Der Kaiserschnitt, auch bekannt als "Bauchgeburt", ist ein bedeutender Fortschritt in der modernen Medizin, der für Mutter und Kind lebensrettend sein kann. Weltweit wächst jedoch die Kaiserschnittrate, was Fachleute zunehmend beunruhigt. In Deutschland kommt mittlerweile etwa jedes dritte Baby per Kaiserschnitt zur Welt, und in einigen Ländern ist die Kaiserschnittrate sogar noch höher.
Arten von Kaiserschnitten
Es gibt verschiedene Arten von Kaiserschnitten, die je nach Situation und Dringlichkeit des Eingriffs unterschieden werden:
Sekundärer Kaiserschnitt: Dieser wird durchgeführt, wenn der Geburtsprozess bereits begonnen hat, aber aus verschiedenen Gründen nicht voranschreitet. Gründe hierfür können sein:
- Die Geburt gerät ins Stocken und will trotz aller Hebammentricks nicht vorangehen.
- Das Baby liegt in Beckenendlage und kann nicht gedreht oder vaginal geboren werden.
- Es geht der Mutter oder dem Kind nicht gut (z. B. extreme Erschöpfung der Mutter oder schwächere Herztöne des Babys).
- Es liegt ein Notfall vor, der akute Lebensgefahr bedeutet (Notkaiserschnitt).
Geplanter (primärer) Kaiserschnitt: Dieser wird im Voraus geplant, wenn erwartet wird, dass eine vaginale Geburt ein gesundheitliches Risiko für Mutter und Kind darstellen würde. Der Eingriff wird in der Regel frühestens in der 39. Schwangerschaftswoche vorgenommen, um das Baby so weit wie möglich reifen zu lassen. Eine medizinische Indikation ist in jedem Fall erforderlich, d. h. die Operation muss von einem Arzt ausdrücklich befürwortet werden. Neben physischen Aspekten spielt auch die Psyche eine Rolle, z. B. wenn die werdende Mutter große Angst vor den Schmerzen und Risiken einer vaginalen Geburt hat.
Gründe für den Anstieg der Kaiserschnittrate
In den letzten Jahren ist der Wunsch nach einem geplanten Kaiserschnitt bei werdenden Müttern gestiegen. Viele sehen in der "Sectio caesarea", wie der Fachbegriff lautet, eine sichere, kontrollierbare und angenehmere Alternative zur vaginalen Geburt. Für Kliniken, die unter zunehmendem Personalmangel und hohem Druck arbeiten, ist dieser Wunsch oft willkommen, da ein Kaiserschnitt einfacher zu planen und wirtschaftlicher ist. Diese Faktoren sollten jedoch bei der Entscheidung für den Eingriff keine Rolle spielen. Dennoch kommt es vor, dass eine Sectio auch dann empfohlen wird, wenn sie aus medizinischer Sicht vermeidbar wäre.
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Risiken und Komplikationen eines Kaiserschnitts
Häufig wird angenommen, dass ein Kaiserschnitt als Routine-OP schneller, einfacher und mit weniger Risiken behaftet ist als eine vaginale Geburt, sowohl für die Mutter als auch für das Baby. Die eigentliche OP dauert bei komplikationslosem Verlauf nur etwa 15 bis 30 Minuten, mit Vorbereitung der Narkose und postoperativer Versorgung etwa eine Stunde. Wie bei einer vaginalen Geburt kann es jedoch bei Mutter und Kind zu Komplikationen und Langzeitfolgen kommen, sowohl physisch als auch psychisch.
Mögliche Komplikationen bei der Mutter
- Schmerzen nach der Geburt: Ein Kaiserschnitt wird meist unter Lokalanästhesie durchgeführt, außer in Notfällen, die eine Vollnarkose erfordern. Die Schmerzen nach der OP sollten allerdings nicht unterschätzt werden. Die Wunde ist tief, und auch die Rückbildung der Gebärmutter kann dadurch als schmerzhafter empfunden werden als bei einer vaginalen Geburt. Die Schmerzen lassen sich zwar mit stillfreundlichen Medikamenten wie Ibuprofen oder Paracetamol lindern, aber nicht immer ist die Wirkung ausreichend.
- Narbenbildung: Nach der Operation bleibt eine Narbe, die in der Regel am Unterbauch in der "Bikinifalte" verläuft. Diese Narbe verheilt meist unauffällig und unkompliziert, es kann allerdings auch mal zu Wundheilungsstörungen und Entzündungen kommen. Probleme wie Narbenwucherungen oder chronische Schmerzen im Narbenbereich können auftreten. In einigen Fällen kann die Narbe über eine lange Zeit empfindlich bleiben und bei bestimmten Bewegungen oder Belastungen Schmerzen verursachen. Außerdem kann sich der Bauch noch lange taub anfühlen.
