Herzrasen, Taubheitsgefühle in den Armen und Stress sind Symptome, die viele Menschen im Alltag erleben. Diese Beschwerden können isoliert oder in Kombination auftreten und unterschiedliche Ursachen haben. Es ist wichtig, die möglichen Auslöser zu kennen, um angemessen reagieren und gegebenenfalls professionelle Hilfe in Anspruch nehmen zu können.
Was sind Panikattacken?
Panikattacken sind plötzliche Angstanfälle, die mit intensiven körperlichen und psychischen Symptomen einhergehen. Der Körper reagiert, als befände er sich in einer Gefahrensituation, was zu einer Reihe von Reaktionen führt. Jeder fünfte Erwachsene erlebt mindestens einmal im Leben eine Panikattacke. Bei wiederholten schweren Anfällen spricht man von einer Panikstörung, die oft in Verbindung mit anderen psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen auftritt.
Ursachen von Panikattacken
Es gibt keinen einzelnen Auslöser für Panikattacken. Sie können in unsicheren Momenten, an bestimmten Orten oder in bestimmten Situationen auftreten. Stress, ungelöste Konflikte oder allgemeine Überlastung können ebenfalls Panikattacken auslösen. Manchmal treten sie auch ohne erkennbaren Grund auf.
Körperliche Reaktionen bei einer Panikattacke
Während einer Panikattacke kommt es zu einer Kettenreaktion im Körper. Das Stresshormon Adrenalin wird ausgeschüttet, der Herzschlag beschleunigt sich, und die Muskeln spannen sich an. Dies führt zu einem beklemmenden Gefühl in der Brust, Atemnot, Schwindel, kaltem Schweiß und sogar Todesangst.
Symptome einer Panikattacke
Die Symptome einer Panikattacke können vielfältig sein, darunter:
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- Atemnot
- Herzrasen
- Schwindel
- Schwitzen
- Zittern
- Engegefühl in der Brust
- Engegefühl im Hals
- Augenflimmern
- Kribbeln oder Taubheitsgefühle in Armen oder Beinen
- Weiche Knie
- Benommenheit
- Übelkeit
Betroffene haben oft das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren, neben sich zu stehen oder verrückt zu werden. Auch die Angst zu sterben ist nicht selten.
Dauer einer Panikattacke
Eine Panikattacke dauert in der Regel maximal 30 Minuten und klingt von allein ab. Oftmals vergeht sie bereits nach wenigen Minuten. Auch wenn die Attacken in dem Moment schwer auszuhalten sind, sind sie im Grunde harmlos und nicht gefährlich.
Was hilft bei einer akuten Panikattacke?
- Ruhig bleiben und atmen: Versuchen Sie, ruhig zu bleiben und ruhig zu atmen. Die 4-7-8-Atmung kann helfen: Atmen Sie langsam durch die Nase ein (bis 4 zählen), halten Sie den Atem an (bis 7 zählen) und atmen Sie kräftig durch den Mund aus (bis 8 zählen). Wiederholen Sie dies, bis Sie sich beruhigt haben.
- Sich der Situation bewusst werden: Machen Sie sich klar, dass Sie eine Panikattacke haben, die wieder vergeht. Ihr Leben ist nicht in Gefahr.
- Konzentrieren Sie sich auf etwas: Konzentrieren Sie sich auf einen Gegenstand im Raum oder ein Kleidungsstück einer anwesenden Person.
- Hilfe holen: Sprechen Sie jemanden an, gehen Sie zu einem Arzt oder rufen Sie den Notruf.
Langfristige Maßnahmen gegen Panik
- Lebensstil anpassen: Vermeiden Sie Alkohol, Drogen, Nikotin und Koffein, da diese Panik verstärken können. Achten Sie auf ausreichend Schlaf, gesunde Ernährung und regelmäßigen Sport.
- Entspannungstechniken: Meditation und Achtsamkeitsübungen können helfen, sich zu fokussieren und schneller zu beruhigen.
- Professionelle Hilfe: Bei häufigen Panikattacken kann eine Psychotherapie und gegebenenfalls eine medikamentöse Therapie helfen.
