Das Studentenleben ist oft idealisiert, doch die Realität sieht für viele Studierende anders aus. Neben der akademischen Herausforderung kommen oft persönliche und finanzielle Sorgen hinzu. Dieser Artikel beleuchtet, was Studierende nervt, welche Auswirkungen dies auf ihre psychische Gesundheit hat und wie sie ihre Resilienz stärken können.
Der holprige Start ins Studium
Für viele Erstsemester ist der Studienbeginn mit großen Herausforderungen verbunden.
Wohnungssuche und das erste Mal von Zuhause weg
Zunächst gilt es, eine Wohnung zu finden, was in manchen Städten schwierig sein kann. Für viele ist es das erste Mal, dass sie von zu Hause ausziehen. Das ist zwar ein tolles Gefühl, endlich auf eigenen Beinen zu stehen und tun zu können, worauf man Lust hat, bedeutet aber auch, für sich selbst Verantwortung zu übernehmen. Der Abstand zur Familie und alten Freund:innen muss ebenfalls erst bewältigt werden.
Akademische und soziale Herausforderungen
Auch im Studium wird es viele Situationen geben, mit denen du lernen musst umzugehen. Vielleicht kommt ein Referat nicht gut bei deine:r Professor:in an oder du hast eine Prüfung nicht bestanden. Gruppenarbeiten können ebenfalls zur emotionalen Achterbahnfahrt werden, wenn das Team nicht harmoniert.
Was Studierende im Studium nervt
Neben den allgemeinen Herausforderungen des Studiums gibt es spezifische Punkte, die Studierende als besonders nervig empfinden. Dazu gehören:
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Unstrukturierte Lehrveranstaltungen und inkompetente Dozenten
Manche Lehrveranstaltungen sind total unstrukturiert bzw. einige Dozenten sind überhaupt nicht in der Lage, "gut" zu lehren. Wo dann einfach komplett die nachvollziehbare Struktur fehlt und alles wirr zusammengewürfelt ist.
Unrealistische Erwartungshaltung
Diese implizite Erwartungshaltung an die Studierenden seitens der Dozenten, aber auch zwischen den Studierenden untereinander, alles schon wissen zu müssen. Viele fühlen sich dadurch oft unter Druck gesetzt, weil sie vieles eben noch nicht wissen. Ich denke mir: Ich studiere ja nicht deshalb, weil ich alles weiß, sondern gerade deshalb, weil ich es eben lernen will. Aber das scheinen viele ganz anders zu sehen. Ich hab oft den Eindruck, dass die meisten Menschen an einer Uni von Semester 1 an vollendete Wissensmonster erwarten.
Organisatorisches Durcheinander
Große Unterschiede zwischen den einzelnen Dozenten, gerade in organisatorischer Hinsicht. Es ist mega nervig, wenn man bis zu vier verschiedene Plattformen hat, von denen man sich das Material zusammensuchen muss. Oder wenn jeder Dozent es anders handhabt, wie die Folien zugänglich, also bspw. dass manche die ganz öffentlich auf der normalen Uni-Homepage veröffentlichen, andere ein Passwort haben und man deshalb zwingend in der ersten Sitzung da sein muss oder dass manche Vorlesungen per Video aufzeichnen, andere nicht, manche Mitschreiben explizit fordern, andere nichts großartig Zusätzliches zu den Folieninhalten sagen usw. usf. Dieses Organisationsdurcheinander, einfach nervend.
Störende Kommilitonen
Diese ganzen dummen Erstis und andere blöden Studenten, die in jeder VL quatschen ohne Ende und wenn man was sagt, gucken sie dich schief an, als wäre man der Oberstreber. ich gehe doch zur VL um zu lernen, wenn man quatschen will, muss man ja nicht kommen. Zudem gibt es in den VL kaum Anwesenheitslisten.
Schlechte Referate und unvorbereitete Studenten
Mich nerven die Studenten, die ihr Referat schlecht vortragen, bei denen man merkt, dass sie es erst heute früh gemacht haben und die ablesen. Am liebsten würde ich denen sagen, dass es scheiße war und dass das kein Niveau war. Mich nerven auch die Studenten, die immer, es geht um das immer! unvorbereitet in den Seminaren sitzen und wenn dann irgendeine tolle Gruppenaufgabe kommt, nichts beitragen können und es witzig finden und denken sie wären so obercool, weil sie die Lektüre nicht gelesen haben.
