Taubheitsgefühl nach Fleischverzehr: Ursachen und Lösungsansätze

Ein Taubheitsgefühl nach dem Verzehr von Fleisch ist ein Symptom, das verschiedene Ursachen haben kann. Es ist wichtig, die möglichen Gründe zu verstehen, um geeignete Maßnahmen ergreifen zu können.

Glutamatunverträglichkeit als mögliche Ursache

Eine mögliche Ursache für Taubheitsgefühle nach dem Fleischverzehr ist die Glutamatunverträglichkeit, auch bekannt als Glutamatintoleranz oder, in älterer Terminologie, China-Restaurant-Syndrom. Diese pseudoallergische Reaktion tritt bei manchen Menschen nach dem Verzehr von glutamatreichen Lebensmitteln auf.

Symptome der Glutamatunverträglichkeit

Die Symptome einer Glutamatunverträglichkeit treten in der Regel kurz nach dem Verzehr glutamatreicher Lebensmittel auf und können mehrere Stunden anhalten. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Kopfschmerzen
  • Schwäche
  • Taubheitsgefühl am Nacken und in den Armen
  • Schwitzen
  • Kribbeln
  • Gerötete Hautpartien
  • Herzrasen

In manchen Fällen können auch Nesselsucht und Schwellungen im Gesicht auftreten. Selten kommt es zu Kreislaufstörungen bis hin zum anaphylaktischen Schock. Bei Menschen mit Allergieneigung können Pseudoallergene Asthmaanfälle auslösen. Auch Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Blähbauch oder Durchfall sind möglich.

Ursachen und Risikofaktoren der Glutamatunverträglichkeit

Als Auslöser gelten Lebensmittel, die von Natur aus viel Glutamat enthalten oder denen Glutamat zugesetzt wurde. Ein Risikofaktor könnte eine genetische Veranlagung sein.

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Diagnose der Glutamatunverträglichkeit

Es gibt keine einzelne Untersuchungsmethode, mit der sich Betroffene sicher auf Glutamatunverträglichkeit testen lassen können. Bei einem entsprechenden Verdacht sollte man zunächst die hausärztliche Praxis aufsuchen. Unter Umständen ist eine Überweisung in eine allergologische oder gastroenterologische Praxis sinnvoll.

Zur Diagnose gehören:

  • Anamnese: Erhebung der Krankheitsgeschichte, einschließlich Fragen zu Allergien, Asthma, Medikamenteneinnahme und psychischen Belastungen.
  • Allergietests: Ausschluss einer Lebensmittelallergie als Ursache der Beschwerden.
  • Ernährungstagebuch: Führen eines Symptom-Ernährungs-Tagebuchs, um die Lebensmittel zu identifizieren, die zu Beschwerden führen.
  • Eliminations- und Provokationsdiäten: Weglassen glutamatreicher Lebensmittel für mehrere Wochen (Eliminationsdiät) und anschließendes systematisches Wiedereinführen, um zu beobachten, ob und welche Beschwerden auftreten (Provokationsdiät).

Behandlung und Vorbeugung der Glutamatunverträglichkeit

Wenn der Verdacht auf eine Glutamatunverträglichkeit besteht und andere Ursachen ärztlich ausgeschlossen wurden, hilft nur die Vermeidungstherapie: Betroffene sollten künftig auf glutamatreiche Lebensmittel verzichten.

Was essen bei Glutamatunverträglichkeit?

Glutamat kommt natürlicherweise in eiweißreichen Lebensmitteln wie Käse, Fleisch oder Hülsenfrüchten wie Soja vor. Darüber hinaus sind Mononatriumglutamat und Co. häufig verwendete Gewürze sowie beliebte Zusatzstoffe bei Fertiggerichten.

Es empfiehlt sich, auf gesunde Ernährungsgewohnheiten zu achten und natürliche Lebensmittel statt industriell stark verarbeitete Nahrungsmittel zu essen. Zum Würzen sollte man lieber frische Kräuter als Würzsoßen verwenden, da diese neben Glutamat häufig auch viel Salz enthalten.

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Wie erkennt man glutamathaltige Nahrungsmittel?

