Die Diagnose Krebs ist ein Schock für Betroffene und Angehörige. Oftmals entsteht das Gefühl, einem Todesurteil ausgeliefert zu sein. Doch es gibt Hoffnung. Neben konventionellen Behandlungen existieren alternative Therapieansätze, die durch Ernährung und Nahrungsergänzung das Wohlbefinden steigern, den Krebs aufhalten oder sogar zurückdrängen können. Dieser Artikel beleuchtet die potenziellen Wirkungen von Graviola und anderen natürlichen Substanzen bei Hirntumoren und anderen Krebsarten.
Krebs beim Hund: Parallelen zum Humanbereich
Krebserkrankungen nehmen auch bei Hunden zu, ähnlich wie andere Zivilisationserkrankungen. Ursachen hierfür sind Umweltverschmutzung, Toxinbelastungen, Übergewicht und falsche Ernährung. Da es im Veterinärbereich wenig Informationen zur alternativen Krebsbehandlung gibt, lohnt sich ein Blick auf den Humanbereich. Erfolgreiche alternative Krebsbehandlungen im Humanbereich haben einige Gemeinsamkeiten:
- Konsequente, dauerhafte Umstellung der Ernährung auf Frisch- bzw. Rohkost
- Ergänzung mit Enzymen, krebsbekämpfenden Lebensmitteln und Kräutern
- Behandlung mit hochdosierten Vitaminen
Dabei werden zwei Wege beschritten: Zufuhr von Gift- und Schadstoffen vermeiden bzw. diese auszuleiten und das Immunsystem durch natürliche Mittel stärken. Krebszellen (entartete Zellen) entstehen ständig im Körper. Ein gesundes, funktionierendes Immunsystem ist in der Lage, solche Zellen zu erkennen und zu vernichten. Da das Immunsytem im Alter in seiner Leistungsfähigkeit nachlässt, bekommen Hunde oft erst im Seniorenalter Tumore. Die ersten Anzeichen einer Krebserkrankung sind Schwellungen, die kontinuierlich oder schnell wachsen. Vor allem bei Lahmheiten sollte der Hundebesitzer nicht einfach annehmen, dass es sich um Arthrose oder Arthritis handelt, sondern die betroffene Partie röntgen lassen, denn es können auch Tumore zu Lahmheiten führen.
Ernährung als Schlüssel zur Krebsbekämpfung
Ein wichtiger Aspekt der alternativen Krebsbehandlung ist die Ernährung. Eine getreidefreie Ernährung ist für krebskranke Hunde essenziell, da Tumorzellen die aus dem Glukosestoffwechsel erzeugte Energie bevorzugen. Die Verdauung von einfachen Kohlenhydraten führt bei krebskranken Hunden zum abnorm starken Anstieg des Blut-Laktatgehaltes, dessen Abbau dem Körper wiederum Energie raubt und übersäuert. Im Prinzip ernährt man durch das Füttern von Getreide die Tumore.
Eine Studie mit krebskranken Hunden, die eine Chemotherapie bekommen hatten, zeigte, dass eine fettreiche Nahrung im Vergleich zu einer kohlenhydratreichen Nahrung die Remissionsrate deutlich erhöhte (90 % vs. 66 %). Außerdem ist bei tumorkranken Hunden der Fettstoffwechsel gestört, was zum erhöhtem Bedarf an Fetten führt. Krebszellen können Fette nur schwer verwerten, gleichzeitig erlebt man oft eine deutliche Gewichtsabnahme bei krebskranken Hunden, deshalb sollte das Futter neben hochwertigen Proteinen auch einen stark erhöhten Fettanteil haben.
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Bedeutung von Fetten und Aminosäuren
Omega-3-Fettsäuren sollten bei Tumorerkrankungen in recht großen Mengen gefüttert werden, da sie nachweislich das Wachstum der Tumore sowie Metastasen verhindern. Eine gute Quelle für Omega-3-Fettsäuren sind Fischöle. Fischöle enthalten die langkettigen Omega-3-Fettsäuren Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA) und gerade die Eicosanoide sind hilfreich bei dem Ausgleich einiger metabolischer Veränderungen bei Krebskranken.
