Metronidazol: Nebenwirkungen, Anwendung und Alternativen

Metronidazol ist ein Antibiotikum und Antiparasitikum, das zur Behandlung verschiedener Infektionen eingesetzt wird. Es wirkt gegen anaerobe Bakterien und Protozoen. Der folgende Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Metronidazol, einschließlich seiner Anwendungsgebiete, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen.

Was ist Metronidazol?

Metronidazol ist ein verschreibungspflichtiges Antibiotikum aus der Gruppe der Nitroimidazole. Es wird zur Behandlung von Infektionen verwendet, die durch anaerobe Bakterien oder Protozoen verursacht werden. Anaerobier sind Mikroorganismen, die ohne Sauerstoff überleben können. Nitroimidazole werden durch bakterielle Enzyme zu sogenannten Nitroso-Radikalen verstoffwechselt, die die DNA der Erreger angreifen.

Anwendungsgebiete von Metronidazol

Metronidazol wird bei Infektionen mit anaeroben Bakterien hauptsächlich in folgenden Bereichen eingesetzt:

  • Entzündungen im Mund-, Kiefer- und Hals-Nasen-Ohren-Bereich
  • Infektionen des Magen-Darm-Trakts mit Helicobacter pylori
  • Bakterielle Vaginose
  • Darminfektionen mit Giardiasis (Giardien) oder Amöbiasis (Amöbenruhr)
  • Infektionen der Geschlechtsorgane mit Trichomonaden

Trichomonaden werden überwiegend beim Geschlechtsverkehr übertragen, weshalb Sexualpartner immer mitbehandelt werden sollten.

Als Salbe oder Creme wird Metronidazol zur Behandlung von Hauterkrankungen wie Rosacea, perioraler Dermatitis (Mundrose) sowie von Ekzemen und Abszessen verwendet. Bei einem Hautabszess liegt häufig eine bakterielle Infektion vor. Bei Rosacea wird - neben weiteren Faktoren - eine verstärkte Besiedelung mit Haarbalgmilben als Auslöser vermutet.

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Dosierung und Einnahme von Metronidazol

Die Dosierung von Metronidazol kann je nach Schweregrad und Art des Infekts sehr unterschiedlich ausfallen. Metronidazol-Tabletten gibt es in den Wirkstoffstärken 125 mg, 250 mg, 400 mg und 500 mg. Die folgenden Dosierungsangaben stellen deswegen lediglich eine allgemeine Richtlinie dar. Die genaue Dosierung sollte immer ärztlich besprochen sowie die Angaben der Packungsbeilage beachtet werden.

Die Behandlungsdauer beträgt bei innerlicher Anwendung in der Regel drei bis sieben Tage und sollte zehn Tage nicht überschreiten.

  • Unkomplizierte Infektionen können durch die Gabe von dreimal 200 mg Metronidazol täglich für fünf bis sieben Tage behandelt werden. Wird der Wirkstoff höher dosiert (ein bis zwei Gramm), kann ein Einnahmezeitraum von einem bis drei Tagen ausreichend sein.
  • Bei komplizierten Infektionen werden zu Beginn zwischen 1,6 und zwei Gramm Metronidazol, danach für fünf bis sieben Tage jeweils ein Gramm verabreicht. Unter komplizierte Infektionen fallen unter anderem Entzündungen der Gebärmutterschleimhaut, der Eierstöcke und des Bauchfells, Entzündungen im Mund- und Kieferbereich sowie solche im Hals-Nasen-Ohren-Bereich.
  • Bei Kindern wird die jeweilige Dosis je nach Körpergewicht und Erkrankung individuell festgelegt. Meist bekommen Kinder zwischen 35 und 50 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht.
  • Bei Infektionen mit dem Bakterium Helicobacter pylori ist eine Kombinationstherapie mit einem weiteren Antibiotikum (Tetracyclin), einem Protonenpumpenhemmer (Omeprazol oder Pantoprazol) sowie Bismut angezeigt.
  • Metronidazol-Creme wird in der Regel zweimal täglich über einen durchschnittlichen Zeitraum von zwölf Wochen angewendet.

Bakterielle Vaginose und Trichomoniasis

Eine bakterielle Vaginose oder Trichomoniasis kann unter Umständen bereits durch eine Einmaldosis von zwei Gramm Metronidazol behandelt werden.

Alternativ empfiehlt sich bei bakterieller Vaginose die Einnahme von täglich einem Gramm des Arzneimittels (aufgeteilt auf zwei bis drei Einzeldosen) über sieben Tage.

Nach dem gleichen Einnahmeschema kann bei Trichomoniasis eine Dosis zwischen 0,8 und 1,6 Gramm Metronidazol verabreicht werden.