Verarbeitete, verpackte Nahrungsmittel verfügen über eine Zutatenliste, die alle Inhaltsstoffe in der Reihenfolge ihres Mengenanteils aufführt. Hersteller müssen Lebensmittelzusatzstoffe wie Glutamat kennzeichnen. Neben der Funktionsklasse (Geschmacksverstärker) müssen Zusatzstoffe auch namentlich (z.B. Mononatriumglutamat) oder als E-Nummer (z.B. E621) genannt werden. Die Kennzeichnungspflicht gilt auch für lose Ware und in Gaststätten, die entsprechende Angaben auf der Speisekarte machen müssen. Glutamat verbirgt sich auf dem Lebensmitteletikett häufig unter der Bezeichnung Hefeextrakt.

Weitere mögliche Ursachen für Taubheitsgefühle

Neben der Glutamatunverträglichkeit gibt es noch weitere mögliche Ursachen für Taubheitsgefühle nach dem Fleischverzehr:

Nahrungsmittelallergien und -intoleranzen

Nahrungsmittelallergien und -intoleranzen können ebenfalls zu Taubheitsgefühlen führen. Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem auf bestimmte Eiweiße im Lebensmittel (Allergene). Bei einer Intoleranz können bestimmte Inhaltsstoffe bei den Betroffenen nicht richtig verdaut oder abgebaut werden.

Weizenallergie und -sensitivität: Allergische Reaktionen nach Weizen- bzw. Getreide-Verzehr können sich an verschiedenen Organsystemen bemerkbar machen. Folgende Symptome sind möglich: Schwellungen, Sekretbildung, Juckreiz oder Taubheitsgefühl in Mund, Rachen, Nase und Augen. Bei der Gluten-/Weizensensitivität treten vor allem Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall auf.

Histaminintoleranz: Bei einer Histaminintoleranz kann der Körper das Histamin aus der Nahrung nicht ausreichend abbauen. Allergieähnliche Beschwerden, wie Hautrötung, Juckreiz, Niesen und Kopfschmerz sind dann die Folge. Nach dem Konsum von Lebensmitteln mit einem hohen Histamingehalt sind die Symptome besonders ausgeprägt. Histamin kommt im Körper vor, kann aber auch durch die Nahrung aufgenommen werden.

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Laktoseintoleranz: Bei einer Laktoseintoleranz kann das in Milch enthaltene Kohlenhydrat Laktose nicht richtig verdaut werden. Blähungen, Durchfall und Übelkeit sind mögliche Symptome.

Fruktoseintoleranz: Menschen mit einer Fruchtzuckerintoleranz können den Fruchtzucker nicht ausreichend aus dem Darm aufnehmen. Der verbliebene Fruchtzucker führt dann durch einen bakteriellen Abbau im Dickdarm zu Beschwerden. Die Symptome können von leichten Bauchschmerzen und Blähungen bis zu schweren Beeinträchtigungen mit kolikartigen Schmerzen, Kopfschmerzen, Müdigkeit, depressiven Zuständen und Schlafstörungen reichen.

Polyneuropathie

Polyneuropathie ist eine Erkrankung, bei der mehrere periphere Nerven geschädigt sind. Dies kann zu Taubheitsgefühlen, Kribbeln, Schmerzen und Muskelschwäche führen. Ursachen für Polyneuropathie sind vielfältig, darunter:

  • Diabetes mellitus: Bis zu einem Drittel aller Menschen mit Diabetes Typ-1 und Diabetes Typ-2 entwickeln Schäden an den peripheren Nerven als Folge ihrer Zuckerkrankheit.
  • Chronischer Alkoholkonsum: Alkohol gilt als „Nervengift“ und stört die Weiterleitung von Reizen und Signalen.
  • Vitamin-B12-Mangel: Ein Mangel an Vitamin B12 kann zu Nervenschäden und Symptomen wie Müdigkeit und Blutarmut führen.
  • Weitere Ursachen: Nierenkrankheiten, Lebererkrankungen, Schilddrüsenüberfunktion oder -unterfunktion, Infektionen, Autoimmunkrankheiten, Krebserkrankung, Chemotherapie, Gifte.

