Taubheitsgefühl im Kopf durch Blutmangel: Ursachen, Symptome und Behandlung

Eine Anämie, im Volksmund auch als Blutarmut bekannt, kann vielfältige Symptome hervorrufen, darunter auch ein Taubheitsgefühl im Kopf. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung von Anämie, wobei besonderes Augenmerk auf die möglichen Zusammenhänge mit neurologischen Symptomen wie Taubheitsgefühlen gelegt wird.

Was ist Anämie?

Fachleute sprechen von einer Anämie (Blutarmut), wenn es dem Körper an bestimmten Blutbestandteilen mangelt. Es fehlt ihm dabei an rotem Blutfarbstoff (Hämoglobin) und/oder roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Dadurch sinkt der Anteil an Blutzellen (Hämatokrit). Anämie, auch bekannt als Blutarmut oder Blutmangel, liegt vor, wenn der Hämoglobin-Gehalt des Blutes vermindert ist oder zu niedrig ist. Hämoglobin, der rote Blutfarbstoff, ist entscheidend für die Bindung und den Transport von Sauerstoff durch die Blutbahn in die Körperzellen. Eine Anämie führt daher zu einer zu geringen Transportkapazität für Sauerstoff, was eine Unterversorgung der Körperzellen zur Folge hat. Dies äußert sich in verschiedenen Symptomen, da der Körper nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird.

Die Blutbildung ist ein komplexer Prozess, der im Knochenmark stattfindet und für die Sauerstoffversorgung des Körpers essenziell ist. Erythrozyten transportieren Sauerstoff über das Blut zu den Organen und Geweben, während Hämoglobin - der rote Blutfarbstoff in den Erythrozyten - diesen Sauerstoff bindet und freisetzt. Ist die Anzahl der Erythrozyten verringert oder das Hämoglobin zu niedrig, kann der Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Dies führt zu Symptomen wie Müdigkeit, Blässe, Schwindel und Konzentrationsproblemen.

Symptome einer Anämie

Eine Anämie entwickelt sich oft schleichend und bleibt anfangs unbemerkt. Weil der Körper mit weniger Sauerstoff versorgt wird, können verschiedene Organe und Gewebe nicht mehr optimal arbeiten. Die Symptome hängen von der Schwere der Blutarmut und der Ursache ab.

Mögliche Symptome einer Anämie sind:

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  • Müdigkeit und Erschöpfung, selbst nach ausreichendem Schlaf
  • Blasse Haut und Schleimhäute, insbesondere an Lippen, Augenlidern und Händen
  • Schwindel und Konzentrationsprobleme durch Sauerstoffmangel im Gehirn
  • Kurzatmigkeit und Herzrasen, vor allem bei Belastung
  • Kopfschmerzen und Ohrensausen
  • Kalte Hände und Füße durch mangelnde Durchblutung
  • Brüchige Nägel und Haarausfall besonders bei Eisenmangelanämie
  • Zungenbrennen oder Schluckbeschwerden kann bei Vitamin-B12- oder Eisenmangel auftreten
  • Taubheitsgefühle in Gliedmaßen oder im Gesicht können auf eine Durchblutungsstörung des Gehirns hindeuten.
  • Appetitlosigkeit, Zungenbrennen, Gedächtnisprobleme und Magen-Darm-Beschwerden wie Verstopfung oder Durchfall, Gewichtsverlust, Geruchs- und Geschmacksstörungen, Taubheitsgefühle, Gleichgewichtsstörungen (bei perniziöser Anämie, aufgrund von Vitamin-B12-Mangel)

In schweren Fällen kann es zu Ohnmachtsanfällen, Herzproblemen oder einer verminderten Leistungsfähigkeit kommen. Die Symptome hängen stark von der Ursache ab.

Verlauf einer Anämie

Auch der Verlauf einer Anämie hängt von der Ursache und der Schwere ab. Eine leichte Anämie ist häufig ein Zufallsbefund, während eine schwerere Form zu anhaltenden Symptomen wie Müdigkeit, Leistungsabfall und Kreislaufproblemen führt.