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Unnötige Fragen an die Fachschaft
Mich nerven die Studenten, die immer zu uns zur Fachschaft kommen und Fragen stellen, bei denen man merkt, sie haben nicht ein einziges mal auf die Homepage des Seminars geguckt oder den Studienverlaufsplan gelesen oder die Prüfungsordnung.
Probleme in Gruppenarbeiten
Nichts hasse ich mehr als einen Referatspartner zugeteilt zu bekommen, der nichts macht.
Mangelnde Englischkenntnisse der Dozenten
Im ersten Jahr hat es mich tierisch aufgeregt, dass die Präsentationen der Dozenten nicht komplett in Englisch waren, sondern teils (noch) auf Niederländisch. "Wir Deutschen" konnten uns damit irgendwie arrangieren, was es heißen könnte. Die anderen internationalen haben so nichts davon verstanden. Die Präsentationen sahen meist so aus, als wären sie ganz grob aus dem Niederländischen ins Englische übersetzt. Also grammatikalisch alles verkehrt. Sorry, aber wenn man in englisch unterrichtet sollte man es auch selber können.
Planlosigkeit der Dozenten
Bei manchen Projekten haben selbst die Lehrer keinen Plan, was eigentlich von uns erwartet wird. Das Info-Heft zum Projekt wird dann immer wieder fragend angestarrt.
Inkompetente Betreuer
Mein Coach: Oh mann, wo fang ich da bloß an? Kann nicht mal 10-Finger-System und braucht ne halbe Stunde um deine aktuellen Daten einzutippen. Absolut kein organisatorisches Talent. Bietet auch keinerlei wirkliche Hilfe an. Hat keinen Plan von deinem Studium, obwohl schon -zig mal durchgekaut. Erzählt immer viel, macht aber nichts. Wenn ich wissen will, was ich schon gemacht habe und was ich noch machen muss, dann kann ich das in meinen Unterlagen einsehen und mach mir meine To-Do-List. Dafür brauch ich keinen Coach. Zeitverschwendung.
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Späte Bereitstellung von Lehrmaterialien
Bei manchen Lehrern dauert es eeewig bis die ihre Präsentationen und Lehrmaterial hoch laden. Kann gut vorkommen, dass das erst einen Tag vor der Prüfung passiert.
Ungleichheit in Gruppenarbeiten
Bei den Studenten hab ich immer wieder beobachtet, dass bei selbstgewählten Gruppen immer die gleichen Leute zusammen sind. Und die sind immer alle in einer Sache besonders gut. So hat man dann 3-4 Supergruppen und eine "Losergruppe". Ich finds doof, klar ich hab keine Vorausbildung, aber ich bin hier um was zu lernen und gebe mir große Mühe. Wie soll man dann was lernen, vor allem von anderen, wenn man immer nur mit den gleichen Leuten zusammen ist und nie die Chance hat mit anderen Leuten zusammen zu arbeiten? Ich meine, später im Job kann man sich auch nicht aussuchen mit wem man zusammen arbeitet.
Die Last der Vorurteile
Studenten sind faul, eingebildet und dumm. Das sind die ersten drei Vorschläge, die im Google-Suchfenster erscheinen. Wie bitte? Wenn Studenten dumm sind, warum studieren sie dann überhaupt? Und kann man wirklich faul sein, wenn man mindestens drei weitere Jahre seines Lebens mit Lernen verbringt? Leider existieren viel zu viele Vorurteile gegenüber Studenten. Die Großeltern, die Nachbarn, der Typ vom Kiosk und die alte Dame in der Bahn - sie alle reden das Studenten-Dasein schlecht. Nicht selten müssen viele von euch eine Moralpredigt nach der anderen über sich ergehen lassen.
Psychische Gesundheit von Studierenden
Die genannten Faktoren können zu erheblichem Stress und psychischen Problemen bei Studierenden führen.