Tumore konkurrieren mit dem Körpergewebe um Aminosäuren und führen so zu einer Gewichtsabnahme beim Patienten. Es ist deshalb sehr wichtig, dass hochwertiges Eiweiß gefüttert wird, damit der Hund mit möglichst wenig Energieaufwand die Nahrung verdauen und seine Muskeln, Knochen, Organe und Immunsystem erhalten kann. Die Aminosäuren Arginin und Glutamin sind hier von besonderer Bedeutung. Arginin hat in Studien gezeigt, dass es das Wachstum von Tumoren und die Bildung von Metastasen drosselt und das Immunsystem stärkt. Glutamin hilft zusätzlich bei Magen-Darm-Störungen durch den Krebs bzw. Chemopharmaka. Immunstärkend wirkt zusätzlich Bries, die Thymusdrüse des Rindes. Thymus gibt es auch als Extrakt zum Spritzen. Ein krebskranker Hund hat einen erhöhten Bedarf an Folsäure, deshalb empfiehlt es sich ein bißchen extra Leber zu verfüttern. Interessanterweise mögen insbesondere krebskranke Hunde gerne Leber.
Antikarzinogene Ernährung
"Krebszellen mögen keine Himbeeren" - dieser Buchtitel bringt es auf den Punkt. Krebszellen mögen eine ganze Menge Obst, Gemüse und Kräuter nicht, deshalb ist es empfehlenswert den Gemüse/Obst-Anteil des Futters aus genau solchen Lebensmitteln zu gestalten. Pflanzen, ob Obst, Gemüse oder Kräuter, enthalten neben Vitaminen und Mineralien sekundäre Pflanzenstoffe, unter anderem welche mit antikarzinogener Wirkung. Die Wirkung beruht zum Teil auf dem Gehalt an Antioxidantien, Enzymen und Vitaminen aber auch auf dem Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen wie z. B. Besonders empfehlenswerte Obstsorten bei Krebs sind Papaya, Äpfel, Birnen, Ananas, Mangos, Himbeeren, Heidelbeeren, Brombeeren, Kiwis und Zitrusfrüchte (kleine Mengen). Papaya ist nicht nur besonders enzymreich, sie hilft dem Körper Arginin zu bilden. Wenn der Hund Obst bzw. Zitrusfrüchte wegen Magenreizungen schlecht verträgt, können Sie frisch gepresste Obst/Gemüse-Säfte geben. An Gemüsesorten sind Kohl, Brokkoli, Brunnenkresse, weiße Rüben, Karotten, Knoblauch (kleine Mengen) und grünes Blattgemüse wie Petersilie, Mangold, Spinat, Kohlrabiblätter usw.
Graviola und andere natürliche Krebsbekämpfer
Graviola, auch bekannt als Guanabana, ist eine tropische Frucht, die in den letzten Jahren aufgrund ihrer potenziellen krebsbekämpfenden Eigenschaften viel Aufmerksamkeit erregt hat.
Graviola (Guanabana)
Die Frucht, die Blätter, die Samen und die Wurzeln des Graviola-Baums werden traditionell in der Medizin verschiedener Kulturen verwendet. Es gibt Hinweise darauf, dass Graviola-Extrakte in Zellkulturen und Tierstudien eine Wirkung gegen Krebszellen gezeigt haben. Einige Studien deuten darauf hin, dass Graviola-Inhaltsstoffe das Wachstum von Krebszellen hemmen und den Zelltod (Apoptose) fördern können. Die Wirkmechanismen sind noch nicht vollständig verstanden, aber es wird vermutet, dass bestimmte Verbindungen in Graviola, wie z. B. Annonaceous Acetogenins, eine Rolle spielen.
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Wichtiger Hinweis: Obwohl es vielversprechende Ergebnisse aus Laborstudien gibt, sind die Erkenntnisse aus klinischen Studien am Menschen begrenzt. Es gibt keine ausreichenden wissenschaftlichen Beweise, um die Wirksamkeit von Graviola bei der Behandlung von Krebs beim Menschen zu belegen. Es ist wichtig, sich bewusst zu sein, dass Graviola auch Nebenwirkungen haben kann, einschließlich neurologischer Effekte.