- Verwachsungen im Bauchraum: Nicht nur die sichtbare Narbe kann Probleme bereiten, auch im Bauchraum bilden sich Narben. Nach einem Kaiserschnitt kommt es häufig, wie bei anderen Bauchoperationen auch, zu Verwachsungen und Verklebungen (Adhäsionen) im Bauchraum. Das passiert, wenn die Gewebeschichten, die während der Operation durchtrennt wurden, nicht sauber zusammenwachsen. Die ursprüngliche Beweglichkeit kann in solchen Fällen gestört sein und chronische Schmerzen und Verdauungsprobleme auslösen. In seltenen Fällen können Organe miteinander verwachsen. Leider ist die Diagnostik hier erschwert, denn die auftretenden Symptome, wie Ziehen und Schmerzen, können vielfältige Ursachen haben. Zudem sind die Verwachsungen in bildgebenden Verfahren nur schwer nachzuweisen. Eine sorgfältige, regelmäßige Kontrolle und Nachbehandlung des Narbenbereichs ist sehr wichtig und darf auf keinen Fall vernachlässigt werden.
- Längere Erholungsphase: Während Frauen bei einer vaginalen Geburt mit Wehenschmerzen und Dammverletzungen zu tun haben, kommt es bei frischgebackenen Müttern nach einer Kaisergeburt zu Schmerzen beim Aufstehen, Sitzen und Gehen. Sie sind dadurch in der ersten Zeit oft weniger mobil als Mütter, die ihr Baby vaginal geboren haben und brauchen für die Heilung etwas länger. Zusätzlich wird durch die ohnehin zum Zeitpunkt der Geburt veränderte Blutgerinnung das Risiko für eine Thrombose und eine damit einhergehende Lungenembolie erhöht. In der Regel bleiben sie etwa eine Woche in der Klinik.
- Schwierigkeiten beim Stillen: Mütter von Kaiserschnittbabys haben manchmal größere Schwierigkeiten beim Stillstart. Dies liegt zum Teil an den Schmerzen und der eingeschränkten Mobilität. Auch das verzögerte Anlegen des Babys, z. B. nach einer Vollnarkose, kann die ersten Stillversuche erschweren. Solche Probleme sind glücklicherweise sehr selten, sie sollten aber bei der Entscheidung für einen geplanten Kaiserschnitt bedacht werden, besonders wenn die Familienplanung noch nicht abgeschlossen ist.
- Plazentationsstörungen:
- Plazentaablösung: Wenn die Plazenta sich zu früh von der Gebärmutter löst, wird es gefährlich: Die Nährstoff- und Sauerstoffversorgung des Babys ist reduziert. Die Ablösung der Plazenta kann sich durch starke Unterleibsschmerzen, Blutungen und Kreislaufschock bemerkbar machen und ist ein Notfall, der eine sofortige Behandlung in der Klinik erfordert.
- Placenta praevia: Die Plazenta verdeckt ganz oder teilweise den Gebärmutterhals. Hier ist dann in der Regel ein weiterer Kaiserschnitt (Re-Sectio) notwendig.
- Placenta accreta: Die Plazenta verwächst mit der Gebärmuttermuskulatur und kann sich nach der Geburt nicht von allein lösen, das kann heftige Blutungen verursachen. Oft steht diese Plazentationsstörung im Zusammenhang mit einer Placenta praevia.
- Psychische Auswirkungen:
- Postpartale Depression: Studien zeigen, dass Frauen nach einem Kaiserschnitt häufiger an postpartalen Depressionen leiden als Frauen, die vaginal entbunden haben. Die Gründe dafür sind vielfältig: Die physische Erholung nach einem Kaiserschnitt dauert oft länger, was zu Erschöpfung und Frustration führen kann. Zudem können Frauen das Gefühl haben, dass sie versagt haben, weil sie ihr Baby nicht "richtig" gebären konnten. Diese negativen Gedanken und Gefühle können die Bindung zum Baby beeinträchtigen und zu psychischen Problemen führen.