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Als Alternative zu Tabletten ist auch eine Therapie mit Vaginalzäpfchen oder -cremes möglich. Diese werden einmal täglich, am besten vor dem Schlafengehen und je nach Wirkstärke für ein bis sechs Tage angewendet.

Nebenwirkungen von Metronidazol

Die Einnahme von Metronidazol kann mit verschiedensten Nebenwirkungen verbunden sein. Entscheidend ist neben der Dosis und der Länge der Einnahme auch die Darreichungsform.

Bei der äußerlichen und vaginalen Anwendung von Metronidazol in Form von Salbe, Creme oder Zäpfchen kommt es häufig zu trockener oder geröteter Haut, Juckreiz, Brennen oder Hautreizungen. Allergische Hautreaktionen (Kontaktdermatitis) sind möglich, wobei die Häufigkeit nicht bekannt ist. In diesem Fall ist das Medikament abzusetzen.

Bei Tabletten oder Infusionen sind deutlich mehr Nebenwirkungen möglich. Die folgenden unerwünschten Effekte können grundsätzlich auch bei einer vaginalen Anwendung auftreten, da der Wirkstoff bei dieser Anwendungsform zu 20 Prozent in den Blutkreislauf übergeht. Jedoch ist etwas seltener mit Nebenwirkungen zu rechnen.

Häufig löst Metronidazol diese Nebenwirkungen aus:

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  • Entzündung der Mundschleimhaut (Stomatitis) oder der Zunge (Glossitis)
  • Geschmacksstörungen (metallischer Geschmack im Mund)
  • Zungenbelag
  • Bitteres Aufstoßen
  • Magen-Darm-Beschwerden wie Appetitlosigkeit, Magendrücken, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall
  • Harmlose Dunkelfärbung des Urins (ursächlich ist ein Stoffwechselprodukt)

Gelegentlich treten unter anderem Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Schlafstörungen, Schwächegefühl, Benommenheit, veränderte Blut- und Leberwerte, Blasenprobleme und Genitalpilzinfektionen auf.

Gefährliche, zum Teil lebensbedrohliche Nebenwirkungen sind möglich, aber sehr selten. Dies können unter anderem starke, über Wochen anhaltende Durchfälle, schwere allergische Reaktionen oder Nervenstörungen sein.

Langzeitfolgen: Ist Metronidazol krebserregend?

Ob Metronidazol gefährlich ist, weil es Krebs begünstigen könnte, wird seit längerer Zeit diskutiert. In Laborversuchen mit Mäusen und Ratten trat eine erhöhte Rate an Tumoren auf, insbesondere an den Lymphknoten und in der Lunge. Allerdings erhielten die untersuchten Tiere das Mittel über längere Zeit in hohen Dosen. Ähnliches wurde vereinzelt bei sehr jungen Patient*innen beobachtet, allerdings nicht im Rahmen einer klinischen Studie.

Metronidazol wird daher als möglicherweise krebserregend eingestuft. Allerdings ist hierzu noch weitere Forschung notwendig.

Gegenanzeigen

Metronidazol ist kontraindiziert, wenn eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff bekannt ist.

Wechselwirkungen

Auch die Wechselwirkungen hängen von der jeweiligen Darreichungsform ab. Bei einer äußerlichen Anwendung mit Metronidazol-Creme sind keine Wechselwirkungen zu erwarten. Welche Wechselwirkungen in Ihrem Fall auftreten können, klären Sie bitte mit IhremIhrer ArztÄrztin oder in der Apotheke ab. Alternativ kann Ihnen auch ein Blick in die Packungsbeilage weiterhelfen.

Generell können unter anderem mit folgenden Arzneistoffen Wechselwirkungen auftreten:

  • Schlafmittel
  • Lithium
  • Disulfiram (Mittel zur Alkoholentwöhnung)
  • Mariendistel (bei Lebererkrankungen)
  • Den Chemotherapeutika Busulfan und 5-Fluorouracil

Menschen, die mit bestimmten Antikoagulantien (gerinnungshemmende Mittel wie Warfarin) behandelt werden, müssen bei einer Einnahme von Metronidazol neu eingestellt werden. Dies ist nötig, da das Antibiotikum die gerinnungshemmende Wirkung der Medikamente verstärken kann.

Metronidazol und Alkohol

Während der Behandlung mit Metronidazol darf kein Alkohol getrunken werden. Metronidazol führt zu einer Alkoholunverträglichkeit, was Symptomen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen und Hautrötungen auslösen kann.