Weitere Kräuter und Pflanzenstoffe mit antikarzinogener Wirkung
Neben Graviola gibt es weitere natürliche Substanzen, die in der alternativen Krebstherapie eingesetzt werden:
- Große Klette (Wurzel): Reinigt das Blut, unterstützt Leber, Niere und Lymphsystem, stimuliert die Interferonbildung (Anti-Tumor-Wirkung).
- Adaptogene (Astragalus, Ginseng): Stärken den Organismus, aktivieren die Körperabwehr, schützen vor schädigenden Einflüssen, stimulieren die Geweberegeneration.
- Löwenzahnwurzel, kleiner Sauerampfer, krauser Ampfer, Rotklee, Klettenlabkraut, Brunnenkresse: Weitere Kräuter mit antikarzinogener Wirkung.
- Katzenkralle (Uncaria tomentosa): Hoher Gehalt an Antioxidantien, Alkaloide stimulieren das Immunsystem und steigern die Fähigkeit der weißen Blutkörperchen, Krebszellen und Toxine zu vernichten bzw. auszuleiten.
- Essiac/Flor Essence: Kräutermischung, die traditionell bei Krebserkrankungen eingesetzt wird.
- Vitamin B17 (Amygdalin oder Laetrile): Selektive Zerstörung von Krebszellen durch Freisetzung eines Gifts bei der Aufspaltung durch ein Enzym, das nur in Krebszellen vorkommt. Bittere Aprikosenkerne enthalten viel B17.
- Enzyme (Wobenzym): Wirken als Biokatalysatoren, regulieren den Stoffwechsel, beschleunigen chemische Reaktionen, suchen Krebszellen auf und machen sie erkenntlich für das Immunsystem, helfen beim Abbau und Ausleiten von Toxinen und Abfallprodukten der Krebszellenzerstörung.
- Antioxidantien (Vitamin C, Vitamin E, Carotinoide, Selen, Zink, Coenzym Q10): Schützen die Erbinformation im Zellkern vor Schäden durch freie Radikale.
- Leinsamenöl: Enthält Alpha-Linolensäure (ALA) und Lignane mit antioxidativer Wirkung, die toxische Wirkungen von übermäßig gebildetem Östrogen hemmen könnten.
Virotherapie: Eine neue Waffe gegen Krebs
Ein Zufallsbefund könnte der Anfang einer völlig neuen Ära in der Krebstherapie sein. Seit langer Zeit ist bekannt, dass bei Krebspatienten, die zufällig eine Virusinfektion bekommen, die Tumore zum Teil völlig verschwinden. Dieses Phänomen machen sich Wissenschaftler jetzt zunutze. Sie bekämpfen Krebszellen mit veränderten Impfviren, beispielsweise mit Masern-Viren. Einige dieser neuen Virotherapien werden bereits in klinischen Studien getestet. Grundlage für die neue Waffe gegen Krebs sind Impfviren, mit denen Kinder üblicherweise gegen Masern geimpft werden.
Ob Grippe-, Herpes- oder Masern-Viren - eigentlich sind Viren unsere Feinde. Doch in der Krebstherapie könnten sie zukünftig zu Helfern werden. Denn Viren sind in der Lage, Krebszellen gezielt zu infizieren und zu zerstören. Wissenschaftler sprechen von Onkolyse. Der Trick: Die Viren werden so modifiziert, dass sie gezielt Krebszellen befallen. In den Krebszellen angekommen, vermehren sie sich nahezu ungebremst. Am Ende platzen die befallenen Tumorzellen und setzen massenhaft neu gebildete Viren im Tumor frei.
Das Besondere: Die Onkolyse funktioniert auch dann, wenn die Krebszellen auf keine der herkömmlichen Behandlungsmöglichkeiten wie Chemotherapeutika, Bestrahlung oder Antikörper mehr ansprechen. Wissenschaftler haben optimierte onkolytische Masern-Impfviren erzeugt und eingehend präklinisch untersucht. Grundlage für die neuen onkolytischen Viren waren Impfviren, mit denen zweijährige Kinder üblicherweise gegen Masern geimpft werden. Um die Wirkung der Viren gegen Krebszellen zu verstärken, haben die Forscher sie umgebaut. Zunächst haben sie sie zusätzlich bewaffnet. Das heißt, in die Viren wurde ein zusätzliches Gen, ein sogenanntes Suizid-Gen, eingebaut. Dieses Gen zwingt die infizierten Krebszellen zum „biochemischen“ Selbstmord und verstärkt somit zusätzlich die direkt virusvermittelte Onkolyse.