- Trauma und posttraumatische Belastungsstörung (PTBS): Ein Kaiserschnitt kann für einige Frauen ein traumatisches Erlebnis sein, insbesondere wenn er unerwartet und unter Notfallbedingungen durchgeführt wurde. Frauen, die ein solches Trauma erleben, können Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung entwickeln, wie Flashbacks, Angstzustände und Schlafstörungen. Dieses Trauma kann die emotionale Bindung zum Baby und das Selbstwertgefühl der Mutter beeinträchtigen.
- Bindungsprobleme: Frauen, die eine ungeplante Bauchgeburt oder einen Notkaiserschnitt hatten, berichten häufiger von Schwierigkeiten, eine emotionale Bindung zu ihrem Baby aufzubauen. Das kann verschiedene Ursachen haben, darunter die physische Distanz nach der Geburt (beispielsweise, wenn das Baby sofort medizinisch versorgt werden muss oder die Mutter noch unter dem Einfluss der Vollnarkose steht). Um dem vorzubeugen, wird in den meisten Kliniken heute Sectio-Bonding angeboten. Dabei wird der Mutter das Baby auf die Brust gelegt, während das OP-Team die Operation beendet. Durch den direkten Hautkontakt sofort nach der Geburt wird die Ausschüttung des für die Bindung und das Stillen wichtige Hormon Oxytocin angeregt und die Bindung zwischen Mutter und Kind gestärkt. Falls die Mutter nach der Geburt nicht dazu in der Lage ist, kann auch der Partner oder die Partnerin das Bonding übernehmen und das Baby willkommen heißen. Glücklicherweise lässt sich das Bonding auch später noch nachholen. Eine intensive Betreuung, z. B. durch eine Hebamme oder auch durch professionelle Psychotherapeut:innen, ist sehr hilfreich. Häufig trauen sich betroffene Frauen aber nicht, über das Problem zu sprechen.
- Schuldgefühle: Manche Frauen, die einen geplanten Kaiserschnitt hatten, kämpfen später nach der Entbindung mit Schuldgefühlen. Sie fragen sich, ob sie die richtige Entscheidung getroffen haben oder ob sie ihrem Baby möglicherweise geschadet haben. Diese Schuldgefühle können durch gesellschaftliche Erwartungen und Urteile noch verstärkt werden.
Mögliche Probleme beim Baby
- Atemprobleme: Babys, die per Kaiserschnitt geboren werden, haben ein erhöhtes Risiko für Atemprobleme, insbesondere wenn der Eingriff vor dem errechneten Geburtstermin durchgeführt wird. Ab der 39. Schwangerschaftswoche mit zunehmender Lungenreife sinkt dieses Risiko allerdings wieder. Während einer vaginalen Geburt wird die Lunge des Babys durch den Geburtskanal "ausgepresst", was dabei hilft, Fruchtwasser aus der Lunge zu entfernen. Bei einem Kaiserschnitt entfällt dieser Prozess, was zu einer Ansammlung von Flüssigkeit in der Lunge führen kann.
- Beeinträchtigtes Immunsystem: Bei der vaginalen Geburt kommt das Baby in Kontakt mit der vaginalen und intestinalen Mikroflora der Mutter, was eine entscheidende Rolle für die Entwicklung des Immunsystems des Babys spielt. Kaiserschnittbabys kommen hingegen nicht mit dieser natürlichen Flora in Kontakt, was die Entwicklung einer gesunden Darmflora beeinträchtigen kann. Eine unausgewogene Darmflora wird mit einem erhöhten Risiko für Allergien, Asthma und anderen gesundheitlichen Problemen im späteren Leben in Verbindung gebracht.
- Verletzungen durch den Kaiserschnitt: Während eines Kaiserschnitts kann es zu physischen Verletzungen des Babys kommen. Diese können durch das Skalpell verursacht werden und reichen von kleinen Schnittverletzungen bis hin zu ernsteren Verletzungen. Solche Vorfälle sind zwar sehr selten, können aber vorkommen und zu Komplikationen führen. Auch wenn sie meist harmlos sind, sorgen sie für einen ordentlichen Schock bei der Mutter bzw. bei beiden Eltern.
Taubheitsgefühl im Bauch nach Kaiserschnitt: Ursachen und Dauer
Viele Frauen bemerken nach einem Kaiserschnitt ein Taubheitsgefühl im Bereich der Narbe. Dies ist eine häufige Nebenwirkung, die durch Nervenschäden während der Operation verursacht werden kann. Es handelt sich um eine vorübergehende Empfindungsstörung, die normalerweise einige Wochen oder sogar Monate andauern kann.
Ursachen für Taubheit
- Nervenschäden während des Eingriffs: Während des Kaiserschnitts können Nerven im Bauchbereich geschädigt werden, was zu vorübergehender Taubheit führen kann.