Taubheitsgefühl in den Armen
Ein Taubheitsgefühl in den Armen, oft begleitet von Kribbeln (Parästhesie), kann verschiedene Ursachen haben. In den meisten Fällen ist es harmlos und verschwindet nach kurzer Zeit von selbst. Wenn das Taubheitsgefühl jedoch regelmäßig auftritt, sollte man die Ursache ärztlich abklären lassen.
Mögliche Ursachen für Taubheitsgefühle in den Armen
- Durchblutungsstörungen: Eine kurzzeitige Unterbrechung der Blutzufuhr, z.B. durch eine ungünstige Liegeposition, kann zu Taubheitsgefühlen führen. Bestimmte Herz-Kreislauf-Erkrankungen können ebenfalls Durchblutungsstörungen verursachen.
- Eingeklemmter Nerv: Druck auf einen Nerv, z.B. durch eine falsche Liegeposition, kann die Verbindung zwischen Gehirn und Nerv unterbrechen und zu Kribbeln und Taubheit führen. Chronische Nervenschäden (Polyneuropathie) können ebenfalls die Ursache sein.
- Vitaminmangel: Ein Mangel an Vitamin B1, B9 oder B12 sowie ein Eisen- oder Magnesiummangel können Missempfindungen in Armen und Beinen verursachen.
- Karpaltunnelsyndrom: Hierbei ist der Mittelhandnerv an der Innenseite des Handgelenks eingeklemmt, was zu Kribbeln, Schmerzen und Taubheitsgefühlen führen kann.
- Weitere Ursachen: Erkrankungen der Wirbelsäule, Migräne, Rheuma oder Multiple Sklerose können ebenfalls Taubheitsgefühle verursachen.
Begleitende Symptome
Je nach Ursache können neben dem Taubheitsgefühl noch weitere Symptome auftreten, wie z.B.:
- Verspannungen
- Rückenschmerzen
- Schmerzen in den Händen
- Missempfindungen
- Gefühl von Nadelstichen in den Händen
- Schwächegefühl
- Kopfschmerzen
- Koordinationsprobleme
- Herzrasen
Was man selbst tun kann
- Ausschütteln der Arme: Um die Durchblutung anzukurbeln, sollten die Arme ausgeschüttelt werden.
- Sitz- oder Liegeposition anpassen: Vermeiden Sie ungünstige Positionen, die die Blutzufuhr beeinträchtigen oder Nerven einklemmen.
- Greifbewegungen: Spreizen Sie die Finger und ballen Sie sie dann zur Faust, um die Durchblutung zu fördern.
- Kühlen: Kaltes Wasser kann die Durchblutung anregen.
- Bewegung im Alltag: Regelmäßige Bewegung hilft, Fehlhaltungen und Durchblutungsstörungen vorzubeugen.
- Verspannungen lösen: Wärme kann die Muskeln entspannen.
Herzrasen
Herzrasen (Tachykardie) bezeichnet eine erhöhte Herzfrequenz von über 100 Schlägen pro Minute. Es kann plötzlich auftreten, auch nachts, und viele Menschen beunruhigen.
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Ursachen für Herzrasen
Herzrasen kann verschiedene Ursachen haben, die harmlos oder behandlungsbedürftig sein können:
- Stress und psychische Belastung: Sorgen, Stress oder unausgesprochene Konflikte können über das vegetative Nervensystem den Puls erhöhen.
- Panikattacken: Herzrasen, Kurzatmigkeit und Schweiß können Anzeichen einer Panikattacke sein.
- Schilddrüsenüberfunktion: Eine überaktive Schilddrüse beeinflusst den Stoffwechsel und die Herzfrequenz.
- Hormonelle Veränderungen: Während der Wechseljahre können hormonelle Veränderungen zu Unruhe, Hitzewallungen und nächtlichem Herzrasen führen.
- Herzrhythmusstörungen: Bestimmte Formen wie Extrasystolen, Vorhofflimmern oder eine Vorhoftachykardie treten bevorzugt im Liegen auf.