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Eine große Herausforderung bei einer Virotherapie besteht darin, die Viren so umzubauen, dass sie gezielt nur Krebszellen, genauer Krebsstammzellen, und keine gesunden Körperzellen befallen und zerstören. Tumoren bestehen in der Regel nicht aus einer einheitlichen Zellpopulation, bei der alle Zellen gleich empfindlich auf verschiedene Therapien ansprechen. Vielmehr wird vermutet, dass viele Tumortypen Krebsstammzellen enthalten. Diese sprechen in der Regel schlecht auf Chemo- und Strahlentherapie an und werden für die Entstehung von Metastasen verantwortlich gemacht.
Das Zelloberflächenprotein CD133 wird derzeit als ein charakteristischer Marker dieser Krebsstammzellen diskutiert. Das Virus für den gezielten Angriff auf die Krebsstammzellen wurde so modifiziert, dass es das Oberflächenprotein CD133 als Rezeptor für das Eindringen in die Zelle benötigt. Die Forscher konnten nachweisen, dass das veränderte Virus in Zellgemischen tatsächlich nur Zellen mit dem Oberflächenprotein CD133 infiziert. In Zusammenarbeit mit Forschern des Deutschen Krebsforschungszentrums und des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen in Heidelberg untersuchten sie anschließend die antitumorale Wirkung des neuen Virus in Mausmodellen für Gliom, Kolonkarzinom und Leberkrebs. Das Ergebnis: Durch die Gabe des zielgerichteten Virus wurde das Tumorwachstum deutlich reduziert, in einzelnen Fällen sogar komplett unterdrückt.
In vielen Tumorzelltypen ist diese Immunität defekt, sodass die Viren sich in ihnen ungehindert vervielfältigen können. Nach gegenwärtigem Kenntnisstand gehen die Forscher davon aus, dass die modifizierten Viren genauso sicher sind wie die seit Jahrzehnten erfolgreich eingesetzte Impfung gegen Masern-Viren. Nun plant man, die Wirksamkeit und Sicherheit der onkolytischen Masern-Impfviren in klinischen Studien zunächst bei Patientinnen und Patienten mit Lebertumoren zu prüfen. Andere Virotherapien werden bereits klinisch erprobt und zeigen Erfolg versprechende Ergebnisse.
Krebshemmende Lebensmittel
Neben den bereits genannten Substanzen gibt es eine Reihe von Lebensmitteln, die sich in Studien als krebshemmend erwiesen haben:
- Kreuzblütengewächse (Kohl, Brokkoli, etc.): Enthalten Antioxidantien und Sulforaphan, das als hochdosiert gilt und in wenigen Präparaten enthalten ist.
- Grünes Blattgemüse (Spinat, Mangold, etc.): Enthält Bitterstoffe und Chlorophyll, die das Körpermilieu positiv verändern und das Immunsystem stärken.
- Beeren (Himbeeren, Brombeeren, Erdbeeren): Reich an Bioflavonoiden und Ellagsäure, die krebserregende Stoffe unschädlich machen, die Entstehung neuer Krebszellen hemmen und den Zelltod von Krebszellen beschleunigen.
- Knoblauch: Enthält Allicin, eine schwefelhaltige Verbindung mit antikarzinogenen Eigenschaften, die sich ausschließlich an Krebszellen heftet und diese zerstört, während gesunde Zellen intakt bleiben.
- Kurkuma (Gelbwurz): Wirkt antikarzinogen.
- Tomaten: Das enthaltene Lycopin ist für die krebshemmende Eigenschaft verantwortlich.
- Rote Bete: Enthält Flavonoide und Polyphenole mit antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften.
- Äpfel: Die in Äpfeln enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe beugen vielen Krebsarten vor.
- Grüner Tee: Seine natürlichen Gerbstoffe sollen besonders vor Haut-, Darm-, Brust-, Prostata- und Lungenkrebs schützen.