- Schwellung um die Narbe: Die Schwellung um die Narbe herum kann den Druck auf die Nerven erhöhen und zu Taubheit führen.
- Verwachsungen im Unterleib: In einigen Fällen kann es zu Verwachsungen im Unterleib kommen, die ebenfalls zu Taubheit führen können.
Symptome
Die Symptome der Taubheit nach einem Kaiserschnitt sind ein Verlust oder eine Verringerung der Empfindung im betroffenen Bereich. Betroffene beschreiben oft ein "pelziges Gefühl", Kribbeln oder ein "eingeschlafenes" Gefühl. Die Taubheit tritt in der Regel im Bereich der Narbe auf, kann sich jedoch auch auf benachbarte Bereiche ausbreiten.
Dauer
Die Dauer der Taubheit nach einem Kaiserschnitt kann von Frau zu Frau unterschiedlich sein. In den meisten Fällen dauert die Taubheit einige Wochen bis mehrere Monate an. Es gibt jedoch auch Fälle, in denen die Taubheit länger anhält. Dies kann auf schwerere Nervenschäden während des Eingriffs oder auf andere Faktoren wie Entzündungen oder Narbenbildung zurückzuführen sein.
Behandlung und Linderung von Taubheit nach Kaiserschnitt
Obwohl die Taubheit nach einem Kaiserschnitt unangenehm sein kann, ist sie in der Regel kein Grund zur Sorge. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Taubheit zu lindern und die Heilung zu fördern:
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1. Übungen und Massage zur Verbesserung der Durchblutung
Regelmäßige Übungen und Massagen können helfen, die Durchblutung im betroffenen Bereich zu verbessern und die Heilung zu fördern. Leichte Massage- und Bewegungsübungen können dazu beitragen, die Taubheit zu reduzieren. Eine sanfte Massage des Bereichs um die Narbe herum kann ebenfalls hilfreich sein.
Narbenpflege-Tipps:
- Sanftes Streichen: Beginne mit sanften, kreisenden Bewegungen und steigere allmählich die Tiefe.
- Kein Druck: Du musst nicht zu fest drücken - sanfte Berührungen sind oft effektiver.
- Geduld: Der Pflegeprozess kann zwischen 8 und 12 Wochen dauern. Sei geduldig und achte auf die Reaktionen deiner Haut.
- Beginne mit der Narbenpflege erst, wenn die Fäden entfernt wurden und dein Arzt oder deine Hebamme dir bestätigt haben, dass die Narbe ausreichend verheilt ist.
Massage-Technik:
- Ziel der Narbenpflege ist es, das Narbengewebe dehnungsfähiger und belastbarer zu machen. Massiere die Hautbereiche rund um die Narbe täglich und mindestens drei Monate lang. Hier ist eine Technik:
- Streiche mit den Fingern ober- und unterhalb der Narbe entlang.
- Fahre vorsichtig an der Narbe entlang.
- Reibe sanft auf und ab über der Narbe.
- Kombiniere diese Bewegungen für die beste Wirkung.
2. Medizinische Behandlungsmöglichkeiten
In einigen Fällen kann eine medizinische Behandlung erforderlich sein, um die Taubheit zu lindern. Dein Arzt kann dir bestimmte Medikamente verschreiben, um Entzündungen zu reduzieren oder die Nervenregeneration zu fördern.
3. Natürliche Hausmittel
Es gibt auch einige natürliche Hausmittel, die zur Reduzierung der Taubheit beitragen können. Zum Beispiel können kalte Kompressen oder warme Bäder helfen, Schwellungen zu reduzieren und die Durchblutung zu fördern. Aloe Vera Gel oder Arnika Salbe oder ein hochwertiges Olivenöl zur Narbenpflege können ebenfalls verwendet werden, um die Heilung zu unterstützen.
4. Weitere Tipps zur Unterstützung der Heilung
- Gesunde Ernährung: Eine gesunde Ernährung kann dazu beitragen, den Heilungsprozess nach einem Kaiserschnitt zu unterstützen und die Taubheit zu reduzieren. Achte darauf, eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen, Mineralstoffen und vor allem Antioxidantien zu haben. Es ist auch wichtig, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, um den Körper hydratisiert zu halten und die Durchblutung zu fördern.
- Unterstützung suchen: Wenn du unter Taubheit nach einem Kaiserschnitt leidest, ist es wichtig, Unterstützung von deinem Partner, deiner Familie und anderen Müttern zu suchen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Sie können dir emotionale Unterstützung bieten und dir helfen, mit den körperlichen Beschwerden umzugehen.
