Die Welt der Wissenschaft ist komplex und vielschichtig. Umso wichtiger ist es, komplizierte Themen verständlich aufzubereiten. Sendungen wie "Quarks" und Podcasts wie "Synapsen" leisten hier wertvolle Arbeit. Sie erklären wissenschaftliche Phänomene und Erkenntnisse auf eine Art und Weise, die sowohl für Laien als auch für Experten zugänglich ist. Dieser Artikel beleuchtet einige Beispiele, wie diese Formate komplexe Themen wie Neurowissenschaften, Medizin und Umwelt aufgreifen und verständlich machen.
Die Funktionsweise des Gehirns: Lernen, Vergessen und Hypnose
Lernen und Synapsen
Das Leben ist ein fortwährender Lernprozess. Dieser beginnt bereits vor der Geburt und verläuft oft automatisch. Fähigkeiten wie Laufen, Sprechen und soziales Verhalten werden meist unbewusst erlernt. Das Gehirn spielt dabei eine zentrale Rolle. Wenn ein Sinneseindruck aufgenommen wird, entstehen oder verstärken sich neuronale Verknüpfungen, sogenannte Synapsen.
Lernen bedeutet, dass Synapsen angeregt und trainiert werden, wobei Proteine in den Nervenzellen eingelagert werden. Je stabiler diese Proteine verankert sind, desto nachhaltiger ist der Lernvorgang. Lernen ist jedoch auch ein psychischer Prozess, der das Erinnern und Abrufen von Erinnerungen umfasst. Dabei werden Umweltreize wahrgenommen und bewertet, Vorerfahrungen hinzugezogen und Muster erkannt.
Es gibt verschiedene Arten des Lernens:
- Implizites Lernen: Das unbewusste Erlernen von Fähigkeiten wie Greifen, Sprechen und Laufen.
- Intentionales Lernen: Das gezielte Lernen in Bildungseinrichtungen wie Kitas, Schulen, Ausbildungsbetrieben und Hochschulen.
Eine Herausforderung für Lerninstitutionen besteht darin, individuelle Lernmethoden für eine Vielzahl von Menschen zu finden.
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Vergessen als notwendiger Prozess
Dinge, Namen und Termine zu vergessen, wird oft als Fehler des Gedächtnisses angesehen. Tatsächlich ist Vergessen jedoch ein wichtiger Prozess für das Gehirn. Nur so kann es Informationen sortieren und entscheiden, was wichtig und unwichtig ist. Das Gehirn benötigt ständig Platz für neue Informationen. Wie ein Spamfilter sortiert es irrelevante Informationen aktiv aus.
Die meisten Synapsen werden bereits in ihrer Entstehung durch ein Protein blockiert, um zu verhindern, dass sich Nervenzellen unnötig miteinander verbinden. Wie genau die Auswahl von Informationen und deren Speicherung und Abruf funktioniert, ist noch weitgehend ungeklärt.
Es gibt auch Menschen, die kaum etwas vergessen. Ein Beispiel ist Jill Price, die sich seit ihrem 14. Lebensjahr an fast alles erinnert, was sie erlebt hat. Wissenschaftler haben sie intensiv untersucht, um die Mechanismen ihres außergewöhnlichen Gedächtnisses zu verstehen.
Hypnose und Gehirnaktivität
Die Forschung zur Hypnose zeigt interessante Einblicke in die Funktionsweise des Gehirns. Studien haben gezeigt, dass Hypnose die Gehirnaktivität beeinflussen und die Wahrnehmung verändern kann.
Farbwahrnehmung unter Hypnose:In einer Studie an der Harvard Universität wurde die Gehirnaktivität bei der Farbwahrnehmung unter Hypnose untersucht. Dabei wurden Testpersonen Bilder mit grauen oder farbigen Formen gezeigt. Unter Hypnose zeigten rechtshändige Testpersonen neuronale Aktivitäten in beiden Gehirnhälften, während bei nicht hypnotisierten Probanden nur die rechte Gehirnhälfte aktiv war.
Schmerzwahrnehmung unter Hypnose:An der Universitätsklinik Lüttich wurde die Wirkung der hypnotischen Anästhesie untersucht. Dabei wurde Testpersonen ein Heizdraht auf den Arm geklebt, um die individuelle Schmerzgrenze zu testen. Unter Hypnose schätzten die Testpersonen den empfundenen Schmerz deutlich geringer ein.
Die Forschungen haben gezeigt, dass unter Hypnose zusätzliche Hirnareale aktiv sind, die für die Schmerzabwehr und die emotionale Bewertung des Schmerzes zuständig sind.