- Medikamente und Substanzen: Asthmasprays, Schilddrüsenpräparate, Koffein, Nikotin oder Alkohol können die Herzfrequenz beeinflussen.
Wann ist Herzrasen gefährlich?
Nächtliches Herzrasen sollte ernst genommen und ärztlich abgeklärt werden, insbesondere bei älteren Personen oder Menschen mit Vorerkrankungen des Herzens. Im Zweifelsfall sollte man umgehend den Notruf wählen.
Was tun bei Herzrasen?
- Ruhig bleiben: Versuchen Sie, ruhig zu bleiben und sich zu entspannen.
- Atmung kontrollieren: Atmen Sie tief und regelmäßig.
- Ärztliche Untersuchung: Lassen Sie die Ursache des Herzrasens ärztlich abklären.
Behandlung von Herzrasen
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache des Herzrasens. Mögliche Maßnahmen sind:
- Entspannungsübungen: Entspannungsübungen wie autogenes Training oder progressive Muskelentspannung können helfen, Stress abzubauen.
- Medikamente: Bei bestimmten Herzrhythmusstörungen oder anderen Erkrankungen können Medikamente erforderlich sein.
- Veränderungen im Lebensstil: Vermeiden Sie Koffein, Alkohol und Nikotin. Achten Sie auf ausreichend Schlaf und regelmäßige Bewegung.
- Psychotherapie: Bei stressbedingtem Herzrasen kann eine Psychotherapie helfen, die Ursachen zu erkennen und zu bewältigen.
Die Rolle von Stress
Stress spielt eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Panikattacken, Taubheitsgefühlen und Herzrasen. Chronischer Stress kann das vegetative Nervensystem aus dem Gleichgewicht bringen und zu einer Vielzahl von körperlichen und psychischen Beschwerden führen.
Stressbewältigung
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Stress abzubauen und besser damit umzugehen:
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- Regelmäßige Bewegung: Sport und Bewegung helfen, Stresshormone abzubauen und die Stimmung zu verbessern.
- Entspannungstechniken: Meditation, Yoga, autogenes Training oder progressive Muskelentspannung können helfen, zur Ruhe zu kommen und Stress abzubauen.
- Achtsamkeit: Achtsamkeitsübungen helfen, den Moment bewusst wahrzunehmen und sich nicht von negativen Gedanken überwältigen zu lassen.
- Soziale Kontakte: Pflegen Sie soziale Kontakte und verbringen Sie Zeit mit Menschen, die Ihnen guttun.
- Hobbys: Verfolgen Sie Hobbys und Interessen, die Ihnen Freude bereiten.
- Professionelle Hilfe: Bei chronischem Stress kann eine Psychotherapie helfen, die Ursachen zu erkennen und Strategien zur Stressbewältigung zu entwickeln.
Somatoforme Störungen
Wenn körperliche Beschwerden wie Schmerzen, Schwindel, Herzrasen oder Verdauungsstörungen auftreten, ohne dass eine klare organische Ursache gefunden wird, kann eine somatoforme Störung vorliegen. Dabei spielen psychische Faktoren eine wichtige Rolle.
Ursachen und Symptome
Somatoforme Störungen können durch Stress, Trauer, ungelöste Konflikte oder andere seelische Belastungen ausgelöst werden. Die Symptome sind vielfältig und können verschiedene Organsysteme betreffen.
Diagnose und Behandlung
Die Diagnose einer somatoformen Störung erfordert eine sorgfältige Untersuchung, um andere mögliche Ursachen auszuschließen. Die Behandlung umfasst in der Regel eine Kombination aus psychotherapeutischen und medikamentösen Maßnahmen.
Fibromyalgie
Das Fibromyalgiesyndrom (FMS) ist eine chronische Schmerzerkrankung, die mit vielfältigen Beschwerden einhergeht, darunter chronische Schmerzen in mehreren Körperregionen, Schlafstörungen und Erschöpfung (Fatigue).
