Talkshows sind ein beliebtes Format im deutschen Fernsehen. Sie bieten eine Plattform für Diskussionen, Interviews und Unterhaltung. Doch nicht immer läuft alles glatt. Im Laufe der Fernsehgeschichte kam es immer wieder zu Eklats, Ausrastern und ungewöhnlichen Vorfällen, die für Aufsehen sorgten.
Die Axt im Mediendschungel: Eskalation bei "Ende offen"
Ein frühes Beispiel für einen Talkshow-Eklat ereignete sich am 3. Dezember 1971 in der WDR-Live-Sendung "Ende offen". Nikel Pallat, Manager der Band Ton Steine Scherben, geriet mit dem Musikproduzenten Rolf-Ulrich Kaiser in Streit über die Kommerzialisierung alternativer Popmusik. Pallat warf Kaiser vor, sich "voll auf die Seite des Systems" zu stellen, da dieser einen Vertrag mit dem Musikverleger Peter Meisel abgeschlossen hatte.
In Rage griff Pallat zu einem Beil, das er mit in die Sendung gebracht hatte, und begann, auf den Tisch einzuhacken. Die Talkgäste wichen zurück. Kaiser kommentierte spöttisch, dass das Ganze eine Inszenierung sei, ein geplanter Skandal.
Striptease gegen Abtreibung: Karin Struck in der NDR-Talkshow
Ein ungewöhnlicher Protest fand in einer NDR-Talkshow statt, als die Schriftstellerin und Abtreibungsgegnerin Karin Struck sich halb entkleidete, sich Mikrofon und Sender vom Körper riss und beides ins Publikum warf. Anschließend warf sie noch ein Weinglas hinterher.
Lehrerhasser: Götz George vs. Thomas Gottschalk
Auch in Unterhaltungsshows wie "Wetten dass..?" kam es zu verbalen Auseinandersetzungen. Als Götz George im November 2003 in der Stadthalle von Graz auf Gottschalks Sofa saß, frotzelte er los: "Du verstehst wenig von Schauspielerei. Ich sitz halt nicht 40 Jahre auf einer Couch und nerve Leute." Gottschalk hielt dagegen.
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"Was erlauben Strunz": Giovanni Trapattoni aufbrausend
Der damalige Bayern-München-Trainer Giovanni Trapattoni sorgte am 10. März für einen denkwürdigen Wutausbruch auf einer Pressekonferenz. Nur zwei Tage zuvor hatte seine Mannschaft 0:1 gegen den FC Schalke 04 verloren und Trapattoni war mehr als unzufrieden darüber.
Zaubertinte für den Finanzminister
In der NDR-Talksendung "3 nach 9" vom 19. Februar 1982 spritzte SPD-Finanzminister Hans Matthöfer mit Zaubertinte aus einer Spritzpistole nass.
Nina Hagens Alien-Begegnung
Die Sängerin Nina Hagen unterbrach im Oktober 2007 in der ARD-Talksendung "Menschen bei Maischberger" minutenlang alle Redner und fabulierte über ihre angebliche Begegnung mit Außerirdischen. Sie behauptete, der Teufel kehre als Formwandler in Alien-Gestalt zurück - bis Bublath erklärte, die Runde sei ja eher eine "spezielle Therapieform" als eine Diskussion und ging.
"Tante Käthe sieht rot": Rudi Völlers Wutrede
Die Stimmung von DFB-Teamchef Rudi Völler war ohnehin schlecht am 7. September 2003. Gerade hatte seine Mannschaft im EM-Qualifikationsspiel gegen den Außenseiter Island nur 0:0 abschließen können. Doch nach Gerhard Dellings Anmoderation platzte Völler im Live-Interview der ARD mit Waldemar Hartmann endgültig der Kragen. Er beschimpfte die Kritik an seiner Mannschaft als "Käse" und "Scheiß".
Affenstark: Schimpanse im Studio
Nicht immer waren es Menschen, die Fernsehsendungen aufmischten. Am 16. Mai sorgte ein Schimpanse für Aufregung. Während des Gesprächs mit Moderator Dieter Kürten riss das Tier Weißmüllers Frau Maria vor laufenden Kameras die Perücke vom Kopf, biss Johnny Weißmüller in den Hals und pinkelte ihn an.
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Dauer-Ausfall: Max Schradin legt sich mit der Regie an
Während einer Call-in-Sendung von Kabel 1 legte sich Moderator Max Schradin mit der Regie an. Es war nicht der einzige Ausraster seiner Karriere: So beschimpfte er im Oktober 2007 in einer Gewinnspielsendung des Senders 9Live den Moderator einer Konkurrenzsendung als pädophil.