Mit Behandlung:

  • Eisenmangelanämie bessert sich durch Eisenpräparate und eine angepasste Ernährung meist innerhalb weniger Wochen.
  • Vitamin-B12- oder Folsäuremangelanämie kann durch Supplemente oder Injektionen gut behandelt werden.
  • Blutbildungsstörungen (z. B. aplastische Anämie) benötigen eine gezielte medizinische Therapie, oft mit Medikamenten oder Bluttransfusionen.
  • Chronische oder genetisch bedingte Anämien (z. B. Sichelzellanämie, Thalassämie) können lebenslange Behandlungen erfordern.

Ohne Behandlung:

  • Zunehmende Müdigkeit, Schwäche und Atemnot
  • Langfristige Organbelastung, weil das Herz stärker arbeiten muss, was das Risiko für Herzinsuffizienz erhöhen kann.
  • Eingeschränkte Gehirnfunktion, Konzentrationsprobleme und Gedächtnisschwäche
  • Schwere Mangelzustände verursachen irreversible Nervenschäden bei unbehandelter Vitamin-B12-Mangelanämie.
  • Erhöhte Infektanfälligkeit
  • Chronischer Sauerstoffmangel kann zudem das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.

Arten und Ursachen einer Anämie

Es gibt verschiedene Arten der Anämie, die auf unterschiedliche Ursachen zurückgehen.