Symptome
Neben den Kernsymptomen können weitere Beschwerden auftreten, wie z.B.:
- Kognitive Probleme (Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit)
- Verminderte Belastbarkeit
- Empfindlichkeit gegenüber Hitze, Kälte, Geräuschen, Licht, Gerüchen und Berührungen
- Magen-Darm-Beschwerden (Reizdarm, Reizblase, Reizmagen)
- Probleme bei aufrechter Körperhaltung (Benommenheit, Herzklopfen, Herzrasen, Schwindel)
- Ohrensausen (Tinnitus) und Sehstörungen
- Wassereinlagerungen (Ödeme)
Diagnose und Behandlung
Die Diagnose eines FMS wird anhand der typischen Beschwerden gestellt, nachdem andere mögliche Ursachen ausgeschlossen wurden. Die Behandlung ist multimodal und umfasst in der Regel:
- Schmerztherapie
- Physiotherapie
- Psychotherapie
- Entspannungstechniken
- Bewegungstherapie
Stille Panikattacken
Stille Panikattacken unterscheiden sich von klassischen Panikattacken dadurch, dass die Symptome für Dritte nicht oder kaum erkennbar sind. Betroffene leiden jedoch genauso stark unter den psychischen und körperlichen Beschwerden.
Psychische Symptome
- Depersonalisierung/Derealisation (Gefühl der Loslösung vom eigenen Körper oder der Umgebung)
- Gefühl der Isolation/Verwirrung/Verunsicherung
- Kreisende Gedanken
- Angst und Terror
Körperliche Symptome
- Herzrasen
- Kribbeln oder Taubheitsgefühle in Armen und Beinen
- Kopfschmerzen
- Atemnot
- Schwindel
- Verschwommenes Sehen
- Kloß im Hals
- Übelkeit/Durchfall/Magen-Darm-Probleme
Emotionale Reaktionen und Verhaltensweisen
- Starke emotionale Belastung
- Reizbarkeit/Verwirrung
- Rückzug
Auswirkungen auf das Leben
Stille Panikattacken können erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität haben, darunter:
- Psychische Auswirkungen (Depressionen, vermindertes Selbstwertgefühl, Anspannung)
- Soziale Auswirkungen (Isolation, Schwierigkeiten bei zwischenmenschlichen Beziehungen)
- Auswirkungen auf den Alltag (Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit, Vermeidungsverhalten)
Herzinfarkt
Ein Herzinfarkt ist eine ernste Erkrankung, bei der die Blutversorgung des Herzens unterbrochen wird. Es ist wichtig, die Symptome zu kennen und schnell zu handeln.
Symptome
- Plötzlich auftretende Atemnot
- Engegefühle in der Brust ("Elefant auf der Brust")
- Stechen in der linken Brust
- Kalter Schweiß
- Schmerzen oder Ziehen in den Armen
- Rücken- und Nackenschmerzen, Kopf-, Zahn- und Kieferschmerzen (vor allem bei Frauen)
- Übelkeit, Erbrechen oder Verdauungsprobleme
- Blässe
Stiller Herzinfarkt
Ein stiller Herzinfarkt verläuft ohne die typischen Symptome und wird oft nicht bemerkt. Menschen mit stillem Herzinfarkt fühlen sich lustlos und müde und klagen über Atemnot oder Schwindel.
Erste Hilfe bei Herzinfarkt
- 112 rufen: Wählen Sie sofort den Notruf.
- An Ort und Stelle bleiben: Fahren Sie nicht selbst ins Krankenhaus.
- Nicht hinlegen: Lagern Sie den Oberkörper erhöht.
- Enge Kleidung öffnen: Öffnen Sie enganliegende Kleidung, wie Gürtel oder Krawatte.
- Ruhe bewahren: Beruhigen Sie den Betroffenen und bleiben Sie an seiner Seite.
- Puls kontrollieren: Kontrollieren Sie regelmäßig den Puls.
- Herzdruckmassage: Bei Bewusstlosigkeit und fehlendem Puls führen Sie eine Herzdruckmassage durch (30 Mal drücken, 2 Mal beatmen).