Spezieller Test für Patienten mit Parkinson-Krankheit: Frühdiagnose und Therapie

Die Parkinson-Krankheit ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, von der weltweit Millionen Menschen betroffen sind. Eines der größten Probleme bei der Behandlung von Parkinson ist die Entwicklung einer Demenz bei einem erheblichen Teil der Patienten. Dieser Artikel befasst sich mit den besonderen Herausforderungen der Parkinson-Demenz und stellt einen speziell entwickelten Screening-Test sowie therapeutische Optionen vor.

Parkinson-Demenz: Eine häufige Komplikation

Etwa 40 % der Parkinson-Patienten entwickeln im Laufe ihrer Erkrankung eine Demenz. Damit ist das Risiko, an einer Demenz zu erkranken, etwa sechsmal höher als in der Normalbevölkerung. Diese Demenz unterscheidet sich jedoch in ihren Symptomen von der Alzheimer-Krankheit, der häufigsten Form der Demenz.

Unterschiede zur Alzheimer-Demenz

Während bei der Alzheimer-Demenz vor allem Gedächtnisstörungen im Vordergrund stehen, sind bei der Parkinson-Demenz Störungen der Exekutivfunktionen und der räumlichen Orientierung kennzeichnend. Betroffene haben Schwierigkeiten, Aufgaben zu planen, von einem Thema zum anderen zu wechseln und sich räumlich zurechtzufinden. Auch Gedächtnisstörungen können auftreten, sind aber oft nicht so ausgeprägt wie bei Alzheimer.

Weitere Symptome der Parkinson-Demenz

Neben den kognitiven Einschränkungen können bei Parkinson-Demenz auch folgende Symptome auftreten:

  • Verlangsamte kognitive Prozesse: Das Denken und die Informationsverarbeitung sind verlangsamt.
  • Visuelle Halluzinationen: Vor allem abends und nachts können visuelle Halluzinationen auftreten.
  • Verhaltensänderungen: Es kann zu Apathie, Interessenverlust und Veränderungen der Persönlichkeit kommen.

Auswirkungen der Parkinson-Demenz

Die Entwicklung einer Demenz hat erhebliche Auswirkungen auf Parkinson-Patienten und ihr Umfeld. Sie führt zu einer verringerten Lebenserwartung, einem erhöhten Risiko für Psychosen und einer starken Belastung für die Angehörigen. Häufig ist eine Hospitalisierung erforderlich.

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Frühwarnzeichen und Diagnose

Es gibt bestimmte Warnzeichen, die auf die Entwicklung einer Parkinson-Demenz hindeuten können:

  • Lange bestehende Parkinson-Krankheit: Je länger die Parkinson-Krankheit besteht, desto höher ist das Risiko einer Demenz.
  • Lebhafte Träume und Schlafstörungen: Patienten mit lebhaften Träumen und Schlafstörungen haben ein erhöhtes Risiko.
  • Visuelle Halluzinationen: Das Auftreten von visuellen Halluzinationen ist ein Warnsignal.
  • Veränderte Klagen: Wenn sich die Klagen des Patienten und vor allem der Angehörigen ändern, zum Beispiel von Langsamkeit zu Interessenverlust, kann dies ein Hinweis sein.

Diagnoseverfahren

Für die Diagnose der Parkinson-Demenz sind verschiedene Verfahren erforderlich:

  • Anamnese: Die Krankengeschichte des Patienten und die Beobachtungen der Angehörigen sind wichtig.
  • Neuropsychiatrische Tests: Spezielle Tests zur Erfassung der kognitiven Fähigkeiten sind notwendig.
  • EEG: Das Elektroenzephalogramm kann Hinweise auf eine diffuse Hirnstoffwechselstörung geben.
  • Laborwertbestimmungen: Blutuntersuchungen können andere Ursachen ausschließen.
  • Bildgebende Verfahren: Verfahren wie die Magnetresonanztomographie (MRT) können zur Differenzialdiagnose eingesetzt werden.

Der PANDA-Test: Ein spezifischer Screening-Test

Speziell für die Frühdiagnose der Parkinson-Demenz wurde der PANDA (Parkinson neuropsychometric dementia assessment) entwickelt und validiert. Dieser Test umfasst Aufgaben zu verschiedenen kognitiven Bereichen:

  • Paarassoziationslernen: Das Erlernen und Abrufen von Wortpaaren wird getestet.
  • Wortflüssigkeit: Die Fähigkeit, Wörter zu einem bestimmten Thema zu nennen, wird erfasst.
  • Räumliches Vorstellungsvermögen: Das mentale Spiegeln von Objekten wird geprüft.
  • Arbeitsgedächtnis: Die Fähigkeit, Informationen kurzzeitig zu speichern und zu verarbeiten, wird getestet.
  • Stimmung: Fragen zur Stimmungslage geben Hinweise auf Depressionen.