- Nachtkerzenöl: Schützt vor Brustkrebs.
- Leinöl: Omega-3-Fettsäuren stoppen die Produktion von Entzündungsmolekülen, die die Entstehung von Krebs begünstigen.
- Brokkoli: Das enthaltene Chlorophyll und Selen können Krebs vorbeugen.
- Zitrusfrüchte (Orange, Grapefruit, Zitrone): Können bei Krebsarten des Verdauungssystems wie Mund-, Speiseröhren-, Kehlkopf- und Magenkrebs positiv wirken.
- Vollkornbrot: Die im Vollkornbrot enthaltenen Ballaststoffe vermindern die Konzentration von Gallensäuren im Darm und damit die Entstehung von Darmkrebs.
- Himbeeren: Die Ellagsäure in Himbeeren verhindert die Entartung von Zellen und hilft, geschädigte Zellen zu vernichten. So werden etwa Gebärmutterhals-, Eierstock- und Darmkrebs gehemmt.
Wichtige Hinweise zur Ernährung
- Weniger oder kein rotes Fleisch essen (pro 100 g rotes Fleisch pro Tag erhöht sich das Darmkrebsrisiko um 12 Prozent).
- Keine mit Zucker oder Süßstoffen gesüßten Getränke konsumieren.
- Körperlich aktiv sein (nach dem Training sinkt die Zahl der Krebszellen; auch erhöht Sport die Überlebensrate bei einer Krebserkrankung; manche Tumoren verschwinden eher, wenn man Sport treibt).
- Möglichst stressarm leben.
Vitamin D: Ein wichtiger Faktor
Vitamin D ist kein Lebensmittel, aber ein so wichtiges Vitamin, dass es hier ergänzend aufgeführt wird. Ein gesunder Vitamin-D-Spiegel ist keine Selbstverständlichkeit, so dass ein entsprechender Check und ggf. die Behebung eines Mangels zur Prävention einer jeden Krankheit gehören, nicht nur zur Prävention von Krebs. Vitamin D senkt das Risiko für einen schweren Verlauf bei bereits vorliegender Krebserkrankung.
Vitalpilze: Helfer oder Hype?
Die Vermarktung von "Heil-" oder "Vitalpilzen" über Internet und Gesundheitsmessen boomt. Doch heilen „Heilpilze“ wirklich?
Wichtiger Hinweis: Vitalpilze sollten auf keinen Fall eine konventionelle Krebstherapie ersetzen. Die Einnahme von Vitalpilz-Extrakten kann auch gravierende Nebenwirkungen haben. Verwenden Sie Vitalpilzprodukte, sollten Sie darüber unbedingt Ihren behandelnden Arzt oder Ihre Ärztin informieren. Produkte können mit Schimmelpilzgiften und Schwermetallen verunreinigt sein. Analysen zeigen, dass oft andere Substanzen/Pilzextrakte als die deklarierten in den Produkten eingesetzt wurden.
Was steckt hinter der Werbung zu Vitalpilzen?
"Mykotherapie" nennt sich die Anwendung von Pilzen und der daraus gewonnenen Extrakte, die zur Prävention, als Unterstützung oder alleinige Therapie bestimmter Erkrankungen verkauft werden. Der Begriff "Vitalpilze" stammt aus dem Marketing, er ist weder definiert noch rechtlich geschützt. Häufig handelt es sich dabei um Pilze, die aufgrund ihres Geschmacks nicht als Speisepilze verwendet werden oder nicht als Lebensmittel zugelassen sind.
"Heilpilze", "Medizinalpilze" oder "Vitalpilze" oder deren Extrakte sollen laut Werbeaussagen im Internet oder in Flyern gegen praktisch alle Krankheiten vorbeugend oder sogar therapeutisch wirken (sogar bei Haus- und Nutztieren). Insbesondere Krebspatienten scheinen hierzulande eine der bevorzugten Zielgruppen für die "Mykotherapie" zu sein.
Die Pilzprodukte werden meist in Form von Nahrungsergänzungsmitteln verkauft, also getrocknet und zerkleinert, als Pulver oder Extrakte in Kapseln gefüllt. Nahrungsergänzungsmittel zählen zu den Lebensmitteln. Für sie sind krankheitsbezogene Aussagen generell verboten.