Metronidazol während Schwangerschaft und Stillzeit

Die Studienlage dazu, ob der Wirkstoff schädlich für ungeborene oder neugeborene Babys sein könnte, ist noch nicht abschließend bewertbar. Allgemein geht man derzeit nicht davon aus, dass Metronidazol eine fruchtschädigende Wirkung hat. Deshalb darf das Medikament auch in der Schwangerschaft eingenommen werden, wenn es eine Notwendigkeit dafür gibt.

Welche Metronidazol-Alternativen gibt es?

Metronidazol ist für die genannten Anwendungsgebiete sehr gut wirksam. Für Menschen, die es nicht einnehmen dürfen, gibt es jedoch Alternativen. Das sind zum Beispiel andere Wirkstoffe aus der Gruppe der Nitroimidazole, Clindamycin oder Azithromycin. Welcher Arzneistoff jeweils geeignet ist, hängt von dem zugrundeliegenden Infekt beziehungsweise der Art der Erreger ab.

Antimykotika: Eine Ergänzung bei Pilzinfektionen

Antimykotika sind Medikamente, die bei Pilzinfektionen zum Einsatz kommen. Häufige Pilzinfektionen sind allgemeine Hautpilze, Fuß- und Nagelpilz, Scheidenpilz oder andere Pilzinfektionen im Intimbereich. Auch innere Organe können betroffen sein. Die Gabe eines Antimykotikums ist als Tablette oder direkt als Salbe, Creme oder Lack zum Auftragen auf die infizierten Körperbereiche möglich.

Wie wirken Antimykotika?

Antimykotika wirken auf Bestandteile der Zellmembran des Pilzes. Das ist eine schützende Zellschicht, welche den Pilz umgibt und so nicht im menschlichen Körper vorkommt. Ein Beispiel dafür ist die Hemmung der Ergosterol-Herstellung. Ergosterol ist ein spezifischer Bestandteil der Pilzmembran und dafür zuständig, diese zu stabilisieren. Manche in Antimykotika vorkommenden chemischen Verbindungen wie Azole oder Thiocarbanate hemmen die Herstellung von Ergosterol. Allylamine, darunter Terbinafin oder Naftifin, wirken hingegen auf die Bildung von Ergosterol-Vorstufen. Einige wirken fungizid, das heißt sie töten die Pilze direkt ab.

Arten von Antimykotika

Antimykotika lassen sich in verschiedene Klassen einteilen:

  • Polyene: Sie durchlöchern die Membran der Pilzzellen und diese Zelle können sich nicht weiterentwickeln.
  • Imidazole: Sie stören die Verknüpfung von Ergosterin (einem Pilzzellmembranbestandteil). Dies verhindert die Vermehrung der Pilze.
  • Triazole: Wirken gleich wie die Imidazole.
  • Allylamine: Gleiche Wirkung wie Imidazole.
  • Morpholine: Gleiche Wirkung wie Imidazole.

Topische (direkt auf die betroffene Stelle aufzubringende) Antipilzmittel werden örtlich angewendet. Systemische Präparate werden über den Mund eingenommen (in Form von Tabletten, Saft) oder über Spritzen direkt in die Blutgefäße gegeben. Hier wirkt das Produkt im ganzen Körper. Sie werden meist für Pilzinfektionen im inneren angewendet, die z.B. Leber, Gehirn, Darm oder Lunge betreffen. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass ein Hautpilz/Nagelpilz nicht auf eine örtliche Behandlung anspricht oder sich weiter verbreitet.

Antipilzmittel werden je nachdem für bestimmte Pilzarten (Schmalspur-Antimykotika) oder mehrere verschiedene Pilze (Breitband-Antimykotika) verwendet.