Taube Finger beim Fleischschneiden: Mögliche Ursachen und Lösungsansätze

Ein Taubheitsgefühl in den Fingern beim Fleischschneiden kann verschiedene Ursachen haben, die nicht unbedingt mit dem Fleisch selbst zusammenhängen:

Körperliche Ursachen

  • Karpaltunnelsyndrom: Eine Kompression des Nervus medianus im Karpaltunnel des Handgelenks kann zu Taubheitsgefühlen, Kribbeln und Schmerzen in Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger führen.
  • Kubitaltunnelsyndrom: Eine Kompression des Nervus ulnaris im Kubitaltunnel des Ellenbogens kann zu Taubheitsgefühlen und Kribbeln im Ringfinger und kleinen Finger führen.
  • Fehlhaltung und Anspannung: Eine ungünstige Arbeitshaltung beim Schneiden, wie z.B. hochgezogene Schultern oder ein Buckel, kann zu Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich führen, die Nerven blockieren und Taubheitsgefühle in den Fingern verursachen können.
  • Arthrose im Daumengrundgelenk: Arthrose kann Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verursachen, die zu einer Fehlbelastung der Hand und Taubheitsgefühlen führen können.
  • Schulterprobleme: Eine Schulter-OP oder andere Schulterprobleme können die Nervenbahnen beeinträchtigen und zu Taubheitsgefühlen in den Fingern führen.

Weitere Faktoren

  • Kälte: Das Schneiden von kaltem Fleisch kann zu einer Verengung der Blutgefäße in den Fingern führen, was Taubheitsgefühle verursachen kann.
  • Kraftaufwand: Das zu feste Halten des Messers oder das Ausüben von zu viel Druck beim Schneiden kann die Nerven in den Fingern belasten und zu Taubheitsgefühlen führen.
  • Ungeeignetes Werkzeug: Ein stumpfes Messer oder ein Messer mit einer ungeeigneten Form kann dazu führen, dass man mehr Kraft aufwenden muss und die Hand verkrampft.

Lösungsansätze

  • Ergonomische Küchenausstattung:
    • Die richtige Höhe der Arbeitsplatte finden, um eine aufrechte und entspannte Körperhaltung zu ermöglichen.
    • Bei Bedarf ein Bänkchen oder eine zusätzliche Auflage unter dem Schneidebrett verwenden, um die Arbeitshöhe anzupassen.
    • Sicherstellen, dass die Hand relativ tief arbeitet und ein offener Winkel im Ellbogen vorhanden ist.
  • Gutes und scharfes Messer:
    • Ein scharfes Messer und ein Wetzstahl/eine Wetzkeramik verwenden, um das Messer regelmäßig zu schärfen.
    • Eine klingenschonende Schneideunterlage verwenden, z.B. ein Hartholz- oder Bambusbrett.
    • Ein Chefmesser oder ein anderes Messer mit einer geeigneten Form und Gewicht verwenden, das gut in der Hand liegt.
  • Richtige Schneidetechnik:
    • Darauf achten, das Messer nicht zu fest zu halten und nicht zu viel Druck auszuüben.
    • Das Messer schneiden lassen und nicht drücken.
    • Das Fleisch etwas länger antauen lassen, um das Schneiden zu erleichtern.
  • Arbeitsweise:
    • Die Arbeit aufteilen und zwischendurch Pausen einlegen.
    • Andere Aufgaben erledigen, wie z.B. Supplemente abwiegen oder Etiketten beschriften.
  • Ärztliche Untersuchung:
    • Bei länger anhaltenden Taubheitsgefühlen einen Arzt aufsuchen, um mögliche Ursachen wie Karpaltunnelsyndrom oder andere Nervenkompressionen auszuschließen.
    • Einen Orthopäden, Osteopathen oder Physiotherapeuten konsultieren, um die Körperhaltung zu überprüfen und Verspannungen zu lösen.
  • Fleischwolf:
    • Die Verwendung eines Fleischwolfs in Erwägung ziehen, um das Schneiden von großen Mengen Fleisch zu vermeiden.
    • Einen Fleischwolf mit einer groben Scheibe verwenden, um grobes Fleisch zu erhalten.
  • Weitere Tipps:
    • Bei Kälte Handschuhe tragen.
    • Die Hand regelmäßig dehnen und massieren.
    • Sport treiben, um die Muskulatur zu stärken und Verspannungen vorzubeugen.

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