Stress und Erschöpfung
Ein Studium ist oft stressiger, als man denkt. Denn was viele vergessen: Die Vor- und Nachbereitungszeit. Ja, die gibt es wirklich! Meist nimmt die Lektüre im Vorfeld mehr Zeit in Anspruch als die Vorlesung selbst. Die Prüfungsphasen. Nächtelanges Lernen und literweise Kaffee trinken, um in drei Wochen zehn Klausuren zu meistern. Die Hausarbeiten und Praktika, für die die Semesterferien herhalten müssen. Viel Zeit für Urlaub und Entspannung bleibt da nicht. Neben all diesem Unikram gehen viele Studenten zusätzlich arbeiten, müssen den Haushalt schmeißen und manch einer führt dazu noch eine Fernbeziehung. Ein Studium ist also oft mehr als ein Fulltimejob und erfordert viel Fleiß, Disziplin und Organisationstalent. Untersuchungen zufolge leidet jeder fünfte deutsche Student an psychischen Problemen, im schlimmsten Fall sogar an Depressionen. Die jungen Leute fühlen sich unter Druck gesetzt, ausgelöst durch Prüfungen, Zukunftängste, finanzielle Sorgen und der Doppelbelastung von Studium und Nebenjob.
Anstieg psychischer Erkrankungen
Eine aktuelle Umfrage der Techniker Krankenkasse (TK) zufolge ist jeder zweite Student in Deutschland extrem angestrengt: Fünf von zehn Studentinnen und vier von zehn Studenten leiden unter stressbedingter Erschöpfung, ein Viertel klagt über so hohen Druck, dass der Stress mit den üblichen Entspannungsstrategien nicht mehr zu bewältigen ist. Ein Fünftel leidet gar unter einer diagnostizierten psychischen Störung - dazu gehören Depressionen, psychosomatische Erkrankungen, Anpassungs- und Belastungsstörungen oder Angsterkrankungen.
Medikamentenkonsum
Auffällig ist, dass mehr als ein Fünftel aller von Studierenden eingelösten Rezepte Medikamente zur Behandlung von Erkrankungen des Nervensystems betreffen. Bei gleichaltrigen Erwerbstätigen liegt diese Quote bei 14 Prozent. „In den vier Jahren seit unserer letzten Auswertung ist das verordnete Volumen um besorgniserregende 54 Prozent gestiegen“, kommentierte Norbert Klusen, Vorstandsvorsitzender der TK, die Entwicklung. Mittlerweile erhielten etwa fünf Prozent der Studentinnen und knapp drei Prozent der Studenten Antidepressiva.
Ursachen für psychische Probleme
Zum Teil erklären sich die hohen Erkrankungszahlen mit den besonderen Herausforderungen des jungen Erwachsenenalters. "Zwischen 20 und 30 stehen viele Entwicklungsaufgaben an, da kommt es häufiger mal zu Krisen", erklärt Professor Günter Reich, Psychologischer Psychotherapeut und Leiter der Psychotherapeutischen Ambulanz für Studierende an der Universität Göttingen. Vielen jungen Menschen fallen die Ablösung vom Elternhaus und der Weg in die Selbständigkeit schwer. "In den ersten Semestern sind Einstiegsschwierigkeiten häufig. Gerade Studierende mit sozialen Ängsten finden oft spät Anschluss und fühlen sich sozial isoliert", erklärt Reich. "In den späteren Semestern gibt es dann typische Schwellensituationen wie Probleme beim Schreiben der Bachelorarbeit oder Prüfungsangst. Und im Master stehen die Studierenden vor dem schwierigen Übergang ins Berufsleben. Das kann belastend sein, besonders, wenn große Unklarheit über die berufliche Zukunft besteht."
Leistungsdruck und Bologna-Reform
Die Studienzeit ist inzwischen weniger eine Phase des sich Ausprobierens, in der die Bewältigung von Ängsten und Identitätskrisen erlernt werden kann, sondern immer häufiger eine durch Hektik, Leistungsdruck und das Abhaken von Pflichtmodulen geprägte Lebensphase. Wer nicht den richtigen Numerus clausus erreicht, darf nicht das Fach seiner Wahl studieren, wer nicht die richtige Bachelornote erreicht, wird nicht zum Master zugelassen. "Eine blödsinnige und sinnlose Entwicklung", sagt Reich. "Denn Noten sagen oft sehr wenig über die Eignung aus. So sind Druck und Ängste hoch. Und der breite Blick für den Kontext fehlt." Kein Wunder also, dass im TK-Gesundheitsreport als wichtigste Stressauslöser nicht nur Prüfungen (52 Prozent) und der Lernstoff (28 Prozent) genannt werden, sondern auch die Angst vor schlechten Noten (26 Prozent) und davor, keinen Job zu finden (23 Prozent).