  1. Eisenmangelanämie: Die häufigste Form der Anämie entsteht durch Eisenmangel, weil Eisen für die Bildung von Hämoglobin benötigt wird. Ursachen sind mangelnde Eisenaufnahme über die Nahrung, erhöhter Bedarf (z. B. Schwangerschaft, Wachstum) oder Blutverlust (z. B. starke Regelblutung, Magen-Darm-Blutungen). Typische Symptome sind Müdigkeit, Blässe und brüchige Nägel. Eine der häufigsten Ursache für Blutarmut ist die Eisenmangelanämie. Damit wird eine Blutarmut bezeichnet, die durch geringe oder entleerte Eisenspeicher verursacht wird. Das Knochenmark produziert dabei immer weniger rote Blutkörperchen, und wenn die Eisenreserven erschöpft sind, sind diese roten Blutkörperchen nicht nur in geringerer Zahl vorhanden, sondern auch viel kleiner. Dies führt dazu, dass die roten Blutkörperchen kleiner als gewöhnlich erscheinen und zu wenig roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) enthalten. Ohne ausreichend Hämoglobin kann der Körper nicht genügend rote Blutkörperchen herstellen. Ein Eisenmangel entsteht, wenn der Körper nicht genügend eisenhaltige Nahrung aufnimmt, das Eisen aus der Nahrung nicht gut verwerten kann (z.B. bei Zöliakie oder nach Magen-Bypass) oder einen erhöhten Eisenbedarf hat (z.B. Verminderte Eisenaufnahme (Malabsorption): Im Dünndarm, z.B.
  2. Vitamin-B12- und Folsäuremangelanämie (Megaloblastäre Anämie): Ein Mangel an Vitamin B12 oder Folsäure führt zu gestörter Zellteilung und vergrößerten, funktionsgestörten roten Blutkörperchen. Ursachen sind eine mangelhafte Ernährung, Aufnahmestörungen im Darm oder ein erhöhter Bedarf (z. B. Schwangerschaft). Ein unbehandelter Vitamin-B12-Mangel kann Nervenschäden mit Kribbeln und Taubheitsgefühlen verursachen. Sowohl Vitamin B12 (Cobalamin) als auch Folsäure sind essenziell für die Zellteilung und die Bildung von Blutzellen. Wenn dem Körper zu wenig dieser Vitamine zur Verfügung steht, kann er nicht genügend rote Blutzellen herstellen. Vitamin-B12-Mangel: Ein Vitamin-B12-Mangel kann bei Menschen auftreten, die sich vegan oder vegetarisch ernähren, da es schwierig sein kann, den Bedarf über die Nahrung zu decken. Folsäuremangel: Folsäure ist ein wichtiger Nährstoff für die Zellteilung und die Bildung von Blutzellen.
  3. Blutungsbedingte Anämie: Diese Form tritt durch akuten oder chronischen Blutverlust auf, wodurch dem Körper rote Blutkörperchen entzogen werden. Häufige Ursachen sind starke Menstruationsblutungen, Magen-Darm-Blutungen oder Blutungen nach Operationen oder Verletzungen. Die Symptome hängen von der Menge des Blutverlusts ab und reichen von leichter Müdigkeit bis hin zu Kreislaufproblemen. Plötzlicher, starker Blutverlust, z.B. infolge von Verletzungen, Operationen, Entbindungen oder gerissenen Blutgefäßen, kann zu Anämie führen. Auch chronische Blutungen über einen längeren Zeitraum können zu Blutverlust führen. Entstehen kann er durch Geschwüre, Polypen, Hämorrhoiden im Verdauungstrakt, Blasen- oder Nierentumoren, oder starke Menstruationsblutungen bei Frauen. Blutverlust: Akute oder chronische Blutungen, z. B. Akute Blutungen: Können plötzlich infolge einer Verletzung, während einer Operation, bei der Entbindung oder durch ein gerissenes Blutgefäß auftreten. Chronische Blutungen: Oft unbemerkt und tröpfchenweise über längere Zeiträume, beispielsweise durch innere Verletzungen oder Geschwüre im Verdauungstrakt (z.B. Polypen, Krebs, Hämorrhoiden, Magengeschwüre). Auch chronische Blutungen im Harntrakt (z.B.
  4. Hämolytische Anämie: Hierbei werden die roten Blutkörperchen zu früh abgebaut, bevor der Körper sie ersetzen kann. Ursachen sind Autoimmunerkrankungen, Infektionen, Medikamente oder erbliche Erkrankungen wie Sichelzellanämie oder Thalassämie. Typisch sind Gelbsucht (Ikterus), Müdigkeit und eine vergrößerte Milz. Eine hämolytische Anämie ist eine Form der Blutarmut, die durch einen übermäßigen Abbau oder eine übermäßige Zerstörung roter Blutkörperchen (Erythrozyten) entsteht. Normalerweise leben rote Blutkörperchen etwa 120 Tage, bevor sie von Fresszellen im Knochenmark, in der Milz und in der Leber entdeckt und zerstört werden. Bei einer hämolytischen Anämie werden die roten Blutkörperchen jedoch vorzeitig zerstört (Hämolyse). Das Knochenmark versucht, diesen Verlust auszugleichen, indem es schneller neue Zellen bildet. Wenn die Rate der Zerstörung der roten Blutkörperchen jedoch die Rate der Neubildung übersteigt, kommt es zu einer Anämie. Hämolytische Anämien sind seltener als Anämien, die durch starke Blutungen oder eine verminderte Bildung roter Blutkörperchen verursacht werden.
  5. Anämie bei chronischen Erkrankungen: Langfristige Erkrankungen wie Niereninsuffizienz, Rheuma oder Krebs können die Blutbildung im Knochenmark hemmen oder die Eisenverwertung stören. Diese Anämie entwickelt sich oft langsam und wird durch die Grunderkrankung verursacht. Die Behandlung richtet sich daher in erster Linie nach der Therapie der zugrunde liegenden Erkrankung. Unterdrückung der Blutbildung: Chronische Entzündungen, Infektionen oder Krebs können die Bildung roter Blutkörperchen im Knochenmark hemmen. Erythropoetin-Mangel bei Niereninsuffizienz: Bei chronischer Niereninsuffizienz kann die Synthese von Erythropoetin gestört sein. Knochenmarkinfiltration durch Krebs: Leukämien oder andere Krebsarten, die sich im Knochenmark ausgebreitet haben, können das Knochenmark infiltrieren und normales Gewebe ersetzen.
  6. Aplastische Anämie: Eine seltene, aber schwere Form der Anämie, bei der das Knochenmark zu wenige oder gar keine Blutzellen mehr bildet. Ursachen sind Autoimmunreaktionen, Strahlenbelastung, bestimmte Medikamente oder genetische Defekte. Da oft auch weiße Blutkörperchen und Blutplättchen betroffen sind, besteht ein erhöhtes Risiko für Infektionen und Blutungen.

