Epilepsie und Lafora-Krankheit beim Beagle: Ein Leitfaden für Züchter und Besitzer

Die Gesundheit unserer geliebten Vierbeiner liegt uns am Herzen. Insbesondere bei Rassehunden wie dem Beagle ist es wichtig, sich über mögliche Erbkrankheiten zu informieren und entsprechende Vorsorgemaßnahmen zu treffen. Epilepsie und die Lafora-Krankheit sind zwei Erkrankungen, die beim Beagle eine Rolle spielen können. Dieser Artikel soll einen umfassenden Überblick über diese Themen geben und Züchtern sowie Besitzern helfen, informierte Entscheidungen zu treffen.

Epilepsie beim Beagle

Epilepsie ist eine chronische Gehirnerkrankung, die durch wiederholte Anfälle gekennzeichnet ist. Diese Anfälle entstehen durch plötzliche, zeitlich begrenzte elektrische Entladungen der Nervenzellen im Großhirn. Man kann sich das wie ein Gewitter im Gehirn vorstellen. Hunde verlieren dabei oft das Bewusstsein und zeigen Krämpfe, rudern mit den Beinen und Speichel fließt. Kot und Harn können unkontrolliert abgehen. Ein Anfall dauert meist nicht länger als ein bis zwei Minuten.

Es gibt verschiedene Formen der Epilepsie:

  • Echte (idiopathische) Epilepsie: Diese Form ist erblich bedingt und tritt bei einigen Hunderassen häufiger auf, darunter auch der Beagle. Der erste Anfall tritt bei Hunden im Alter von 6 Monaten bis 5 Jahren auf.
  • Erworbene (symptomatische) Epilepsie: Diese Form wird durch äußere Faktoren wie Verletzungen, Unfälle oder Entzündungen des Gehirns verursacht.

Diagnose von Epilepsie

Es gibt keinen spezifischen Test, um Epilepsie nachzuweisen. Die Diagnose basiert hauptsächlich auf den Beobachtungen des Besitzers und den Ergebnissen einer gründlichen klinischen und neurologischen Untersuchung durch den Tierarzt. Es ist hilfreich, Anfälle auf Video festzuhalten, um dem Tierarzt die Stärke, Länge und Häufigkeit besser einschätzen zu können.

Um andere Ursachen für die Anfälle auszuschließen, können weitere Untersuchungen durchgeführt werden, wie z.B.:

Lesen Sie auch: Fliegen und Drohnen im Fokus

  • Labordiagnostische Untersuchung: Um Stoffwechselstörungen wie Diabetes oder Kalziumungleichgewicht auszuschließen.
  • Kontrolle der Hirnflüssigkeit: Um eine mögliche entzündliche Reaktion im Gehirn zu entdecken.
  • CT- oder MRT-Untersuchung: Um Gehirnerkrankungen wie Tumore auszuschließen (wobei Tiere mit echter Epilepsie hier meist normale Befunde zeigen).

Was tun bei einem epileptischen Anfall?

Wenn Ihr Beagle einen epileptischen Anfall hat, ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und folgende Maßnahmen zu ergreifen:

  • Achten Sie darauf, dass der Hund sich nicht verletzen kann. Entfernen Sie Gegenstände in der Umgebung, an denen er sich stoßen könnte.
  • Versuchen Sie nicht, den Hund festzuhalten oder ihm etwas in den Mund zu stecken.
  • Beobachten Sie den Anfall genau und notieren Sie die Dauer und die Symptome.
  • Kontaktieren Sie Ihren Tierarzt, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Nach einem Anfall sind die Hunde meist erschöpft und benötigen Ruhe. Man muss mit Bewusstseins- und Persönlichkeitsänderungen rechnen.

Züchterische Maßnahmen zur Bekämpfung von Epilepsie

Da die echte Epilepsie bei einigen Hunderassen erblich bedingt ist, ist es wichtig, dass Besitzer eines Rassehundes ihren Züchter und/oder Zuchtwart über das Leiden ihres Hundes informieren, damit die Fälle registriert werden und entsprechende züchterische Schritte zur Bekämpfung unternommen werden können.

Die Lafora-Krankheit

Die Lafora-Krankheit ist eine erbliche, spät einsetzende, progressive myoklonische Epilepsie. Sie wird durch einen autosomal-rezessiv vererbten Defekt im Glykogenmetabolismus verursacht. Dies führt zur Bildung von Lafora-Körperchen, stärkeähnlichen unlöslichen Polyglucosanen, die sich in verschiedenen Organen, insbesondere im Gehirn, ablagern und dort zu neurologischen Schäden führen.

Eines der Merkmale der Krankheit ist ein Myoklonus, eine plötzliche Kontraktion einer Gruppe von Muskeln, die durch Ruckeln des Kopfes nach hinten gekennzeichnet ist, was durch blinkende Lichter, plötzliche Geräusche oder Bewegungen besonders nahe am Kopf des Hundes induziert werden kann.