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Lernen unter Hypnose:Auch beim Lernen von Wortpaarassoziationen wurden Veränderungen der kognitiven Verarbeitung unter Hypnose festgestellt. Unter Hypnose konnten die Forscher die Beteiligung eines zusätzlichen Areals feststellen, dem occipitalen präfrontalen Cortex. Die Aktivität im präfrontalen Cortex verstärkte sich.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass unter Hypnose eher eine bildhafte Verarbeitung stattfindet. Dies steht im Einklang mit dem freudschen Modell des Primär- und Sekundärprozesses.
Genetische Faktoren:Neueste Untersuchungen haben ergeben, dass es eine Korrelation zwischen bestimmten genetischen Eigenschaften und der Hypnotisierbarkeit gibt. Eine wichtige Rolle scheint hierbei der Neurotransmitter Dopamin zu spielen.
Medizinische Mythen und Fakten: Erkältungsmittel, ADHS und Schönheitsideale
Erkältungsmittel auf dem Prüfstand
Bei Erkältungen greifen viele Menschen zu Medikamenten aus der Apotheke. Doch können Erkältungsmittel wie Gelomyrtol, ACC Akut oder Sinupret die Erkältung wirklich bekämpfen? Oder beruht ihre Wirkung hauptsächlich auf dem Placeboeffekt?
ADHS: Mehr als nur eine Aufmerksamkeitsstörung?
Die Diagnose ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Kritiker bemängeln, dass die Ursachen für Unaufmerksamkeit und Hyperaktivität oft zu stark im Individuum gesucht werden, anstatt auch Umweltfaktoren zu berücksichtigen.
Es gibt auch Bedenken hinsichtlich der Verdinglichung der Diagnose. Sätze wie "Mein ADHS macht mich unaufmerksam" erwecken den Eindruck, als sei ADHS ein Ding mit eigenen kausalen Kräften. Tatsächlich ist ADHS jedoch eine Sammlung von Symptomen, die von Fachleuten definiert werden.
Schönheitsideale und ihre Risiken
Der Markt für Schönheits-Eingriffe boomt, birgt aber auch Risiken. Sogenannte Aquafiller können giftige Inhaltsstoffe enthalten und im Körper wandern. Es ist wichtig, sich über die Risiken von Schönheitsbehandlungen zu informieren und sich von qualifizierten Ärzten beraten zu lassen.
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Long Covid: Ursachen, Therapien und Perspektiven
Auch Jahre nach Beginn der Corona-Pandemie leiden noch immer viele Menschen an Long Covid. Die Symptome sind vielfältig und die Ursachen noch nicht vollständig geklärt. Es gibt jedoch erste vielversprechende Therapieansätze, wie beispielsweise die Immunadsorption.
Der Einfluss der Umwelt auf unsere Gesundheit: Ozeane und Musik
Die Ozeane und ihre Bedeutung für die Gesundheit
Die Ozeane bedecken etwa 70 Prozent der Erdoberfläche und spielen eine wichtige Rolle für das Klima und die Gesundheit der Menschen. Die Verschmutzung der Meere, Überfischung und Munitionsreste in der Ostsee haben negative Auswirkungen auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit.
Es ist wichtig, die Ozeane zu schützen und nachhaltige Lösungen für die Probleme zu finden.
Musik als Medizin
Musik kann auf vielfältige Weise auf das Gehirn wirken und positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Studien haben gezeigt, dass Musik die Wundheilung fördern, Stress reduzieren und Menschen mit Sprachverlust wieder zum Sprechen bringen kann.
Musiktherapie wird bereits in einigen Kliniken präventiv eingesetzt. Die Wahl der Musikrichtung ist dabei individuell, da manche Menschen von Death Metal oder Roy Black mehr profitieren als von Mozart.
Die Bedeutung von Wissenschaftskommunikation
Komplexe wissenschaftliche Themen verständlich zu erklären, ist eine wichtige Aufgabe. Sendungen wie "Quarks" und Podcasts wie "Synapsen" tragen dazu bei, Wissen zu vermitteln und das Interesse an Wissenschaft zu fördern. Sie helfen, Mythen und Falschinformationen aufzuklären und eine fundierte Meinungsbildung zu ermöglichen.
Es ist jedoch wichtig, kritisch zu hinterfragen und verschiedene Perspektiven zu berücksichtigen. Wissenschaftliche Erkenntnisse sind oft vorläufig und können sich im Laufe der Zeit ändern.