Tebonin bei Migräne: Wirkung, Anwendung und Wissenswertes

Ginkgohaltige Arzneimittel wie Tebonin® sind in Deutschland seit den 1960er Jahren erhältlich. Ursprünglich wurden sie zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit eingesetzt, die sich durch Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Depressionen, Schwindel und Kopfschmerzen äußert. Darüber hinaus wurden sie zur Behandlung von Durchblutungsstörungen in den Beinen und Ohrgeräuschen (Tinnitus) eingesetzt.

Die Inhaltsstoffe und ihre Wirkung

Tebonin® enthält den Ginkgo-Spezialextrakt EGb 761®, der aus den Blättern des Ginkgo-Baumes gewonnen wird. Dieser Extrakt ist standardisiert und enthält 22-27 % Ginkgoflavonglykoside und 5-7 % Terpenlactone. EGb 761® enthält etwa achtzig verschiedene Substanzen.

Die Blätter des Ginkgobaumes enthalten einzigartige Inhaltsstoffe, die zu der extremen Widerstandskraft des Baumes beitragen. Der Ginkgo-Spezialextrakt EGb 761® erhöht die Flexibilität der roten Blutkörperchen und somit die Fließfähigkeit des Blutes, ohne die Gerinnungseigenschaften zu verändern. EGb 761® unterstützt zudem die Vernetzung der Nervenzellen des Gehirns und verbessert die Signalverarbeitung im Gehirn.

Anwendungsgebiete von Tebonin®

Tebonin® wird zur symptomatischen Behandlung von hirnorganisch bedingten geistigen Leistungseinbußen im Rahmen eines therapeutischen Gesamtkonzeptes bei fortschreitender Abnahme bzw. Verlust erworbener geistiger Fähigkeiten (dementielles Syndrom) mit den Hauptbeschwerden: Gedächtnisstörungen, Konzentrationsstörungen, Niedergeschlagenheit, Schwindel, Ohrensausen, Kopfschmerzen eingesetzt.

Weitere Anwendungsgebiete sind:

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  • Verlängerung der schmerzfreien Gehstrecke bei arterieller Verschlusskrankheit in den Gliedmaßen, sog. "Schaufensterkrankheit" im Rahmen physikalisch-therapeutischer Maßnahmen, insbes. Gehtraining.
  • Bei Schwindel infolge von Durchblutungsstörungen oder altersbedingten Rückbildungsvorgängen.
  • Zur unterstützenden Behandlung von Ohrgeräuschen infolge von Durchblutungsstörungen oder altersbedingten Rückbildungsvorgängen.

Tebonin® bei Migräne

Auch wenn Migräne nicht direkt als Anwendungsgebiet von Tebonin® genannt wird, so können die Inhaltsstoffe des Ginkgo-Extrakts möglicherweise dennoch einen positiven Einfluss auf Migräne haben. Migräne kann von Durchblutungsstörungen im Gehirn begleitet sein. Da Tebonin® die Durchblutung fördert, könnte es in einigen Fällen zur Linderung von Migränesymptomen beitragen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass es keine spezifischen Studien gibt, die die Wirksamkeit von Tebonin® bei Migräne belegen.

Studienergebnisse zur Wirksamkeit von Ginkgo-Präparaten

Die Frage, ob Ginkgo wirklich gegen Alzheimer-Demenz hilft, wurde nun für den Ginkgo-Extrakt Tebonin® des Herstellers Schwabe untersucht. Mitarbeiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) fanden nur wenige methodisch geeignete Studien, die sie jedoch teilweise als mangelhaft bewerteten. Untersucht wurden die Auswirkung auf Fähigkeiten zur Alltagsbewältigung, die geistige Leistungsfähigkeit und Depressionen.

Nach den ausgewerteten Daten scheinen ältere Menschen, die ginkgohaltige Arzneimitteln einnehmen, Aktivitäten des täglichen Lebens geringfügig besser bewältigen zu können. Dies ist jedoch weder vom Ausmaß des Erfolgs her relevant noch wirklich eindeutig, denn die Studienergebnisse widersprechen sich. Ob Ginkgo-Präparate die geistige Leistungsfähigkeit älterer Menschen mit Alzheimer verbessern, konnte mangels eindeutiger Daten nicht geklärt werden. Zudem gibt es keine Hinweise dafür, dass sich Depressionen, unter denen Alzheimer-Kranke häufig leiden, durch Ginkgo biloba mildern lassen.