- Ruhe und Entspannung: Nimm dir auch Zeit für dich selbst und gönn dir regelmäßige Ruhepausen. Stress kann den Heilungsprozess beeinträchtigen, daher ist es wichtig, sich Zeit für Entspannung und Erholung zu nehmen. Nimm dir täglich etwa 15 Minuten Zeit für eine sanfte Narbenpflege.
- Austausch mit anderen Betroffenen: Es kann hilfreich sein, sich mit anderen Frauen auszutauschen, die ähnliche Erfahrungen mit Taubheit nach einem Kaiserschnitt gemacht haben. Online-Foren oder lokale Müttergruppen können gute Möglichkeiten sein, um sich mit anderen auszutauschen, Fragen zu stellen und Ratschläge zu erhalten.
5. Salben und Öle zur Narbenpflege
Zur Massage kannst du Narbencremes oder -salben verwenden, wie z. B.:
- Ringelblumensalbe (Calendula)
- Bachblütensalbe (Rescue-Salbe)
- Traumeel-Salbe
- Elektrolytsalbe
- Bepanthen® Narben-Gel
Alternativ eignet sich auch jede gut verträgliche Hautsalbe. Achte darauf, deine Hände gründlich zu waschen, bevor du die Salbe oder Creme aufträgst.
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6. Silikonpflaster und -gel
Silikonpflaster und -gele können helfen, die Wundheilung zu fördern und wulstige Narben zu reduzieren. Sie sind besonders nützlich, wenn du Probleme mit der Wundheilung hast.
7. Osteopathie
Osteopathie kann eine wirksame Methode zur Behandlung von Kaiserschnittnarben sein. Studien haben gezeigt, dass die osteopathische Behandlung die Narbenheilung verbessern und Schmerzen und Beschwerden reduzieren kann. Die Osteopathie wird die individuellen Bedürfnisse einer Frau berücksichtigen und die Behandlung wird daran angepasst. Mögliche Ziele einer Behandlung sind das Lockern des Narbengewebes als solches und auch umliegender, in Zusammenhang stehender, Strukturen sowie eine Durchblutungsförderung zur Unterstützung von Heilungs- und Umbauprozessen und eine dadurch entstehende Linderung der Schmerzen und Verbesserung der Funktion. Eine Behandlung kann schon relativ kurz nach der Geburt erfolgen, je nach Bedarf und Komplikation sollte dies im Fall individuell entschieden werden.
Kaiserschnittnarbe richtig pflegen
Eine Kaiserschnittnarbe braucht Zeit und die richtige Pflege, um gut zu verheilen. Hier sind einige Tipps, wie du deine Kaiserschnittnarbe optimal pflegen kannst:
- Saubere Versorgung der Wunde: Achte auf eine saubere Versorgung der Wunde, um mögliche postoperative Infektionen zu verhindern.
- Schweres Heben vermeiden: Vermeide in den ersten Wochen schweres Heben und ruckartige Bewegungen.
- Leichte Bewegungen: Leichte Bewegungen, die die Durchblutung anregen, fördern hingegen die Wundheilung.
- Narbenpflege: Wenn die Narbe äußerlich abgeheilt ist, kannst du mit der Narbenpflege beginnen. Hierzu eignen sich zum Beispiel leichte Massagen mit einer speziellen Creme für Narben.
- Passende Kleidung: Wähle weite Kleidung, die nicht auf den Nahtbereich drückt. Empfehlenswert sind die sogenannten Kaiserschlüpfer, extra hochgeschnittene Slips, die den Bauch schützen und halten.
- Duschen: In der Regel ist es kein Problem, einen Tag nach der Bauchgeburt wieder zu duschen. Gehe dabei sanft vor und vermeide es, über den Nahtbereich zu schrubben. Mit dem Baden solltest du warten, bis die Fäden gezogen wurden, die Wunde verheilt und der Wochenfluss beendet ist.
Wann zum Arzt?
Es ist wichtig, mit deinem Arzt oder deiner Hebamme über deine Symptome und Behandlungsoptionen zu sprechen, um die bestmögliche Unterstützung zu erhalten. Suche einen Arzt auf, wenn:
- Du Schmerzen, Rötungen oder Wundflüssigkeit an der Narbe feststellst.
- Du Fieber im Wochenbett hast.
- Du unter starken Schmerzen oder Verwachsungen an der Kaiserschnittnarbe leidest.
- Du dir Sorgen um deine psychische Gesundheit machst.
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