Resilienz als Schlüssel zur Bewältigung
Um mit den Herausforderungen des Studiums besser umgehen zu können, ist es wichtig, die eigene Resilienz zu stärken. Resilienz beschreibt die Fähigkeit, mit Schwierigkeiten, Krisen oder gar Katastrophen umzugehen.
Was bedeutet Resilienz genau?
Im Grunde geht es dabei um deine Widerstandsfähigkeit bzw. um deine Art und Weise, mit Problemen umzugehen. Manche Menschen können sehr gut auf Schwierigkeiten, Krisen oder gar Katastrophen reagieren. Sie bleiben verhältnismäßig gelassen. Andere hingegen sind komplett fertig mit der Welt und überfordert. Keine Sorge, wenn du dich eher in der letztgenannten Gruppe einordnest - denn das Gute ist: Du kannst lernen, deine Resilienz zu stärken und wir zeigen dir hier, wie das geht.
Wann ist man resilient?
Vielleicht fragst du dich gerade, warum manche resilienter sind als andere. Bis vor ein paar Jahren hat die Wissenschaft gesagt, das liegt rein in der Genetik. Heute weiß man es besser. Unsere Persönlichkeit setzt sich aus vielen Bausteinen zusammen, neben genetischen Aspekten spielen vor allem dein soziales Umfeld und deine Familie eine wichtige Rolle. Wie bist du aufgewachsen, was hast du erlebt, wie sind deine Eltern mit Stress umgegangen? All das prägt dich bis zum heutigen Tag. Für Psychologen spielt das Grundvertrauen eine entscheidende Rolle bei der Ausbildung von Resilienz. Dieses entsteht schon ab unserer Geburt. Fühlen wir uns geborgen, beschützt und geliebt, stärkt das unser Vertrauen darin, dass die Welt ein guter Ort ist. Wichtig hierfür sind Bindungspersonen, die uns genau diese Gefühle vermitteln. In der Regel sind das unsere Eltern und Freund:innen. Sie geben uns eine Art Urvertrauen in das Leben. Lehrer:innen und Erzieher:innen können genauso gut zu diesem Personenkreis zählen. Je größer unser soziales Netzwerk, umso besser für unsere Entwicklung. Fehlen diese Bindungsmenschen oder sind sie selbst wenig belastbar, wird es schwierig.
Wie kann man Resilienz üben?
Deine eigene Widerstandskraft zu stärken, ist etwas, was du jeden Tag aktiv tun kannst. Im Grunde sind es einfache kleine Übungen, die dir helfen werden, besser mit den alltäglichen Herausforderungen umzugehen.
Soziales Netzwerk aufbauen
Schaffe dir ein Netzwerk von Freund:innen und Bekannten an der Uni. Das wird dich durch dein Studium tragen. Sich gemeinsam durch Klausuren und Prüfungen zu schlagen, ist definitiv einfacher als alles alleine zu meistern. Menschen, die in der gleichen Situation sind wie du, verstehen besser und schneller, wo du gerade stehst im Leben und können dir so auch einfacher helfen. Ihr könnt euch gegenseitig Mut machen oder über ein Problem aufregen. Mit einer Gruppe von Kommiliton:innen hast du immer einen Ansprechpartner:innen für alles, was mit der Uni zu tun hat. Suche dir Freund:innen für deine unterschiedlichen Bedürfnisse. Welche zum gemeinsamen Lernen, welche, mit denen du ins Kino gehen kannst. Das können selbstverständlich die gleichen sein, aber eben nicht zwingend. Schau dich in deinem Wohnhaus um. Eventuell hast du nette Nachbar:innen. Diese können hilfreich sein, wenn du zu Hause Unterstützung brauchst. Ein Netzwerk aus engen Freund:innen und guten Bekannten ist wie ein sicherer Boden, auf dem du gehen kannst. Für viele Lebenssituationen Menschen an deiner Seite zu haben, macht dich stark und zuversichtlich.
