Der chinesische Schwimmer Sun Yang, bereits dopingvorbelastet, sorgte bei den Schwimmweltmeisterschaften erneut für Kontroversen. Nach seinem zweiten Goldmedaillengewinn, der durch eine Disqualifikation zustande kam, verlor er die Nerven. Die Siegerehrung wurde von lauten Buhrufen begleitet, und Sun geriet mit dem Drittplatzierten Duncan Scott aneinander, der ihm den Handschlag verweigerte. Dieser Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die anhaltenden Spannungen und den Unmut gegenüber Sun Yang innerhalb der Schwimmgemeinschaft.
Umstrittener WM-Start und Dopingvorwürfe
Sun Yangs Teilnahme an der WM war von vornherein umstritten, da er bereits 2014 wegen Dopings gesperrt war und in eine neue Affäre verwickelt ist. Es wird ihm vorgeworfen, dass einer seiner Gefolgsleute im Vorjahr eine Dopingprobe mit einem Hammer zerstört haben soll. Nach der WM droht ihm vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS eine nachträgliche Sperre.
Jacob Heidtmann, der deutsche Athletensprecher, kritisierte Sun Yangs Start scharf: „Dass der hier schwimmt, ist eine Frechheit für alle sauberen Athleten, für jeden, der für den sauberen Sport einsteht. Das ist ein Schlag ins Gesicht.“
Der Vorfall bei der Siegerehrung
Nach seinem Sieg über 200 m Freistil, der durch die Disqualifikation des Litauers Danas Rapsys zustande kam, jubelte Sun Yang demonstrativ. Auf der Anzeigetafel erschien zunächst Rapsys als Sieger, doch kurz darauf blinkte „DSQ“ (Disqualifikation) auf. Sun Yangs Jubel wurde von Buhrufen und Jubelschreien chinesischer Fans begleitet.
Bei der Siegerehrung verweigerte Duncan Scott Sun Yang den Handschlag, woraufhin Sun ihn auf dem Podest anschrie. Scott verzichtete auch auf das obligatorische Foto der Medaillengewinner. Die Zeremonie wurde von lauten Buhrufen, insbesondere von der Athletentribüne, begleitet.
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Reaktionen und Kritik
Der Vorfall löste in der Schwimmwelt gemischte Reaktionen aus. Während einige Sun Yangs Verhalten kritisierten, zeigten andere Verständnis für seine Frustration. Jacob Heidtmann lobte Duncan Scott für sein Zeichen des Protests: „Ich bin froh, dass endlich mal jemand ein Zeichen gesetzt hat.“
Die Kontroverse um Sun Yang wirft Fragen nach der Integrität des Sports und dem Umgang mit Dopingsündern auf. Es bleibt abzuwarten, wie der Internationale Sportgerichtshof CAS in der Dopingaffäre entscheiden wird und welche Konsequenzen dies für Sun Yang haben wird.
Weitere Ereignisse bei der WM
Neben der Kontroverse um Sun Yang gab es auch positive Nachrichten aus deutscher Sicht. Freiwasser-Staffelweltmeisterin Sarah Köhler gewann die Silbermedaille über 1500 m im Becken von Gwangju. „Ich war überrascht von der Zeit, denn ich habe mich schlechter gefühlt als gestern“, sagte Köhler im ZDF. Sie konnte jedoch nicht mit der italienischen Siegerin mithalten.
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