Wutbürger: Klaus Kinski in Rage
Schauspieler Klaus Kinski war gefürchtet für seine Wutausbrüche. Während einer Aufzeichnung am 29. November 1971 im Park für die ZDF-Sendung "Drehscheibe" geriet Kinski in Rage, als die Interviewerin ihn wiederholt in Denkpausen unterbrach.
Streit der Superreichen
In einer Talkshow gerieten zwei Superreiche aneinander. Doch statt zum Thema zu kommen, griffen die beiden sich gegenseitig verbal an. Mitten in der Debatte erhob sich Lebedew, ein ehemaliger KGB-Agent, plötzlich und schlug seinem Gegenüber ins Gesicht.
"Blood Diamonds are a girl's best friend?": Naomi Campbell schweigt
Im Interview mit "ABC News" wurde Naomi Campbell am 22. April 2010 auf den "Blutdiamanten" angesprochen, den sie von dem ehemaligen Diktator Charles Taylor erhalten haben soll und gefragt, weshalb sie bei der Untersuchung des Falls nicht kooperieren wollte. Campbell antwortete und sah die Interviewerin anschließend nicht mehr an.
Liebestoll: Tom Cruise in der "Oprah Winfrey Show"
Am 23. Mai 2005 erschien Tom Cruise in der "Oprah Winfrey Show" - und war völlig von der Rolle. Nur zwei Wochen später wiederholte er seinen peinlichen Auftritt sogar noch einmal - wie diese Aufnahme von Jay Lenos "Tonight Show" vom 8. Foto: ?
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Staatsgewalt: Schlägerei im ukrainischen Parlament
Nicht nur im Rahmen von Talkshows flogen im Fernsehen die Fäuste - immer wieder wurde in den vergangenen Jahren etwa über Ausraster im ukrainischen Parlament berichtet. Im Dezember 2010 brach im ukrainischen Parlament etwa anlässlich der Ermittlungen gegen die ehemalige Ministerpräsidentin Julija Timoschenko eine Massenschlägerei zwischen Abgeordneten der Regierungspartei und der Opposition aus.
Holzfällerhumor: Tom Green auf MTV
Ende der neunziger Jahre machte der kanadische Komiker Tom Green mit seinem anarchischen Late-Night-Format "Tom Green Show" auf dem Musiksender MTV auf sich aufmerksam. Der Mitarbeiter hatte sich kurz zuvor beschwert, seine Sendung sei eine "Verblödungsmaschine" und alles sei nur "Fake-Scheiße".
Kritik an Markus Lanz: Ein Moderator in der Kritik
Die Moderation von Markus Lanz steht immer wieder in der Kritik. Zuschauer bemängeln, dass er seine Gäste nicht ausreden lässt, sie unterbricht und seine eigene Meinung zu stark in den Vordergrund stellt. Einige fordern sogar seine Absetzung.
Einige Zuschauer werfen Lanz vor, seine Gäste vorführen zu wollen und seine eigene Meinung aufzuzwingen. Andere kritisieren seine Gesprächsführung als respektlos und ungebührlich. Es wird bemängelt, dass er seine Gäste ständig unterbricht, ihnen die Worte im Mund verdreht und seine Plattform missbraucht, um sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen.
Sandra Maischberger: Strategien gegen Eskalation
Sandra Maischberger, eine erfahrene Talkshow-Moderatorin, hat verschiedene Strategien entwickelt, um mit drohenden Eskalationen umzugehen. Sie versucht, die Situation zu beruhigen, indem sie einem anderen Gast eine Frage stellt oder das Thema wechselt. Wenn ein Gast sehr emotional ist, thematisiert sie dies und fragt nach den Gründen für die Aufregung.
Maischberger legt Wert darauf, ihre Gäste fair zu behandeln und sie ausreden zu lassen. Sie bereitet sich gründlich vor und versucht, die Bücher ihrer Gäste zu lesen oder ihre Filme anzusehen.
Die Rolle des Publikums: Mehr als nur "Schwenkfutter"
Das Publikum im Talk-Studio spielt eine wichtige Rolle. Es ist nicht nur "Schwenkfutter", über das die Kameras schwenken, sondern kann auch aktiv an der Show teilnehmen. In einigen Shows werden Zuschauer befragt oder dürfen Fragen an die Gäste stellen.
Allerdings wird die Zusammensetzung des Publikums oft manipuliert. Parteien versuchen, Claqueure im Publikum zu platzieren, die an den relevanten Stellen klatschen.