Weitere mögliche Ursachen:

  • Anämie als Folge des myelodysplastischen Syndroms: Das myelodysplastische Syndrom führt zu einem Mangel an funktionsfähigen Blutzellen.
  • Anämie durch gestörte Erythrozytenverteilung: Bestimmte Erkrankungen führen zu einer Vergrößerung der Milz. Die Milz hat unter anderem die Aufgabe, alte rote Blutkörperchen abzubauen. Dazu filtert sie das gesamte Blut und hält alte oder fehlgeformte Blutkörperchen zurück. Ist die Milz zu groß, sammelt sie mehr Blutkörperchen in sich und baut zu viele von ihnen ab.
  • Thalassämie: Ein Gendefekt bedingt eine gestörte Bildung von Hämoglobin und der roten Blutkörperchen.

Risikofaktoren für eine Anämie

  • Eisen- oder Vitaminmangel durch unausgewogene Ernährung
  • Erhöhter Bedarf, z. B. in Schwangerschaft oder Wachstumsphasen
  • Blutverluste durch starke Menstruation, innere Blutungen oder Verletzungen
  • Chronische Erkrankungen wie Niereninsuffizienz, Rheuma oder Krebs
  • Genetische Faktoren, z. B. Sichelzellanämie, Thalassämie
  • Medikamente, z. B. Chemotherapie, bestimmte Antibiotika oder Immunsuppressiva

Diagnose

Die Ärztin oder der Arzt beginnt mit einer Anamnese, in der Symptome, Ernährungsgewohnheiten, Vorerkrankungen und mögliche Blutverluste abgefragt werden. Anschließend erfolgt eine körperliche Untersuchung, bei der auf Blässe, Herzfrequenz und mögliche Begleiterscheinungen geachtet wird.

Wichtige Untersuchungen zur Diagnose:

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  • Blutuntersuchung mit Fokus auf folgende Werte:
    • Der Hämoglobinwert (Hb) zeigt die Schwere der Anämie an. Bei Männern gilt ein Hämoglobinwert unter 14 Gramm Hämoglobin pro Deziliter Blut als zu niedrig - bei Frauen liegt der Wert bei zwölf.
    • Hämatokrit (Hkt) gibt den Anteil der roten Blutkörperchen am Gesamtblutvolumen an.
    • Die Erythrozytenzahl zeigt, ob zu wenige rote Blutkörperchen vorhanden sind.
    • Das mittlere Zellvolumen (MCV) und der Hämoglobingehalt (MCH) helfen, die Art der Anämie zu bestimmen. Ist der Wert erniedrigt, weist das zum Beispiel auf einen Eisenmangel hin. Der lässt sich mit weiteren Laboruntersuchungen feststellen. Ist MCV erhöht, kommt unter anderem ein Vitamin-B12- oder ein Folsäuremangel als Ursache in Betracht.
    • Eisen, Ferritin und Transferrinsättigung werden bestimmt zur Abklärung einer Eisenmangelanämie.
    • Vitamin B12 und Folsäure werden gemessen zur Diagnose einer megaloblastären Anämie.
    • Zahl der Retikulozyten: Retikulozyten sind unreife Vorstufen der roten Blutkörperchen. Der Körper entlässt eine hohe Zahl aus dem Knochenmark ins Blut, wenn er rasch neue Blutkörperchen nachbilden muss - etwa, weil diese verstärkt abgebaut werden.
  • Ein Blutausstrich unter dem Mikroskop zeigt veränderte Form oder Größe der roten Blutkörperchen.
  • Eine Knochenmarkpunktion wird bei Verdacht auf aplastische oder hämolytische Anämien vorgenommen. Der Arzt oder die Ärztin entnimmt unter örtlicher Betäubung mit einer Nadel Knochenmark aus dem Beckenknochen und untersucht es unter dem Mikroskop.
  • Ein Hämolyse-Test (LDH, Bilirubin, Retikulozytenzahl) wird bei Verdacht auf eine hämolytische Anämie durchgeführt.
  • Ein Stuhltest auf verborgenes Blut (Hämoccult-Test) ermittelt Magen-Darm-Blutungen als Ursache.
  • Die Ärztin oder der Arzt kann gezielt weitere Untersuchungen vornehmen, um die Auslöser einzugrenzen. Beispiele sind:
    • ein Test auf Blut im Urin und Blut im Stuhl, um mögliche Blutungsquellen zu finden
    • eine Ultraschalluntersuchung, um eine Milzvergrößerung aufzudecken
    • spezielle Laboranalysen des Hämoglobins (Hb-Elektrophorese), um eine erblich bedingte Blutarmut wie Thalassämie oder Sichelzellanämie festzustellen

