kinder gut geeignet ist.
- Kognitiv-behaviorales Schmerzbewältigungstraining (Stressmanagement): Patientinnen und Patienten lernen, sich mit möglichen Stressfaktoren des Alltags und Berufs im Zusammenhang mit ihren kognitiven Prozessen auseinanderzusetzen und entwickeln Strategien zur Stressbewältigung.
- Biofeedback-Therapie: Bei dieser Methode werden biologische Signale wie etwa der Blutdruck in sicht- oder hörbare Signale umgewandelt, sodass Betroffenen diese bewusst werden. Dabei lernen sie, die Weite ihrer Blutgefäße der Kopfhaut bewusst zu beeinflussen und so die Kopfschmerzen zu lindern.
Naturheilkundliche Behandlungen
Generell können naturheilkundliche Arzneimittel zur Linderung von Migränesymptomen eingenommen werden. Einigen pflanzlichen Wirkstoffen wie z. B. Gelbem Jasmin (1), Kanadischer Blutwurz (2) und Schwertlilie (3) wird eine lindernde Wirkung bei migräneartigen Kopfschmerzen zugeschrieben. Weiter wirkt diese Zusammensetzung, wie sie z.B. Die Kombination Wermutkraut (4), Brechnuss (5) und Ostindischer Tintenbaum (6) wird auch sehr verbreitet bei Übelkeit eingesetzt. Falls Sie auf der Suche nach einer sanften und unterstützenden Behandlung von Übelkeit und Erbrechen bei Migräne sind, können Hausmittel eine Alternative zu Medikamenten darstellen. Wie so oft gilt jedoch auch hier, dass die medizinische Wirkung von Hausmitteln nicht nachgewiesen ist.
- Tee: Ein immer wieder als Hausmittel aufgeführtes Evergreen ist Tee. Dieser sorgt für Flüssigkeit und hat mit den Sorten Kamille oder Fenchel eine Magen beruhigende Wirkung. Einige Betroffene berichten außerdem von der positiven Wirkung eines frisch aufgebrühten Ingwertees.
- Ruhe: Starke Kopfschmerzen bei einer Migräne und damit einhergehendes Übelkeitsgefühl belasten enorm und sorgen für Stress. Daher ist es in so einer Situation ratsam, sich zurückzuziehen und dem Körper Ruhe zu gönnen.
- Entspannungsverfahren: Eine weitere Möglichkeit, mit den Turbulenzen des Körpers umzugehen, können progressive Muskelentspannung oder autogenes Training sein.
Umgang mit Übelkeit und Erbrechen bei Migräne
Wenn Sie sicher sind, dass die Übelkeit bzw. das damit einhergehende Erbrechen durch eine Migräne ausgelöst werden, kann die Einnahme von sogenannten Antiemetika erwogen werden. Diese helfen dabei, das Signal an das Brechreizzentrum im Gehirn zu blockieren, und sorgen durch eine Aktivierung der Verdauung für die schnellere Aufnahme von Migräneschmerzmitteln. Eine exakte zeitliche Angabe lässt sich für die Dauer der Übelkeit bei Migräne nicht vorhersagen. Oftmals verschwinden die Beschwerden, wenn sich auch die Migräne zurückbildet. Falls eine Migräne allerdings nicht behandelt wird, kann diese bis zu drei Tage lang anhalten.