Selbstbewusstsein stärken
Versuche dir immer wieder deine Fähigkeiten und Erfolge vor Augen zu führen. Das baut dein Selbstbewusstsein auf und schafft eine innere Sicherheit. Deiner Psyche hilft es auch, wenn du Probleme als Herausforderung einordnest und nicht als Bedrohung. Kein Problem ist unlösbar. Es gibt eigentlich immer einen Weg. Vielleicht gefällt dir dieser nicht gleich, aber das Leben geht weiter. Dass sich Dinge nicht so entwickeln, wie wir das gern hätten, ist vollkommen normal. Mach dir bewusst, dass Misserfolge einfach dazu gehören. Aus ihnen kannst du lernen. Selbstreflexion ist eine gute Möglichkeit, eigene Fehler zu erkennen und sie nicht zu wiederholen. So lernst du, was nicht funktioniert und erkennst Lösungswege für dich. Der positive Umgang mit Krisen wird dich in deiner persönlichen Entwicklung bereichern. Akzeptiere die Niederlage und weiter geht es. Hast du eine Prüfung verhauen, ist das zwar absolut ärgerlich, aber kein Weltuntergang. Verlange Prüfungseinsicht, schau dir an, was du falsch gemacht hast und lerne daraus. Es schadet deiner inneren Balance, wenn du dich unnötig hineinsteigerst. Selbstzweifel sind schlecht für das Selbstvertrauen. Sie kommen bei jedem Menschen vor, die Kunst ist es, sie nicht zu nähren und ihnen wenig Raum zu geben. Ruhig und fokussiert bleiben, ist übrigens in vielen Lebenslagen die beste Strategie. Natürlich haben wir alle Emotionen und das ist auch gut so. Die sollen da sein. Aber lasse sie nicht überhandnehmen. Bleib trotzdem konzentriert und mit den Gedanken im Hier und Jetzt. Sich Horror- Zukunftsvisionen auszumalen macht die Situation nur noch schlimmer.
Emotionen steuern lernen
Hilfreich kann es sein, die Emotion ganz bewusst wahrzunehmen und zu benennen: Jetzt bin ich sehr wütend. Ok. Das darf sein und dennoch darfst du dich auf die Lösung konzentrieren. Und zwar auf die Dinge, die du aktiv beeinflussen und steuern kannst. Bleib bei dem, was geht. Dein Leben selbst zu gestalten, die Dinge anzugehen anstatt zu warten - das stärkt deine Resilienz. Das Steuer selbst in der Hand zu haben, schafft Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und in die Welt an und für sich. Du bestimmst die Richtung, in die dein Leben geht. Opferhaltung oder Passivität bringen dir keine Freude. Im Gegenteil - sie nehmen dir alles an Selbstvertrauen, das du hast und führen zu Lethargie. Vielleicht schaffst du es, mehr Optimismus in dein Leben zu integrieren. Das fällt zugegeben dem einen leichter, andere tun sich damit sehr schwer. Wobei du es lustig angehen kannst. Überlege dir einfach mal den bestmöglichen Verlauf für eine aktuelle Herausforderung. Fokussiere dich darauf. Du wirst sehen, dein Stresslevel sinkt. Wir können uns alle unglaublich leicht in etwas hineinsteigern. Warum also nicht mal anderes herum? Das geht auch und schont deine Nerven.
Weitere Verhaltensweisen, die die Resilienz stärken
- Akzeptanz: Nimm die Welt an, so wie sie ist. Veränderungen und Krisen gehören dazu.
- Lösungsorientierung: Wie kannst du die Situation verbessern? Was ist möglich?
- Optimismus: Sieh das Positive in allem.
- Selbstwirksamkeit: Du kannst dein Leben (pro)aktiv gestalten.
- Soziales Netzwerk: Menschen, die dich auffangen und bestärken.
- Ausreichend Schlaf: Damit dein Körper und vor allem dein Gehirn Zeit zum Abschalten haben.
- Gesunde Ernährung: Das heißt vor allem Zucker vermeiden, Fertigprodukte nur selten essen und einfach viele verschiedene Lebensmittel zu sich nehmen. Gut sind Vollkornprodukte, Obst, Gemüse, Nüsse.
- Bewegung: Integriere Bewegung in deinen Uni-Alltag. Den ganzen Tag nur in gekrümmter Haltung zu sitzen, tut deinem ganzen Körper nicht gut. Du verspannst, deine Sehnen verkürzen sich, der Rücken tut weh. Das muss nicht sein. Steh so oft wie möglich auf, nimm die Treppe und laufe ein paar Meter mehr, anstatt dich von der Tram bis vor die Seminartür fahren zu lassen. E-Scooter sind zwar toll, aber selber laufen ist noch besser. An jeder Uni werden Sportkurse angeboten. Hör dich mal um, ob dir da etwas zusagt. Selbstvertrauen entwickelt sich mit einem starken Körper leichter. Außerdem hat ein trainierter Körper mehr Ausdauer.