Therapie: So lässt sich eine Anämie behandeln

Die Behandlung der Anämie richtet sich nach ihrer Ursache. Ziel ist es, den Hämoglobinspiegel zu normalisieren, die Sauerstoffversorgung des Körpers sicherzustellen und mögliche Folgeschäden zu vermeiden.

  • Eisenmangelanämie:
    • Eisenpräparate (Tabletten, Tropfen, Infusionen) helfen, den Eisenspeicher wieder aufzufüllen.
    • Eisenreiche Ernährung zum Beispiel mit Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Nüssen und grünem Blattgemüse.
    • Vitamin-C-Zufuhr verbessert die Eisenaufnahme (z. B. Orangensaft zu eisenhaltigen Mahlzeiten).
  • Vitamin-B12- oder Folsäuremangelanämie:
    • Vitamin-B12-Spritzen oder Tabletten helfen bei Aufnahmestörungen. Kann der Körper Vitamin B12 aus der Nahrung nicht ausreichend aufnehmen, zum Beispiel nach einer Magenoperation, muss der Arzt oder die Ärztin das Vitamin eventuell per Spritze verabreichen.
    • Folsäurepräparate werden insbesondere Schwangeren oder bei Mangel durch Magen-Darm-Erkrankungen verabreicht.
  • Behandlung der blutungsbedingten Anämie:
    • Ursache des Blutverlusts beheben - z. B. bei starken Menstruationsblutungen, Magengeschwüren oder Darmblutungen. Blutungsquellen im Körper werden nach Möglichkeit beseitigt.
    • Eisen- oder Bluttransfusionen bei akutem oder starkem Blutverlust. Bei größeren Blutverlusten - etwa durch eine Verletzung oder bei einer OP - sind manchmal Bluttransfusionen notwendig. Bei einem großen Blutverlust kann eine Bluttransfusion nötig sein.
  • Therapie der hämolytischen Anämie:
    • Immunsuppressiva oder Kortison werden verabreicht, wenn eine Autoimmunreaktion die roten Blutkörperchen zerstört.
    • Bluttransfusionen oder Austauschtransfusionen kommen bei schweren Formen wie Sichelzellanämie zur Anwendung.
  • Behandlung der Anämie bei chronischen Erkrankungen:
    • Therapie der Grunderkrankung, z. B. Behandlung von Nierenerkrankungen oder Autoimmunerkrankungen. Ist die Anämie durch eine chronische Erkrankung wie Krebs oder Rheuma entstanden, bessern sich die Beschwerden meist, wenn die Behandlung der ursächlichen Erkrankung Erfolg zeigt.
    • Erythropoetin (EPO)-Therapie zur Anregung der Blutbildung bei Niereninsuffizienz. Entsteht die Anämie durch eine Nierenerkrankung, setzt der Arzt oder die Ärztin möglicherweise das Hormon Erythropoetin ein.
  • Therapie der aplastischen Anämie:
    • Bluttransfusionen und Knochenmarktransplantation bei schwerem Knochenmarkversagen.
    • Immunsuppressive Medikamente um eine Autoimmunreaktion gegen das Knochenmark zu stoppen.
  • Unterstützende Maßnahmen bei allen Formen der Anämie:
    • Gesunde, ausgewogene Ernährung mit Eisen, B12 und Folsäure. Dazu zählt vor allem eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend: Folsäure: vor allem in Spinat, Spargel, Kohl sowie in Bohnen oder Leber enthaltenEisen: steckt in Nüssen, Hülsenfrüchten wie Kichererbsen oder VollkornproduktenVitamin B12: besonders in tierischen Lebensmitteln enthalten wie in Fleisch, Fisch, Eiern oder MilchproduktenVitamin C: reichhaltig in Zitrusfrüchten wie Orangen oder Zitronen, aber auch in Kiwi oder Paprika
    • Regelmäßige Bewegung verbessert die Sauerstoffaufnahme.
    • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr unterstützt die Blutbildung.