Mit den bislang veröffentlichten Studien lässt sich nach den Auswertungen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) ein Nutzen von Ginkgo-Präparaten wie Tebonin® bei Alzheimer-Demenz nicht hinreichend belegen.

Dosierung und Anwendung

Die Dosierung von Tebonin® ist abhängig vom jeweiligen Anwendungsgebiet:

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  • Tebonin® intens 120 mg Filmtabletten:
    • Hirnleistungsstörungen (Dementielles Syndrom): Erwachsene nehmen 2-mal täglich 1 Tablette.
    • Periphere arterielle Verschlusskrankheit, Schwindel und zur unterstützenden Behandlung bei Ohrgeräuschen: Erwachsene nehmen 1-2-mal täglich 1 Tablette.
  • Tebonin forte 40 mg:
    • Dementielles Syndrom: 3-mal täglich 1-2 Filmtabletten bzw. 3-mal täglich 20-40 Tropfen.
    • Claudicatio intermittens, Vertigo, Tinnitus: 3-mal täglich 1 Filmtablette oder 2-mal täglich 2 Filmtabletten bzw. 3-mal täglich 20 Tropfen oder 2-mal täglich 40 Tropfen.
  • Tebonin spezial 80 mg:
    • Dementielles Syndrom: 2- bis 3-mal täglich 1 Filmtablette.
    • Claudicatio intermittens, Vertigo, Tinnitus: 2-mal täglich 1 Filmtablette.
  • Tebonin intens 120 mg:
    • Dementielles Syndrom: 2-mal täglich 1 Filmtablette.
    • Claudicatio intermittens, Vertigo, Tinnitus: 1- bis 2-mal täglich 1 Filmtablette.

Die Tabletten sollten mit ausreichend Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) eingenommen werden. Bei der Einnahme sollte man aufrecht stehen oder sitzen. Die Dauer der Behandlung ist abhängig von der jeweiligen Erkrankung.

Gegenanzeigen und wichtige Hinweise

Tebonin® darf nicht eingenommen werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
  • Schwangerschaft

Unter Umständen sollte man vor der Einnahme von Tebonin® mit einem Arzt oder Apotheker sprechen, insbesondere bei:

  • Erhöhter Blutungsneigung
  • Epilepsie
  • Geplanter Operation

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sollten Tebonin® in der Regel nicht anwenden. In der Stillzeit wird von einer Anwendung abgeraten.

Bei gleichzeitiger Einnahme von blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln (wie z. B. Phenprocoumon, Warfarin, Clopidogrel, Acetylsalicylsäure und andere nichtsteroidale Antirheumatika) kann deren Wirkungsverstärkung nicht ausgeschlossen werden.

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Mögliche Nebenwirkungen

Während der Anwendung von Tebonin konzent leiden Patienten sehr häufig unter Kopfschmerzen. Häufige Nebenwirkungen sind: Magen-Darm-Beschwerden wie Unterbauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, Benommenheit und Schwindel.

Bei manchen Nebenwirkungen ist nicht ausreichend untersucht, wie häufig diese auftreten. Patienten leiden manchmal unter Blutungen, zum Beispiel in der Nase, dem Magen-Darm-Trakt, an den Augen oder im Gehirn. Zudem können allergische Reaktionen auftreten. Dabei entwickeln Betroffene gerötete, juckende Haut oder Hautausschläge. In schweren Fällen bekommen Anwender einen allergischen Schock.

Fazit

Tebonin® ist ein pflanzliches Arzneimittel, das zur Behandlung verschiedener Beschwerden eingesetzt wird, insbesondere bei hirnorganisch bedingten geistigen Leistungseinbußen, Durchblutungsstörungen und Schwindel. Auch wenn es keine spezifischen Studien zur Wirksamkeit von Tebonin® bei Migräne gibt, so könnten die durchblutungsfördernden Eigenschaften des Ginkgo-Extrakts möglicherweise zur Linderung von Migränesymptomen beitragen. Es ist jedoch ratsam, vor der Einnahme von Tebonin® bei Migräne einen Arzt zu konsultieren, um mögliche Risiken und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten abzuklären.

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