Auf was sollte ich bei der Verwendung von Vitalpilz-Produkten achten?
- Viele dieser Pilze gelten laut EU-Novel-Food-Katalog als neuartig und dürfen nicht als Nahrungsergänzungsmittel verkauft werden.
- Anders als Arzneimittel werden Nahrungsergänzungsmittel nicht unter definierten, standardisierten Bedingungen produziert. Gerade Produkte aus Asien enthalten oft nicht die angegebenen Substanzen oder Dosierungen und sind häufig mit gesundheitsschädlichen Stoffen wie Aflatoxinen und anderen giftigen Pilzsubstanzen verunreinigt. Weder Nebenwirkungen, Sicherheit oder tatsächliche Wirkungen wurden geprüft.
- Selbsttherapien mit Pilzextrakten sind nicht zu empfehlen, besonders dann nicht, wenn Sie Medikamente nehmen oder eine Chemotherapie durchgeführt wird. Gewünschte Wirkungen können ins Gegenteil umschlagen. Keinesfalls sollten Sie wegen der Pilztherapie notwendige "schulmedizinische" Behandlungen verzögern oder gar ganz unterlassen.
- Beta-Glucan-Extrakte aus Pilzen sollten Sie nicht zusammen mit entzündungshemmenden Medikamenten (Kortison, Schmerzmittel) einnehmen, in Tierversuchen traten dabei starke Entzündungsreaktionen auf. Fragen Sie auf jeden Fall vorher in Arztpraxis oder Apotheke nach. Der Verzehr von Shiitake-Pilzen oder -produkten kann allergische Reaktionen, Lippenentzündungen und Dermatitis hervorrufen.
Können Vitalpilz-Produkte mit Schadstoffen belastet sein?
Heilpilze können für den Menschen giftige oder ungenießbare Substanzen enthalten - manchmal auch abhängig von der Zubereitung, ob roh, erhitzt oder als Extrakt. Bei unsachgemäßer Trocknung und Lagerung schon beim Hersteller oder Händler können sie mit anderen Pilzen kontaminiert sein. Handelt es sich dabei um Aspergillus-(Schimmelpilz-)Arten, sollten Sie immer mit Pilzgiften und anderen giftigen Stoffen rechnen.
Granatapfel: Wirkung gegen Prostatakrebs?
Dem Granatapfel werden viele Heilwirkungen zugeschrieben. Auch gegen Krebs soll er helfen, vor allem gegen Prostatakrebs. Sollten Krebskranke also regelmäßig Granatapfelsaft trinken? Mit den bisherigen Studien lässt sich diese Frage nicht beantworten.
Ob der Granatapfel gesundheitsfördernd ist, also ob Bestandteile des Granatapfels etwa das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringern oder einen erhöhten Blutdruck senken können, lässt sich derzeit nicht beantworten. Die bisherigen Studien sind nicht aussagekräftig genug. Und auch hinsichtlich einer möglichen Wirkung gegen Krebs reicht die Datenlage derzeit nicht aus.
Granatapfel - Verträglichkeit und Wechselwirkungen
Die Kerne des Granatapfels zu essen oder seinen Saft zu trinken, gilt generell als unbedenklich. Im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung ist der regelmäßige Verzehr von Granatäpfeln sicher und gut verträglich. In klinischen Studien wurden bisher keine ernstzunehmenden Risiken berichtet.
Ob der Granatapfel und seine Produkte auch unbedenklich sind, wenn sie in größeren Mengen verzehrt werden, ist noch nicht geklärt. Das betrifft auch den Konsum in Form von Nahrungsergänzungsmitteln. Konzentrierte oder isolierte Inhaltsstoffe können eine andere Wirkung entfalten als dies beim Essen der Frucht der Fall ist. Einige Fachleute raten Personen mit Diabetes zur Vorsicht beim Konsum von Granatapfel, da die Frucht viel Zucker enthält. Außerdem sind allergische Reaktionen möglich, vor allem bei Personen, die bereits Allergien gegen andere Pflanzen haben.