Was die Apotheke rät

Eine eisenreiche Ernährung mit Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Nüssen, Samen, grünem Blattgemüse und Trockenfrüchten liefert das Spurenelement auf natürlichem Weg. Vitamin C verbessert die Eisenaufnahme. Unter Umständen kann auch die Einnahme von entsprechenden Nahrungsergänzungsmitteln vorbeugend wirken.

Taubheitsgefühl im Kopf und Durchblutungsstörungen

Es ist wichtig zu beachten, dass Taubheitsgefühle im Kopf auch andere Ursachen als Anämie haben können, insbesondere Durchblutungsstörungen.

Durchblutungsstörungen im Kopf:

Sauerstoff, Nährstoffe, Mineralien, Hormone: Blut versorgt unseren Organismus mit allem, was er braucht, um gesund zu funktionieren. Damit unser Denkorgan Höchstleistungen erbringen kann, muss es gut durchblutet sein. Eine Durchblutungsstörung im Kopf kann sich auf mehrere Arten äußern. In Form von leichten kognitiven Einbußen kann sie sich zum Beispiel auf das Gedächtnis auswirken. Vergesslichkeit kann sich beispielsweise in Form von Wortfindungsstörungen äußern. Sei es bei der Arbeit oder bei Tätigkeiten im Haus: Durchblutungsstörungen im Kopf können dazu führen, dass Betroffene Schwierigkeiten haben, sich zu konzentrieren. Wird das Gehirn nicht ausreichend mit Blut versorgt, kann das dazu führen, dass Betroffene sich schwindelig fühlen. Vor allem in fortgeschrittenem Alter ist das der Fall. Grund dafür ist, dass das Gehirn bei schlechter Durchblutung verschiedene Sinneseindrücke nicht mehr richtig verarbeiten kann. Taubheitsgefühle in Gliedmaßen oder im Gesicht können auf eine Durchblutungsstörung des Gehirns hindeuten. Ein anhaltendes Störgeräusch im Ohr, Tinnitus genannt, ist nicht selten Folge einer Durchblutungsstörung im Gehirn. Durchblutungsfördernde Mittel auf Ginkgo-Basis gehören deswegen zu den Heilmitteln, die HNO-Ärztinnen und HNO-Ärzte bei Tinnitus am häufigsten verschreiben.

Ursachen für Durchblutungsstörungen im Kopf:

Durchblutungsstörungen im Kopf können mehrere Ursachen haben. So kann beispielsweise eine Verkalkung der Arterien dahinterstecken. Verkalkte Arterien können verschiedene Gründe haben. In eingeschränktem Maße sind sie die normale Folge eines gesunden Alterungsprozesses. Durchblutungsstörungen werden im Laufe des Lebens aufgrund von Alterungsprozessen immer häufiger. Blut besteht zu einem Großteil aus Wasser. Trinken wir nicht genügend Wasser, wird das Blut dickflüssiger. In feine Arterien dringt es dann nur noch mit Mühe vor. Sich gesund zu ernähren bedeutet, sich ausgewogen zu ernähren.

