Das sympathische Nervensystem: Terminologie, Funktion und Zusammenspiel mit dem Parasympathikus

Das autonome Nervensystem, oft auch als vegetatives Nervensystem bezeichnet, steuert lebenswichtige Körperfunktionen, die nicht willentlich beeinflusst werden können. Es reguliert die Tätigkeit innerer Organe wie Herz, Lunge, Blutgefäße, Magen, Darm, Galle, Urogenitalsystem und Drüsen und spielt eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung von Blutdruck, Atmung, Herzfrequenz, Wasserhaushalt und Blutzuckerspiegel. Das autonome Nervensystem gliedert sich in zwei Hauptkomponenten: das sympathische und das parasympathische System. Dieser Artikel beleuchtet das sympathische Nervensystem (Sympathikus), seine Funktionen, seine Interaktion mit dem Parasympathikus und die zugehörige englische Terminologie.

Grundlagen des sympathischen Nervensystems

Der Sympathikus ist neben dem Parasympathikus und dem enterischen Nervensystem (Darmnervensystem) ein Teil des vegetativen Nervensystems. Es ist vor allem für die Steuerung der "Kampf-oder-Flucht"-Reaktion des Körpers verantwortlich.

Englische Terminologie

Die englische Bezeichnung für das sympathische Nervensystem ist "sympathetic nervous system". Der Begriff "Sympathikus" selbst wird im Englischen oft als "sympathetic" übersetzt.

Anatomie und Aufbau

Die Nervenfasern des Sympathikus entspringen im thorakalen und lumbalen Rückenmark. Die Radix anterior gibt Äste (Rami communicantes albi) an die sympathischen Grenzstränge ab. Diese enthalten 12 Ganglia thoracica (Ganglion cervicale inferior und das 1.). Die Bauch- und Beckenorgane werden von den Nn. splanchnici erreicht. Zu den Nn. splanchnici lumbales ziehen zum Plexus hypogastricus inferior.

Funktion des Sympathikus

Der Sympathikus wird hauptsächlich mit leistungsfördernden (ergotropen) Signalen in Verbindung gebracht. Seine Aktivierung führt zu einer Reihe von physiologischen Reaktionen, die den Körper auf erhöhte Aktivität und Stress vorbereiten:

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  • Erhöhung der Herzfrequenz und des Blutdrucks: Der Sympathikus steigert die Herzfrequenz (positiv chronotrop) und die Kontraktionskraft des Herzens, was zu einem erhöhten Blutdruck führt.
  • Erweiterung der Bronchien: Die Bronchien werden erweitert, um die Sauerstoffaufnahme zu verbessern.
  • Freisetzung von Energie: Glykogen wird in Glukose umgewandelt, um dem Körper schnell verfügbare Energie bereitzustellen.
  • Umleitung des Blutflusses: Der Blutfluss wird von weniger wichtigen Organen (z. B. Verdauungstrakt) zu Muskeln und Gehirn umgeleitet.
  • Hemmung der Verdauung: Die Verdauungsaktivität wird reduziert, da sie in Stresssituationen als weniger wichtig erachtet wird.
  • Pupillenerweiterung: Die Pupillen erweitern sich, um mehr Licht einzulassen und die Wahrnehmung zu schärfen.
  • Schweißproduktion: Die Schweißproduktion wird angeregt, um den Körper vor Überhitzung zu schützen.

Zusammenspiel mit dem Parasympathikus

Der Sympathikus und der Parasympathikus wirken oft antagonistisch, um ein Gleichgewicht im Körper aufrechtzuerhalten. Während der Sympathikus den Körper auf Aktivität und Stress vorbereitet, fördert der Parasympathikus Ruhe, Verdauung und Erholung (trophotrope Signale).

Vergleich von Sympathikus und Parasympathikus

FunktionSympathikusParasympathikus
HerzfrequenzErhöhtSenkt
BlutdruckErhöhtSenkt
AtmungBeschleunigtVerlangsamt
VerdauungHemmtFördert
PupillenErweitertVerengt
BronchienErweitertVerengt
SchweißdrüsenAktiviertKeine Wirkung

Vagotonie

Vagotonie (Synonyme: Trophotropie, Parasympathikotonie) bezeichnet einen Zustand des vegetativen Nervensystems, bei dem das Gleichgewicht zwischen Sympathikus und Parasympathikus dauerhaft in Richtung des Parasympathikus verschoben ist.

Klinische Bedeutung

Störungen des sympathischen Nervensystems können zu verschiedenen gesundheitlichen Problemen führen:

  • Hypertonie: Eine Überaktivität des Sympathikus kann zu Bluthochdruck (Hypertonie) beitragen.
  • Horner-Syndrom: Eine Schädigung der sympathischen Nerven einer Gesichtsseite kann zum Horner-Syndrom führen, das sich durch eine verengte Pupille, ein hängendes Augenlid und vermindertes Schwitzen auf der betroffenen Seite äußert.
  • VNS-Dysfunktion (Dysautonomie): Eine Dysfunktion des autonomen Nervensystems kann zu einer Vielzahl von Symptomen führen, da die Steuerung der Organfunktionen beeinträchtigt ist. Dies kann durch verschiedene Faktoren wie Verletzungen, Krankheiten (z. B. Paraneoplastische Syndrome und M. Parkinson) oder genetische Mutationen verursacht werden.

Pharmakologische Beeinflussung

Die Aktivität des sympathischen Nervensystems kann durch verschiedene Medikamente beeinflusst werden:

  • Sympathomimetika: Diese Medikamente aktivieren die Rezeptoren des Sympathikus und verstärken dessen Wirkung.
  • Sympatholytika: Diese Medikamente blockieren die Rezeptoren des Sympathikus und hemmen dessen Wirkung.
  • Parasympatholytika: Neurotrope Spasmolytika wirken durch Rezeptorblockade des Parasympathikus (Parasympatholytikum) oder durch Rezeptoraktivierung des Sympathikus (Sympathomimetikum). Bei Anwendung überwiegt aufgrund der Hemmung des Parasympathikus dann der Einfluss des Sympathikus.

Forschung und Perspektiven

Die Erforschung des sympathischen Nervensystems ist weiterhin ein wichtiges Gebiet, um die komplexen Zusammenhänge zwischen Nervensystem und Organfunktionen besser zu verstehen. Neue Erkenntnisse könnten zur Entwicklung gezielter Therapien für verschiedene Erkrankungen beitragen, die mit einer Fehlfunktion des autonomen Nervensystems einhergehen.

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