Der PANDA-Test liefert Hinweise auf kognitive Defizite in den Bereichen Aufmerksamkeit, Exekutivfunktionen, Gedächtnis und Visuokonstruktion sowie auf Veränderungen der Persönlichkeit. Ein Vorteil des Tests ist, dass die Probanden nichts zeichnen müssen, was für Patienten mit Parkinson-bedingten motorischen Einschränkungen eine Erleichterung sein kann.

Bewertung des PANDA-Tests

Im Kognitionsteil des PANDA können maximal 30 Punkte erzielt werden. Bei weniger als 15 Punkten ist eine Demenz wahrscheinlich, bei 15 bis 17 Punkten besteht allenfalls eine leichte kognitive Dysfunktion. Im Stimmungsteil werden maximal 9 Punkte erreicht, bei mehr als 4 Punkten ist eine depressive Stimmungslage wahrscheinlich und sollte durch einen depressionsspezifischen Test verifiziert werden. Ergebnisse ab 18 Punkten liegen im Normbereich. Der Test eignet sich durchaus auch zur Beruhigung von Nicht-Betroffenen.

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Der Uhrentest

Unter den neuropsychiatrischen Kurztests ist der Uhrentest für Patienten mit Parkinson-Demenz gut geeignet, weil die bei ihnen vorherrschende Störung der räumlichen Wahrnehmung in diesem Test gut abgebildet wird. Der Mini-Mental-State-Test (MMST) ist zur Verlaufskontrolle geeignet, für die Diagnostik ist er aber nicht empfindlich genug, stattdessen wird eher der DemTect empfohlen.

Therapie der Parkinson-Demenz

Die medikamentöse Therapie der Parkinson-Demenz stützt sich vor allem auf den Acetylcholinesterase- und Butyrylcholinesterase-Hemmer Rivastigmin (Exelon®). Dieser Wirkstoff ist für die symptomatische Behandlung der leichten bis mittelschweren Demenz beim idiopathischen Parkinson-Syndrom zugelassen und wird in den aktuellen Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie empfohlen.

Rivastigmin: Wirksamkeit und Anwendung

Die Wirksamkeit von Rivastigmin wurde in der Express-Studie nachgewiesen. In dieser Plazebo-kontrollierten Doppelblindstudie mit 541 Patienten zeigte sich nach 24-wöchiger Behandlung mit täglich 3 bis 12 mg Rivastigmin eine moderate, aber signifikante und in verschiedenen Tests konsistente Besserung der Kognition im Vergleich mit Plazebo. Auch in der Alltagskompetenz waren die mit Rivastigmin behandelten Patienten den Patienten der Kontrollgruppe überlegen.

Eine 24-wöchige offene Folgebehandlung brachte für Patienten, die zuvor Plazebo erhalten hatten, eine Besserung der Testergebnisse, wobei die Ergebnisse der weiterhin aktiv behandelten Patienten in der Regel nicht erreicht wurden.

Nebenwirkungen von Rivastigmin

Die häufigsten unerwünschten Wirkungen von Rivastigmin sind Übelkeit und Erbrechen. Diese sind auf die indirekte cholinerge Aktivität des Wirkstoffs zurückzuführen. Daher muss Rivastigmin langsam eindosiert werden. Tremor kann als passagere Nebenwirkung auftreten. Seltener als in der Plazebo-Gruppe traten Halluzinationen auf, was ein Ausdruck der antidemenziellen Wirkung von Rivastigmin sein dürfte.

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Weitere Therapieoptionen

Rivastigmin wirkt vor allem auf die kognitiven Symptome der Parkinson-Demenz. Bei Verhaltensauffälligkeiten können atypische Antipsychotika eingesetzt werden; zugelassen für Psychosen im Verlauf eines M. Parkinson ist Clozapin (z.B. Leponex®). Bei Affektverhalten ist an den Einsatz von Antidepressiva zu denken, allerdings sind trizyklische Antidepressiva wegen ihrer anticholinergen Wirkung zu meiden.

Bedeutung der nicht-medikamentösen Therapie

Neben der medikamentösen Therapie spielen nicht-medikamentöse Maßnahmen eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Parkinson-Demenz. Dazu gehören:

  • Physiotherapie: Zur Verbesserung der motorischen Fähigkeiten und der Koordination.
  • Ergotherapie: Zur Erhaltung der Alltagskompetenz.
  • Logopädie: Zur Verbesserung der Sprach- und Schluckfunktion.
  • Psychotherapie: Zur Bewältigung seelischer Probleme und zur Unterstützung der Angehörigen.
  • Bewegung: Regelmäßige Bewegung ist für Parkinson-Patienten von großer Bedeutung.

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