Gutes Timing und Organisation
Gutes Timing hilft dir, deinen Alltag stressfreier zu gestalten. Versuche dir vor jedem Semester einen Plan zu erstellen: Welche Kurse brauchst du, welche Prüfungen stehen, wann an, wann sind Abgabetermine, welche Fristen gibt es sonst noch zu wahren? Notiere dir auch, ab wann du zum Beispiel mit Lernen oder dem Schreiben von Hausarbeiten anfangen willst. So behältst du den Überblick und kannst entspannt das Semester beginnen. Außerdem lässt sich damit der Alltag auch besser planen. Wenn du weißt, jetzt steht Lernzeit an, legst du dir in die Zeit, zumindest nicht absichtlich, nicht noch ein Referat und eine Hausarbeit rein. Das eigene Leben zu organisieren, ist ein Zeichen von Resilienz. Sich bewusst den Widrigkeiten stellen und sie gezielt angehen - so gewinnst du Stärke.
Hilfe annehmen
Solltest du irgendwann in deinem Studium merken, dass dir alles zu viel wird, ist es nie verkehrt sich Hilfe zu holen. An vielen Hochschulen gibt Studienberatungen oder Anlaufstellen, wenn du finanzielle Probleme hast. Sollte deine Psyche unter die Räder gekommen sein, findest du auch dafür eine:n geeignete:n Ansprechpartner:in, der/die dich gegebenenfalls an die richtigen Stellen weiterleiten kann. Deine Professor:innen und Mentor:innen sollten ebenfalls für Fragen und Hilfestellungen kontaktierbar sein. Trau dich, sie anzusprechen. Jede:r Student:in darf straucheln, das gehört ganz einfach zum Leben dazu. Wichtig ist nur, wie du damit umgehst.
Die Vorteile der Faulheit nutzen
Eigentlich geht mir das ganze Gerede von den faulen Studenten furchtbar auf die Nerven. Ich kann dieses lächerliche Vorurteil nicht mehr hören und wünsche jedem, der meint, dass Studieren ein Kinderspiel sei, eine private Bologna-Reform an den Hals. Da wir Studenten ja ohnehin alle faul sind (das war Ironie, liebe Dummköpfe!), können wir den Tatsachen auch einfach ins Auge sehen und das Beste daraus machen. Darum zeige ich dir in diesem Artikel, welche Vorzüge Faulheit haben kann und warum es gut ist, ein fauler Student zu sein. Faule Studenten verschwenden keine Zeit mit unnötigen Arbeiten. Sie sind effektiv und arbeiten effizienter als der Durchschnittsstudent. Dieses wirtschaftliche Optimierungskriterium besagt im Allgemeinen, dass für 80 Prozent des Erfolgs nur 20 Prozent des Gesamtaufwands benötigt werden. 20 Prozent des Lernens sorgen für 80 Prozent des Wissens. Ein fauler Student weiß das intuitiv und macht sich diese Verteilung zunutze. Faule Studenten haben also einen Blick für das Wesentliche. Dabei haben sie aber stets ein übergeordnetes Ziel im Blick und bewerten anhand dessen jede bevorstehende Aufgabe. Damit setzen faule Studenten ganz deutliche Prioritäten und machen sich bewusst, worauf es in der Situation wirklich ankommt. Faule Studenten arbeiten nicht nur effektiv, sondern passen auch sehr genau auf ihre kostbare Zeit auf. Dabei folgt ein fauler Student dem sogenannten Parkinson-Gesetz, das da lautet: „Arbeit dehnt sich in genau dem Maß aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht. Du lernst genauso lange für eine Klausur, wie Zeit dafür zur Verfügung steht. Faule Studenten erzeugen (entweder bewusst oder eben durch ihre Faulheit) enge Deadlines und haben deswegen wenig Zeit für wichtige Aufgaben. Faule Studenten zögern wichtige Aufgaben gerne hinaus. Aber ist das ein Problem? Das macht sie gelassener und bringt eine gewisse Routine für stressige Situationen im Studium. Faule Studenten versuchen in jeder Situation unnötige Arbeit zu vermeiden. Faule Studenten nutzen ihre Faulheit also insgeheim dazu, um Probleme innovativ zu lösen. Ihre Faulheit gibt Ihnen die Gelegenheit, über Problemstellungen nachzudenken und neue Lösungswege zu finden.