Fazit
Zu Granatapfel liegen nicht genügend Daten aus klinischen Studien mit Krebserkrankten vor, um sichere Aussagen treffen zu können. Generell gilt der Verzehr von Granatapfel oder seinem Saft im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung als sicher und gut verträglich.
Noni: Ein Wundermittel gegen Krebs?
Saft und Nahrungsergänzungsmittel mit Noni liegen im Trend. Anbieter preisen die gesundheitsfördernde Wirkung dieses neuartigen Lebensmittels ("Novel Food") an - sogar gegen Krebs soll es wirken.
Was ist Noni?
Noni ist die Frucht des indischen Maulbeerbaums (Morinda citrifolia), der im Pazifik-Raum beheimatet ist. In der traditionellen Medizin Polynesiens und Südostasiens setzen Menschen Noni seit Jahrhunderten ein - zum Beispiel zur Wundheilung, bei Entzündungen und Infektionen.
Was weiß man zu Noni bei Krebs?
Die Wirksamkeit von Noni gegen Krebs ist bisher nicht in klinischen Studien mit Menschen untersucht worden. Einzelne Noni-Inhaltsstoffe und Noni-Saft haben Forschende im Rahmen der Grundlagenforschung untersucht: In vorklinischen Studien an Zellkulturen oder in Tierversuchen zeigte Noni oder seine Inhaltsstoffe eine stimulierende Wirkung auf das körpereigene Abwehrsystem. Daneben haben die Forschenden eine antioxidative sowie eine direkte Wirkung gegen Tumorzellen und die Gefäßneubildung beobachtet. In der Petrischale hat Noni das Wachstum von Brustkrebs-, Lungenkrebs- und Melanomzellen gehemmt.
Ist Noni schädlich?
Auch pflanzliche Produkte wie Noni-Saft sind nicht frei von Risiken. Die europäische Lebensmittelbehörde (EFSA) hat die Sicherheit von 30 ml Noni-Saft am Tag untersucht und als sicher eingestuft. Trotzdem schließt die EFSA nicht aus, dass es Menschen gibt, die empfindlich auf Noni reagieren könnten: Da Noni-Saft viel Kalium enthält, sollten einige Personen Noni vorsichtshalber meiden. Dazu gehören Patientinnen und Patienten, die eine Niereninsuffizienz haben oder Medikamente einnehmen, welche den Kaliumspiegel erhöhen. Es gibt Hinweise, dass Noni-Saft in seltenen Fällen Leberschäden hervorrufen kann. Deshalb sollten insbesondere Personen mit gestörter Leberfunktion auf Noni verzichten. Wechselwirkungen von Noni mit Arzneimitteln können nicht ausgeschlossen werden: Beispielsweise könnte Noni wegen seiner antioxidativen Wirkung die Wirksamkeit von Chemotherapie und Strahlentherapie beeinträchtigen. Noni hemmt außerdem ein Enzym, das in der Leber Arzneimittel verstoffwechselt, beispielsweise das Krebsmedikament Irinotecan. Das kann die Nebenwirkungen solcher Arzneimittel erhöhen.
Das Fazit für Sie
In den empfohlenen Mengen können Sie Noni-Saft trinken. Wunder sollten Sie sich davon jedoch nicht erhoffen. Es ist in jedem Fall ratsam, Ihre behandelnde Ärztin oder Ihren behandelnden Arzt davon zu unterrichten: Dann kann er oder sie ausschließen, dass gesundheitliche Gründe oder andere Arzneimittel gegen einen Verzehr von Noni sprechen.
Weitere Aspekte der Krebsbehandlung
Neben Ernährung und natürlichen Substanzen spielen weitere Faktoren eine wichtige Rolle bei der Krebsbehandlung:
- Psychische und mentale Unterstützung: Eine Krebsdiagnose ist eine enorme Belastung. Psychische und mentale Unterstützung kann helfen, mit der Situation umzugehen und die Lebensqualität zu verbessern.
- Stressreduktion: Stress kann das Immunsystem schwächen und das Krebswachstum fördern. Stressreduktionstechniken wie Meditation, Yoga oder Spaziergänge in der Natur können hilfreich sein.
- Bewegung: Körperliche Aktivität stärkt das Immunsystem und kann die Überlebensrate bei einer Krebserkrankung erhöhen.