Anwendung von Antimykotika bei verschiedenen Pilzinfektionen

  • Scheidenpilz: Viele Frauen leiden zumindest einmal an einem Scheidenpilz. Oft wird dieser mit Cremes aus der Gruppe der Imidazole, wie Clotrimazol, Miconazol oder Feniconazol sowie Polyen wie Nystatin behandelt. Zusätzlich können Zäpfchen oder Vaginaltabletten, die in die Scheide eingeführt werden, eingesetzt werden.
  • Nagelpilz: Im Allgemeinen wird der Nagelpilz erst einmal mit einem Nagellack (mit z.B. den Wirkstoffen Ciclopoli, Amorolfin, Nystatin) oder einer Salbe (z.B. Wirkstoff Bifonazol) in Kombination mit einem Harnstoffpräparat behandelt. Finger- und Fußnagelpilz lassen sich so recht gut behandeln.
  • Fußpilz: Zur Behandlung eines Fußpilzes können Cremes oder Salben mit den Wirkstoffen Clotrimazol, Bifonazol oder Terbinafin verwendet werden. Sollte die Pilzerkrankung weiterhin bestehen kann hier auf Antimykotika zum Einnehmen gewechselt werden.
  • Hautpilz: Die Wirkstoffe Terbinafin, Itraconazol und Fluconazol können wie zur Behandlung eines Fußpilzes auch zur Therapie einer Hautpilzinfektion verwendet werden.
  • Mundsoor: Ein Mundsoor ist eine Hefepilzinfektion, die sich mit den Wirkstoffen Miconazol oder Nastatin behandeln lassen. Sie werden in Mundgelen behandelt.
  • Darmpilz: Selbst gesunde Menschen können an einer Vermehrung von Darmpilzen leiden. Meist sind Darminfektionen durch die Gruppe der Candida-Pilze ausgezeichnet. Dies kann Folge durch eine Chemotherapie (auch Antibiotikagabe) oder einer Immunschwäche sein. Darmpilze können nicht mit Salben oder Cremes behandelt werden. Hier werden verschiedene Wirkstoffe wie Nystatin, Fluconazol, Amphotericin B oder Voriconazol verwendet.

Nebenwirkungen von Antimykotika

Arzneimittel können neben den gewünschten auch unerwünschte Wirkungen zeigen. Zu den möglichen Nebenwirkungen von Antimykotika gehören Magen-Darm-Beschwerden, allergische Reaktionen und Hautreizungen.

Wechselwirkungen von Antimykotika mit anderen Medikamenten

Die verschiedenen Wirkstoffe zur Behandlung einer Pilzerkrankung können zu Wechselwirkungen führen. Es ist wichtig, den Arzt zu informieren, wenn andere Medikamente verwendet werden, kürzlich verwendet wurden oder verwendet werden sollen. Zudem können wichtige Medikamentenwechselwirkungen online überprüft werden. Da diese Wirkstoffe einen sauren PH-Wert benötigen, um richtig aufgenommen zu werden, sollten sie nicht mit Medikamenten verwendet werden, die zur Behandlung von z.B. Sodbrennen eingesetzt werden. Medikamente zur Behandlung einer Entzündung oder Rheuma (Meloxicam) können ggf. die Wirkung beeinflussen.

Prävention von Pilzinfektionen

Um besonders Haut- oder Nagelpilze zu vermeiden, sollte auf Kleidung aus Naturfasern geachtet werden. Nach dem Schwimmen sollten die Füße immer gut abgetrocknet und mit einem vorbeugenden pilzhemmenden Spray eingesprüht werden. Bei Feststellung eines Haut- oder Nagelpilzes sollte dieser direkt behandelt werden.

Fluconazol: Ein Azol-Antimykotikum im Detail

Fluconazol gehört zur Gruppe der Azol-Antimykotika und wirkt gegen relativ viele verschiedene Arten von infektiösen Pilzen. Es blockiert ein für Pilze lebensnotwendiges Enzym, das an der Herstellung von Ergosterin beteiligt ist. Das Wachstum des Pilzes wird dadurch selektiv gebremst. Dabei wirkt Fluconazol auf einige Pilze wachstumshemmend (fungistatisch), auf andere sogar abtötend (fungizid).

Anwendungsgebiete von Fluconazol

Fluconazol wird zur Behandlung von Pilzinfektionen eingesetzt. Beispiele dafür sind der Befall der Mund-, Nasen- und Vaginalschleimhaut mit dem Hefepilz Candida albicans (z.B. bei Mundsoor, Scheidenpilz), Hautpilzerkrankungen (Dermatomykosen) und der Befall der Hirnhäute mit Coccidioides immitis (Kokzidioidomykose, auch als Tal- oder Wüstenfieber bekannt).

Die Therapie mit Fluconazol kann auch vorsorglich erfolgen, um bei immungeschwächten Patienten einer (erneuten) Pilz-Infektion vorzubeugen. Das wären beispielsweise Transplantationspatienten, Krebs- und HIV-Kranke.

Anwendung von Fluconazol

Fluconazol wird meist über den Mund (per oral) verabreicht, etwa in Form von Kapseln. Die Dosierung wird individuell festgelegt und liegt je nach Indikation zwischen 50 und 400 Milligramm täglich oder 150 Milligramm wöchentlich. Für Kinder und Menschen mit Schluckproblemen gibt es Fluconazol in Saft-Form.

Nebenwirkungen von Fluconazol

Bei einem von zehn bis hundert Behandelten treten Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall, Erbrechen, Hautausschlag und ein Anstieg der Leberenzyme im Blut auf.