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Symptome für eine Durchblutungsstörung im Gehirn:

Wird das Gehirn nicht ausreichend durchblutet, kommt es in bestimmten Arealen zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff. Diese kann sich auf unterschiedliche Art zeigen. Folgende Beschwerden und Symptome können auftreten:

  • Wahrnehmungs- und Bewusstseinsstörungen
  • Schwindel, Übelkeit und Erbrechen
  • Störungen des Sehvermögens
  • Konzentrationsprobleme
  • Gedächtnisstörungen
  • Taubheitsgefühl in Armen und Beinen
  • Lähmungen im Bereich des Gesichts, der Arme und Beine
  • Koordinationsschwierigkeiten
  • Schmerzen im Bereich der Nackenmuskulatur

Da Durchblutungsstörungen an den verschiedensten Stellen im Gehirn auftreten und sowohl vorübergehend als auch chronisch sein können, äußern sich die Symptome unterschiedlich. Bei einer chronischen Mangeldurchblutung im Gehirn ist vor allem die Gedächtnisleistung in Mitleidenschaft gezogen. Sie kann zu einer vaskulären Demenz führen.

Eine akute Durchblutungsstörung im Gehirn führt dagegen meist zu Empfindungs- und Wahrnehmungsstörungen. Die Beschwerden dauern wenige Minuten bis zu einigen Stunden an und werden als transitorische ischämische Attacke (TIA) bezeichnet. Da solch ein "Mini-Schlaganfall" oft Vorbote eines "richtigen" Schlaganfalls ist, sollten sie dringend von einem Arzt abgeklärt werden.

TIA: Warnschuss im Gehirn

Bei einer Transitorischen Ischämischen Attacke, kurz TIA, wird ein Teil des Gehirns für kurze Zeit nicht mit Blut versorgt. Eine TIA ist häufig Vorbote eines größeren Schlaganfalls. Durch den Blutmangel wird die betroffene Hirnregion weder mit Sauerstoff noch mit Nährstoffen versorgt. Das führt dazu, dass neurologische Funktionen wie die Bewegungsfähigkeit, das Sehen oder die Sprache während der TIA eingeschränkt sind oder vollständig ausfallen.

Die TIA wird umgangssprachlich auch als Mini-Schlaganfall bezeichnet - aus gutem Grund: Die Symptome und Ursachen einer TIA stimmen tatsächlich mit denen eines Schlaganfalls weitgehend überein. Der wesentliche Unterschied ist, dass die Beschwerden bei einer TIA laut der offiziellen Definition nach spätestens 24 Stunden wieder abklingen. Oft ist das sogar schon nach wenigen Minuten der Fall.

Ursache einer Transitorischen Ischämischen Attacke ist ein vorübergehender Verschluss einer Arterie des Gehirns, meist durch ein Blutgerinnsel. Dieses kann beispielsweise im Bereich des Halses oder des Herzens entstehen, sich lösen und über die Blutbahn ins Gehirn gelangen.

TIA niemals unterschätzen!

Eine Transitorische Ischämische Attacke ist häufig Vorbote eines Schlaganfalls. Das Risiko, einen „richtigen“ Schlaganfall zu erleiden, ist in den ersten 24 bis 48 Stunden nach einer TIA am größten. Daher ist es unbedingt notwendig, bei Schlaganfallsymptomen die Notrufnummer 112 zu wählen - auch wenn diese nach kurzer Zeit abgeklungen sind.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Bei unklaren oder anhaltenden Symptomen wie Müdigkeit, Blässe, Schwindel, Taubheitsgefühlen oder anderen neurologischen Beschwerden sollte man einen Arzt aufsuchen, um die Ursache abzuklären und eine geeignete Behandlung einzuleiten. Insbesondere bei Verdacht auf eine TIA oder einen Schlaganfall ist sofortiges Handeln erforderlich.

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