Lesen Sie auch: Alzheimer frühzeitig erkennen

Klinische Merkmale der Lafora-Krankheit

Die ersten Anzeichen der Lafora-Krankheit treten bei betroffenen Hunden meist im Alter von etwa 7 Jahren auf. Zu den typischen Symptomen gehören:

  • Myoklonische Zuckungen (Zucken des Kopfes)
  • Schlechte Sehkraft/Blindheit
  • Generelle tonisch-klonische Krampfanfälle
  • Panikattacken
  • Demenz
  • Aggressionen
  • Im späteren Verlauf Kot- und Harninkontinenz

Die Frequenz und die Stärke der Anfälle nehmen mit der Zeit zu. Hunde mit dieser Epilepsie ähnlichen Form verlieren bei den Anfällen in der Regel nicht ihr Bewusstsein. Sie stehen oder gehen oft während ihres Anfalls und versuchen auch weiter zu laufen. Der Anfall besteht aus einer Serie kurzer aber heftiger Zuckungen der Muskeln, die, ähnlich wie ein Schluckauf, durch den gesamten Körper jagen. Ausgelöst durch äußere Reize wie z.B. plötzliches Erschrecken.

Diagnose der Lafora-Krankheit

Die Diagnose der Lafora-Krankheit kann durch einen Gentest erfolgen. Dieser Test ist im Beagle Club Deutschland seit dem Frühjahr 2018 auch Pflicht, um eine Zuchtzulassung zu erhalten. Die Untersuchung ist zur Zeit nur anhand einer EDTA-Blutprobe (keine Backenabstriche) möglich!

Behandlung der Lafora-Krankheit

Die Lafora-Krankheit ist nicht heilbar. Die Symptome können jedoch durch Medikamente gelindert werden. Da die Krankheit fortschreitend ist, verschlechtert sich der Zustand des Hundes im Laufe der Zeit. Wenn die Symptome mit Krampfanfällen eingesetzt haben, ist die Lebensqualität in den meisten Fällen sehr stark beeinträchtigt und auch die Lebenserwartung des Hundes wird dadurch stark verkürzt.

Wenn ihr Hund auch die Lafora Krankheit hat, so werden Sie schnell erkennen, was die Auslöser für die Zuckungen sind, und versuchen sie die Auslöser zu vermeiden bzw.

Lesen Sie auch: Alzheimer-Test: Was die Ergebnisse bedeuten

Gentest auf Lafora-Krankheit

Mittlerweile gibt es zum Glück wirklich viele Gentests. Zuchttiere müssen aus Lafora, IGS (Imerslund-Gräsbeck-Syndrom, MLS (Musladin- Lueke-Syndrom) getestet werden. Zusätzlich HD. Alle anderen Test sind freiwillig.

Der Gentest auf die Lafora-Krankheit ist wichtig, um betroffene Tiere zu identifizieren und von der Zucht auszuschließen. Auch Träger des defekten Gens können identifiziert werden, um Verpaarungen zu vermeiden, die zu erkrankten Welpen führen könnten.

Weitere Erbkrankheiten beim Beagle

Neben Epilepsie und der Lafora-Krankheit gibt es noch weitere Erbkrankheiten, die beim Beagle vorkommen können:

  • Imerslund-Gräsbeck-Syndrom (IGS): Eine Störung der Vitamin B12-Aufnahme.
  • Musladin-Lueke-Syndrom (MLS): Eine Bindegewebserkrankung, die zu einem festen Körperbau und Arthrose führt.
  • Hüftgelenksdysplasie (HD): Eine Fehlbildung des Hüftgelenks.
  • Glaukom: Erhöhter Augeninnendruck.

Es ist wichtig, dass Züchter ihre Zuchttiere auf diese Krankheiten testen lassen, um das Risiko für betroffene Welpen zu minimieren.

Verantwortungsvolle Zucht

Eine verantwortungsvolle Zucht ist der Schlüssel zur Minimierung von Erbkrankheiten beim Beagle. Züchter sollten folgende Punkte beachten:

  • Gesundheitstests: Alle Zuchttiere sollten auf relevante Erbkrankheiten getestet werden.
  • Zuchtzulassung: Nur gesunde Tiere mit Zuchtzulassung sollten zur Zucht verwendet werden.
  • Transparenz: Züchter sollten offen über die Gesundheit ihrer Tiere informieren.
  • Aufklärung: Welpenkäufer sollten über mögliche Erbkrankheiten aufgeklärt werden.

Der Beagle Club Deutschland (BCD) hat beispielsweise Maßnahmen ergriffen, um das Auftreten und die Verbreitung von Erbkrankheiten einzudämmen. Alle Elterntiere im BCD müssen mittlerweile auf Lafora getestet werden. Zusätzlich müssen die Hunde auf Lagora und auch andere Krankheiten getestet sein oder wie zwei von meinen frei über die Eltern. Mittlerweile gibt es zum Glück wirklich viele Gentests. Zuchttiere müssen aus Lafora, IGS (Imerslund-Gräsbeck-Syndrom, MLS (Musladin- Lueke-Syndrom) getestet werden. Zusätzlich HD. Alle anderen Test sind freiwillig.

tags: #test #epilepsie #beagel #zuchter