Bei einem von hundert bis tausend Patienten sind Blutarmut, Appetitminderung, Schläfrigkeit, Schwindel, Krämpfe, Empfindungsstörungen, Verstopfung und andere Verdauungsbeschwerden, Muskelschmerzen, Fieber, Hautausschlag und Juckreiz möglich.

Wichtige Hinweise zu Fluconazol

Fluconazol darf nicht eingenommen werden bei:

  • gleichzeitiger Einnahme von Terfenadin (Antiallergikum), wenn die Fluconazol-Tagesdosierung 400 Milligramm oder mehr beträgt
  • gleichzeitiger Einnahme von Arzneistoffen, die das sogenannte QT-Intervall im EKG verlängern und über das Enzym CYP3A4 abgebaut werden (z.B. Erythromycin, Cisaprid, Astemizol, Pimozid und Chinidin)

Wechselwirkungen von Fluconazol

Der Wirkstoff Fluconazol hemmt in der Leber bestimmte Arzneistoff-abbauende Enzyme (namentlich CYP2C9, CYP2C19 und CYP3A4). Werden weitere Wirkstoffe gleichzeitig mit Fluconazol eingenommen, können deren Spiegel durch den verminderten Abbau stark ansteigen und giftige (toxische) Konzentrationen erreichen.

Beispiele hierfür sind das Antiallergikum Terfenadin, Pimozid (Mittel gegen Psychosen), Antibiotika wie Erythromycin sowie bestimmte Mittel gegen Herzrhythmusstörungen. Die gleichzeitige Anwendung muss vermieden werden oder erfordert eine Dosisanpassung.

Vorsicht ist zudem geboten, wenn zur selben Zeit Ciclosporin, Sirolimus oder Tacrolimus (Medikamente zur Verhinderung einer Transplantatabstoßung) eingenommen werden. Diese Wirkstoffe besitzen eine enge therapeutische Breite (es kommt leicht zur Überdosierung).

Eine Dosisanpassung ist auch in Kombination mit anderen Wirkstoffen eventuell erforderlich:

  • Antidepressiva wie Amitriptylin und Nortriptylin
  • Gerinnungshemmer wie Warfarin und Phenprocoumon
  • Mittel gegen Epilepsie und Krämpfe wie Carbamazepin und Phenytoin
  • Opioide wie Methadon, Fentanyl und Alfentanil
  • Asthma-Medikamente wie Theophyllin
  • Blutfettsenker wie Atorvastatin und Simvastatin
  • Schmerzmittel wie Celecoxib
  • bestimmte Krebsmedikamente wie Olaparib

Fluconazol in Schwangerschaft und Stillzeit

Die langfristige und hoch dosierte Einnahme von Fluconazol während der Schwangerschaft kann womöglich die Entwicklung des Kindes schädigen - auch wenn bisherige Beobachtungen gegen ein erhöhtes Missbildungsrisiko sprechen. Schwangere sollten den Wirkstoff trotzdem nur in dringenden Fällen und nur kurzfristig einnehmen, und zwar unter ärztlicher Aufsicht.

Der Wirkstoff Fluconazol geht in die Muttermilch über. Falls eine Behandlung bei Müttern erforderlich ist, kann aber trotzdem gestillt werden.

Sowohl für die Schwangerschaft als auch die Stillzeit gilt, dass bei einer Vaginalmykose (Scheidenpilz) eine lokale Therapie mit Clotrimazol, Miconazol oder Nystatin zu bevorzugen ist.

Weitere Erkrankungen im Intimbereich und ihre Behandlung

Neben bakteriellen und pilzbedingten Infektionen gibt es weitere Erkrankungen im Intimbereich, die Beschwerden verursachen können. Dazu gehören unter anderem Vulvodynie und Pudendusneuralgie.

Vulvodynie

Vulvodynie ist ein chronischer Schmerzzustand im Bereich des äußeren weiblichen Genitals, für den keine erkennbaren Ursachen gefunden werden können. Die Schmerzen sind zumeist Dauerschmerzen und betreffen diffus die gesamte Vulva oder nur eine bestimmte Stelle. Betroffen sind in der Regel junge Frauen.

Die Ursache für die Vulvodynie ist noch nicht genau geklärt, aber es wird angenommen, dass mehrere Faktoren an ihrer Entstehung beteiligt sind, darunter genetische Veranlagung, schwache Beckenbodenmuskulatur, komplizierte vaginale Geburten, Schädigung von Nerven im Beckenbereich, Störungen der Schmerzverarbeitung und Überempfindlichkeit gegen Bestandteile der eigenen Vaginalflora.

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